Motorenwartung Schnellboote 2. WK

Hallo,

ich bin auf die Frage gestoßen, ob es schon bei den deutschen Schnellbooten des 2. WK üblich war, die Motoren durch Öffnungen im Deck zur Überholung auszutauschen, wie dies bei den Nachkriegsbooten gemacht wurde und in welchem Intervall dies ggf. vorgesehen war.

Danke
Werner

ich bin auf die Frage gestoßen, ob es schon bei den deutschen
Schnellbooten des 2. WK üblich war, die Motoren durch
Öffnungen im Deck zur Überholung auszutauschen,

Ja und nein. Sie konnten getauscht werden. Wurden aber meistens nur durch Besatzung und Monteure überholt.

wie dies bei

den Nachkriegsbooten gemacht wurde und in welchem Intervall
dies ggf. vorgesehen war.

Bei den Nachkriegsbooten wurde das kaum mal gemacht. Höchstens bei Totalschaden. Die Boote lagen einmal im Jahr in der Werft und dort wurden sie von Mercedes- und Maybachmonteuren überholt .

mfgConrad

Die Nachkriegsmotoren waren die gleichen, wie die Kriegsmotoren.
Auf den meisten Ersatzteilen war noch der Reichsadler mit dem hakenkreuz eingraviert.

Hallo,

vorgesehen war es wohl, bei der Flenderwerft, die ja solche Dinger gebaut hat, gab es lange Zeit noch ein Archiv mit alten technischen Unterlagen. So wie es aussieht, sind aber gerade diese Intervalle ab spätestens '42 nicht mehr eingehalten worden, da die Anzahl der zur Verfügung stehenden Motoren wohl nicht ausreichte. Offiziell war das Austauschinterwall damals auch nicht als absolute Zeit sondern in Fahrtstunden angegeben, aber ich habe keine Ahnung mehr, wie viele das genau waren.

Gruß
Peter B.

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Bei Flender???

Sie wurden in Vegesack bei Luerssen und in Rendsburg bei Kröger gebaut:

Die Nachkriegsmotoren waren die gleichen, wie die
Kriegsmotoren.
Auf den meisten Ersatzteilen war noch der Reichsadler mit dem
hakenkreuz eingraviert.

und nicht nur da gab es noch Sachen mit Hakenkreuz. Als ich um 1985 zum letzten Mal MG 1 schoss prangte auch noch der Abnahmestempel aus dem II. Weltkrieg mit Hakenkreuz am Gehäuse.

Bei Flender???

Sie wurden in Vegesack bei Luerssen und in Rendsburg bei
Kröger gebaut:

Hallo
Er meint wohl
Schlichting-Werft Travemünde

Und Kröger hat keine Gebaut.
mfg
Kay-Uwe

Und Kröger hat keine Gebaut.
mfg
Kay-Uwe

Merkwürdig, ich war zweimal bei Kröger mit den Booten. Dort wurden sie gebaut und gewartet.
Bei Luerssen ebenfalls. Luerssen war der Konstrukteur der Boote. Ausserdem wurden sie noch in Frankreich auf Lizens gebaut. Für Israel.
Und bei Luerssen wurden die gleichen Typen, nur aus Stahl, für Indonesien gebaut.

Ein Gesamttausch der Motoren war kaum mal nötig.

Es wurden nur immer Kolben, Laufbuchse und Zyl.deckel gewechselt.

Zyl.deckel und Laufbuchse waren eine Einheit. Sie wurden nach oben vom Kolben
gezogen und dann der Kolben durch das Herausziehen des Kolbenbolzens vom Pleuel gelöst.
Danach wurde der neue Kolben wieder eingesetzt und Buchse mit Deckel über den Kolben geschoben.

Ein kompletter Ausbau eines Motors wurde nur bei Beschädigung durch Beschuß durchgeführt. (Oder andere). Ansonsten hatten
die Motoren kaum Laufzeiten, die einen Austausch nach Herstellerempfehlung notwendig machte.

