Mütter u. große Töchter

Hallo Nina,

vielen Dank für das lange Posting.

Nur zu Info - Ich habe nie zu meinen Kindern gesagt, dass sie mir dankbar sein müssen, ich habe auch nicht gesagt, dass sie froh sein können, dass ich Beschäftigung habe und keine Selbstmordgedanken, das habe ich nur im Forum geschrieben.

Meine Kinder habe ich immer und oft gelobt, ich bin froh, dass sie nicht auf die „schiefe Bahn“ geraten sind und etwas geleistet haben. Ich sage ihnen oft, dass ich stolz auf sie bin und ich sie lieb habe, egal was kommt.

Leider hat mir meine Tochter das alles nicht neutral und sachlich geschrieben, wie Du schon schreibst, wird sie jetzt ihre Wutphase haben. Solange ich beschimft und beleidigt werde, wird sich unser Verhältnis nicht bessern, ich denke, dass dann eher sogar das Gegenteil eintreffen wird. - das was ich nicht verstehe ist, dass das aus heiterem Himmel kam, dass ich ja letzte Woche noch einen guten Stand bei ihr hatte. Ich weiß selber nicht mal wie ich mich verhalten soll, wenn ich von ihr auch noch beleidigt und verletzt werde.

Liebe Grüße

Heike

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Mutter-Tochter-Konflikte
Hallo Heike,

du verteidigst dich gegen den wirklich sehr trefflichen Hinweis von schiwa. Warum eigentlich? Was du insgesamt schreibst, zeigt ja eine Chaotisierung eurer Beziehung auf einer äußerst sensiblen Ebene, bei der die Frage nach dem „woher“, „warum“, „wieso“ zunächst völlig nebensächlich ist und lange spekulierende Abhandlungen im „Ratgeber“-Stil völlig überflüssig sind. Denn solche Eskalationen spielen sich in den Details des jeweils aktuellen Miteinandersprechens ab (völlig egal übrigens, ob das telefonisch, smssig oder live passiert)

Denn du faßt das Problem bisher nur mit den Worten „beledigend, verletzend“ zusammen. Hier käme aber vielmehr auf den genauen Wortlaut die Vorwürfe deiner Tochter an (und zwar in direkter Rede, nicht in indirekter, ziutierender, die durch dich schon gefärbt ist, denn du bist ja nun bereits verletzt).

Und dann liegt die Lösung des Problems in der Art und Weise, wie du im aktuellen Dialog mit deiner Tochter auf diese Vorhaltung reagierst. Du sagst zwar einsichtig, daß du sicher Fehler gemacht hast, aber das allein kann deine Tochter in dieser Phase unmöglich beschwichtigen. Wichtig ist, wie du mit der Tatsache, Fehler gemacht zu haben, heute umgehst. Wenn du sofort, wie hier an manchen Stellen, auf deine Verteidigung und Rechtfertigung gehst, wirst du deinerseits einen Beitrag zur Eskalation beitragen. Der Zorn deiner Tochter kann kaum durch deine Einsicht „ich habe Fehler gemacht“ beschwichtigt werden. Sowas genügt bei solchen Konflikten nie, sondern es erreicht das Gegenteil.

Der Konflikt liegt ja in eurem aktuellen Gespräch, die Vergangenheit ist ja nur der „Stoff“ des Themas.

Eine Antwort des Typs „Ich nehme deine Vorwürfe sehr ernst und werde sie mal gründlich zum Gegenstand meines Nachdenkens machen“ könnte sicher Wunder wirken.

