Mütter u. große Töchter

Hallo liebe Experten,

meine Tochter(28) wirft mir auf einmal, aus dem heiterem Himmel, Sachen vor die in ihrer der Kindheit meinerseits falsch gemacht worden sind. Ich habe ihr gesagt, dass ich mich an verschiedene Situationen noch erinnere und mir das sogar heute noch leid tut wenn ich daran denke, das sagte ich ihr auch, auch sagte ich, dass mit das leid tut, was gewesen ist, aber ich kann das doch nicht rückgängig machen.

Leider weiß ich nicht wie ich mit ihr umgehen soll. Klar habe ich einiges nicht richtig gemacht, das ist wohl auch heute noch so, dass man nicht immer das Richtige tut. Wir wohnen einige Kilometer auseinander, sie ist vor etwa 6 Jahren ausgezogen, aber haben Kontakt per sms und mails, sie kritisiert auf einmal meine Freizeitgestaltung und dass ich mich mehr mit meinen Freunden befasse als mit ihr und meiner anderen Tochter, dabei haben sie ja auch Freunde und jeweils einen Partner. Meine andere Tochter hat sie gegen mich aufgehetzt und denkt stimmt mit ein. Ich verstehe das alles nicht. Sonst war ich immer die beste Mutter auf Erden, so sagten sie mir das jedenfalls, so sagten sie sogar das vor kurzem noch.

Habt Ihr eine Idee was ich machen könnte, wie ich mich verhalten kann?

Liebe Grüße

Heike

Hallo, Heike,

Habt Ihr eine Idee was ich machen könnte, wie ich mich
verhalten kann?

statt über SMS und E-Mails würde ich es mit einem Gespräch unter vier oder sechs Augen (Du und Deine Töchter) versuchen.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Hallo Heike,

meine Tochter(28) wirft mir auf einmal, aus dem heiterem
Himmel, Sachen vor die in ihrer der Kindheit meinerseits
falsch gemacht worden sind.

Ja… das kenne ich… Ich bin eine Tochter…

Ich habe ihr gesagt, dass ich mich
an verschiedene Situationen noch erinnere und mir das sogar
heute noch leid tut wenn ich daran denke, das sagte ich ihr
auch, auch sagte ich, dass mit das leid tut, was gewesen ist,
aber ich kann das doch nicht rückgängig machen.

Das ist schon sehr viel… Manche Mütter erinnern sich an sowas gar nicht… Geschweige denn tut ihnen etwas leid…

Leider weiß ich nicht wie ich mit ihr umgehen soll.

Du hast gesagt, dass es dir leidtut, was auch immer, das ist schon einmal gut.
Keine Vorwürfe, kein „ich-habs-gleich gesagt“, kein Drängen, keine Ratschläge ohne vorausgegangene Fragen ihrerseits.

…sie kritisiert auf einmal meine Freizeitgestaltung und dass ich
mich mehr mit meinen Freunden befasse als mit ihr und meiner
anderen Tochter…

Also ich finde ja, DARÜBER sollte sie direkt glücklich sein. Es gibt Mütter… ach, das ist ein weites Feld…

Habt Ihr eine Idee was ich machen könnte, wie ich mich
verhalten kann?

Mach das, was Dir jetzt leidtut, einfach in Zukunft anders. Und finde Dich damit ab, dass Mütter-Töchter-Beziehungen leider oft genau so sind, wie du das beschreibst. Und damit abfinden müssen sich nicht nur die Mütter…

viele Grüße von Leonora

Hallo Oliver Walter,

statt über SMS und E-Mails würde ich es mit einem Gespräch
unter vier oder sechs Augen (Du und Deine Töchter) versuchen.

SMS und e-mails sind besser als nichts… Zumindest für einen Anfang…

Gruß, Leonora

Hallo, Leonora,

SMS und e-mails sind besser als nichts… Zumindest für einen
Anfang…

zum Beispiel um einen Termin für ein klärendes Gespräch zu vereinbaren. Aber Deinem Posting oben zufolge bräuchten Heike und ihre Töchter ja eigentlich gar kein Gespräch: Sie sollen sich Deiner Meinung nach einfach mit der Situation abfinden, weil Mütter-Töchter-Beziehungen einfach so sind. Das ist mir nun wieder zu einfach.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Hallo Oliver Walter

zum Beispiel um einen Termin für ein klärendes Gespräch zu
vereinbaren.

Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass es nicht immer (die Betonung liegt auf „nicht immer“ , so, wie im vorhergegangenen Beitrag auf „für den Anfang“…)gut ist, sich als Mutter und Tochter gegenüber zu sitzen. Schreiben ist manchmal eindeutiger und klarer…

Aber Deinem Posting oben zufolge bräuchten Heike
und ihre Töchter ja eigentlich gar kein Gespräch: Sie sollen
sich Deiner Meinung nach einfach mit der Situation abfinden,
weil Mütter-Töchter-Beziehungen einfach so sind. Das ist mir
nun wieder zu einfach.

Einfach… wenn’s das mal wäre… Aber zu mir als Tochter sagte mal ein professionell Beratender, ich in meinem Alter, damals 30, solle doch nicht zu viel (Gefühle) von meiner Mutter erwarten. Und ich glaube, das kann man auch umdrehen und zu Müttern sagen.
So, wie schon manchmal das Verhältnis zwischen Männern und Frauen nicht einfach ist, so ist es noch viel schwieriger zwischen Müttern und Töchtern, sofern diese sich nicht ausgesprochen ähnlich sind. Frauen neigen dazu, zu interpretieren und vorauszusetzen, das geht gut unter Freundinnen und Kolleginnen, aber eben nur selten unter Müttern und Töchtern.
Das alles soll nicht heißen, man solle irgendetwas unversucht lassen, was das Verhältnis verbessern könnte. Aber man muss viel Geduld haben, und manchmal sogar Glück…

Gruß, Leonora

Gruß, Leonora

1 „Gefällt mir“

Ich glaube kaum, daß Deine Tochter mit einer perfekten Mutter glücklicher gewesen wäre.
Menschen machen nun mal Fehler und als Mutter mit zwei Kindern, Haushalt und noch Beruf ist es schon immer ein Spagat gewesen. Allen kann man es nie recht machen.
Ich denke es zeugt von wenig geistiger Reife, wenn Dir Deine 28-jährige!!! Tochter Vorwürfe macht über frühere Fehler und dazu noch Ihre Schwester aufhetzt.
Natürlich kann man sich darüber aussprechen, was oftmals schwierig wegen der aufsteigenden Emotionen ist.
Du hast stets Dein Bestes getan und aus Deiner damaligen Sicht war das keine Fehler. Laß Deine Würde nicht untergraben. Frage Sie direkt, was sie damit bezwecken.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo, Leonora,

Einfach… wenn’s das mal wäre… […]

Das alles soll nicht heißen,
man solle irgendetwas unversucht lassen, was das Verhältnis
verbessern könnte. Aber man muss viel Geduld haben, und manchmal
sogar Glück…

gut, dann sind wir uns einig.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Hallo Kerstin,

vielen Dank - Du hast es auf den Punkt gebracht. Das was ich als schlimm empfand, ist, dass sie mich schwer verletzt hat. Ich habe mein Bestens getan und immer gekämpft wie eine Löwin, meine Mädchen haben eine gute Schule besucht und einen guten Beruf erlernt. Meine Freundin sagte mir, dass ich mir nichts vorzuwerfen habe, ich war sehr jung als ich schwanger wurde und sie hat mich immer bewundert wie gut ich das alles meisterte, zumal ich keinerlei Hilfe hatte.

Liebe Grüße

Heike

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Leonora,

Vorwürfe bekomme ich höchstens zu hören und auch noch ein paar Beleidigungen dazu.

Da wir weiter auseinander wohnen ist es nicht immer einfach sich zu besuchen, aber wie schon gesagt, gibt es sms und mails, das gab es früher alles nicht, auch wenn der Kontakt aus Schreiben besteht, so haben wir immerhin welchen, wir haben uns immer liebevoll geschrieben und uns auch so gut verstanden, aber ich kann nicht nur arbeiten gehen und mails und sms schreiben, ich habe seitdem Auszug meiner Töchter einen Freundeskreis aufgebaut und bin froh, dass ich Freunde habe und nicht mit Selbstmordgedanken in der Ecke sitze, aber das sehen meine Mädchen wohl nicht.

Liebe Grüße

Heike

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo, Heike!

