Motorkühlung/Kühlkreislauf - komplexes Problem

Hallo Leute!
Ich habe ein riesen Problem mit meinem Auto. Vor einem Monat ging mir während einer Stadtfahrt die rote Kontrollleuchte „zu hohe Motortemperatur“ an. Hab sofort Motor abgestellt und auskühlen lassen.
Im Handschuhfach hab ich immer so’n OBD-Gerät mit dabei, hab das dann auf dem Weg nach Hause (5km) angeschlossen und festgestellt, das Temperatur immer bis 120° hochging, dann sofort auf 90° abfiel, dort kurz blieb und dann wieder auf 120° anstieg, usw…
Hab dann am nächsten Tag ne Freie Werkstatt aufgesucht. Die meinten daran sei ein kaputter Temperatursensor schuld.
Neuer reingebaut, alles schien zu funktionieren.
Bis vor einigen Tagen, als dasselbe dann wieder auftrat.
Da ich da aber noch in Rumänien war und lieber zu Hause alles durchchecken wollte, hab ich mir gesagt, dann stell ich halt die Heizung auf volle Pulle, das wird den Motor schon genug kühlen. Hat auch funktioniert, Heizung auf Volllast gestellt - Temperatur blieb in Folge also immer schön konstant bei 90°.
Dann aber, 300km weiter, als es durchs Gebirge ging, wurde die Heizung schlagartig kalt, Motortemperatur schoss entsprechend in die Höhe.
Abgestellt. Motorhaube auf. Der Ausgleichsbehälter war ordentlich voll, der Obere Kühlerschlauch kochend heiß, der große Lüfter ging auch und der untere Kühlerschlauch war auch warm. Öl auch genug drin.
Hab dann ein paar Minuten gewartet. Gezündet, Heizung ging wieder, also weiter Gefahren. Diesmal fiel sie aber schon nach 100km wieder aus. Selbes Spiel nochmal.
Dann, hab ich ihn eine halbe Stunde abkühlen lassen und wollte zünden, ging aber kaum. Nur mit Vollgasgeben und 2 Minuten dauerzünden sprang er dann mit einer riesigen weißen Rauchwolke hintenraus an, und drehte auch sehr unruhig. Heizung ging aber wieder.
War da inzwischen in Ostpolen, am Arsch der Welt. Nach Übernachtung und schwerstem Anspringen bin ich dann weiter durchs Gebirge gefahren und als es mal länger bergab ging, und ich die Kupplung getreten habe, ging er aus. Habe dann versucht ihn zu zünden (mit Schlüssel) er kam aber nicht. Also hab ich den Gang reingekloppt (hatte durch Abfahrt ja Tempo drauf) und dann hatte er ja keine Wahl und musste anspringen. Heizung lief dann auch wieder. Temperatur auch kontrolliert immer so 96 bis 99 Grad. In den nächsten paar hundert Kilomtern musste ich dann andauernd stoppen, weil Heizung und damit meine einzige funktionierende Motorkühlung immer wieder ausfiel. Starten ging dann gar nicht mehr mit Schlüssel nur noch durch Anrollen. Hab immer wieder kontrolliert ob Kühlwasser weniger wurde oder Öl oder ob weißer Film am Ölmessstab zu sehen ist oder so. Nix.
Aber irgendwie muss ja Wasser verloren gegangen sein, sonst wär ja nicht der weiße Rauch aus dem Auspuff gekommen, oder? Der Lüfter sprang auch immer bei exakt 100°C an und die Kühlerschläuche waren auch extrem heiß. Standen aber unter extremem Druck.
Jedenfalls hab ich mich dann noch ein paar hundert Kilometer so weiter geschleppt, bis nach Hause, bis zuletzt die Heizung gar nicht mehr funktionierte. Hab trotzdem aufgepasst, das die Temperatur nie über 110 Grad geht. Etwa eine Stunde später (nur Kriechtempo) kamen dann Kratzgeräusche aus dem Motor und zwar vor allem dann, wenn ich ihn abgestellt habe und er noch kurz nachdrehte. Hab ihn dann immer noch mal zu anspringen mit Vollgas bewegen können und das eklige Geräusch ging nur weg (oder man hat es dann vielleicht nicht mehr Gehört), wenn die Drehzahl hoch war. Hab ihn nun über Nacht stehen lassen, Kühlwasser abgelassen vorher und heute morgen vorm starten wieder eingefüllt Interessanterweise sprang er nun vollkommen mühelos an, lief auch ruhig und ich bin dann eine kleine Runde gefahren, Temperatur stieg sehr rasch auf 120°, ohne bei 90° oder so auch nur kurz zu verharren…
Bin völlig mit meinem Latein am Ende, dass zumindest die Zylinderkopfdichtung hinüber ist weiß ich, aber es ist mir ein absolutes Rätsel, wie dieser Mist entstanden ist. Und die Kausalkette danach ist mir genauso rätselhaft!
Vor allem da ich schonmal im Dezember, nachdem mir auf der Autobahn der Keilriemen gerissen ist in ner Werkstatt war.
Die haben mir damals gesagt, dass die Wasserpumpe sich festgefressen hätte und das den Keilriemenriss zur Folge hatte. Zylinderkopfdichtungen mussten da auch schon gewechselt werden! Ob sie an den Köpfen aber irgendwas gemacht haben weiß ich nicht. Wasserpumpe war dabei auch erneuert worden und der Temperaturgeber wurde letzten Monat, wie gesagt, ebenfalls gewechselt!
Hab ein Haufen Fragen! Auch wieso nach dem Temperatursensorwechseln letzten Monat der Kühlkreislauf für ein paar 1000km wieder normal gekühlt hat, bevor Obiges dann passierte.
Kann mir da jemand weiterhelfen und mir das Ganze irgendwie erklären? Wär echt total nett!
Nachdem ich in meiner Vertragswerkstatt schon im Dezember über 1000€ losgeworden bin, hab ich nun keine Lust gesagt zu bekommen, dass der ganze Motor raus muss oder so…
Vielleicht noch ein paar Angaben:
Auto ist ein Subaru Justy (typgleich mit Daihatsu Sirion), 90000km, 2007, Autogasanlage schon 80000km lang drin.
Hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann…
Vielen Dank!
Sadko