1961 fuhr das Jaguarboot „Dommel“ eine 1000-Stunden-Erprobung. Das heißt, sie fuhr Tag und Nacht. Nur zum Bunkern wurde
gestoppt. Nach diesen 1000 Stunden wurden sämtliche vier Motoren teilweise demontiert und kontrolliert.

Während meiner Zeit auf diesen Booten habe ich über 100 Zylindereinheiten gewechselt.

mfgConrad

Vor- und Kriegsboote :

S1 (1930) bis S100 wurden bei Lürssen in Bremen gebaut.

S101 bis S133 bei Schlichting in Travemünde.

S134 bis S150 bei Lürssen.

Die Nachkriegsboote wurden zuerst nur bei Lürssen. Dann auch bei Kröger
in Rendsburg und später auch für Deutschland in Frankreich gebaut.

Die Boote, nach den Jaguarbooten (140/141), waren eigentlich keine S-Boote mehr,
sondern kleine Korvetten. So, wie man jetzt auch die Nachfolger nennt.

Bei Flender???

Sie wurden in Vegesack bei Luerssen und in Rendsburg bei
Kröger gebaut:

Hallo,

ich bezog mich auf die ursprüngliche Frage nach den Booten im 2.Weltkrieg. Die späteren, nach dem Krieg wurden nicht mehr bei Flender gebaut, richtig.
Und um vorzubeugen: Auch die WWII-Boote hat Lürssen konstruiert, sie wurden lediglich wegen des hohen Bedarfs auf verschiedenen anderen Werften gebaut und Flender hatte lange noch Unterlagen im Archiv.

Peter B.

Nein, ich meine Flender und ich sprach von den WWII-Booten.

Gruß
Peter B.

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Hallo,

jaein … die Boote mit den Nummern über 150 werden meistens immer noch unter „Schnellboot“ geführt (die WWII Boote). Z.B. das Wrack von Nummer 301 (wahrscheinlich 301) trägt immer noch eine Werftplakette von Flender auf der Innenseite der Brücke. Tatsächlich sieht es so aus, als wäre Flender auch erst mit Schnellbooten befasst gewesen nachdem die M-Boote „ausgelaufen“ waren. Könnte interessant sein, das näher zu recherchieren.

Peter B.

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In der MOS in Bremerhaven konnte man das Ding am Stabsgebäude noch immer erkennen weil es sehr oberflächlich entfernt worden war.

Gruß
Peter B.

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Hallo,

Die Boote, nach den Jaguarbooten (140/141), waren eigentlich keine S-Boote mehr,
sondern kleine Korvetten. So, wie man jetzt auch die Nachfolger nennt.

Die Definition der Schiffsklassen ist sicher auch zeitgebunden oft auch landesspezifisch und die Übergänge sind dabei immer fließend. Zu Segelschiffzeiten hatten Korvetten tatsächlich auch nur 300 - 400 t, von daher käme das mit den Gepard-/Albatrosbooten schon hin. Bei vielen Klassen haben wir ein schleichendes Wachstum, so wären moderne Zerstörer von der Tonnage her vor hundert Jahren leichte Kreuzer gewesen und heutige Korvetten geginnen im Allgemeinen eher um die 1000 t und man erwartet von Korvetten im allgemeinen auch eine etwas höhere Seeausdauer als die 72 Stunden, die mit den deutschen Schnellbooten möglich waren.

Von daher fände ich die späteren deutschen S-Boote doch auch nicht passend als Korvetten klassifiziert.