Gruß

Metapher

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Hallo Metapher,

gegen den Hinweis von schiwa habe ich mich verteidigt weil das was sie annimmt nicht stimmt. Was soll denn schreiben? Den Wortlaut meiner Tochter? Die Fehler die ich gemacht habe, sind vor ca. 20 Jahren gemacht worden. Ich habe mich an einen Vorfall erinnert und ihr gesagt, dass mir das heute noch leid tut, was geschehen ist, aber es geht nicht nur über die Fehler die ich gemacht habe. Es geht auch um mein Leben, dass ich Freunde habe, dass ich Freizeitaktivitäten habe und auch einen Job. Sie rechnet mir vor wieviel Geld ich zur Verfügung habe, sie wirft mir vor, dass ich Spaß mit meinen Freunden habe, sie macht mich dafür verantwortlich, dass sie mit ihrem 15 Jahren älteren Freund Schulden gemacht hat, als sie zu ihm zog, er hatte kein Geld und die Schulden muss sie abzahlen. Als sie zu ihm zog war sie 21 und ziemlich selbstständig und es war nicht so, dass sie nicht wusste, dass wenn man bürgt, auch dafür gerade stehen muss. Besuchen tun wir uns selten, weil sie eben durch ihre große Liebe, die sie dachte gefunden zu haben, weiter weggezogen ist und als sie mit ihrem Freund zusammen wohnte, durfte ich sie nicht besuchen, geschweige denn anrufen, er hatte etwas dagegen. Die Beziehung ist in die Brüche gegangen, aber durch den Job ist sie dort wohnen geblieben und hat einen neuen Partner gefunden mit dem sie zusammenlebt, seitdem dachte ich, ist unser Verhältnis besser, weil der Exfreund nicht mehr da war. Sie fühlt sich von mir vernachlässigt obwohl wir die Möglichkeit haben uns zu schreiben oder zu telefonieren, das nutzen wir auch. Mich schockiert die Art und Weise wie sie sich auf einmal mir gegenüber verhält und überhaupt wie sie mit mir spricht, bisher sind wir liebevoll miteinander umgegangen.

Liebe Grüße

Heike

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Ambivalenzen
Liebe Heike,

Eltern neigen dazu, die Beziehung zu ihren Kindern als allgemein enger zu beurteilen, als dies Kinder in Bezug auf die Beziehung zu ihren Eltern tun (intergenerational stake hypothese). Für dich kommen die Wutausbrüche und Beleidigungen deiner Tochter „aus heiterem Himmel“. Für deine Tochter waren diese Vorwurfe schon länger da - Wut hat sich aufgestaut und das kommt jetzt eben raus. Deine Tochter hat vielleicht die ganze Zeit nichts gesagt, weil sie entweder harmoniebedürftig ist oder nicht den Mumm hatte, mit dir einen offenen Konflikt auszutragen.

Eltern-Kind und Kind-Eltern-Beziehungen sind von Ambivalenzen geprägt. Gerade Kinder brauchen Abstand, um selbstständig und frei zu werden und zu sein. Andererseits brauchen sie elterliche Zuneigung. Deine Tochter reflktiert ihr Leben und sieht Dinge anders als noch vor fünf Jahren. Schlimm, wenn es nicht so wäre.

Es kann auch sein, dass sie dir die Schuld für ihr derzeit eher unbefriedigendes Leben gibt. Sie sieht, dass du dein Leben im Griff hast.

Du sagst, dass du deinen Kinder nie gesagt hast, dass sie undankbar sind und ähnliches. Sätze wie „nach allem, was ich für dich getan habe“ sind nicht gefallen. Sicher, dass du deinen Töchter nicht trotzdem das Gefühl gegeben hast, dass sie dir etwas „schulden“. Deine Aussagen in diesem Forum belegen diese Einstellung eindeutig.

Ich denke, deine Tochter würde sich auf ein Zukommen deinerseits freuen. Jedoch würde ich erstmal Distanz halten - ihr braucht wohl beide eine Atempause.

Ich hoffe, ich konnte dir zu verstehen geben, was die Gründe für das Verhalten deiner Tochter sein könnten.

Liebe Grüsse und alles Gute *Diana

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Hallo Nina,

ich weiß ja nicht, was Du für Probleme mit Deinen Eltern hast, aber eigentlich waren meine Worte für Heike bestimmt, die sie ja auch ganz richtig aufgefasst hat. Es geht einfach darum, dass sich (fast) jedes Kind irgendwann mit seinen Eltern oder einem Elternteil auseinandersetzt und natürlich alles gaaaanz anders machen will.

Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg, in Beziehungen gleich welcher Art. Wenn Du Dich von Deinen Eltern nicht anerkannt genug findest, solltest Du ihnen das sagen. Seine wahren Gefühle zum Ausdruck zu bringen ist viel schwerer als diese in Vorwürfe zu verpacken. Ich will gar nicht abstreiten, dass die Kindheit und Erziehung einen wesentlichen Einfluss auf den Charakter eines Menschen hat und man sich früher oder später damit auseinander setzen muss, aber ab einem bestimmten Zeitpunkt ist man selbst für sein Leben verantwortlich.

LG Suse

Hallo Heike,

wie gesagt, nimms ihr nicht krumm, wenn sie manchmal Sachen sagt, die Dich verletzen. Ich weiß, dass das bestimmt schwer ist, aber am besten Du vergißt das immer sofort wieder. Sie wird bald wieder merken, dass Du eine ganz tolle Mutter bist und das sie Dich liebt. Zeig ihr einfach, dass Du sie lieb hast und dass Du ihr nicht böse bist.

