Krankhafter Liebeswahn
Hi Tychi.
interessanterweise hat noch niemand gesagt, dass der Stalker
verliebt sei.
Ich habe es unten als „sexuelles Interesse“ angedeutet. Ich gebe dir recht, wenn du Analogien zwischen Verliebtheit und Stalking erkennst (was aber nicht für alle Stalking-Formen zutrifft, manchmal ist auch Rache das Hauptmotiv). Aber mir klingt der Begriff Verliebtheit denn doch etwas zu „normal“ zumindest im Vergleich mit der Extremform von Stalking, um die es mir hier geht.
Besser wäre es, wenn schon von Liebe, dann von Liebeswahn (Erotomanie) zu sprechen, die durch extreme Sehnsucht nach einer unerreichbaren Person charakterisiert ist.
Wiki weiß dazu:
„Eine durch nichts zu erschütternde Überzeugung, die Liebe beruhe auf Gegenseitigkeit, wird durch fehlgedeutete Gesten und andere Signale des Gegenübers genährt. Ablehnung und Abgrenzungsversuche des Gegenübers werden z. B. als Koketterie oder als Versuch gedeutet, der sexuellen oder anderweitigen Anziehung des Erotomanen zu entkommen. Oft versucht dieser, in Kontakt mit dem Objekt seiner Begierde zu treten. Nehmen Nachstellungen in Form von Briefen, Besuchen, Telefonaten und anderen Kontaktversuchen überhand, dann spricht man mit einer aus dem englischen Sprachraum übernommenen Bezeichnung von Stalking, hinter dem aber auch andere als erotomanische Motive stehen können. Der so aktive Erotomane selbst wird als „Stalker“ bezeichnet.“
Zitat Ende.
Zweifellos kennzeichnet das viele Fälle von Stalking, allerdings nicht den Fall, in den ich selbst verwickelt bin. Ich will natürlich möglichst wenig Details über diesen Fall preisgeben, daher ist mein Thread eine Gratwanderung zwischen persönlicher und allgemeiner Fragestellung zum Stalking-Thema.
Dies alles trifft auf den Stalker auch zu. Pathologisch
erscheint sein Verhalten ja erst durch die Einseitigkeit des
Interesses.
Eher durch die mehr oder weniger kriminelle bzw. krankhafte Art und Weise, w i e dieses Interesse gezeigt wird, finde ich.
Wäre das Target ebenfalls verliebt und würde die
Nähe des Stalkers genießen, wären beide glücklich und
Beobachter würden sagen: „Sieh nur, wie schön.“
Hier reduzierst du den Stalker auf einen unglücklich Verliebten. Das mag in harmlosen Fällen so sein. In gravierenderen Fällen liegt aber eine schwere psychopathologische Störung vor, die eine komplexe Vorgeschichte unabhängig vom Opfer haben muss.
Gruß
Horst