Ich kann hier nur aus Tochtersicht sagen, was ich dazu denke und erlebt habe…

Mir ist vor ein paar Wochen etwas ähnliches passiert: Ich habe meine Mutter aus relativ heiterem Himmel (bzw. für sie aus heiterem Himmel…ich hatte einen Tag später einen Nervenzusammenbruch, war also mehr als angespannt) eine Viertelstunde am Stück angebrüllt, weil so viel schief gelaufen ist in meiner Kindheit, Sachen, die sie nie so gesehen und auch nicht eingesehen hat.

Woher das kam? In meinem Leben hat sich im letzten Jahr viel verändert, ich habe mich verändert, viel neu aufgerollt, viel bearbeitet und dabei viele Dinge anders gesehen als vorher. Da kam ganz viel Wut auf meine Eltern hoch und auf die Dinge, die sie falsch gemacht haben, und diese Wut hat sich dann an jenem Tag entladen.

In solch einer Situation neigt man dazu, erst mal nur die schlechten Dinge zu sehen, die Sachen, die einen negativ geprägt oder es einem schwer gemacht haben, und verdrängt erst mal all das Gute, was die Eltern einem doch getan haben. Ich denke, das ist in einem gewissen Rahmen auch normal.

Was bei mir zur Zeit passiert, ist nichts anderes als ein Ablösungsprozeß, dem meine Mutter stellenweise einfach nicht folgen kann, weil die Muster, die wir in unserer Mutter-Tochter-Beziehung gelebt haben, so lange funktionierten. Und auf einmal (und für sie wahrnscheinlich völlig unerwartet) tun sie es nicht mehr. Das ist ein Reibungsprozeß, der ähnlich ist wie die Pubertät: Man versucht, sich als Kind von den Eltern abzugrenzen, und ballert dann sozusagen erst mal voll aus allen Rohren, bis man sich orientiert hat und wieder entspannter sein kann.

Vielleicht passiert bei Deinen Töchtern gerade etwas Ähnliches? Ich denke, das wird sich wieder geben, einfach Nerven behalten und vielleicht auch selber darüber nachdenken, was damals passiert ist und was für einen Einfluß das gehabt haben könnte (aber das tust Du ja, das finde ich übrigens großartig!).

Und vielleicht erst mal in Ruhe lassen und später darüber reden, in Ruhe.

Liebe Grüße,

Smiri

Hi Heike,

das kenne ich, allerdings bin ich die Tochter. Bei mir ist die Phase der Vorwürfe gegenüber meinen Eltern jetzt langsam abgeschlossen und meine Mama und ich verstehen uns mittlerweile wieder richtig gut. Deine Tochter wird halt langsam richtig erwachsen und beginnt mit dem endgültigen Abnabelungsprozess. Das passiert bei den einen früher (Pubertät) und bei anderen eben später.
Ich kenne fast keine Tochter, die nicht Probleme mit ihrer Mutter hatte oder hat. (Wie war das denn bei Dir damals?)
Nimm’s ihr nicht krumm und sage ihr, dass Eltern Fehler machen, schließlich bist Du auch nur ein Mensch. Irgendwann wird sie das begreifen und dann klappt es auch wieder zwischen Euch. Allerdings würde ich dringend mal mit Deinen beiden Töchtern gemeinsam darüber reden, dass Du das Gefühl hast, die eine wird von der anderen aufgehetzt. Schluck das bloß nicht runter.
Reden, reden, reden… (und geduldig sein…)

LG Suse

hallo heike,

Leider weiß ich nicht wie ich mit ihr umgehen soll.

warte gelassen ab, bis die tochter deiner tochter ihrer mutter dieselben vorwürfe macht. spätestens dann wird deine tochter begreifen, daß es im nachhinein immer sehr einfach ist, zu wissen, was richtig und was falsch. und am einfachsten ist es noch, wenn man ganz genau weiß, was andere falsch gemacht haben.

gruß
ann

Hi Suse,

Du wirst sicher Recht haben und das ist auch die einzig logische Erklärung für mich. Das ich Fehler gemacht habe, das habe ich ihr ja schon gesagt, nur traurig fand ich, dass ich vor einer Woche noch die beste aller Mütter war und sie mich dann eine Woche später so tief verletzt hat indem sie mich auch noch schwer beleidigte. Schade finde ich es auch, dass Kinder (wenn sie schon älter sind), nicht sehen wie schwer es Mütter hatten, die alleinerziehend waren, einen Vollzeit-Beruf und die finanzielle Not die da war, weil der Vater keinen Unterhalt zahlte und so wie es bei mir war, ich seine Schulden noch abbezahlen musste.