Gruß
Werner

Hallo,

soweit ich weiß, gab es aber nach Fristenplan eine Erhaltungsstufe 5, die eine Werksüberholung durch Ausstausch der Motoren vorsah.
Es kann natürlich sein, dass stattdessen die entsprechende Motorenüberholung während Werftliegezeiten durchgeführt wurde. Das wäre aber nach meinen Informationen die Erhaltungsstufe 4 gewesen.
Leider habe ich nirgendwo gefunden für welche Betriebsstundenzahl oder sonstigen Kriterien dieser Austausch eigentlich vorgesehen war.
Zumindest auf den Maybachbooten wurde ein Austausch durchgeführt, auf dem Weg sind diese dann ja zu stärkeren MD 872 Motoren gekommen. :wink:

Bei den Kriegsbooten kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Wartungsfristen nicht nach Handbuch, sondern nach Möglichkeit durchgeführt wurden, aber auch dort wird es (deutscher gründlichkeit sei dank) wohl einen entsprechenden Fristenplan gegeben haben.

Danke schon bis hierhin für die Mühe.
Gruß
Werner

Hallo
Nach meinen Unterlagen sind bei Flender keine S-Boote Gebautworden
Das S Boot S 301 ist ein Lürssen Boot und hat die Bau Nr.13001
Ist am 31.01.1945 In Dienst und am 07.05.1945 im Fehmarnsund gesunken
durch Kollision mit S 191
Bauwerften der Boote waren
S 1 - S 100 + S 134 - S138 Lürssen
S 101 - S 133 Schlichting
S 159 - S 166 Gusto Schiedam
S 139 - 150 Lürssen
S 167 - 169 Lürssen
S 171 - 186 Lürssen
S 195 - 218 Lürssen
S 187 - 194 Schlichting
S 219 - 227 Schlichting
S 229 - 260 Schlichting 1945 Unfertig
S 170 Lürssen
S 228 Schlichting
S 301 - 425 Lürssen ab S 308 - 328 1945 vor Ablieferung
S 701 - 825 Danziger Waggonfabrik

mfg

Kay-Uwe

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Hallo Kay-Uwe,

nun wird’s interessant. Ich war ja damals nicht hinter den Booten her sondern hinter den Motoren (das gehörte zu einem anderen Projekt) und stieß durch Zufall dort (Flender) auf ein paar Infos zu Wartungsintervallen. Und 301 und Fehmarnsund stimmen mit einem Wrack überein bei dem auf der Brückeninnenseite immer noch eine Flenderplakette zu sehen ist. Hat nach Deinen Unterlagen dann Flender möglicherweise Teile (eventuell Großteile) geliefert? Ich bin derzeit in Amerika und damit etwas weit vom Schuß, aber das würde mich ja mal interessieren.

Gruß
Peter B.

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Hallo Kay-Uwe,

nun wird’s interessant. Ich war ja damals nicht hinter den
Booten her sondern hinter den Motoren (das gehörte zu einem
anderen Projekt) und stieß durch Zufall dort (Flender) auf ein
paar Infos zu Wartungsintervallen. Und 301 und Fehmarnsund
stimmen mit einem Wrack überein bei dem auf der
Brückeninnenseite immer noch eine Flenderplakette zu sehen
ist. Hat nach Deinen Unterlagen dann Flender möglicherweise
Teile (eventuell Großteile) geliefert? Ich bin derzeit in
Amerika und damit etwas weit vom Schuß, aber das würde mich ja
mal interessieren.

Gruß
Peter B.

Hallo
Das weis ich nicht
Ich weis das die EVERS WERFT in Niendorf / Ostsee Kiele gebaut hat.
Ich habe noch ein paar angaben über die Motoren
aber die wirst du ja haben.
Hast du das Buch
Reichs-und Kriegsmarine Geheim 1919-1945 ?
da sind ein paar schöne aufnahmen vom Maschienenraum drin.

Schönen Gruß von der Ostsee

Hallo
Ich habe noch was gefunden
Schlichting sollte Klein Schnellboote vom Typ HYDRA ( SK 47 ) Bauen
12,37 m Lang 3,1 m Breit 1,88 m Seitenhöhe 1,05 m Tiefgang
Motor Avia-Hispano-Suiza-Otto-Motor Typ. 12-y-31 der auf 650 PS gedrosselt war. 36 Kn.

Schönen Gruß von der Ostsee

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