Müdigkeit, Haarausfall, Infekte

Ich habe in letzter Zeit immer wieder Probleme, dass ich mich abgespannt fühle, enorm schnell die Nerven verliere, Haarausfall habe und mich dann auch vermehrt mit Infekten rumplage.

Das erste Mal war das über einen recht langen Zeitraum von etwa Dezember 2009 bis Sommer 2010 (unspezifische Entzündung des Muttermunds, drei richtig böse Blasenentzündungen, zum Abschluss Gürtelrose, parallel dazu richtig starker Haarausfall und eine verringerte Belastbarkeit). Der Haarausfall ist mir erst nicht so richtig bewusst gewesen. Erst als im Herbst 2010 lauter kurze nachwachsende Haare kreuz und quer vom Kopf abstanden, ist mir das so richtig klar geworden. In diesem Zeitraum war ich beim Hautarzt, der mir auch Blut abgenommen hat und erst mal feststellte, dass das Speichereisen runter wäre. Drei Wochen später habe ich beim Hausarzt ein großes Blutbild machen lassen, auch wegen der ständig wiederkehrenden Infekte, da war alles im Rahmen des Normalen. Seitdem achte ich dennoch vermehrt auf meine Ernährung und behalte die Eisenaufnahme im Auge. Mir ging es dann auch wieder sehr gut.

Im Sommer 2011 hatte ich dann wieder Haarausfalls und war dauernd müde und abgespannt. Seitdem nehme ich zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung ständig ein eisenhaltiges Vitaminpräparat.

Nun ist es wieder so weit: Wieder eine Entzündung am Muttermund, wieder Haarausfall (wenn auch noch nicht so schlimm), wieder abgespannt und dauermüde. Ich hatte früher nie Herpes oder dergleichen, jetzt habe ich hin und wieder einen entzündeten Mundwinkel, der dann ziemlich weh tut.

Ich weiß einfach nicht so recht weiter. Ich achte auf meine Ernährung, esse gern Spinat, Gemüse im Allgemeinen, Roggenschrotbrot, Tofu, Frischkäse/Quark, mageres Fleisch, eher Schinken auf’s Brot als Wurstwaren. Früher war ich 1 bis 2 Mal im Jahr Blut spenden, seit März 2011 aber definitiv nicht mehr.

Ich werde auch morgen wieder zum Arzt gehen, aber ich verspreche mir irgendwie nicht so viel davon, weil es mir auch recht unspezifisch zu sein scheint. Was kann ich machen? Worauf kann ich noch achten?

Danke und bis denne!
Schnoof

Ist deine Schilddrüse auch mal untersucht worden?

Hallo Schnoof,

ich sehe eigentlich als dies alles zusammenfassendes Risiko eine verminderte Abwehrlage bei Dir. Dahinter könnte z.B. ein chronischer Infekt stecken - welcher, wo in Deinem Körper, ist erstmal unklar (dafür spräche das niedrige Eisen).
Ursache könnte eine chronische Infektion sein, sowas wie z.B. eine chronische Viren-Infektion o. ä.; oder aber auch eine andere chronische Erkrankung.
Vielleicht könnte jetzt erst einmal eine etwas breitere Laboruntersuchung weiter helfen? Diff.BB, Blutsenkung, Rheumafaktoren und andere Entzündungsparameter? Immuneiweiße? Blutzucker-Tagesprofil? Die verschiedenen organbezogenen Laborwerte - Leber, Niere, Herz? Schilddrüsenhormone?
Um weitere Hinweise auf sinnvolles „Screening“ zu geben, müßten weitere Details zu Alter, Geschlecht, Risikofaktoren, Vorerkrankungen, evtl. weitere Symptome bekannt sein. Aber alles in allem gehörst Du jetzt erstmal in die Hände (D)eines Hausarztes, und wenn Du dem Deinen nicht mehr vertraust, suchst Du vielleicht besser einen anderen.

Viel Glück, S.I.

Ich würde vermuten, dass auch diese Hormonwerte beim Blutbild mit gemessen worden sind. Sicher bin ich nicht, ist ja schon anderthalb Jahre her. Da waren jedenfalls sehr viele Werte und nicht nur Blutkörperchen und -plättchen. Würde ich morgen dann auch noch mal nachfragen.