Liebe Grüße

Heike

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

meine Mädchen haben eine gute Schule besucht und einen guten
Beruf erlernt.

Hallo Heike

Genau das sind die Sätze die deinen Töchtern wahrscheinlich übel aufstoßen.
Weil sie nur in eine Richtung zielen und etwas anderes vermissen lassen. Beziehungen, besonders enge wie Mutter-Kind Beziehungen leben eben nicht nur von Leistungsdenken und dem was DU getan hast um ihnen diese Leistung abzuverlangen. Gesunde Mutter-Kind Beziehungen leben von Emotionalität und Nähe, von Halt und Vertrauen, nicht von Leistungsansprüchen.
Ich könnte mir vorstellen das ist ein Punkt der dir von ihnen vorgeworfen wird.

LG

Schiwa

Liebe Grüße

Heike

Hallo liebe Experten,

meine Tochter(28) wirft mir auf einmal, aus dem heiterem
Himmel, Sachen vor die in ihrer der Kindheit meinerseits
falsch gemacht worden sind. Ich habe ihr gesagt, dass ich mich
an verschiedene Situationen noch erinnere und mir das sogar
heute noch leid tut wenn ich daran denke, das sagte ich ihr
auch, auch sagte ich, dass mit das leid tut, was gewesen ist,
aber ich kann das doch nicht rückgängig machen.

Leider weiß ich nicht wie ich mit ihr umgehen soll. Klar habe
ich einiges nicht richtig gemacht, das ist wohl auch heute
noch so, dass man nicht immer das Richtige tut. Wir wohnen
einige Kilometer auseinander, sie ist vor etwa 6 Jahren
ausgezogen, aber haben Kontakt per sms und mails, sie
kritisiert auf einmal meine Freizeitgestaltung und dass ich
mich mehr mit meinen Freunden befasse als mit ihr und meiner
anderen Tochter, dabei haben sie ja auch Freunde und jeweils
einen Partner. Meine andere Tochter hat sie gegen mich
aufgehetzt und denkt stimmt mit ein. Ich verstehe das alles
nicht. Sonst war ich immer die beste Mutter auf Erden, so
sagten sie mir das jedenfalls, so sagten sie sogar das vor
kurzem noch.

Habt Ihr eine Idee was ich machen könnte, wie ich mich
verhalten kann?

Liebe Grüße

Heike

Ich glaube kaum, daß Deine Tochter mit einer perfekten Mutter
glücklicher gewesen wäre.
Menschen machen nun mal Fehler und als Mutter mit zwei
Kindern, Haushalt und noch Beruf ist es schon immer ein Spagat
gewesen. Allen kann man es nie recht machen.
Ich denke es zeugt von wenig geistiger Reife, wenn Dir Deine
28-jährige!!! Tochter Vorwürfe macht über frühere Fehler und
dazu noch Ihre Schwester aufhetzt.
Natürlich kann man sich darüber aussprechen, was oftmals
schwierig wegen der aufsteigenden Emotionen ist.
Du hast stets Dein Bestes getan und aus Deiner damaligen Sicht
war das keine Fehler. Laß Deine Würde nicht untergraben.
Frage Sie direkt, was sie damit bezwecken.

2 „Gefällt mir“

Hallo Schiwa,

da täuschst Du Dich, das mit der Schule und mit dem Beruf habe ich hier erzählt, ich habe so etwas oder auch so etwas ähnliches, nie meinen Töchtern gesagt, ich sage ihnen, dass ich stolz auf sie bin, ich selber wollte hier damit nur sagen, dass ich es nicht so einfach hatte, sicher habe ich mich nicht gut ausgedrückt.

