Hallo Wissende,
Meine Frage: Wird bei MS-erkrankten Menschen die Psyche zwingend verändert oder sind Emphatie etc. dabei nicht berührt ?
Mit Dank und Gruss: harta
Hallo Harta,
ich habe nicht alle der zigtausen Artikel zu MS gelesen, konnte aber beim Drüberschauen nichts entdecken, was bei MS einen Einfluß auf die Empathie haben soll. Aber bekanntlich ist es so, selber lesen hilft. Daher:
http://www.ivonne-radtke.de/weihe2.html
http://www.ms-gateway.de/ms-verstehen/haeufig-gestel…
und Zitat:
"Verschiedene psychische Veränderungen durch die Erkrankung an MS sind möglich, treten aber durchaus nicht bei allen MS-Betroffenen auf. Viele Betroffene klagen auch über rasche Ermüdbarkeit und vorzeitige Erschöpfung. Leistungen und Arbeiten, die früher ohne Schwierigkeiten ausgeführt werden konnten, erfordern nach der Erkrankung mehr Kraft. Dies kann zu Unzufriedenheit und Frustration führen, und damit u.U. in Verzweiflung und Depression münden. In jüngerer Vergangenheit betonen MS-ForscherInnen, daß das weit verbreitete Klischee nicht zutrifft, charakteristische Störungen bei MS seien Euphorie, Abnahme der Kritikfähigkeit und eine gewisse Distanzlosigkeit. Sie betonen, daß es besonders zu Beginn der Erkrankung zu depressiven Zuständen kommen kann, die meist Folge von Schwierigkeiten in Beruf und in zwischenmenschlichen Beziehungen sind. Diese Schwierigkeiten sind auf Körperbehinderungen und auf die Angst hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Erkrankung zurückzuführen.
Selten und meist in späteren Krankheitsstadien treten auch hirnorganische Veränderungen auf, die wiederum Drepressionen auslösen können. Wichtig ist aber auch zu betonen, daß viele MS-Betroffene sich psychisch nicht beeinträchtigt fühlen, weil sie entweder durch die MS nicht wesentlich beeinträchtigt sind oder trotz Behinderungen durch die Auseinandersetzung mit dieser Erkrankung gelernt haben, mit den Beeinträchtigungen und Einschränkungen zu leben."
Aus: http://www.lebensnerv.de/basis/ms-infos.html
Liebe Grüße
Avera
Hi,
Multiple Sklerose ist die Krankheit mit den tausend Gesichtern. Jeder, der an ihr erkrankt, bekommt seinen eigenen Verlauf und seine eigene Kombination an Symptomen. Auch psychische Probleme tauchen auf. Diese können sowohl organische Ursachen haben, also von der MS selbst verursacht sein, als auch sekundärer Natur sein. Sekundär bedeutet, der Mensch bekommt psychische Probleme, weil er sich mit einer chronischen Erkrankung ab-/zurechtfinden muss. Zu klären, woher das Problem im Einzelfall kommt, ist ähnlich der Frage mit der Henne und dem Ei.
Siehe dazu auch http://www.ms-life.de/mslife/ms-wissen/krankheitszei…
Viele GRüße,
Die Franzi
Hallo harta,
Mietzekatze und Avera haben schon zutreffende Aussagen geleistet. Psychische Veränderungen bei MS sind ein schwieriges und unzureichend beschriebenes Thema. Zunächst einmal gilt für die MS das Bild der Krankheit mit den 1000 Gesichtern. Das heißt schon mal, dass nichts zwingend ist.
Es gibt nun eine Beobachtung, die man bei MS-Patienten ungewöhnlich häufig macht. Manche Patienten sind aggressiver und unverträglicher, als sie es früher waren. Familienmitglieder, Freunde, Arbeitskollegen und gegebenenfalls Pflegekräfte bekommen so etwas mit. Einen Zusammenhang mit kognitiven Einbußen gibt es dabei nicht.
Gruß
Carlos