Tach zusammen,
warum werden Moslems in der Presse zu Muslimen, rein sprachlich gesehen? Ist das eine anglophile Speichelleckerei, oder was steckt dahinter?
Graukopfschüttelnd
Pit
Tach zusammen,
warum werden Moslems in der Presse zu Muslimen, rein sprachlich gesehen? Ist das eine anglophile Speichelleckerei, oder was steckt dahinter?
Graukopfschüttelnd
Pit
Hallo Pit,
was hat das mit Englisch zu tun?
Früher sagt man Muselmane, dann Mohammedaner. Sprache ist Wandel.
Vielleicht haben die Muslime selbst zu dieser Wandlung beigetragen?
Gruß
Elke
Hallo,
Gut möglich. „Muslim“ ist ja näher am arabischen Originalwort dran als „Moslem“. Der Trend geht ja oft ein bisschen in Richtung Übernahme der ‚originaleren‘ fremden Namen als der Eindeutschungen, siehe Beijing (statt Peking).
Gruß,
Moin, Pit,
warum werden Moslems in der Presse zu Muslimen
weil es mehr arabische Dialekte gibt, als wir uns träumen lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass Vokale im Arabischen (und etlichen weiteren Sprachen) nicht geschrieben werden müssen. Somit tun sich selbst Araber untereinander schwer, eine gemeinsame „Rechtschreibung“ zu finden.
Deinem Beispiel mangelt es zudem an der Vielfalt der Ausprägungen - versuch mal, ein paar Formen für Mohammed zu finden. Bei 20 darfst Du aufhören 
Ist das eine anglophile Speichelleckerei
Ist das Paranoia?
Gruß Ralf
Moin, André,
„Muslim“ ist ja näher am arabischen Originalwort
dran als „Moslem“.
und wie lautet das „arabische Originalwort“?
Der Trend geht ja oft ein bisschen in
Richtung Übernahme der ‚originaleren‘ fremden Namen als der
Eindeutschungen, siehe Beijing (statt Peking).
Das ist kein Trend, sondern der Internationalisierung geschuldet. Man versucht eine Schreibweise zu finden, die in möglichst vielen Sprachen der Aussprache des Originals am nächsten kommt. Da gibt es sogar Regeln, wie Buchstaben auszusprechen sind - y wie j, j wie dsch, x wie dz(?) usw. usf. Vielleicht weiß noch jemand einen Link zu den Details.
Gruß Ralf
Hallo Elke,
Früher sagt man Muselmane, dann Mohammedaner. Sprache ist
Wandel.
Vielleicht haben die Muslime selbst zu dieser Wandlung
beigetragen?
Ich habe sogar schon welche kennengelernt, die sich aus Unkenntnis über die negative Konnotation im Deutschen den Stiefel des „Islamisten” selbst angezogen haben.
Aber was heißt da eigentlich Unkenntnis? Es deutet einiges darauf hin, dass, wer den Islam ernst nimmt, ein Islamist ist, wenn man die haarsträubenden Aussagen über Nicht-Gläubige im Koran liest.
Gruß Gernot
Hallo
Das arabische Original lautet: MSLM (kurze Vokale werden nicht mitgeschrieben). Wenn es denn vokalisiert sein soll (wie im Koran oder Schulbüchern der 1. Klasse) dann so: MuSLiM. Nun werden aber die Vokale überall anders ausgesprochen - mal tendiert das u zum o, mal das i zum e oder a zu ä… Faktisch gibt es im Hocharabischen nur die Vokale A,I,U. Deswegen (hocharabisch): Muslim.
Allet klar? 
Liebe Grüße
Maria
Moin, Maria,
Das arabische Original lautet: MSLM (kurze Vokale werden nicht
mitgeschrieben).
sachichdoch fast beinahe 
Wenn es denn vokalisiert sein soll (wie im
Koran oder Schulbüchern der 1. Klasse) dann so: MuSLiM.
Besternten Dank erstmal.
Nun werden aber die Vokale überall anders ausgesprochen - mal
tendiert das u zum o, mal das i zum e oder a zu ä…
Ehmt.
Faktisch gibt es im Hocharabischen nur die Vokale A,I,U.
Was heißt hier „faktisch“ - in der Schrift? Gesprochen werden e und o doch überall, oder?
Gruß Ralf
Hallo Ralf, hallo Maria,
Faktisch gibt es im Hocharabischen nur die Vokale A,I,U.
Was heißt hier „faktisch“ - in der Schrift? Gesprochen werden
e und o doch überall, oder?