Ich bin weiblich (siehe erwähnte Entzündungen am Muttermund haben ;o) ), 32. Ich war eigentlich immer robust und selten krank.

Die einzige „Vorerkrankung“, die mir einfällt, ist die Neigung zu niedrigem Blutdruck (meist so 100 zu 60), die mir aber sonst keine Probleme bereitet. Mir ist aufgefallen, dass zu den Zeiten, in denen auch diese Abgeschlagenheit herrschte, der Blutdruck plötzlich im normalen Bereich liegt. Sonst war nie etwas.

2008 wurde ich massiv von meinem damaligen Partner gemobbt und wollte mich nicht so recht zur Trennung durchringen. In dem Jahr bin ich von 80 kg Gewicht auf 65 runter. Ich esse seitdem anders, sicher auch allgemein etwas weniger, insbesondere weniger Backwerk. Inzwischen pendelt das Gewicht zwischen 70 und 72 kg.

Als das mit dem Haarausfall und den Infekten Ende 2009 begann, musste ich noch enorm aufpassen, was ich aß. Hab einmal auf dem Weihnachtsmarkt zugeschlagen und spät am Abend viel Fett und Zucker gegessen und dann wurde mir übel und musste erbrechen. Übelkeit kannte ich bis zu der Gewichtsabnahme auch nicht. Inzwischen habe ich diese Probleme aber nicht mehr und in den Phasen, in denen das Haar sprießt und glänzt und ich mich auch allgemein fit fühle, habe ich auch keine Infektionen.

Huhu,

hast du schon mal an eine psychische Ursache gedacht?
Ich persönlich bin sehr anfällig für Krankheiten, wenn ich über längere Zeit gestresst bin oder Sorgen habe. In dieses Zeiten habe ich auch ganz schlimmen Haarausfall und bin ständig müde. Mittlerweile nehme ich mir regelmäßig Auszeiten, und nicht erst wenn es mir schlecht geht, und kümmere mich um mich selbst. Da bin ich dann einfach mal ein Wochenende für niemanden erreichbar und mache das, auf was ich gerade Lust habe. Spazieren gehen oder Entspannungsübungen tun mir auch gut.
Natürlich solltest du zuerst nach einer physischen Ursache suchen, und wenn das ausgeschlossen werden kann, ein unverbindliches Gespräch mit einem Therapeuten führen.

Liebe Grüße,
Anna

Ist schwierig zu sagen, ist quasi ein Henne-Ei-Problem. Ist möglich, aber ich glaube nicht, dass mein Leben stressiger und anstrengender ist als das von anderen. Vor allem achte ich schon darauf, dass alles ein gewisses Maß behält.

Leider wird es noch eine Weile dauern, bis ich genaueres weiß. Erst ist der Hausarzt im Urlaub, dann ich. Labortermin ist nun am 7.3.

Das herabgesetzte Immunsystem war 2010 der Grund, warum ich eine große Blutuntersuchung gefordert habe. Wie schon gesagt, das war 3 Wochen nach der Blutabnahme beim Hautarzt und brachte nur Werte im Normbereich zu Vorschein.

Ich wollte auch nicht ausdrücken, dass ich kein Vertrauen in den Hausarzt hätte. Bislang wurde mir immer geholfen und auch auf mich eingegangen. Ich fürchte nur, wenn dann der Labortermin ran ist, ist wieder alles im Normbereich und mir geht es auch wieder gut. Und dann ist in ein paar Monaten wieder die nächste schlechte Phase.

Erst ist die Praxis zu, dann bin ich im Urlaub, der Labortermin mit allen Werten ist am 7.3 angesetzt.

Hallo,

daß es Dir „immer wieder mal“ (phasenweise) schlecht geht, spricht für einen Infekt. Könnte eins der Herpesviren sein - längst nicht alle aus dieser Gruppe sind „zoster“ oder „simplex“ - das sind nur die bekannteren Arten.
Aber auch ein anderer chronischer, mitunter aufflackernder Virusinfekt könnte Ursache Deiner Symptome sein.
Jedenfalls solltest Du, selbstverständlich, dann zum Arzt gehen und Dich untersuchen lassen, wenn es Dir gerade schlecht geht.

S.I.