hallo heike,
ich habe nun den ganzen strang gelesen und auch die aussage dass deine kinder froh sein sollten wie du alles allein meisterst und nicht am rande des selbstmordes bist…
das und noch andere aussagen vermitteln mir ein wenig den eindruck als würdest du dich sehen aber nicht die gefühlswelt deiner tochter.
es gibt nunmal 2 realitäten - deine und die deiner tochter - deine tochter hat als kind die welt anders erlebt als du.
das problem ist meiner meinung nach meistens mit dem müttern die anerkennung dessen. auch meine mutter hatte lange probleme damit einzusehen dass ich es eben nicht sooooo gut hatte wie sie meinte,
nicht so einfach wie sie dachte und dass ich eben eine eigene gefühlswelt hatte - um die sich mütter nicht immer so sorgen wie
es angebracht wäre - und wenn dann wie bei dir das leben nicht einfach
sind, fällt unter den tisch was nicht elementar scheint.
ich pers. finde es nicht kindich wenn sie mit 28 nun beginnt auch diese seite zu sehen - ich sehe es auch nicht als problem an sich das es gerade so läuft wie es läuft - eher sehe ich ein problem wenn du nicht anerkennst was sie da gerade durchläuft - denn wenn ihr einen weg findet, wird euer verhältnis irgendwann besser als je zuvor.
würde sie diese selbstauseinandersetzung umgehen - wäre es nur scheinbar ein gutes verhältnis - und sie deshalb noch die brave tochter die mutters bemühungen stets anerkennt.
ich weiss das klingt fies - aber in der tat machen mütter viel mehr für sich als sich selbst glauben - so irre selbstlos ist nicht alles und auch nicht alles soll den kindern dienen.
natürlich macht jeder fehler - das ist deiner tochter sicher klar.
ändert das aber etwas daran? ich finde nicht. ich finde es gut für sie wenn sie sich mit den einzelheiten befasst - und ich fände es wichtig ihre gefühle anzuerkennen - heute zumindest. - deshalb musst du dich weder mit asche bestreuen noch bist du deshalb eine schlechte mutter gewesen.
du weisst selbst aus deiner kindheit was mütter so alles an ihren kindern verbrechen - vielmehr eltern - denn ein abwesender vater
wirkt sich auch aus und nur weil er weg ist, ist er nicht raus aus
der verantwortung, im gegenteil.
jedenfalls weisst du sicher heute noch genau was dir einst so weh getan hat und evtl weisst du heute auch was du alles verdrängt hast und eben nicht bearbeitet und damit nicht verarbeitet - diese dinge stehen einem immer im wege - insofern könnte man sagen, es ist doch toll wenn deine tochter es nun aber versucht zu bearbeiten.
das da wut, enttäuschung und alte kränmkungen hochkommen halten ich auch für normal. die frage ist, wie man als mutter damit umgehen kann.
im moment siehst du dich als opfer - so mein eindruck - aber ich finde du solltest es sehen wie einen bumerang - da kommt nun was zurück -
nat. freut man sich nicht darüber - aber was es bewirken kann ist meine ansicht nach nur gutes. - sofern die mutter nicht alles abblockt - was auch geschieht wenn sie pauschale antworten gibt und damit das gefühl hinterlässt - nicht ernst zu nehmen wie das kind etwas empfindet - auch was es bewirkt hat - die entstandenen muster die einem als erwachsene probleme bereiten - das alles kennst du selbst - du warst ja auch kind.
das paradoxe scheint - solange die tochter wütend ist, kann eine mutter sich schwer darauf einlassen - und solange die tochter wütend ist - wil lsie im grund eine umkehrung - was ja nicht möglich ist. erst wenn sie die wutphase an sich hinter sich hat, können meiner erfahrung nach (die nicht nur meine eigene ist) sich öffnen und erst dann sind gleichwertige gespräche möglich die vieles klären, auflösen und transparent machen. - ob du in dieser phase dazu beitragen kannst, das die wutphase (die nicht umgehrbar ist) schneller vorübergeht, weiss ich nicht - aber hilfreich wäre sicher wenn du ihr mehr das gefühl vermitteln könntest, dass es dich interessiert wie sie sich bei was auch immer damals gefühlt hat und welche probleme sie heute damit hat.
