Moral

Guten Morgen!

Vielleicht mal wieder eine dumme, viel zu unphilosophische Frage (wobei ich gerade gelesen habe, dass es die nicht gibt - Gruß an Jo), aber trotzdem interessiert mich Eure Meinung sehr:

Was ist moralisch eher zu vertreten:
Ehrlichkeit, die den eigenen moralischen Vorstellungen entspricht, wenn man jedoch bereits vorher weiß, dass diese Ehrlichkeit einen anderen Menschen verletzen kann, oder Rücksichtnahme vor den Gefühlen anderer, wobei das „Verschweigen“ oder „Lügen“ jedoch den eigenen Wertvorstellungen zuwiderläuft?
Oder anders gefragt: Darf ich „meine Moral“, mein Gewissen, über die Gefühle anderer stellen?

Danke im Voraus,
Gruß,
Morgan

Oder anders gefragt: Darf ich „meine Moral“, mein Gewissen,
über die Gefühle anderer stellen?

Ja Morgan. Das darf Frau/Mann. Mein Gewissen „glaube“ ich ja zu kennen. Die Gefühle anderer werden mir aber weitgehend fremd bleiben. Was ist aber Moral? Moral verstehe ich als ein „Instrument“ das es uns erlaubt andere Menschen zu manipulieren. Um eigene Schwächen nicht erkennen (Begreifen!) zu müssen. Jeder Staat ist auf diesem Gebiet ein Meister.

Liebe Grüsse

Hi Morgan!

Und die Moral von der Geschicht…

Oder anders gefragt: Darf ich „meine Moral“, mein Gewissen,
über die Gefühle anderer stellen?

Du kommst aber auch mit Sachen an… Hmm, über diese Frage wird sich jeder Kantianer freuen… soviel steht fest.
Und deshalb gehe ich auch direkt mal von ihm aus, dem guten Immanuel…

Den kategorischen Imperativ setze ich, wie immer, als bekannt voraus. Diesen kann man auch in der schönen goldenen Regel finden: „Was Du nicht willst, was man Dir tut…“.
Was ist mir lieber - zu erfahren, dass ich nur noch eine Woche zu leben habe, oder diese letzte Woche, sofern es mir möglich ist, in aller Freiheit und Ausgelassenheit zu verbringen???

Auch hierbei kommt es NUR auf den persönlichen Standpunkt an, und zwar den des Betroffenen!!! Jedem von uns ist es wohl schon so gegangen, dass er einem geliebten Menschen eine bestimmte Begebenheit „verschwiegen“ hat, weil er wusste, dass es die betreffende Person zu sehr in Mitleidenschaft ziehen würde…
Das eigene Gewissen ist das höchste Gericht,vor dem man stehen kann. Folglich trägt man nach einer solchen Situation auch immer ein bestimmtes Magengrummeln mit sich rum…klar.
Aber dennoch bin ich lieber bereit ein ungutes Gefühl zu hegen, als einem Menschen das Leben zu vermiesen, auch wenn das von begrenzter Dauer sein mag.
Andererseits neigen wir alle zum Egoismus, und werden unsere Moral immer dann siegen lassen, über die Gefühle anderer stellen, wenn es für UNS einen Nutzen hat - das behaupte ich schlicht und einfach so!
(Hiermit entschuldige ich mich in aller Form bei allen überzeugten Altruisten.)
Du siehst, dass es schwer ist (wie immer) eine klare allgemeine Antwort zu geben. Das sollte man in diesem Fall auch nicht - denn eine persönlichere Sache als das eigene Gewissen gibt es eigentlich nicht.
Fazit: Mal wieder ist das Auge des Betrachters ausschlaggebend, und nicht zuletzt die vorliegende Situation - aber das sagte ich ja schon…

Mannomann, was hast DU ein Glück, dass ich jetzt nicht die ganze Zeit Kant zitiert habe…hihi…aber Deine Frage war z.B. einer der Gründe, warum er die „Kritik der Urteilskraft“ geschrieben hat, wenn Dich das interessiert…

Danke im Voraus,

Keine Ursache

Wir lesen uns - wir sind ja nicht blind…

Jojo

Hallo Morgan!

Also ich denke es verhält sich folgendermaßen:

Man sollte die Moral nicht über die Gefühle der Menschen stellen. Denn für irgendwelche Moral ist derjenige nicht empfänglich, wenn er selber gerade unbedingt was Unrationelles oder Dummes tun will.