Wenn ich in meiner fast 20-jährigen Berufspraxis als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache mit Schülern zu tun hatte, deren Muttersprache Arabisch war (da waren zwischen Marokko und Oman sukzessive so ziemlich alle Staaten vertreten), so hatten die im Deutschen allesamt immer nur Probleme mit dem kurzen „i“ [ɪ], das sie stattdessen wie ein Schwa [ə] aussprachen.
Die sagten z.B. meist _ e mmer_ statt _ i mmer_. Ich halte es daher für ein Gerücht, dass es im Arabischen den Kurzvokal [ɪ] wirklich gibt.
Im Englischen hat jeder unbetonte Kurzvokal sowieso die Tendenz zum Schwa [ə] zu werden und dort wird ja auch das „i” in „Muslim” so realisiert.
Ob die deutsche Aussprache von „Muslim” mit langem „i” [i:] deshalb wirklich so authentisch ist, möchte ich stark bezweifeln, sie scheint mir mehr von der englischen Schreibung beeinflusst zu sein als von der arabischen Aussprache.
Gruß Gernot
Hi,
Die sagten z.B. meist _ e mmer_ statt
_ i mmer_.
Ich halte es daher für ein Gerücht, dass
es im Arabischen den Kurzvokal [ɪ] wirklich gibt.
Die Palestinenser, mit denen ich zu tun hatte, sagten z.B. immer bitti statt bitte (mit längerem i), tendierten also bei e eher zu i.
sie scheint mir mehr von der englischen Schreibung
beeinflusst zu sein als von der arabischen Aussprache.
Wie schon oben gesagt, werden die Vokale wohl selbst in den arabischen Ländern überall anders ausgesprochen.
Gruß
Torsten
Hallo Torsten,
Die sagten z.B. meist _ e mmer_ statt
_ i mmer_.
Ich halte es daher für ein Gerücht, dass
es im Arabischen den Kurzvokal [ɪ] wirklich gibt.Die Palestinenser, mit denen ich zu tun hatte, sagten z.B.
immer bitti statt bitte (mit längerem i), tendierten also bei
e eher zu i.
Du meinst, sie tendierten dabei zu [iː] statt zu [ə].
Das mag aber auch Hyperkorrektur gewesen sein.
Es steht auch nicht im Widerspruch zu meiner Aussage, dass es ein kurzes [ɪ] im Arabischen nicht zu geben scheint, wenn Muttersprachler dieses beim Gebrauch von Fremdsprachen entweder durch ein kurzes Schwa [ə] oder durch ein langes [iː] ersetzen.
Allerdings habe ich auch bei meinen palästinensischen Schülern (deren Zahl mit die größte unter denen arabischer Muttersprache war) immer eher [ə] statt [ɪ] gehört.
Das mag aber auch an meinem unzulänglichen Hör- oder Erinnerungsvermögen liegen. Ich bin ja seit über fünf Jahren kein DaF-Lehrer mehr.
Gruß Gernot
Das mag aber auch Hyperkorrektur gewesen sein.
Es steht auch nicht im Widerspruch zu meiner Aussage, dass es
ein kurzes [ɪ] im Arabischen nicht zu geben scheint, wenn
Muttersprachler dieses beim Gebrauch von Fremdsprachen
entweder durch ein kurzes Schwa [ə] oder durch ein langes [iː]
ersetzen.
Kommt immer drauf an, welches „Arabisch“ du meinst, das ist ein ziemlich großes Dialektkontinuum. Ich kenne mich mit den einzelnen Dialekten nicht aus, aber im Hocharabischen gibt es nur die Kurzvokale /a/, /i/ und /u/ (und die eben dann nochmal in lang), die Realisierung derer ist zumeist [æ], [ɪ] und [ʊ] außer in Nachbarschaft von gewissen Lauten (uvulare und pharyngalisierte wenn ich mich recht entsinne), wo diese etwas anders klingen. Einige Dialekte sind dem Hocharabischen relativ nahe.
Also es ist mit Sicherheit nicht so, dass es im gesamten arabischen Raum so wäre, dass es kein [ɪ] gäbe.
Allerdings habe ich auch bei meinen palästinensischen
Schülern (deren Zahl mit die größte unter denen arabischer
Muttersprache war) immer eher [ə] statt [ɪ] gehört.Das mag aber auch an meinem unzulänglichen Hör- oder
Erinnerungsvermögen liegen. Ich bin ja seit über fünf Jahren
kein DaF-Lehrer mehr.
Ich finde Vokale auch immer sehr schwierig zu unterscheiden. Vielleicht mag ich deshalb die kaukasischen Sprachen so sehr und finde Dänisch eine phonetische Zumutung. :>
Grüße,