Hallo,
in diversen Brettern ist mir der Begriff „Multikulti“ (mit einem äusserst negativem Touch) untergekommen. Ich denke, das ist eine Diskussion wert. Erstmal die Recherche:
In der BRD lebten lt. Stat. Bundesamt 1998 74.728.500 Deutsche und 7.308.500 Ausländer aus allen möglichen Nationen. „Fremdkulturell“ sind vieleicht auch noch die ca. 70.000 jüdischen Mitbürger. Das BKA meldet (ich weiss, dass das Argument kommt
) für 1998 einen Straftatenanteil von 27,1% für Ausländer, wobei zu berücksichtigen ist, dass ein grosser Prozentsatz Straftaten von Deutschen nicht begangen werden können (Vergehen gegen Asyl-/Ausländerrecht).
Ich lebe jezt seit 33 Jahren als Deutscher und werde morgens immer noch nicht durch einen Muezzin, sondern durch den hl. Bimbam gut-christlicher westlicher Werte geweckt, durch die Strassen meines Wohnorts ziehen keine wildbemalten Eingeborenenstämme, sondern belederhoste gamsbebartete Trachtengruppen mit Blasmusik. Die Kulturelle Unterwanderung findet bei mir durch MTV, VH-1, McDonalds und dämliche holländische TV-Produktionen statt…
Jetzt frag ich mich: was ist den das fürchterliche fremdkulturelle Gedankengut, dass hier so vehement abgelehnt wird? Augenscheinlich sind es ja nicht die Amerikaner, Briten, Franzosen, Italiener, Holländer, die hier abgelehnt werden, sondern eben Osteuropäer, Asiaten, Afrikaner (wobei man vieleicht berücksichtigen soltle, dass viele Russen, Rumänen etc. als „deutschstämmige Aussiedler“ von der letzten - rechten - Bundesregierung zum Kommen hoffiert wurden. Und natürlich auch die lieben Sudetendeutschen…). Ich kann aber nicht erkennen, dass diese Menschen einen massgeblichen Einfluss auf unser kulturelles Leben oder unsere Gesellschaft haben würden.
Kulturell überrollt worden sind wir doch vor allem von den USA/GB.
Fremdkulturell beeinflusst sind wir doch vor allem gastronomisch (ne Pizza, die Nr. 14 beim Chinesen oder der Döner an der Ecke sind doch was Feines) oder mikro-ökonomisch (der griechische Gemüsehändler hat halt einfach frischere Ware als der Penny…).
Was dagegen ist denn „deutsche“ Kultur? Fangt jetzt nicht an mit Goethe und Schiller, die sind seit langem tot. Vorgesetzt wird uns doch ein Konglomerat von Musikantenstadel, - scheune, lustige…, dämlichen "Volks"schauspielern (Peter Steiner), Büchern, die keiner lesen und Filme, die keiner sehen will, Daily Soaps vom Schlechtesten und Talkshows vom Albernsten.
Auf wieviel „ausländischen“ Einfluss seid ihr wirklich bereit, zu verzichten? Essen, Trinken, Bücher, Platten, Filme, Waren? Schaut mal in eueren Wohnungen nach, was sich da so alles ausländisches findet und denkt mal drüber nach.
Gruss
Peter