ich suche Erfahrungswerte von Bikern (oder auch Theorien), die beispielsweise eine Straßenmaschine der unteren Preisklasse als Alltagsfahrzeug, also bei jedem Wetter (außer bei Glatteis) und jeden Tag nutzen . Ist so etwas mit heutigen Motorrädern überhaupt denkbar? Wie lange hält ein Zweirad-Motor im Vergleich zu dem eines Autos? Kann ein Motorrad (so wie vor etlichen Jahrzehnten bei denen, die sich mehr nicht leisten konnten) wirklich ein Ersatz fürs Auto sein? Und würde sich so etwas auch für Nicht-Schrauber rentieren (alternativ: Wie schnell lernt man wichtigste Handgriffe?)?
Hi,
als Alltagszweiräder eignen sich ohnehin die unteren Preisklassen am ehesten. Ebenso sind ältere und einfachere Modelle zu empfehlen. Ein Bekannter fährt seit 1980 mit seinem Kraftrad täglich eine Strecke von ca. 40km zur Arbeit (Hin-und Rückweg gesamt). Dies mit einem Krad der verstorbenen Marke ZÜNDAPP, Modell KS 175, Bauj. 78. Bei Glatteis etc. fährt er mit dem Omnibus. Sogar seinen Urlaubsort in der Schweiz fährt er jährlich mit dem Apparat an. Reparaturen führt er selbst aus. Als Ersatzmaschine besitzt er noch eine MZ 250, die allerdings nie zu Einsatz kommt.
Die heutigen riesigen Freitzeitbikes aus Fernost, den USA und mittlerweile auch aus der BRD sind für eine solche Beanspruchung kaum konzipiert. Sie sollen massiven Freizeitspaß vermitteln, weniger einen Gebrauchswert besitzen müssen. Wenn solch ein Riesengerät von BMW etc. zudem umfällt, entstehen Reparaturkosten in ungeahnten Höhen!
ich arbeite in der Kölner Innenstadt. Parkplätze Fehlanzeige, mit der S-Bahn dauerts mir zu lange.
Daher habe ich mir vor gut 4 Jahren ein Zweirad zugelegt. Ich habe mich damals für einen Roller entschieden, weil der Wetterfester ist (Daelim Otello).
Ich fahre immer mit Goretex Jacke mit Protektoren, Nierengurt und Handschuhen, Helm sowieso. Soviel Sicherheit muss sein. Aber mit normalen Schuhen und Hose, sonst ist die Rüstzeit zu lange. Das war auch der Grund gegen ein Motorrad. Eine Regenhose ist immer im Staufach. Damit bin ich durch 4 Winter und auch heftige Wolkenbrüche völlig problemlos gekommen. Meine Fahrstrecke beträgt 11 km, davon 6 auf der Autobahn. Nur 2mal habe ich mich wegen heftiger Schneefälle morgens nicht getraut loszufahren. SOnst immer. Autobahn und Kölner Innenstadt sind aber auch schneemäßig eher harmlos.
Mit dem Roller fahre ich auch sonstige Strecken, wenn meine FRau gerade das Auto hat, ist kein Problem. Für schönes Wetter habe ich mir letztes Jahr noch ein Motorrad zugelegt (600er Bandit). Da fahre ich immer mit Motorradstiefeln, habe Halbschuhe in meinem Büro, ist auch ganz unkompliziert.
Warten lasse ich die Teile in der Werkstatt (1mal im Jahr 200-250€). Das ist zwar nicht umsonst, aber die Gesamtkosten sind im Vergleich zum Auto immer noch lächerlich gering. Der Roller kostet bei jährlich 5000 km ca. 70€ im Monat, alles inklusive, auch Wertverlust.
Aus heutiger Sicht würde ich mir einen 250er Roller kaufen, weil mir der 125er auf Dauer auf der Autobahn zu langsam war - das war der Hauptgrund für das Motorrad. Außerdem sollte das Schutzschild wirklich gut sein. Bei meinem ist es das, beim Peugeot elyseo z.b. ist es sch…
Ich würde mir mal den Kymko 250 Dink ansehen.
Hallo Boris,
solange es die Strassenverhältnisse erlauben kannst Du mit einem Motorrad zur Arbeit fahren. Es geht im Winter oft nicht bei Schnee und Eis, das ist zu gefährlich. Gegen Kälte und Regen kannst du Dich schützen musst halt ensprechende Kleidung benutzen (die natürlich auch ein paar € verschlingt). Ein Motorrad selbst zu warten ist leicht, lege Dir ein Werkstatthandbuch zu damit kann eigentlich jeder zumindest die einfachen Wartungsarbeiten durchführen. Steuer+Versicherung sind beim Krad eher günstig, das teuereste sind eigentlich die Reifen, der hintere ist jedes Jahr fällig. Da das Fahren im Winter doch oft problematisch ist wäre eine Alternative einen Kleinwagen (Fiat Panda o.ä.) mit Saisonkennzeichen als Winterauto zu benutzen und das Motorrad von März bis Nov., Du musst dann aber einen Abstellplatz im Sommer für das Auto haben. Gruß elmore
Hallo Boris,
also wenn ich so etwas tun müsste würde ich mir warscheinlich ne kleine Enduro kaufen.
Sehe keinen Grund warum die Motoren nicht ihre 100000 km und mehr halten sollten.