Stattdessen sollte man einfach zeigen, welche Position man selbst dazu bezieht ohne zu belehren. Wie gesagt das will die Person eh nicht hören. Wenn man sich jedoch stets so verhält, daß man erstens im Reinen mit sich ist und zweitens sich nicht widersprich, dann kann man gut seine Moralvorstellungen vermitteln.

Das Wichtigste beim Abwägen (soll ich nun „belehren“ oder lieber nicht) ist meiner Meinung nach Mitgefühl für die Person in dieser Situation zu haben und zu erkennen, daß sie sich selbst schädigt. Nur wenn die Person sich einem öffnet, kann man auch offen darüber reden - sofort oder zu gegebener Zeit.

Es ist schwer Erfahrungen in Worte zu fassen, aber ich hoffe es kommt trotzdem rüber, was ich sagen will.

Sebastian

Hallo Morgan,
habe deinen Artikel gerade gelesen und finde die Frage gar nicht so „unphilos.“.Ich finde, das man wohl das Recht hat seine Moral zu vertreten. Jeder sieht diese Welt aus einem anderen Blickwinkel und hat ganz unterschiedliche Prioritäten. Rücksichtnahme ist wichtig und auch zu vertreten. Doch wenn die eigene Moral in einer Sache oberste Priorität hat dann muß man danach handeln. Denn müssen eben die anderen mal darauf „Rücksicht“ nehmen. Ehrlichkeit und Direktheit haben zwar nicht immer kurzfristige Erfolge aber längerfristig definitiv.
Der Nomade

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Hi Guten Morgen Morgan,
es ist zu empfehlen, daß man sich an den zur Zeit gültigen Regeln der Moralen und Sitten orientiert und seine Moral adaptiert damit hineinbringt, dann paßt du in die gegenwärtige Gesllschaft voll rein , ansonsten transzendierst du.
Grütze aus der Pfütze

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Guten Morgen!

Vielleicht mal wieder eine dumme, viel zu unphilosophische
Frage (wobei ich gerade gelesen habe, dass es die nicht gibt -
Gruß an Jo), aber trotzdem interessiert mich Eure Meinung
sehr:

Was ist moralisch eher zu vertreten:
Ehrlichkeit, die den eigenen moralischen Vorstellungen
entspricht, wenn man jedoch bereits vorher weiß, dass diese
Ehrlichkeit einen anderen Menschen verletzen kann, oder
Rücksichtnahme vor den Gefühlen anderer, wobei das
„Verschweigen“ oder „Lügen“ jedoch den eigenen
Wertvorstellungen zuwiderläuft?
Oder anders gefragt: Darf ich „meine Moral“, mein Gewissen,
über die Gefühle anderer stellen?

Hi Morgan

Ich denke dass niemand das Recht hat seine Gefühle über die eines anderen zu stellen.
Das ist abhängig von deiner Grundhaltung, und die ist doch nicht so, dass du durch gezielte Aussagen einem anderem Menschen bewusst weh tuen willst.
Die Grundhaltung ist Ehrlichkeit, stimmt, die Vermittlung von Inhalten basiert jedoch auf Empathie und da ist auch der Konflikt. Man/Frau hat wohl eher die Tendenz sich in eine Notlüge oder Ausrede zu flüchten weil er die möglichen Konsequenzen kennt.
Wäre das Vertrauen in den betroffenen Menschen nicht zu brechen, so würdest du dich nicht vor der Ehrlichkeit zurückschrecken.

Jeder hat das Recht auf Wahrheit, denn es ist mehr verletzend wenn ein Mensch sich hintergangen fühlt,denkst du nicht?

Moses

Tiefe Bestürzt
Lieber aaron,

nichts für ungut, aber was für ein konformistischer Ansatz soll das denn sein: Man soll seine Moral an die (sowieso begrifflich schwammige) Gesellschaft anpassen?

Dennis

Hi, wenn du deine Moral in die Moralen der gegnwärtigen Gesellschaft einfügst, fällst du ja in das Raster aller gegenwärtigen Moralen un Sitten ein.Wenn du nur deine Individualmoral leben willst, bleibst du unter Umst. für dich.
Kommt immer auf deine Einstellung zur Moral an.
Tschüß

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Das bedeutet also konkret für dich moralische Anpassung als Selbstzweck, Nachläufertum aus Eigennutz, auf das die Herde mich nicht verstößt und mir ihre Liebe verweigert.

Da stehen mir, weiß ich, die Haare zu Berge. Ich hoffe nicht als Einzigem in diesem Forum.

Dennis

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Hallo Morgan

Auch die Rücksichtnahme auf die Gefühle anderer ist Inhalt einer Moralvorstellung : Es ist unmoralisch, die Gefühle anderer unnötig zu verletzen.