Liebe Grüße

Heike

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Liebe Heike,

da diese Vorwürfe Deiner Tochter überraschend für Dich kommen, kann ich mir schon vorstellen, dass Dich das sehr trifft und traurig macht. Tut mir sehr leid für Dich!
Allerdings glaube ich nicht, dass deine Töchter nicht schätzen, was Du für sie geleistet hast. Sie sehen es im Moment nur einfach nicht, weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Vielleicht ist Deine Tochter auch momentan etwas unzufrieden mit ihrem leben und sucht jetzt einen Sündenbock (das ist jatzt aber reine Spekulation).

Mir ist noch was anderes eingefallen. Du hast ja geschrieben, dass ihr sehr viel telefoniert, sms und e-mail schreibt. Könnte es sein, dass sich dein großes Mädchen etwas bedrängt fühlt? Falls der Kontakt immer eher von Dir ausgeht, würde ich jetzt einfach öfter mal warten, bis sie sich meldet (auch wenn’s schwer fällt). Meine Mutter hat früher auch jede Woche bei mir angerufen, bis es mich echt genervt hat…
Zum Thema Kritik an Deiner Freizeitgestaltung: Erzähl ihr doch einfach nicht alles, dann kann sie Dich auch nicht kritisieren. Deine Tochter erzählt Dir bestimmt auch nicht alles, was sie so treibt. Sag ihr das nächste Mal, das sie das überhaupt nix angeht und Du tun und lassen kannst, was Du willst und Du ihr in Zukunft nix mehr davon erzählen wirst.
Und nimm Dir Deine andere Tochter ruhig auch mal zur Brust!

LG Suse

hallo heike,

ich habe nun den ganzen strang gelesen und auch die aussage dass deine kinder froh sein sollten wie du alles allein meisterst und nicht am rande des selbstmordes bist…

das und noch andere aussagen vermitteln mir ein wenig den eindruck als würdest du dich sehen aber nicht die gefühlswelt deiner tochter.
es gibt nunmal 2 realitäten - deine und die deiner tochter - deine tochter hat als kind die welt anders erlebt als du.
das problem ist meiner meinung nach meistens mit dem müttern die anerkennung dessen. auch meine mutter hatte lange probleme damit einzusehen dass ich es eben nicht sooooo gut hatte wie sie meinte,
nicht so einfach wie sie dachte und dass ich eben eine eigene gefühlswelt hatte - um die sich mütter nicht immer so sorgen wie
es angebracht wäre - und wenn dann wie bei dir das leben nicht einfach
sind, fällt unter den tisch was nicht elementar scheint.

ich pers. finde es nicht kindich wenn sie mit 28 nun beginnt auch diese seite zu sehen - ich sehe es auch nicht als problem an sich das es gerade so läuft wie es läuft - eher sehe ich ein problem wenn du nicht anerkennst was sie da gerade durchläuft - denn wenn ihr einen weg findet, wird euer verhältnis irgendwann besser als je zuvor.
würde sie diese selbstauseinandersetzung umgehen - wäre es nur scheinbar ein gutes verhältnis - und sie deshalb noch die brave tochter die mutters bemühungen stets anerkennt.
ich weiss das klingt fies - aber in der tat machen mütter viel mehr für sich als sich selbst glauben - so irre selbstlos ist nicht alles und auch nicht alles soll den kindern dienen.

natürlich macht jeder fehler - das ist deiner tochter sicher klar.
ändert das aber etwas daran? ich finde nicht. ich finde es gut für sie wenn sie sich mit den einzelheiten befasst - und ich fände es wichtig ihre gefühle anzuerkennen - heute zumindest. - deshalb musst du dich weder mit asche bestreuen noch bist du deshalb eine schlechte mutter gewesen.
du weisst selbst aus deiner kindheit was mütter so alles an ihren kindern verbrechen - vielmehr eltern - denn ein abwesender vater
wirkt sich auch aus und nur weil er weg ist, ist er nicht raus aus
der verantwortung, im gegenteil.
jedenfalls weisst du sicher heute noch genau was dir einst so weh getan hat und evtl weisst du heute auch was du alles verdrängt hast und eben nicht bearbeitet und damit nicht verarbeitet - diese dinge stehen einem immer im wege - insofern könnte man sagen, es ist doch toll wenn deine tochter es nun aber versucht zu bearbeiten.
das da wut, enttäuschung und alte kränmkungen hochkommen halten ich auch für normal. die frage ist, wie man als mutter damit umgehen kann.
im moment siehst du dich als opfer - so mein eindruck - aber ich finde du solltest es sehen wie einen bumerang - da kommt nun was zurück -
nat. freut man sich nicht darüber - aber was es bewirken kann ist meine ansicht nach nur gutes. - sofern die mutter nicht alles abblockt - was auch geschieht wenn sie pauschale antworten gibt und damit das gefühl hinterlässt - nicht ernst zu nehmen wie das kind etwas empfindet - auch was es bewirkt hat - die entstandenen muster die einem als erwachsene probleme bereiten - das alles kennst du selbst - du warst ja auch kind.

