Motorradreise durch Frankreich: Camping?

Hallo,
habe mich entschlossen, in diesem Brett zu fragen (bei „Motorrad“ ggf. ein Hinweis).
Ende September möchte ich mit dem Motorrad auf dem Autoreisezug bis Narbonne und dann per Bike nach Barcelona fahren. Etwa 3-4 Wochen später nur per Motorrad zurück nach Köln.
Habt Ihr Tipps zu: gutem, Bike-passendem Routenplaner? Campingplätzen, die auf haben, gute Straßen (ohne maut)?
Worauf sollte ich achten? Was ist hilfreich? Spreche leider nur englisch und spanisch, minimal französisch!
Freue mich über Tipps, Links, etc.
Gruß! Mó

Hi,

für den Rückweg kann ich dir das Ardeche-Tal empfehlen. Die Ardeche hat sich hier zeilweise mehrere 100 m Tief in’s Tal „gegraben“ - schöne Bike-Strecke da geil kurvig, lanschaftlich ähnlich dem Verdun-Cannyon, mautfrei und weniger Verkehr als im Verdun-Cannyon.

Anfang Oktober kann es dir aber passieren, daß Du in der ganzen Rhone- bzw Provence-Gegend in den Herbst-Regen kommst und der kann mitunter ganz schön heftig sein.

Trotzdem viel Spaß,
Max

Hi Mo,

Peage zahlst du einzig nur auf den Autobahnen. Laeppert sich ganz schoen!
Peagefreie Strecke (und weit schoener):
Von Narbonne die Route Nationale.9 Narbonne-Perpignan, Ende September/Anfang Oktober weitgehend touristenfrei und vor allem keine Wohnwagen. In Hoehe von Salses (Ich weiss jetzt nicht genau, ob vor oder hinter Salses, aber du wirst ja eine Karte mit dir fuehren - Salses unbedingt anschauen!) verlaesst du die N 9 und biegst links nach „Le Barcares“ab. Eine wunderschoene Strecke, rechts die Etons und Austernbaenke, dahinter die Corbieren, links das Meer und vor dir der maechtige Canigou, der heiligen Berg Katalaniens und das Panorama der Pyrenaeengipfel. Falls du Austern magst, an dieser Strecke bekommst du sie „pflueckfrisch“ und fuer Pfennige direkt an der Strasse. Uebrigens eine von Motorradfahren aus ganz Europa (besonders von Englaendern) sehr beliebte Strecke, die sich wunderbar fahren laesst und eine traumhaft schoene Sicht und Atmosphare bietet. Lass Perpignan dann rechts liegen und fahre die N 114 ueber „Angles-sur-Mer“ nach Collioure. Hier wirst du von ganz alleine Pause einlegen, da traumhaft schoen, die Buch von Collioure… Matisse sagte, dass es kein schoeneres Licht gaebe auf der Welt als das Licht von Collioure. Falls du interessiert an Kunst bist, ist ein Kaffe- oder Luchstop im kleinen billigen Hotel Templiers am Hafen ein Muss. Matisse, Picasso, Dali, Miro usw. usw. pflegten ihre Uebernachtung und Speisen dort mit Bildern zu bezahlen. - Dann von Collioure die N 114 weiter Richtung Spanien. Hierfuer brauchst du Zeit. Sehr gebirgig, sehr kurvig, aber atemberaubend schoen. Direkt an der Kueste, direkter geht es nicht mehr. Hoch ueber dem Meer. Du kannst die Kueste weiter fahren, wird aber mit Verlassen der Costa Dorada langweilig, da dann ueber lange Strecken nur flaches Industrieland. Besser rechts ab, rauf ins Gebirge und durchs Gebirge dann hinunter nach Barcelona. (Strecke ist nicht zu verfehlen, es gibt nur diese eine). Eine Fahrt, die sich wirklich lohnt!
2. Moeglichkeit: Narbonne-Perpignan, dann die N 116 ueber Prades hinauf in die Pyrenaeen, ueber Andorra wieder hinunter nach Barcelona. Eine herrliche schoene, wilde Fahrt, ausgezeichnet ausgebaute Strassen. Im Fruehherbst kaum noch Touristen. Andorra ist zwar scheusslich laut und voller Auspuffgase, aber da bist du in 10 Min. durch.
3. Moeglichkeit: Perpignan-Figueras-Barcelona. Die direkteste und schnellste Route. Streckenweise auch recht schoen, jedoch nicht mit den anderen Routen vergleichbar und grauenhaft vollgestopft mit LKWs. Daher nicht zu empfehlen.
Die 4. sehr schoene Route wuerde hier bereits gepostet.
Mit lang andauernden Regenperioden ist normalerweise um diese Jahreszeit nicht zu rechnen. Das Wetter hier im Schutz der Pyrenaeen ist nicht mit dem der Provence zu vergleichen. Und laenger als einen Tag (meist sogar nur einen halben) reget es fast nie am Stueck… Tagsueber kann es noch sehr warm werden, aber Vorsicht, die Naechte sind schon ziemlich kalt, im Gebirge sogar bitter kalt.
Du findest eine einwoechige recht exakte Wettervorhersage fuer Narbonne und Perpignan (und damit fuer die ganze Region) auf:

