Hallo,
ich habe mal eine ganz sonderbare Frage. Wenn ich mein Auto im Leerlauf laufen lasse, läuft der Motor immer recht lange. Beziehungsweise, durch den Erhalt des Impulses müsste der Motor doch auch ohne Energiezufurh noch eine Weile laufen.
Wenn ich nun aber meinen Motor abstelle, da ich das Auto parke, geht der Motor immer „sofort“ aus. Wie wird das bewerkstelligt? Wird der Motor irgendwie gebremst? Und wenn ja, wie funktioniert das?
Ich hoffe, das kann mir jemand von euch erklären.
Vielen Dank,
Tobias Reich
Hallo Tobias!
ich habe mal eine ganz sonderbare Frage. Wenn ich mein Auto im
Leerlauf laufen lasse, läuft der Motor immer recht lange.
Das ist auch gut so, und soll auch so sein.
Beziehungsweise, durch den Erhalt des Impulses müsste der
Motor doch auch ohne Energiezufurh noch eine Weile laufen.
Wenn ich nun aber meinen Motor abstelle, da ich das Auto
parke, geht der Motor immer „sofort“ aus. Wie wird das
bewerkstelligt? Wird der Motor irgendwie gebremst? Und wenn
ja, wie funktioniert das?
Ich hoffe, das kann mir jemand von euch erklären.
Hmmm… das ist eigentlich ganz einfach: Es wird kein Benzin mehr eingespritzt,
und die Zündung erzeugt keine Funken mehr.
Nach wenigen Sekunden bleibt der Motor durch die Reibungs-und Verdichtungsarbeit stehen.
Grüße, Steffen!
Hmm, dann müsste doch aber die „Bremsgeschwindigkeit“ die gleiche sein, wie im Leerlauf (so fast jedenfalls, da dort ja doch noch ein wenig verbrannt wird) von hoher auf standgas.
Ich hatte immer das Gefühl, die Zeit wär beim „im Betrieb“ herunterfahren länger, als der kurze Augenblick nach dem Ausschalten. Aber vielleicht täuscht das auch nur, weil man dann meistens ja eh schon auf niedriger Umdrehung ist.
Also ist der Motor tatsächlich so träge, dass er sich so dermaßen schnell abbremst? Hui, das wusste ich nicht.
Vielen Dank,
Tobias
Der Motor geht in der Tat recht schnell aus. Liegt an zwei Sachen :
Erstens, die innere Reibung. Im Motor bewegen sich viele Teile recht
schnell, da wird Energie verbraten.
Zweitens, bei jedem Kolbenhub wird Luft komprimiert. In der
Betriebsanleitung findest du unter den technischen Daten
die Kompression. Sie gibt grob gesagt an, wie stark die
Luft volumenmäßig komprimiert wird. Und nun nimm mal deine
Fahrradpumpe und Versuche die Kompression nachzuspielen …
Hier kommt noch folgendes ins Spiel : Bei doppelter Drehzahl hat dein
Motor (also die bewegten Teile) in etwa die vierfache kinetische
Energie. Die Reibung verdoppelt sich aber nur, und auch die
Kompressionsvorgänge verdoppeln sich.
Bedeutet also: Wenn man von vielen kleinen thermodynamischen Effekten
absieht, die zur folge haben dass die „schnelle“ Kompression
mehr Energie verschlingt als die „langsame“, so kann man davon
ausgehen dass ein Motor von z.b. 3000 Umdrehungen auf 2000 Umdrehungen
länger braucht also von 2000 auf 1000,wenn man ihm den Sprit wegnimmt.
Ein Satz von dir stimmt mich nachdenklich :
Also ist der Motor tatsächlich so träge, dass er sich so
dermaßen schnell abbremst?
Trägheit ist eine Eigenschaft der Masse. Je mehr Masse, umso träger,
d.h. sie wird bei gegebener Kraft schwächer gebremst/beschleunigt.
Wenn der Motor träger im physikalischen Sinne wird, so wird er
länger laufen …
Der Motor geht durch die innere Reibung aus, und kommt auch nicht „sofort“ zum Stillstand. Nur weil Du den Schlüssel herumdrehst und Kraftstoffzufuhr, wie Zündfunke abstellst, ist er zwar „aus“ um aus eigener Antriebskraft weiterzulaufen, aber nicht „sofort“, denn dann würde ja die Kurbelwelle brechen. Er dreht noch eine zwei Umdrehungen nach, durch die Massenträgheit.
gruß
dennis
Hallo Diggi,
Zweitens, bei jedem Kolbenhub wird Luft komprimiert. In der Betriebsanleitung findest du unter den technischen Daten die Kompression. Sie gibt grob gesagt an, wie stark die Luft volumenmäßig komprimiert wird. Und nun nimm mal deine Fahrradpumpe und Versuche die Kompression nachzuspielen.
Zwar trifft zu, dass für die Kompression im Verdichtungs-Takt (abbremsende) Arbeit geleistet werden muss. Das so gebildete Luftpolster wirkt wie eine Feder und gibt für den nächsten Takt (Abwärtsbewegung des Kolbens) die gespeicherte Energie als Antriebsarbeit wieder ab (abgesehen von Wärmeverlusten und Verlusten durch die Gaswechselarbeit). Die Gaskräfte (egal ob antreibend oder abbremsend) generieren jedoch Reibungskräfte in der Kolbenlaufbahn und in den Kurbelwellenlagern, was „abbremsend“ wirkt.
Gruß
Karl
Du hast natürlich recht, irgendwie war ich beim Posten wohl der
Meinung dass die Auslassventile beim oberen Totpunkt öffnen…
Frag mich nicht wieso , war doch Nachmittags …
Das so gebildete
Luftpolster wirkt wie eine Feder und gibt für den nächsten
Takt (Abwärtsbewegung des Kolbens) die gespeicherte Energie
als Antriebsarbeit wieder ab (
Sorry, wenn ich mich mal hier reinklicke:smile: liege ich jetzt falsch? Nach der (in diesem Fall nicht vorhandenen) Zündung öffnet doch das auslassventil und die Komprimierte Luft pfeifft in den Auspuff…
Oder siehst du das anders?
Gruß Steffen
Hallo Steffen,
Sorry, wenn ich mich mal hier reinklicke:smile: liege ich jetzt
falsch? Nach der (in diesem Fall nicht vorhandenen) Zündung
öffnet doch das auslassventil und die Komprimierte Luft
pfeifft in den Auspuff…
Du liegst daneben : Schau mal hier http://de.wikipedia.org/wiki/Viertaktmotor#2._Takt.2…:
Gruß
Karl
sorry, stimmt,
sonst würde ja auch die Zündung ins leere gehen.