Motiv und Motivation

Tag schön!

Kann mir einer zufällig erklären, wie genau der Unterschied zwischen Motiv und Motivation aussieht, im psychologischen Sinne? Ist Motiv das, was stabil ist, also z.B. das Motiv, stets durchschnittlich gute Leistung zu erbringen, und Motivation ist eher instabil, also das ich in der nächsten Prüfung herausragende Leistung erbringen will!?! Oder haue ich da jetzt vollkommen was durcheinander!? Sind die Begriffe eher synonym?
Und welche Motive gibt es noch? Ist Hunger ein Motiv zu essen oder ist das ein Trieb?

Grüße,
die Lidscha

Hi,

Motive aktivieren individuelle Handlungen und steuern auf ein konkretes Ziel hin. Ein Motiv dient zur Erklärung einer einzelnen Verhaltensweise, wie beispielsweise in der Kriminalistik das Tatmotiv.

Motivation dagegen ist eine umfassende Bezeichnung für eine angenommene Antriebsfunktion, die zur Erklärung von Verhaltensvariabilität dient.

Also: Motiv ist der Antrieb zu einer einzelnen Handlung, Motivation ist eine generell wirkende Antriebsfunktion.

Gruß

Yoyi

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Hallo,

als Motive bezeichnet man zusammengehörende Beweggründe für Verhalten, die sich in einer gedanklichen Vorwegnahme des Handlungszieles ausdrücken können. Die ältere Motivationsforschung unterscheidet ausgehend von Murray, dem Entwickler des Thematischen Apperzeptions-Tests TAT, und McClelland im wesentlichen zwischen

Machtmotiv (Ziel des Verhaltens ist Macht),
Leistungsmotiv (Ziel des Verhaltens ist Leistung) und
Anschlußmotiv (Ziel des Verhaltens ist positiver sozialer Kontakt).

Eine weitere Motiveinteilung findet man in Abraham Maslows Hierarchie der Motive:

  1. Physiologische Bedürfnisse,
  2. Sicherheitsmotive
  3. Soziale Motive
  4. Selbstachtungs- oder Ich-Motive
  5. Wachstums-Motive (Selbstverwirklichung).

Als Motivation bezeichnet man Prozesse, bei denen bestimmte Motive aktiviert und in Handlungen umgesetzt werden. Dadurch erhält Verhalten eine Richtung auf ein Ziel (-> Motiv), eine Intensitätsstärke und eine Ablaufform. Eine neuere Motivationstheorie, die im deutschen Raum entwickelt wurde, ist das Rubikon-Modell von Heckhausen und Gollwitzer. Dieses Modell beschreibt mehrere Phasen des Ablaufes motivationaler und volitionaler (willentlicher) Prozesse und ihrer Umsetzung in Handlungen.

Die Unterscheidung zwischen Motiv und Trieb erfolgt oft aus der Perspektive einer theoretischen oder paradigmatischen Orientierung heraus. Als Trieb werden v.a. biologisch begründete Verhaltensursachen bezeichnet, z.B. Hunger und Durst als homöostatische (auf die Aufrechterhaltung eines Gleichgewichts bedachte) Triebe oder Sexualität als nicht-homöostatischer Trieb. Biologisch orientierte Theorien sehen diese Triebe als Basis für weitere sogenannte sekundäre Triebe an. Der Begriff „Motiv“ findet sich dagegen häufiger in Theorien, die von einer gewissen Autonomie (oder Willensfreiheit) des Menschen ausgehen. An der Verwendung bzw. Nicht-Verwendung der Begriffe in der Theoriesprache kann man also erkennen, welche Sichtweise die Autoren präferieren.

Grüße,

Oliver Walter

Sternchen! owT
Pflichttext. *g*

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