http://www.frankreich-info.de/startseite.shtml

(deutschsprachige Seite mit vielen Infos und seit neustem wieder mit einem Forum, wo du auch mal nachfragen kannst) Oder auf:

http://www.mairie-narbonne.fr/actualites/

Ein Problem jedoch gibt es: Die Campingplaetze. Zum einen gibt es nicht sehr viele, zum anderen machen die meisten mit Saisonende (Anfang Oktober) dicht. An der Kueste wirst du da weit mehr Glueck haben als im Gebirge. Aber zwischen Narbonne-Plage und Collioure findest du vereinzelt noch welche bis Ende Oktober. (kenne einen in Narbonne-Plage, der macht sogar Ausnahmen bis Mitte November) Ich wuerde dir empfehlen, dir in Narbonne im Touristikbuero (direkt am Bahnhof) einen Campingfuehrer (Languedoc-Roussillon, Pyrenaees Orientales) zu besorgen und dich beraten zu lassen (man spricht Englisch), aber auch auf Campingplaetzen selbst oder in Bistros, Landgasthoefen wird man dir weiterhelfen, die Katalanen sind sehr hilfsbereit. Besorge dir im Touristikbuero auch eine Liste fuer „Bed and Breakfast“ Wird zunehmen staerker angeboten, besonders in den Gebirgsregionen, denen es an Campingplaetzen mangelt, oft von Englaendern, und ist meist auch nicht viel teuerer als eine Uebernachtung auf dem Campingplatz. Und privat bekommst du meist die schoensten Streckentipps und oft sogar die naechste Uebernachtungsempfehlung. In jedem Fall wirst du fuer die Rueckreise die Kuestenstrassen nehmen muessen. Im Gebirge ist Ende Oktober nichts mehr offen.
Ansonsten spricht kaum jemand Englisch auf der franz. Seite (Drueben in Spanien sieht das anders aus, in Barcelona gibt’s da gar keine Probleme). Etwas Spanisch, ein paar Brocken Franzoesisch, ein Woerterbuch und Haende und Fuesse, das jedoch klappt meist ganz gut. Das ist man gewohnt. Und wie gesagt, der Katalane ist sehr gastfreundlich und hilfsbereit, wenn man seinerseits freundlich ist.
Falls du noch Tipps brauchst, gerne ueber mail. Will hier den Rest des Publikums nicht langweilen.
Eine schoene Reise und vergiss nicht, das Cassoulet zu probieren und einen guten Fitou dazu zu trinken.
Gruss

Anna