Alles Gute für Euch wünscht Dir Suse

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Hallo Nina,

hallo heike,

vielen Dank für das lange Posting.
-)

Nur zu Info - Ich habe nie zu meinen Kindern gesagt, dass sie
mir dankbar sein müssen, ich habe auch nicht gesagt, dass sie
froh sein können, dass ich Beschäftigung habe und keine
Selbstmordgedanken, das habe ich nur im Forum geschrieben.

das glaube ich dir, nur wissen wir ja nicht, ob sie es nicht doch
gespürt haben oder es auf andere subtile art und weise herüberkam.
das ist auch nicht der punkt im grunde, es muss jedoch dinge geben,
die mehr als nur banal sind und da du nicht schreibst was dir genau vorgeworfen wird, bleibt natürlich nur übrig allg. zu spekulieren.
wenn du es aber selbst nicht weisst, weil sie nicht konkret wird,
wäre das ja evtl ein ansatz - hier z.b per brief nachfragen.

Meine Kinder habe ich immer und oft gelobt, ich bin froh, dass
sie nicht auf die „schiefe Bahn“ geraten sind und etwas
geleistet haben. Ich sage ihnen oft, dass ich stolz auf sie
bin und ich sie lieb habe, egal was kommt.

Leider hat mir meine Tochter das alles nicht neutral und
sachlich geschrieben, wie Du schon schreibst, wird sie jetzt
ihre Wutphase haben. Solange ich beschimft und beleidigt
werde, wird sich unser Verhältnis nicht bessern, ich denke,
dass dann eher sogar das Gegenteil eintreffen wird. - das was
ich nicht verstehe ist, dass das aus heiterem Himmel kam, dass
ich ja letzte Woche noch einen guten Stand bei ihr hatte. Ich
weiß selber nicht mal wie ich mich verhalten soll, wenn ich
von ihr auch noch beleidigt und verletzt werde.

klar wird das verhältnis schlechter - wenn du damit nicht umgehen kannst - aber wie ich schon schrieb - es liegt bei dir ob nun
übergangsweise oder auf dauer. ausserdem musst du dir nicht alles
gefallen lassen - egal wie wütend sie ist - einen gewissen anstands-
ton kann auch sie wahren - das kannst du ihr ja klarmachen.
also z.b die bereitschaft zu reden - aber unter welchen bedingungen -
nicht ausfallend zu werden - sonst beendest du das gespräch freundlich aber bestimmt. - du musst nicht passiv sein, auch wenn sie ihre gründe hat. hier gehts nicht um recht und unrecht und deshalb gehts auch nicht um schuld oder unschuld.

LG
nina

hi suse,

wie du ja sicher gelesen hast, habe ich keine probleme - ich hatte mal welche - und auch wenn du es offenbar kaum glauben kannst, ich bin mir der eigenverantwortung sehr bewusst - nur gehts darum nicht. das hättest du auch herauslesen können, aber lassen wir das.
in der phase der tochter von heike gehts um etwas anderes und ich finde begriffe an der stelle ein stück weit leere totschlagargumente.

das du heike direkt angeschrieben hast bedeutet hier nicht, das kein anderer reagieren darf suse. mir war das von dir geschriebene zu oberflächlich und einseitig. einer ist der gute, der andere ist der böse oder freche oder ähnliches - so kams für mich rüber und naja,
so funktionierts eben genau nicht.

du schreibst von kommunikation - in diesem zusammenhang gehts doch eben genau darum - wer will wissen wie es wem warum ergangen ist.
mir scheint, bei der tochter hat sich etwas angestaut das nun aufmal herauskommt - wie durch ein nadelöhr. - natürlich ists nicht die gute feine art wenn man ausfallend wird. andererseits ists doch unsinn sich aussschliesslich an der art und weise des ausdrucks aufzuhalten.
denn das bedeutet schliesslich auch etwas.

wiederum soll das nicht heissen, das jemand in jedwedem ton mit anderen reden kann - natürlich nicht.
aber die nummer - du bist alt genug - mich geht das nichts an - bist für dich selbst verantwortlich (auch wenn du das nicht so krass meinen wirst) funktioniert nicht nur nicht, sie bringt auch nichts.

aber evtl sind wir uns auch deshalb nicht einig weil wir beide ein unterschiedliches bild im kopf haben was denn da wirklich los sein kann. du gehst ja evtl von „harmlosigkeiten“ aus - ich für meinen teil nicht, im gegenteil.

nichts für ungut, ich denke das ist wohl der knackpunkt.

gruss
nina

div sterne von mir - ich konnte - weil laie - leider nicht vermitteln was dir in „wenigen“ zeilen gelungen ist.

deine tochter hat wohl nicht gelernt die verantwortung für ihr handeln zu tragen - auch innerlich meine ich.

schade übrigens, dass du nun erst einige details schreibst, denn dann hätten sich meine antworten z.b anders gestaltet - zumindest teilweise aber doch elementar.