das paradoxe scheint - solange die tochter wütend ist, kann eine mutter sich schwer darauf einlassen - und solange die tochter wütend ist - wil lsie im grund eine umkehrung - was ja nicht möglich ist. erst wenn sie die wutphase an sich hinter sich hat, können meiner erfahrung nach (die nicht nur meine eigene ist) sich öffnen und erst dann sind gleichwertige gespräche möglich die vieles klären, auflösen und transparent machen. - ob du in dieser phase dazu beitragen kannst, das die wutphase (die nicht umgehrbar ist) schneller vorübergeht, weiss ich nicht - aber hilfreich wäre sicher wenn du ihr mehr das gefühl vermitteln könntest, dass es dich interessiert wie sie sich bei was auch immer damals gefühlt hat und welche probleme sie heute damit hat.
denn die heutigen probleme und das erkennen der verbindung zui damals waren ja der auslöser für die wut und die auseinandersetzung.
ich weiss nicht ob man das kann als eltern - versuchen eine rolle einzunehmen die nicht die der mutter ist - also innerlich auf distanz gehen - ich denke, wenn man nicht mehr ständig das gefühl hat sich verteidigen zu müssen - fallen schuldgefühle weg - und erst dann kann man sich wirklich einlassen auf das „vorgeworfene“.
vielleicht könntest du ihr - sofern du das ähnlich siehst - das mitteilen und ihr trefft für eine begrenzte zeit eine abmachung -
ich weiss nicht genau wie sie aussehen kann - aber sie sollte wenn
für beide richtig sein und alle punkte beiden bekannt, sonst klappts
nicht.

z.b.

  1. man telefoniert lieber - es sind sonst schliesslich keine dialoge möglich die hilfreich sind.
  2. wenn es um diese themen geht - bekommst du z.b voher eine sms und kannst innerlich auf distanz gehen.
    kannst du das aber nicht, sollte sie es wissen - und dann muss man sich mal überlegen wie man dann vorgeht - abbrechen, verschieben oder „aushalten“?
    einige regeln wären sicher gut - nich schreien, nicht beleidigen, ausreden lassen. keine verteidigung/rechtfertigung beidseits.
    nie im zorn auseinandergehen oder zumindest mit einer alternative für eine fortsetzung des gesprächs.

ich weiss nicht ob das nun machbar ist - so in der art habe ichs mit meinen eltern gehalten als ich in der phase war.

würde man meine mutter damals gefragt haben, hätte sie sicher gesagt - meine tochter verändert sich zum negativen*lach - klar - ich war ja nicht mehr nur die brave liebe, ich habe für sie eben nicht mehr „funktioniert“ - heute aber sagt sie das gegenteil, sie hat lange gebraucht um zu spüren, diese phase war wichtig - weit über den rahmen hinaus den man sie so denken kann, denn auch sie hat so einiges für sich aufgearbeitet was sie verdrängt hatte.
heute haben wir ein wirklich echtes verhältnis miteinander das von respekt - gegenseitigen!!! und verständnis geprägt ist - und hier halte ich das seitens der mutter für einen grossen lernschritt.
das schwerste scheint mir, das eine mutter „an - erkennt“, was welche
dinge wie bei einem kind auslösen und wie (arg) es nachwirken kann,
welche probleme es einem als erwachsener im leben so machen kann…

ich habs meiner mutter mal gesagt, ich habe ihr lange nicht zugetraut dass sie eine so grosse ist und das schafft - sie hat es aber und dafür zolle ich ihr respekt groesster art. sie ist den schweren weg gegangen, die scheinbar leichteren sind zwar ohnehin die schwereren, aber das konnte sie anfangs nicht wissen und auch nicht was es sie gekostet hätte wenn sie den dreh nicht rausbekommen hätte. aber ich weiss es für mich und ich kann sagen, es wäre ein bitterer gewesen für sie.