Auf jeden Fall sollte nicht viel Elektonik drann denn wenn was kaputt geht dann ja wohl meist das.
Ein Freund von mir fährt seit 1989 mit seiner Yamaha Virago 535 im Alltag.
Der erste, gedrosselte Motor wurde mit 40.000 Km getauscht, der zweite, offene Motor hat nun 130.000 km gelaufen, ohne dass man ihn jemals hätte öffnen müssen.
Man braucht halt öfter neue Reifen, als bei einem Auto, für die Virago lag das nach meiner Erfahrung aber bei erträglichen 350 DM für beide.
Im Winter ist es halt saukalt, ich habe das 3 Jahre lang durchgezogen (mit Vespa PX 80 und eben einer 535er Virago) und muss das nicht wieder haben, zumal ich aktuell 75 km (ein Weg) pendle…
Generell möglich ist das jedoch, v.a. Enduros oder die 500 - 600 ccm Chopper sind geeignet wegen des günstigen Unterhalts.
Die Kisten laufen jedenfalls auch bei Minustemperaturen, nur das Salz muss man mehrmals die Woche penibel abspülen, sonst rosten die Felgen/Chromteile u.s.w. im nu an.
Grüße,
Mathias
ich suche Erfahrungswerte von Bikern (oder auch Theorien), die
beispielsweise eine Straßenmaschine der unteren Preisklasse
als Alltagsfahrzeug, also bei jedem Wetter (außer bei
Glatteis) und jeden Tag nutzen . Ist so etwas mit heutigen
Motorrädern überhaupt denkbar? Wie lange hält ein
Zweirad-Motor im Vergleich zu dem eines Autos? Kann ein
Motorrad (so wie vor etlichen Jahrzehnten bei denen, die sich
mehr nicht leisten konnten) wirklich ein Ersatz fürs Auto
sein? Und würde sich so etwas auch für Nicht-Schrauber
rentieren (alternativ: Wie schnell lernt man wichtigste
Handgriffe?)?
Hab´s früher gemacht
Als ich 18 wurde (vor 21 Jahren) hatte ich keinen Bock auf den Autoführerschein.
Ich bin dann erst mit einer RD125, XS360 und dann mit einer DR600 auch den Winter durchgefahren.
Heute würde ich das nicht mehr machen.
Man kann sagen, bei einem temperamentvollem Fahrer hält ein Motorradmotor höchstens 30.000km und ist dann fertig.
Bei normaler Fahrweise hält ein Motorradmotor auch mal 100.000km.
E-Starter sind im Winter heimtückisch wegen der kleinen Batterie, die bei Kälte schlapp macht.
Kickstarter sind heimtückisch, weil man im Thermokombi den kaum treten kann und man schnell beim antreten schwitzt und der kalte Schweiß dann beim fahren eine Erkältung bringt.
Durch Nässe, schlechte Thermik (Frost und Thermokombi) und den ganzen Umständen sieht man optisch aus wie durch den Wolf gedreht und man stinkt den ganzen Tag. Wer in der Bank arbeitet sollte sowas nicht machen.
Es ist billiger, einfacher und angenehmer einen billigen Zweitwagen im Winter zu fahren.
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Tach auch,
ich fahre, seit weit über 10 Jahren, nur mit meinem Motorrad mit Beiwagen, einer russischen Dnepr rum. Zur Arbeit und auch auf Reisen in Deutschland. Zugegeben, Dnepr ist nichts für Leute die nicht Schrauben wollen oder können. Es gibt aber auch andere hübsche Motorradgespanne in der unteren Preisklasse. Zum Beispiel MZ oder auch Yamaha SR500 mit nachgerüstetem Beiwagen. Beiwagen haben den Vorteil, dass ein kompletter Großeinkauf reinpasst. Alles was man sonst noch braucht passt auch noch rein. Kein lästiger Rucksack, den Helm muss man nicht rumschleppen. Einen Parkplatz findet man immer.
Gerade bei Eis und Schnee ist der Fahrspass besonders groß. Es gibt nichts schöneres als den steckengebliebenen Autofahrern die lange Nase zu zeigen. Mit ein wenig Übung kommt man überall durch. Mit einer Windschutzscheibe, Handprotectoren und natürlich guter Thermokleidung, lässt sich auch der schärfste Frost durchfahren. Man muss nicht mal vorher Scheiben kratzen, weil keine da sind
Gruß Stefan mit f
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ich habe seit 1992 eine Transalp und jetzt 120 000 km drauf, ohne nennenswerte Probleme. Schrauben habe ich inzwischen verlernt, vorher war ich ganz gut, da hatte ich eine XT. Aber ich brauche nicht mal die Ventile einstellen bei der Transalp.
Ich hatte die ersten 75 Mm in drei Jahren gefahren, seit 5 Jahren fahre ich Familienbedingt nur noch 2 Mm pro Jahr.
Anspringen ist nie ein Problem, wenn die Batterie einigermaßen geladen ist.
Früher hatte ich mir ein Autositzfell auf die Sitzbank gelegt und Teppichbodenreste vor die Seiten montiert (mit Klettband), so konnte ich auch mit der normalen Motorradkleidung kleinere Ausflüge machen.
Heizgriffe waren bald defekt und hatten kaum Wirkung, besser sind Stulpen (Handschutz demontieren).