Morbus Crohn, Wundheilungsstörung

Hallo zusammen,

ich bin 23 Jahre alt, männlich, und vor ca. zwei Jahren wurde bei mir das erste Mal Morbus Crohn diagnostiziert. Ohne zu sehr auszuschweifen, möchte ich euch „kurz“ den Krankheitsverlauf beschreiben, bevor ich zur eigentliche Frage komme. Es wird vermutlich doch etwas länger, aber ich denke diese Informationen könnten wichtig sein:

Von 06/2010-09/2011 war ich anscheinend bei einem recht inkompetenten Arzt in Behandlung. Ein Internist, der sich auf die Gastroenterologie spezialisiert haben soll, aber selbst kein „echter“ Gastroenterologe war…Klingt irgendwie seltsam, aber das ist jetzt zum Glück Geschichte. Wenn ich „in Behandlung“ sage, mein ich das nicht wirklich, das er im Grunde genommen nicht sehr viel getan hat. Ich habe im Grunde ein ganzes Jahr Salofalk bekommen und mein CRP-Wert war konstat zwischen 5-7 (normal Aktueller Stand also:
Ileostoma, das nicht zurück verlegt wird wegen der Fistel. Eine offene Wunde + darin mündende äußere Darmfistel. Harnleiterschiene wurde entfernt. Konglumerattumor zurückgebildet. CRP normal. keine Beschwerden.

Aktuelle Medikation:
Prednisolon 7,5 mg; Azathioprin 175 mg; Humira alle zwei Wochen 40 mg; Mo, Mi, Fr Cotrim 480 mg; Kalzium und ein Magenschutz.

Die Wunde/Fistel hatte sich geschlossen (nicht oberflächlich, was auch öfters vorkam), sodass ich den Verband nicht wirklich wechseln musste, wenn es nicht auf Grund von Duschen etc. nötig gewesen wäre. Vor zwei Wochen ca. hat sich die Wunde aber wieder geöffnet und die Verbindung zum Darm besteht wohl auch wieder.

Nun zu meiner Frage: Woran kann es liegen, dass sich die Wunde seit ca. acht Monaten nicht schließen möchte? Ich hatte gelesen, dass es gerade durch Cortison und Azathioprin zu Verzögerungen bei der Wundheilung kommen kann. Eine weitere OP kommt eigentlich auch nicht in Frage, da ich anscheinen zu Abszessen und Fisteln nach einer OP neige aber eine noch „härtere“ Medikation kann ich mir auch nicht unbedingt vorstellen.

Es tut mir Leid, dass es doch so lang geworden ist, aber ich denke, die Fragen wären eh aufgekommen, sodass ich diese im Voraus beantworten wollte.

Vielen Dank, mit freundlichem Gruß

Da haben Sie Recht, die schlechte Wundheilung kann durchaus durch die Cortison- und Immunsupprassivagabe verursacht worden sein- Es muss nicht aber kann höchstwahrscheinlich dadurch zustande gekommen sein.

Ich weiß nicht, ob es Ihnen hierbei hilft, aber:
Es gibt aber einige interessante Forschungen bei Morbus Crohn.

  • Zum einen Studien mit gereinigten Trichuris (Peitscheinwurm) Eiern. Man vermutet, dass das Immunsystem und die Darmflora viel enger verbunden sind als bisher angenommen und die Peitschenwurmeier einen „besänftigenderen“ Effekt auf das Immunsystem haben, ganz einfach ausgedrückt.
  • Zum anderen gibts Studien über einen Auslöser der Krankheit durch das Mycobacterium avium paratuberculosis, welches bei einer Vielzahl von Crohn-Patienten festgestellt wird. Derzeit werden Antibiotika-Kombinationen gegen den Keim bei Test-Patienten durchgeführt und es zeigt gute Erfolge.

Diese beiden Forschungen geben meiner Meinung nach Grund zur Hoffnung.

Hallo,

Da haben Sie Recht, die schlechte Wundheilung kann durchaus
durch die Cortison- und Immunsupprassivagabe verursacht worden
sein- Es muss nicht aber kann höchstwahrscheinlich dadurch
zustande gekommen sein.

Bis hier würde ich sogar nicht meckern wollen.

Ich weiß nicht, ob es Ihnen hierbei hilft, aber:
Es gibt aber einige interessante Forschungen bei Morbus Crohn.

  • Zum einen Studien mit gereinigten Trichuris (Peitscheinwurm)
    Eiern. Man vermutet, dass das Immunsystem und die Darmflora
    viel enger verbunden sind als bisher angenommen und die
    Peitschenwurmeier einen „besänftigenderen“ Effekt auf das
    Immunsystem haben, ganz einfach ausgedrückt.
  • Zum anderen gibts Studien über einen Auslöser der Krankheit
    durch das Mycobacterium avium paratuberculosis, welches bei
    einer Vielzahl von Crohn-Patienten festgestellt wird. Derzeit
    werden Antibiotika-Kombinationen gegen den Keim bei
    Test-Patienten durchgeführt und es zeigt gute Erfolge.

Also bei ernsthafter Analyse beider Studien ist bisher nirgends ein signifikanter Erfolg beschrieben worden. Dazu fehlen evtl. noch Studien oder die Idee ist nicht erfolgreich gewesen.
Änhlich verhält es sich mit dem Erfolg von Weihrauch und der Einsatz von anderen Ideen wie Kuren, spezielle Ernährungen usw.

Klar kann es möglich sein, dass einzlene davon profitieren, aber ein genauer Ansatz zur Lösung des Problems wurde bis heute nicht gefunden. In der letzten Fachkonferenz der DGVS wurde bisher kein neuer Ansatz als erfolgsversprechend bestätigt.

Liebe Grüsse

Anja

Es sind ernstzunehmende medizinische Studien und keine Esoterik-Geschichten mit Weihrauch oder sonstigem.
Gerade von Ihnen als Medizinerin hätte ich mehr Differenzierungsqualitäten erwartet.

Solange noch nichts bewiesen oder widerlegt ist, gilt es die Kohle am glühen zu halten.

Hallo,

Ich habe nichts dagegen die Kohle am glühen zu halten. Jedoch halte ich in Anbetracht der Zeit (die ersten Studien sind aus 2003) und der bisher fehlenden signifikanten Ergebnisse ein Umdenken für nötig, damit nicht unsinnige Dinge weiter geschürt werden.

Liebe Grüsse

Anja

P.s. Weihrauchpräparate haben sogar einen medizinischen Hintergrund, lesen sie gerne mal über die Wirkung der Inhaltsstoffe nach, bevor sie alles in die Esoterik Ecke werfen. Aber leider sind auch bei diesen Präparaten keine signifikante Ergebnisse sichtbar.

Ich kenne die Weirauchanwendungen in den traditionellen Medizin verschiedener Kulturen - danke, aber ich brauche keine Nachhilfe.

Hallo

Stimmt, ohne Basiskenntnisse macht es keinen Sinn.

Liebe Grüsse

Anja

Ich kenne die Weirauchanwendungen in den traditionellen
Medizin verschiedener Kulturen - danke, aber ich brauche keine
Nachhilfe.

Das müssen Sie gerade sagen…