Hallo Sadko,

das Problem liegt mit Sicherheit am Thermostatventil. Das Teil, mit den Dichtungen auswechseln und alles ist wieder gut.

Gruß Wolfgang

Hallo!

Also ich hab mit solchen Problemchen auch schon reichlich Erfahrung sammeln müssen,
es wäre da mal ratsam, in einem Forum, wo Leute mit dem Autotyp konzentriert sind, zu lesen, und ev. sich mal anmelden und zu fragen. Ich habe keinen Subaru-Kunden in meiner Werkstatt.

Es gibt da oft Kleinigkeiten, die grosse Wirkungen haben.

Z.B. bei VW gibt es eine abartige und völlig bescheuerte Konstruktion, wo eine kleine Plastickecke abplatzt, und sich das Kühlwasserthermostat dadurch nicht öffnet. Da kocht dann auch der Motor aus.
Bei manchen Auto’s befinden sich an den unmöglichsten Stellen Entlüfterventile für das Kühlwasser, wenn man das nicht weiss, bekommt man nie die Luft aus dem Kühlsystem.
Bei manchen Opel wird das Kühlsystem entlüftet, indem man der Temperaturgeber
aus dem Ansaugkrümmer entfernt, wer das nicht weiss, bastelt ewig sinnlos rum.
Mehrmals hatte ich auch schon verstopfte Entlüftungsschläuche, bei BMW und VW z.B., da konnte dann die Luft oben vom Kühler nicht entweichen.
Oder das kleine Loch im Kühler verstopft, am Schlauchstutzen.

