Hallo Janina,
so ganz kann ich Deine Erklärungsansätze nicht nachvollziehen bzw. unterschreiben.
au(x) steht für à le/la/les, also für Zählbares, de für nicht
Zählbares. Das hilft im Gebrauch speziell in der
Feinschmeckerszene aber nicht weiter.
Stimmt meines Erachtens in der Form nicht. Sicherlich benutzt man den Partitivartikel de (bzw. du, de la, des) im Zusammenhang mit unzählbaren Dingen. Das bedeutet jedoch nicht, dass im Gegenzug die Verwendung der Präposition à immer auf zählbare Dinge hinweist. Du vergleichst da irgendwie Äpfel mit Birnen.
Mal den duseligen Googletest als Indikator: „Mousse au
chocolat“ 688.000 Treffer, „Mousse de chocolat“ 1,9 Mio
Treffer - aber: auf Französisch 2,5 mio Treffer für „Mousse de
chocolat“ und 4,2 für „Mousse au chocolat“. Das heißt: im
Französischen ist die Mousse au chocolat die weiter
verbreitete Variante.
Ganz unabhängig von der allgemeinen Sinnhaftigkeit des Googletests: Wenn man ihn macht, sollte man auch wissen, wie man ihn macht. Denn bei mir kamen ganz andere Ergebnisse raus als bei Dir. Nach ein wenig Rumprobieren kam ich auch darauf, warum Du weit häufiger die Variante mit de als die mit à gefunden hast: Du hast den Suchbegriff vermutlich nicht in Anführungszeichen gesetzt, so dass bei der Suche nach „Mousse de chocolat“ Google Dir automatisch auch alle Ergebnisse für „Mousse au chocolat“ mit angezeigt hat. Wenn man das Ergebnis „bereinigt“, d.h. jeweils mit Anführungszeichen sucht, stehen bei „Mousse de chocolat“ plötzlich nur noch 141.000 Treffer statt mehrerer Millionen.
Zudem gilt bei des Googletests: Man darf nicht nur auf Quantität, sondern muss auch auf Qualität bzw. Inhalt der Treffer schauen. Und da entdeckt man (insbesondere bei der Google.fr-Recherche) extrem häufig zusammengesetzte Varianten. Es ist also nicht von „Mousse de chocolat“ per se die Rede, sondern z.B. „Mousse de chocolat noir, blanc…“. Und damit kämen wir schon zu folgender Aussage:
Mousse au chocolat entspricht in etwa: Mousse von der
Schokolade - im Gegensatz zu Mousse de chocolat =
Schokoladenmousse, also weniger elegant.
Auch die halte ich für etwas fragwürdig. Ich denke, wenn man eine Trennlinie für den Gebrauch von de und à ziehen möchte/kann, dann nicht an der Frage der Eleganz, sondern vielmehr bei der Frage: Ist das Ding mit oder aus etwas gemacht? Denn um nochmal auf Dein zählbar-/unzählbar-Argument zurückzukommen: Man sagt jus de pomme, aber glace à la framboise. Sowohl Äpfel als auch Erdbeeren sind zählbar, dennoch einmal à, einmal de. Begründung (wie ich sie meine, einmal im Italienischen gelernt zu haben): Der Saft ist (überwiegend) aus Äpfeln gemacht, das Erdbeereis (neben Sahne, Milch o.ä. auch) mit Erdbeeren.
Die „Mousse de chocolat blanc“ würde ich in diesem Sinne als Verkürzung des Ausdrucks „Mousse au chocolat faite de chocolat blanc au lieu de chocolat normal“ erklären. Aber das ist nur meine Interpretation.
Allgemein gilt: So viele grammatikalische Regeln man finden oder ggf. erfinden mag, um die Verwendung eines Ausdrucks (anstatt eines anderen, „logischeren“) zu erklären – in manchen Fällen ist es einfach so, wie es ist, weil es sich irgendwann mal so eingebürgert hat. Warum? Weil! 
Gruß,
Stefan