Motivationsschreiben Teil 2

Bitte diesmal nur ernst gemeinte Antworten:

Hallo,

vielleicht hat jemand ein paar Kritikpunkte zu meinem Motivationsschreiben. Bin über jeden Hinweis dankbar.
Bei dem Schreiben handelt es sich um die so genannte „Dritte Seite“ Ergänzend zu dem Bewerbungsschreiben.

Sehr geehrte Damen und Herren,

für das XXX Programm im Bereich XXX kann ich die richtigen Qualifikationen und Erfahrungen vorweisen.

In meinem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens habe ich den Schwerpunkt auf die Produktionswirtschaft gelegt. Meinem Interesse an Produktionssystemen folgend, habe meine Diplomarbeit zum Thema „XXX“ geschrieben.

Im Rahmen meines Praxissemesters habe ich bereits während meines Studiums praktische Erfahrungen bei der XXXl gesammelt. Im XXX unterstützte ich erfolgreich das Projektteam bei der Umstellung der zentralen Fertigungssteuerung der XXX Produktion auf Kanban. Weiterhin betreute ich als Werkstudent die Produktion der XXX im Bereich der Fototechnik in XXX.

Aufgrund meiner persönlichen und fachlichen Qualifikationen, sehe ich mich als sehr gut geeignet für Ihre vakante Position an, da ich bereits über Kenntnisse in der Umsetzung von Produktionssystemen verfüge. Darüber hinaus reizt mich die internationale Ausrichtung dieser Position, da ich hier neben meinen Fachkenntnissen auch meine Sprachkenntnisse zum Einsatz bringen kann. Eigeninitiative, Kommunikationsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen sind für mich ebenso selbstverständlich wie die Arbeit im Team. Ich bin flexibel und sehe den Einsatz in Ihren internationalen Niederlassungen als spannende Bereicherung an.

Einen Eindruck meiner Person würde ich Ihnen gerne bei einem persönlichen Gespräch vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Bitte diesmal nur ernst gemeinte Antworten:

Scherzbold, was war an den bisherigen Antworten nicht ernsthaft?

Moin,

vielleicht hat jemand ein paar Kritikpunkte zu meinem
Motivationsschreiben. Bin über jeden Hinweis dankbar.
Bei dem Schreiben handelt es sich um die so genannte „Dritte
Seite“ Ergänzend zu dem Bewerbungsschreiben.

Das, was Du hier ablieferst ist ein normales 08/15-Anschreiben und kein Motivationsschreiben. Es geht nicht um Deine Diplomarbeit, es geht nicht um fachliche Dinge, sondern wie der Name schon sagt: Was treibt Dich an? Was ist Dir wichtig und warum? Warum Wirtschaftsing? Warum Produktionssysteme? Warum Internationalität? Was willst Du erreichen?

Auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass hier in der Regel nur unsinniges Geschwurbel rauskommt (ich habe bisher noch keines gelesen, das mich nicht zum grinsen oder kopfschütteln gebracht hätte), weswegen ich explizit keines sehe möchte: Hier ist ein bisschen mehr Reflexion zur eigenen Person verlangt, als Du bisher bietest.

Nebenbei:

Im XXX unterstützte ich erfolgreich das Projektteam bei der
Umstellung der zentralen Fertigungssteuerung der XXX
Produktion auf Kanban.

Das ist natürlich inhaltlicher bzw. sprachlicher Unfug. So mag man umgangssprachlich reden, in ein Schreiben gehört ein bisschen mehr sprachliche Präzision (Du weißt, dass Du hier Äpfel mit Birnen vergleichst?).

Grüße
Jürgen

Danke für die Hinweise! Hat mir auf jeden Fall weiter geholfen.

Eine Frage hätte ich jedoch:

Das ist natürlich inhaltlicher bzw. sprachlicher Unfug. So mag
man umgangssprachlich reden, in ein Schreiben gehört ein
bisschen mehr sprachliche Präzision (Du weißt, dass Du hier
Äpfel mit Birnen vergleichst?).

Mir ist immer noch nicht klar welchen Unsinn ich hier niedergeschrieben habe.
Kannst du bitte näher auf diesen Punkt eingehen?

Moin,

Mir ist immer noch nicht klar welchen Unsinn ich hier
niedergeschrieben habe.
Kannst du bitte näher auf diesen Punkt eingehen?

Kann ich. Ganz einfach:
Kanban heißt einfach Signal. Du stellst also ein zentrales Produktionssteuerungssystem auf ein Signal um.
Nicht wirklich inhaltlich zielführend, oder?

Sprich: Du kannst ein Produktionssteuerungssystem nur auf ein anderes umstellen. Und das andere mag ggf. Kanbankarten als Signalgeber verwenden. Wie das andere aber heißt, musst Du jetzt aber schon selber rausfinden, für irgendwas muss ja die Diplomarbeit gut sein.

Grüße
Jürgen

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Hallo,
jetzt verstehe ich was du meinst. Kanban bedeutet zwar auf japanisch Karte, Schild, Beleg oder auch Tafel, jedoch wird auch die Methode der Produktionsablaufsteuerung, bei der diese Signalkarten zum Einsatz kommen ebenfalls als Kanban bezeichnet.

Aber danke, dass du mich darauf hingewiesen hast. Ich denke, dass der Personalchef, der meine Bewerbung lesen wird nicht unbedingt die Zeit dazu hat, sich mit den verschiedenen Produktionssystemen auseinanderzusetzten. Daher gilt es diese Formulierung etwas genauer zu umschreiben damit es auch für Leute, die sich nicht mit dieser Thematik tiefgründig auseinander gesetzt haben auf den ersten Blick ersichtlich ist, was ich da überhaupt vermitteln will.

Ich werde das in meinem ANSCHREIBEN ändern. An meinem Motivationsschreiben muss ich noch arbeiten.

Vielen Dank.

Moin,

glaub mir, ich weiss sehr gut, was ein Kanban ist. Ich weiss aber auch, dass Kanban bestenfalls eine sehr(!) umgangssprachliche Umschreibung für eine besondere Art der Produktionssteuerung ist. Toyota würde meines Erachtens niemals sagen, sie hätten Kanban eingeführt, da Kanbans bestenfalls Hilfsmittel sind für das, worum es eigentlich geht.

Du hast recht, vielleicht wird das einem Personalreferenten nicht auffallen. Ein Personalreferent entscheidet aber auch nur sehr bedingt über Deinen Bewerbungserfolg. Er ist der erste Filter (weshalb es auch sehr zweifelhaft ist, ihm etwas zu schreiben, was er nicht versteht), danach entscheidet die Fachstelle über Dein Wohl. Und die kennt in der Regel durchaus den Unterschied zwischen einem Kanban und einem Produktionssteuerungssystem, wenn sie sich für Dich interessiert. Und kann beurteilen, ob Du Dir Mühe in der Formulierung Deiner Bewerbung gegeben hast oder schlampst …

Grüße
Jürgen

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Nur am Rande
Hallo,

(…)

Sprich: Du kannst ein Produktionssteuerungssystem nur auf ein
anderes umstellen.

Z.B. auf „Kanban“.
Woo hat diesen Aspekt durchaus richtig formuliert, und ein passender Adressat versteht das auch.
Ich selbst kenne das genau so aus Produktionsumgebungen:
„Einen Prozess auf Kanban umstellen“, oder „Kanban einführen“.
Das ist nicht nur Kärtchen aufhängen, sondern eine Philosophie/Denke einführen.

Gruss,
TR

so ist es