MRSA in Seniorenheimen

Guten Tag,

In einem Projekt „Schnittmenge Seniorenheim - Wäscherei“ für unsere Ausbildung beschäftigen wir uns mit dem Thema „Bekämpfung von MRSA“.

Wir müssen wissen, welche zufriedenstellenden Lösungen es für Angehörige sowie die Wäschereien gibt, um das Problem mit der 40° bzw 60° Wäsche zu lösen.

Als Beispiel haben wir eine Bewohnerin mit MRSA, deren Angehörige nicht damit einverstanden sind, dass der gute Pullover der Bewohnerin nach Hygienevorschriften gewaschen wird und somit nicht mehr tragbar ist.

Wir müssen also eine Lösung finden, wie man dieses Problem zwischen den Angehörigen und der Wäscherei beseitigen kann.

Wir bitten um schnelle Antworten aus der Hauswirtschaft.

Fragt beim RKI
Hola,

[http://www.rki.de/cln_171/nn_197444/sid_903800455C6D…](http://www.rki.de/cln_171/nn_197444/sid_903800455C6D4658EB0D1853FA4336CC/DE/Service/Kontakt/kontakt node.html? nnn=true)

auf dieser Seite ist ein Kontaktformular hinterlegt. Wenn jemand mit Infektionskrankheiten betraut ist, dann das RKI. Was nicht heißt, dass man zwingend hilfreiche Antworten erhalten muss. Insgesamt sind MRSA aber recht friedliebende Keime (lösen ganz selten Krankheiten aus). Sie sind nur gut bewaffnet (gegen Antibiotika), ums in einem Bild auszudrücken.

pp

Guten Tag,

Wir bitten um schnelle Antworten aus der Hauswirtschaft.

Das ist zum einen m. E. kein Hauswirtschaftliches Problem, zum anderen wäre es dann hier falsch.

Zunächst müsste von einem entsprechenden Mediziner mit Schwerpunkt in der Qualitätssicherung im Hygienebereich oder einer Fachkraft für Desinfektion geklärt werden, ob eine eine Desinfektion der Wäsche notwendig ist. Ich nehme aber an dies ist in eurer Fallbeschreibung schon bejaht worden um das Problem zur unbedingten Herausforderung zu machen.

Ist dies der Fall dann muss die nicht entsprechend waschbare Bekleidung soweit wie möglich aus dem Bestand der Bewohnerin genommen werden
Gibt es wie hier tatsächlich Bekleidung, auf die die Angehörigen (wieso eigentlich nicht die betroffene Person selbst?) nicht verzichten wollen, muss diese einer gesonderten Desinfektion zugeführt werden. Es gibt auch Kaltdesinfektionsverfahren. Zu klären wäre natürlich die Frage der Kostenübernahme für diese externe Leistung.
Ist aber auch eine gesonderte Desinfektion aufgrund der Materialeigenschafte oder eines damit verbundenen unverhältnismäßigen Aufwandes nicht möglich, dann liegt der Ball bei den Angehörigen.
Wenn die Einrichtung unter den Hygienischen Maßgaben alle organisatorisch/technischen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, sollte man die Angehörigen mit der Frage konfrontieren, welche Lösung des Problems, das durch ihre Weigerung auf diesen Pullover zu verzichten entstanden ist, sie vorschlagen.

Ihnen muss klar gemacht werden, dass auch Sie für ihre Angehörige verlangen können, dass andere Bewohner keine Problemkeime auf ihre Verwandte übertragen. Soweit möglich muss dieses Problem auch organisatorisch und durch Maßnahmen der Einrichtung vermieden werden. Wenn dort aber alles getan wurde besteht auch eine gegenseitige Verantwortung, die vor allem die mögliche „Infektionsquelle“ in die Pflicht nimmt.

Da hier die Angehörigen anscheinend eine Entscheidende Stellung haben muss in der Fallsituation wohl von einer Schwerstpflegebdürftigen Person ausgegangen worden sein. Da gäbe es auch die ganz pragmatische Lösung, auf der Desinfektion des unwaschbaren Pullovers nicht zu bestehen, diesen aber in der Folge einfach nicht mehr zu verwenden.
Ich vermute aber diese Lösung würde nicht akzeptiert.

Gruß
Werner

Hallo,

in der Regel stellt MRSA ind Pflegeheimen kein so großes Problem dar und die besiedelten Personen dürfen je nach Umfeld und individueller Risikoeinschätzung des Hauses sogar an Veranstaltungen teilnehmen, so das RKI.

In der Regel werden die Patienten jedoch so lange gebeten in Ihrem Zimmer zu verbleiben, bis ca. 3 Tage nach einer Sanierung des Patienten keine Stämme mehr nachgewiesen werden können.

MRSA-Erreger leben an der Luft nicht sonderlich lange - hatte irgendwo mal gelesen, dass sie in Staubflocken maximal 14 Tage überlebensfähig sind. Somit muss auch nicht jedes Kleidungsstück etc welches privat genutzt ist entspechend behandelt werden - anders sieht es da mit Wäsche aus, welche das Haus verlässt und ggf. mit anderer fremder Sammelwäsche zusammen kommt, welche schnell wieder bei u.a. auch kranken und für MRSA anfälligen Patienten verwendet wird. Hier sollte man die Wäsche in einen extra Sack geben und kennzeichnen.

Extreme Desinfektionsmaßnahmen gibt es lediglich bei Rettungsfahrzeugen und KH-Zimmern, da diese ja direkt wieder genutzt werden und hier in der Regel verletzte Personen mit Wunden in Kontakt kommen.

MRSA ist für gesunde Menschen kein Risiko, sondern setzt häufig bei erkrankter, rissiger eben nicht intakter Haut an, wie es bei älteren Personen häufiger der Fall ist - ganz große Gefahrenstellen für die Übertragung sind offene Wunden und Katheter. - daher ist es so wichtig, dass das pflegende Personal eine Schutzausrüstung anzieht - nicht, weil es sich selbst schützen muss, sondern weil es Überträger ist und dann gff beim nächsten Verbandswechsel den nächsten Patienten infiziert. MRSA hat fast jeder Mensch auf der Haut in mehr oder weniger hoher Konzentration.

MRSA-Patienten dürfen auch nach Hause entlassen werden - hier ist lediglich darauf zu achten, dass sie keinen Hautkontakt zu offenen Wunden anderer Menschen und Neugeborenen bekommen. Der normale Umgang selbst ist nicht ansteckend.

Somit würde ich sagen, dass eine Desinfektion des Patientenpullis übertrieben ist, wenn es sich um ein Privatstück handelt, welches in der ansteckenden Phase nicht von anderen Patienten getragen wird.

Gruß,
Alexandra

PS: Teppiche /Vorhänge der Bewohner lassen sich auch so wahnsinnig schlecht desinfizieren :smile: - wir sind hier im Bereich Pflegeheim und nicht auf der Intensivstation!

…noch was zum Übertragungsweg -manchmal denkt man an die blödesten Dinge nicht - in vielen KH wird wirklich alles nach Vorschrift gemacht - Schutzkleidung/Servieren von Essen etc. und wo wird MRSA dann übertragen… beim Verlegen der Patienten - man nimmt die Röntgenbilder und da diese unhandlich sind, wenn man das Bett schiebt, legt man sie ins/aufs Bett und schon haben wir die Erreger am Röntgenbild - der nächste Arzt schaut sich die Bilder an und hats an den Händen…und so werden die Erreger direkt von Bett zu Bett übergeben.

Ein anderer schöner Infektionsweg ist der Kugelschreiber des Cherfarztes mit dem er so schön elegant den Verband anlupft.

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