Hallo,
ich lese mit Begeisterung mittelalterliche (und davor) Romane. Leider sind dort nirgendwo mal Münzwerte oder so angedeutet so das man mal mit heutigem Geld vergleichen kann was zb ein Paar Schuhe gekostet haben (im Verhältnis auch zum jeweiligen Verdienst des Käufers) etc.
Kann mir da jemand mal weiterhelfen wo man sowas findet?
Danke im Voraus
Tobi@s
Hallo Tobias,
einige Informationen lassen sich bereits unter dem nach dem Zitat eingefügten link finden:
"…Um aber im einzelnen noch genauer feststellen zu können, was der Handwerker, der Ge-
werbetreibende, der Kaufmann von seiner Arbeit hatte, ist es notwendig, Arbeitslöhne und
Einkünfte einerseits wie auch Preise und Lebensbedingungen andererseits unter die Lupe zu nehmen.
Wiederum darf hier vornehmlich auf die verdienstvollen Zusammenstellungen von Adolf
Damaschke in dem bereits mehrfach erwähnten Werk „Geschichte der Nationalökonomie“ verwiesen werden. Wenn im Gebiet von Aachen um 1300 ein Tagelöhner beinahe den Preis von 2 Gänsen verdiente, und wenn um 1480 am Niederrhein sich ein Tagelöhner bei freier Kost für den Lohn eines Arbeitstages 2,5 Liter Roggen, 2 Pfund Kalbfleisch, eine große Kanne Milch kaufen und außerdem noch soviel Geld übrig behalten konnte, daß er in der Lage war, in 4 bis 5 Wochen ein Paar Schuhe und 6 Ellen Leinewand nebst einer gewöhnlichen Arbeitsjacke anzuschaffen (s. a. a. O., S. 41/42), so ersehen wir daraus, daß der Reallohn doch wohl außerordentlich hoch gewesen sein muß. Damaschke führt an derselben Stelle noch weiter an, daß um die gleiche Zeit in Sachsen ein gewöhnlicher Tagelöhner 6-8 Groschen in der Woche verdiente - der „Groschen“ war der große Silberpfennig, der in diesem Falle einen Wert von 12 einfachen Silberpfennigen oder
24 Hellern hatte; - da in dieser Zeit ein Schaf 4 Groschen, ein Paar Schuhe 2 Groschen kostete, kann man sich den Reallohn leicht auf die heutigen Verhältnisse umrechnen.
In Augsburg verdiente ein Tagelöhner täglich soviel, wie 5 bis 6 Pfund des besten Fleisches kosteten. In der Schweiz war der Tagelohn eines Handlangers um das Jahr 1400 neben freier Kost - die ja in der patriarchalischen Ordnung jener Zeit fast überall vom Meister gewährt wurde - 4 bis 5 Franken nach dem heutigen Geld.
(s. a. a. O., S. 42)…"
aus: http://www.artfond.de/arbeiteinkommen.htm
Viele Grüße
Eve*
Habs leider nicht mehr parat, aber in „Toppler, ein Mordfall aus dem Mittelalter“ ist eine ganz brauchbare Zusammenstellung für Rothenburg o.d.T. erhkennbar. Eines der größten Probleme dürfte der Bezug diverser Münzen zueinander sein. Woher, wann und mit welchem Edelmetallgehalt die Münzen stammten hat sicher nahezu täglich variiert.