denn die heutigen probleme und das erkennen der verbindung zui damals waren ja der auslöser für die wut und die auseinandersetzung.
ich weiss nicht ob man das kann als eltern - versuchen eine rolle einzunehmen die nicht die der mutter ist - also innerlich auf distanz gehen - ich denke, wenn man nicht mehr ständig das gefühl hat sich verteidigen zu müssen - fallen schuldgefühle weg - und erst dann kann man sich wirklich einlassen auf das „vorgeworfene“.
vielleicht könntest du ihr - sofern du das ähnlich siehst - das mitteilen und ihr trefft für eine begrenzte zeit eine abmachung -
ich weiss nicht genau wie sie aussehen kann - aber sie sollte wenn
für beide richtig sein und alle punkte beiden bekannt, sonst klappts
nicht.
z.b.
- man telefoniert lieber - es sind sonst schliesslich keine dialoge möglich die hilfreich sind.
- wenn es um diese themen geht - bekommst du z.b voher eine sms und kannst innerlich auf distanz gehen.
kannst du das aber nicht, sollte sie es wissen - und dann muss man sich mal überlegen wie man dann vorgeht - abbrechen, verschieben oder „aushalten“?
einige regeln wären sicher gut - nich schreien, nicht beleidigen, ausreden lassen. keine verteidigung/rechtfertigung beidseits.
nie im zorn auseinandergehen oder zumindest mit einer alternative für eine fortsetzung des gesprächs.
ich weiss nicht ob das nun machbar ist - so in der art habe ichs mit meinen eltern gehalten als ich in der phase war.
würde man meine mutter damals gefragt haben, hätte sie sicher gesagt - meine tochter verändert sich zum negativen*lach - klar - ich war ja nicht mehr nur die brave liebe, ich habe für sie eben nicht mehr „funktioniert“ - heute aber sagt sie das gegenteil, sie hat lange gebraucht um zu spüren, diese phase war wichtig - weit über den rahmen hinaus den man sie so denken kann, denn auch sie hat so einiges für sich aufgearbeitet was sie verdrängt hatte.
heute haben wir ein wirklich echtes verhältnis miteinander das von respekt - gegenseitigen!!! und verständnis geprägt ist - und hier halte ich das seitens der mutter für einen grossen lernschritt.
das schwerste scheint mir, das eine mutter „an - erkennt“, was welche
dinge wie bei einem kind auslösen und wie (arg) es nachwirken kann,
welche probleme es einem als erwachsener im leben so machen kann…
ich habs meiner mutter mal gesagt, ich habe ihr lange nicht zugetraut dass sie eine so grosse ist und das schafft - sie hat es aber und dafür zolle ich ihr respekt groesster art. sie ist den schweren weg gegangen, die scheinbar leichteren sind zwar ohnehin die schwereren, aber das konnte sie anfangs nicht wissen und auch nicht was es sie gekostet hätte wenn sie den dreh nicht rausbekommen hätte. aber ich weiss es für mich und ich kann sagen, es wäre ein bitterer gewesen für sie.
insofern würde ich es auch als eine art angebot sehen - es ist keine bestrafung was deine tochter da macht, sie hat nichtmal eine wahl -
als eltern hat man die wahl - geht man mit oder nicht. wenn du mitgehen willst, sags ihr und klärt wie das für eine bestimmte zeit laufen kann - denn das muss man in den phasen immer neu aushandeln, weil es nicht statisch sein kann.
dennoch - leicht ists nicht - für beide nicht, da kannst du sicher sein . kein kind verletzt die eltern gerne. es dient einem höherem ziel, evtl kannst du das für dich fühlen, keine ahnung.
LG
nina