Konkret stellt sich für Dich nun die Frage, ob Deine ehrliche Meinung, die Du dem andern mitteilen willst, eine solche Bedeutung hat, dass das Verletzen seiner Gefühle in Kauf genommen werden muss.
Darauf gibt es keine allgemeine Antwort ! Du musst in jedem einzelnen Fall abwägen, welche dieser beiden Moralvorstellungen Vorrang geniesst. Manchmal ist Ehrlichkeit wichtiger. Manchmal ist es die Rücksichtnahme.

Ich mache ein einfaches Beispiel: Wenn ich jemanden mit abstehenden Ohren in der U-Bahn sehe, dann geh ich nicht zu ihm hin und teile ihm mit, er habe abstehende Ohren. Hier wäre Ehrlichkeit einfach fehl am Platz.
Du siehst also, dass es neben der Ehrlichkeit noch andere ebenso wichtige Werte geben kann.

Grüsse
Martin

Hi Aaron

Mich haut’s auch vom Hocker, wenn ich Deine Ansicht hier lese.

Wenn Du Dich so leicht und locker in die jeweiligen Moralvorstellungen Deiner Umgebung einpasst, dann darf ich mir gar nicht vorstellen, wie Du Dich z.B. in Deutschland anno 1940 verhalten hättest … oder in Serbien, Irak, Kolumbien, Nord-Korea … usw

Moral sollte wohl mehr sein, als einfach nur eine Modeerscheinung, der man sich anpasst, um hip zu sein.

Grüsse
Martin

Hi,Martin,
ich habe mich nur allgemein auf das bezogen, was Morgan von sich gibt, wenn er mit seiner Individualmoral andere nicht verletzten will, und Rücksicht auf alle anderen mit ihrem Moralen nehmen will, so nach dem Motto hört sich das an, als wenn er sich ja zu allen Seiten hin " richtig benehmen will" , daß ihn ja alle lieb haben, dann muß er seine Moral in die der heutigen ( Wie schon erwähnt schwammigen Moral ) einfügen.Dann macht er s allen recht und ist in aller Augen lieb und nett. Das sollte er natürlich nicht tun, sondern, wenn er allumfassend die Wahrheit in allen Dingen erforscht , seine eigene Moral entwickeln, und wenn er irgendwo aneckt, überprüfen, wie ist die jetzige Situation, hat der andere recht ( aus der Wahr´heitsüberprüfung heraus), sich entschuldigen und fortan diesen Teil , eine Moralseite korrigieren.
Ich selbst suche immer wieder die Wahrheit universell in verschiedenen Dingen zu betrachten und verglichen mit der (bisherigen) Wahrheit, für die ich sie erachtete, entweder beizubehalten, oder neu überdacht, eine Moral dann bei mir zu korrigieren.
Bei Betrachtungen z.B. wie sich die Menschen gegenüber anderen benehmen, kannst du mit ( natürlich mache ich das immer, wenn die Wahrheit beweisbar ist,) ganz schön mit Kritiken anecken,
den bei der Wahrheitsfindung scheiden sich die Moralen.
Hier lernst du dann in der reinsten Form die jeweilige Moral der anderen Seite kennen.

Aber da ich ja Kritiken selbst gewohnt bin, aufgrund meiner Moralvorstellungen, die in meiner Philosophie vorherrschen, wundert mich nichts mehr.
Also stell mich wieder aus der totalen Anpassungecke heraus.
Da bin ich wirklich genau das Gegenteil davon. mag sein das es anders rüberkam.
Tschüß

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Also stell mich wieder aus der totalen Anpassungecke heraus.
Da bin ich wirklich genau das Gegenteil davon. mag sein das es
anders rüberkam.
Tschüß

OK … hab Dich soeben rausgestellt :smile:

Grüsse
Martin

Er hat recht
Hallo Aaron,

es ist zu empfehlen, daß man sich an den zur Zeit gültigen
Regeln der Moralen und Sitten orientiert und seine Moral
adaptiert damit hineinbringt, dann paßt du in die gegenwärtige
Gesllschaft voll rein , ansonsten transzendierst du.

Ich finde deine Aussage einfach, klar und sehr ehrlich.
Ethische Maßstäbe verändern sich im Laufe der Zeit, manchmal innerhalb einer Generation.
Beispiele:
Homosexualität - vor 30 Jahren galt sie als kriminell und pervers, heute ist sie völlig akzeptiert.
Sexismus - Eine Frau wegen ihres Geschlechtes zu diskriminieren war vor 30 Jahren üblich, heute stellt man sich damit ins gesellschaftliche aus.

