MSS: Beratung in Hamburg gesucht!

Hallo,
gibt es Beratungsmöglichkeiten, bzw. KENNT Ihr jemanden hier in HH, bei dem ich mich unverbindlich näher über diese Erkrankung (Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom) informieren kann und der mich beraten kann, bei einem Verdacht?

Lieber Gruss,
Christine

Mittel der Wahl:

der deutsche Kinderschutzbund
http://www.kinderschutzbund-hamburg.de/b00.htm

oder

die Kinderschutz-Zentren
http://www.kinderschutz-zentren.org/ksz_hamb.html

Grundsätzlich jedoch ansprechbar:
Kinderärzte, Psychologen, Psychiater,
alle Familien-Beratungsstellen,
die zuständigen Behörden
oder auch der Psychosoziale Dienst
(http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/bezirke/nord/ser…)
sogar die Krankenkassen oder Sorgentelefone

Sie verweisen in der Regel nach dem ersten Eindruck auf die zuständigen Behörden und Kinderschutzorganisationen der Region

In diesen Fällen gilt: lieber irgendwas als gar nichts.
Man kann nicht wirklich viel verkehrt machen- es sei denn man schweigt.

Auch denkbar ist, den (aktuell) behandelnden Arzt, falls bekannt, um einen Gesprächstermin zu bitten. Münchhausen-by-proxy ist sehr schwer zu diagnostizieren. Zudem werden gerne und häufig die Ärzte gewechselt. Hier kann ein „Denkanstoss“ von außen sinnvoll sein.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Lieber Bleifrosch,
vielen Dank für die Informationen und die Hinweise.

Eine kleine Anmerkung habe ich allerdings noch:
Man kann - bei bestimmten Konstellationen der Eltern - durchaus eine Situation durch Handeln noch schlimmer machen, daher bedarf es eben manchmal extrem viel Fingerspitzengefühl und vorsichtiges Vorgehen. Besonders, wenn sich der Verdacht noch im Anfangsstadium befindet, dieses Syndrom noch relativ unbekannt ist (selbst bei Ärzten) und so manch ein Dilettant einen Modebegriff daraus machen will…da kann man extrem viel verkehrt machen!

Was aber in keinem Fall verkehrt ist, ist sich professionell beraten zu lassen (auch wenn ich selbst aus der Psychobranche komme:smile:. Habe heute mit dem KSB telefoniert, war ein gutes Gespräch.
Info für andere: den Mitarbeitern dort ist dieses Syndrom durchaus ein Begriff.

Also, vielen Dank nochmals und lieber Gruss,
Christine

freut mich, dass das so gut geklappt hat

Eine kleine Anmerkung habe ich allerdings noch:
Man kann - bei bestimmten Konstellationen der Eltern -
durchaus eine Situation durch Handeln noch schlimmer machen,

Was aber in keinem Fall verkehrt ist, ist sich professionell
beraten zu lassen

gemeint war, dass man bei den gelisteten Adressen nirgends wirklich „verkehrt“ ist. Viele schrecken davor zurück, sich zb. an den Kinderschutzbund oder Beratungsstellen etc. zu wenden, weil sie die Befürchtung haben, dass den Eltern daraufhin umgehend das Kind entzogen würde. Es besteht Unsicherheit darüber, ob die eigene Einschätzung richtig ist und was Ansprechpartner daraufhin unternehmen. Häufige Folge ist, das geschwiegen wird.

Sicher stimmt es, dass es eines der eher unbekannteren Syndrome ist.
Ich halte aber sämtliche der genannten Personen für mindestens so kompetent, dass sie bei eigener thematischer Inkompetenz, den Fragenden adäquat weiterleiten (idr an den KSB bzw. die Ämter wie bereits geschrieben).

Die Geschichte mit der Modeerkrankung ist an mir bislang vorbei gegangen. Aber natürlich gibt es überall Pappnasen.
Daher eine relativ lange Liste Ansprechpartner. Letztlich ist es auch eine Vertrauenssituation in der man sich wohl fühlen sollte

Das die eigentliche Handlung behutsam passieren muss und eine Menge Fehlerquellen bergen kann ist ein anderer Schuh.

MSbP …

… dieses Syndrom noch relativ unbekannt ist (selbst bei Ärzten)
und so manch ein Dilettant einen Modebegriff daraus machen will …

? Das kann und will ich mir einfach nicht vorstellen, dass es solche
„Pappnasen“ (Zitat Bleifrosch) oder Ignoranten geben mag.
Nee, nä? Aber auch Falschanschuldigungen sind in diesem Zsh. nicht abwegig,
so dass es wohl für die angesprochenen Mediziner ein vermintes Gebiet darstellt,
dem man sich lieber fernhält.

Und leider hat die Person des britischen Therapeuten Sir Roy Meadow,
nach Asher Verfechter dieser Diagnose, zu erheblichen Unsicherheiten geführt,
da sein „Meadow’s Law“ etwas zu schlicht ist:
„One sudden infant death is a tragedy, two is suspicious and three is murder,
unless proven otherwise.“ Da blieb er die wissenschaftliche Untermauerung schuldig.

Btw: Nette Darstellung mit Literaturliste unter
http://webmed.uni-leipzig.de/~recht/Rechtsmedizin/wi…
oder gerne auch mal Eminem : Cleaning Out My Closet

… victim of Munchausen’s syndrome, my whole life I was made to believe I was sick
when I wasn’t 'til I grew up, …

wobei er MSbP verkürzt zu MS.

mfg:stuck_out_tongue:it
[rapper.4.underdogs]

Hi Pit,
ohne, dass ich jetzt hier eine Fachdiskussion anzetteln möchte…

? Das kann und will ich mir einfach nicht vorstellen, dass es
solche „Pappnasen“ (Zitat Bleifrosch) oder Ignoranten geben mag.
Nee, nä?

Was ich meinte, sind diese Art von Menschen, die - ohne Fachwissen - nun plötzlich meinen, eine „Diagnose“ gefunden zu haben und damit hausieren gehen (wie ehemals bei ADHS, was plötzlich ALLE Kinder zu haben schienen, die auch nur etwas lebhafter waren).

wobei er MSbP verkürzt zu MS.

Tut er nicht! Allenfalls - wie ich auch - zu MSS, die deutsche Version „Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom“. Der Unterschied zum
„Münchhausen-Syndrom“(MS) ist, dass man sich bei letzteren SELBST
(also NICHT einem „Stellvertreter“) schadet.

Lieber Gruss,
Christine

Betr: Eminem
Hallo Christine,

Eminem disst seine Mutter, soweit klar;
er wirft IHR das MSbP vor,
weil er IHRETWEGEN als Kind oft im Krankehaus gelandet ist.
Er verkürzt nur um des Rappens willen auf

Munchausen’s syndrome

mfg:stuck_out_tongue:it

Oops,
habe das Eminem überlesen, dachte, es ging noch um den Artikel hinter dem Link, sorry:smile:

LG,
Christine