Weiterhin sollte man sich mal die ganzen Schlauchstutzen am Motor mal genauer ansehen, auch Thermosthatgehäüse (BMW !!),
das sind meist so Kunststoffteile, die Haarrisse bekommen.

So allgemein sind das die typischen Ursachen für Dein Problem,
die dann zu Wassermangel führen, oder Luft in den Kühlkreislauf eindringen lassen.

Ob jetzt bei Dir die Kopfdichtung defekt ist, oder im Motor was gerissen ist, kann ich nicht so sagen,
aber ich bin eigentlich immer Optimist,
und suche immer die einfachen und billigen Fehler, behebe die,
und probiere dann.

Manchmal gibt es auch die unmöglichsten Sachen,
ich hatte z.B. mal einen Golf, der im Sommer immer überhitzt hat,
hab stundenlang rumgesucht, nichts gescheites gefunden.
Da war dann aus dem Thermoschalter des Kühlerlüfters, der im Kühler sitzt, ein riesiger Pilz aus Kupfersulfatkristallen gewachsen, der den Kühlkreislauf blockiert hat, und auch kein heisses Wasser mehr an den Thermoschalter gelassen hat. Das hab ich aber auch erst bemerkt, weil ich den Kühler gewechselt hab, da ich der meinung war, dass der zugesetzt ist.

Also es gibt oft Dinge, an die kein Mensch denkt,
man muss es blos finden. Oder irgendwie zufällig darauf stossen.

Grüße, E !

Hmm, sowas zu finden wird bestimmt nicht einfach. Werd mir mal alles wirklich genau anschauen.
Auf jeden Fall vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Gruß, Sadko

Hi

Wie auch mein Vorredner , kenne ich mich mit Subaru nicht wirklich aus .
Ich komme eher aus der Opel Fraktion.

Nun stellen wir uns einmal vor , es wäre ein Opel , der dieses Problem hat .
vielleicht ist es ja der Tipp der zum Ergebniss führt .

Bei Opel ist es so , das irgendein defekt am Kühlerkreislauf , sei es ein defekter Thrmofühler , ein geplatzter Schlauch usw , dazu führt , das die Motortemperatur einen Wert erreicht , der über 10% des Nennwertes liegt .
sagen wir mal beispielweise der 2,0NE hat eine Soll-Betriebstemperatur von 94° übersteigt jetzt die Motortemperatur um über 10% den Sollwert , in dem Falle über 105° bekommt automatisch der Thrmostat eine ab , der regelt danach falsch und bleibt gelegentlich hängen.
deshalb wird bei Opel grundsätzlich bei defekten im Kühlsystem , bei dem der Motor einmal zu heiss war , der Thermostat mitgetauscht ( ich weiss ATU macht das nicht )

Dieser beschriebene Fehler liesst sich zunächst auch genau so , als ob durch eine Überhitzung zeitweise der Thermostat hängt .
was dann noch folgt , inwiefern jetzt der Motor schaden genommen hat , weil im anschluss der Motor blank lief ( überhitztes Öl ) ist so nicht abzuschätzen .

Toni

Hallo,
wenn der Motor heiß läuft und der Wasserkühler oben heiß und unten kälter ist, dann prüfe

1.) ob die Kühllamellen noch fest mit dem Kühler verbunden sind (diese sind meist abgefault!),
2.) ob das Thermostat noch öffnet (ausbauen und im Wassertopf bei der aufgedruckten Temperatur mit Thermometer prüfen,ob es sich noch öffnet),
3.) die Wasserpumpe noch i.O.ist,
4.) früherer Wasserverlust regelmäßig durch Leitungswasser nachgefüllt wurde und der Motorblock verkalkt ist.

Meist ist die Nr.1 das Problem: neuen Kühler kaufen!
Wichtig: Bei jeder Überhitzung bekommt der Motor einen Knacks!!!