Der Mensch muß selbst fundamentalste Fähigkeiten und Kenntnisse erlernen, sehen, laufen, sprechen,…
Auch Wissen und Werte erlernt ein Mensch.
Natürlich kann ein Mensch gezielt Kenntnisse und Werte erlernen und Formen. Aber wer glaubt denn, daß einige Kommunionsstunden oder etwas Ethikunterricht tiefgreifende Kenntnisse zum Thema Ethik und Moral vermitteln?
Letztendlich greifen wir unsere moralischen Werte aus unserer Umgebung auf, auch neue moralische Werte, die sich vondenen unserer Eltern unterscheiden.

Wer seine moralischen Grundsätze z.B. auf ein zeitloses Fundament baut (Achtung Wortspiel :wink:), wird sich schnell der Kritik aussetzen.

Gruß
Carlos

Ethische Maßstäbe verändern sich im Laufe der Zeit, manchmal
innerhalb einer Generation.
Beispiele:
Homosexualität - vor 30 Jahren galt sie als kriminell und
pervers, heute ist sie völlig akzeptiert.
Sexismus - Eine Frau wegen ihres Geschlechtes zu
diskriminieren war vor 30 Jahren üblich, heute stellt man sich
damit ins gesellschaftliche aus.

Da hast Du recht. Ich wollte auf keinen Fall unterstellen, dass der Mensch auf der Suche nach Erkenntnis bereits am Ziel sei. Ethische Grundsätzen sind einer stetigen Wandlung unterworfen. Und dies völlig zu Recht ! Aber den Fortschritt sollen Argumente bestimmen und nicht der Zeitgeist. Es darf nicht irgend ein Anpassungsdruck sein, welcher unsern Weg bestimmt. Dies wäre die falsche Motivation. Neue Erkenntnisse und neue Einsichten sind die richtigen Quellen, um unsere Ethik zu entwickeln.

Wer seine moralischen Grundsätze z.B. auf ein zeitloses
Fundament baut (Achtung Wortspiel :wink:), wird sich schnell der
Kritik aussetzen.

Ich empfinde es als überhaupt nichts Negatives, sich der Kritik auszusetzen. Ganz im Gegenteil: Diese Kritik zwingt mich dazu, mich zu überdenken. Nur so kann Fortschritt entstehen.
Eine Haltung mag noch so aus der Mode gekommen sein, ich denke trotzdem nicht, dass man sich ihrer zu schämen braucht, wenn man sie mit überzeugenden Argumenten vertreten kann.

Grüsse
Martin

Bei allem was ich jetzt hier gelesen hab, könnte ich mich nur
Martin anschliessen. Moralische Grundsätze dem Zeitgeist, der
Mode, anzupassen empfinde ich sogar als sehr gefährlich da es
immer an ein gesellschaftliches Kräfteverhältnis angepasst wäre
und die ändern sich sehr schnell. Auch wenn man seine Gefühle
nicht über die Gefühle anderer setzten sollte, so kann man
trotzdem nicht seine eigene Vorstellung von Moral, Würde,
auswechseln wie alte Socken. Manchmal tut das auch dem anderen
weh aber man muss das halt abwägen. Mir hat auch schon so
manches wehgetan (wem nicht) und oft war es genau das was mich
vorangetrieben hat. Meistens überdenkt man sich und seine Umwelt
dadurch, verarbeitet Situationen die man längere Zeit vor sich
hergeschoben hat. Als unmoralisch empfinde ich Unehrlichkeit
aber auch unnütze Verletzungen. Wobei wir wieder am Anfang
wären.

Tao Te King
Hallo Morgan,

weder noch ist richtig.

Der Weg durch die Mitte ist weise.

Schöne Worte sind nicht wahr
und wahre Worte sind nicht schön
Tao Te King

Finde dich zunächst, bevor du dir über die

anderen zuviel Gedanken machst. Dein Ansatz ist

goldrichtig, bleib bei dem Gedanken

Verlier dich nicht selbst
aber gib dich nicht völlig preis.

Gruß susan

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Hallo
Im Sinne des Utilitarismus ist die Antwort auf deine Frage eindeutig, handle so, daß der Allgemeinnutzen am größten ist.
Was kann es denn schöneres als glückliche Menschen auf der Erde geben? Vielleicht wäre es in diesem Falle gar nicht mehr sinnvoll und richtig zu hinterfragen, ob denn alles wahr ist, was man vor Augen hat.
Ist denn nicht alles menschliche Streben auf das Glück
ausgerichtet?

In diesem sinne,
Sascha

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