insofern würde ich es auch als eine art angebot sehen - es ist keine bestrafung was deine tochter da macht, sie hat nichtmal eine wahl -
als eltern hat man die wahl - geht man mit oder nicht. wenn du mitgehen willst, sags ihr und klärt wie das für eine bestimmte zeit laufen kann - denn das muss man in den phasen immer neu aushandeln, weil es nicht statisch sein kann.

dennoch - leicht ists nicht - für beide nicht, da kannst du sicher sein . kein kind verletzt die eltern gerne. es dient einem höherem ziel, evtl kannst du das für dich fühlen, keine ahnung.

LG
nina

hallo suse,

sehen eltern denn auch was kinder so leisten? was sie mittragen, aushalten oder keine ahnung was?

ich fühle beschreibungen wie du sie gerade geschrieben hast als
sehr einseitig und damit nicht realistisch.
viele eltern denken so und das genau sorgt bei mir pers. für das
gefühl, hier gehts um egoistische motive - nach dem motto - mein
kind muss dankbar sein was ich alles in selbstloser manier getan
habe - was davon dann am ende wirklich selbstlos war ist ne andere
sache - meiner ansicht nach relativ wenig, aber dass ist wohl das
schwerste für eltern - sich das einzugestehen.

doch abgesehen von meiner pers. ansicht glaube ich nicht das man weiterkommt wenn man fronten aufbaut.
die kinder haben probleme in der gegenwart.- sie stellen fest,
es gibt eine verbindung zu ihrer kindheit - prägung/erziehung.
ich finde es ist eine achtsame leistung nicht zu verdrängen und
wie gerne üblich so zu tun als sei das alles nicht so sondern
sich dem zu stellen - das scheinen die kinder zu tun.
ich finde das mutig - denn es ist schmerzhafter als man sich wohl
so vorstellt.

den arsch haben nicht wirklich viele in der hose - und so könnte eine mutter sich auch sagen - ne tolle tochter habe ich da erzogen - die kämpft - (vor irgendwo wird sie den kampfgeist um ihrer selbst willen ja haben - das er nun nicht ganz so aussieht wie gedacht steht auf einem anderen blatt - mütter können es sich eben nicht aussuchen:wink:

welcher auslöser nun für das ganze verantwortlich ist weiss ich nicht.
denke es ist auch wurst - weils nicht mehr umkehrbar ist, egal was man macht oder lässt. es gibt nur den weg zu suchen wie alle damit gut umgehen können - und auch das steckt voller versuche und fehlschläge.

das nennt man leben:smile:

LG
nina

danke liebe Suse,

das mit dem Schreiben ist ganz verschieden, meistens bekomme ich als erstes mails oder sms von meinen Töchtern, die ich dann beantworte, anschliessend ist es ein hin und her schreiben, wobei wir unsere Erlebnisse mitteilen und ich natürlich auch von mir erzähle. Da wir alle in Büros arbeiten, ist das Mailschreiben sogar ziemlich einfach.

Ich denke auch, dass sie nicht ganz so zufrieden ist mit ihrem Leben, vielleicht hat sie Heimweh, denkt, dass ich ja oft mit meinen Freunden zusammen bin und mit denen Spaß habe, fühlt sich vernachlässigt, so oft besuchen wir uns nicht, weil die Entfernung etwas größer ist.

Mir fällt noch ein, als sie mich letztens besuchte, da sagte sie, dass ich so viele Leute kenne und bei mir immer was los ist, dass das so schön ist. Ich hatte das Gefühl, dass sie auch gerne viele Leute kennenlernen würde - Dass ich viele Leute in unserer Stadt kenne, das kommt aber auch durch meine ehrenamtliche Tätigkeit, die gleichzeitig auch mein Hobby ist und die einen großer Teil meiner Freizeit beansprucht.

In Zukunft werde ich auch nicht mehr alles was die Freizeitgestaltung angeht erzählen, eigentlich war ich immer so unbedarft dabei und finde es schade, dass man das wohl nicht mehr kann. - Dass sie mir nicht alles erzählt, das kann ich mir denken und das ist auch nicht schlimm.

Liebe Grüße

Heike

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]