LG
nina

Hallo Nina,

das ist mir auch alles erst später eingefallen, manches verdrängt man einfach.

Liebe Grüße

Heike

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Hallo Suse,

böse bin ich ihr nicht, nur traurig weil sie so reagiert hat wie ich es nicht erwartet hätte. Ich hätte ihr zugetraut, dass sie, wenn sie Probleme hat, mich anspricht und mir sagt, dass wir über verschiedene Sachen reden müssen.

Vielen Dank für Deine lieben Wünsche.

Liebe Grüße

Heike

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Hallo Nina,

eigentlich wollte ich warten bis sie den ersten Schritt macht und auf mich zukommt, sie muss doch merken, dass das so nicht ok ist wie sie sich mir gegenüber verhält. Als ich ihr zurück schrieb, dass ich mich an einen Vorfall erinnere, der ja schon nun fast 20 Jahre zurückliegt. Schrieb sie mir zurück „Ich wollte nur hören, dass du noch weißt, dass du so etwas getan hast und schließlich dazu stehst!“ Aber wie in einem Posting schon geschrieben steht, manche Eltern erinnern sich nicht an verschiedene Begebenheiten.

Liebe Grüße

Heike

hallo heike,

vielen Dank für das lange Posting.
-)

Nur zu Info - Ich habe nie zu meinen Kindern gesagt, dass sie
mir dankbar sein müssen, ich habe auch nicht gesagt, dass sie
froh sein können, dass ich Beschäftigung habe und keine
Selbstmordgedanken, das habe ich nur im Forum geschrieben.

das glaube ich dir, nur wissen wir ja nicht, ob sie es nicht
doch
gespürt haben oder es auf andere subtile art und weise
herüberkam.
das ist auch nicht der punkt im grunde, es muss jedoch dinge
geben,
die mehr als nur banal sind und da du nicht schreibst was dir
genau vorgeworfen wird, bleibt natürlich nur übrig allg. zu
spekulieren.
wenn du es aber selbst nicht weisst, weil sie nicht konkret
wird,
wäre das ja evtl ein ansatz - hier z.b per brief nachfragen.

Meine Kinder habe ich immer und oft gelobt, ich bin froh, dass
sie nicht auf die „schiefe Bahn“ geraten sind und etwas
geleistet haben. Ich sage ihnen oft, dass ich stolz auf sie
bin und ich sie lieb habe, egal was kommt.

Leider hat mir meine Tochter das alles nicht neutral und
sachlich geschrieben, wie Du schon schreibst, wird sie jetzt
ihre Wutphase haben. Solange ich beschimft und beleidigt
werde, wird sich unser Verhältnis nicht bessern, ich denke,
dass dann eher sogar das Gegenteil eintreffen wird. - das was
ich nicht verstehe ist, dass das aus heiterem Himmel kam, dass
ich ja letzte Woche noch einen guten Stand bei ihr hatte. Ich
weiß selber nicht mal wie ich mich verhalten soll, wenn ich
von ihr auch noch beleidigt und verletzt werde.

klar wird das verhältnis schlechter - wenn du damit nicht
umgehen kannst - aber wie ich schon schrieb - es liegt bei dir
ob nun
übergangsweise oder auf dauer. ausserdem musst du dir nicht
alles
gefallen lassen - egal wie wütend sie ist - einen gewissen
anstands-
ton kann auch sie wahren - das kannst du ihr ja klarmachen.
also z.b die bereitschaft zu reden - aber unter welchen
bedingungen -
nicht ausfallend zu werden - sonst beendest du das gespräch
freundlich aber bestimmt. - du musst nicht passiv sein, auch
wenn sie ihre gründe hat. hier gehts nicht um recht und
unrecht und deshalb gehts auch nicht um schuld oder unschuld.

LG
nina

Hallo Nina,

Du bist scheinbar jemand von der Sorte: Wie basteln wir uns ein Problem?!

Nix für ungut, aber ich denke, das ist der Knackpunkt!

Suse

hi suse,

tja, da werden wir nicht einig, denn bei dir sehe ichs genau entgegengesetzt - wie ignorieren wir ein problem.

da es nicht um recht oder unrecht sondern um wahrnehmungen geht,
ist beides ok.

LG
nina