Multiple Persönlichkeit

Hallöchen,

wir behandeln in diesem Semester „Psych. Störungen“ und wir sollen jeder nach den Osterferien ein Referat halten! Ich habe mir dieses Thema ausgesucht, da es mich sehr interessiert und ich so viel wie möglich darüber erfahren möchte! Leider finde ich im I-net nicht so wahnsinnig viel darüber (über Suchmaschinen), deshalb würde ich mich freuen, wenn der eine oder andere mir ein paar gute Links nennen könnte! Auch über Büchertitel (und Beurteilung) oder andere Informationen würde ich mich freuen! Vielen Dank schonmal im Vorraus!

MissMelle

Hi,

hatten wir kürzlich hier im Forum, das Thema. Wenn du

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

diesen ARtikel und die Antworten darauf liest, dann bekommst du ein paar Hinweise.

Gruß

Yoyi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo MissMelle,

im Spiegel war kürzlich ein Artikel darüber

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,281…

Vielleicht ist er interessant für dich, da er relativ neue Forschungsergebnisse präsentiert.

Gruß
Marion

hallo,

diese störung gibt es nicht:
http://www.psychologie-heute.de/news/dietexte/gesund…
legenden halten sich länger als man hofft.

strubbel
§:open_mouth:)

Hi strubbel,

wir haben ja im alten thread schon gestritten: auch wenn ich erhebliche Zweifel an dem Konzept der Multiplen Persönlichkeitsstörung habe, würde ich nie sagen, das gibt es nicht. Richtig ist, es ist in Fachkreisen umstritten. Eine Quelle, die „Fernsehsendung beweist…:“ im Untertitel hat, halte ich übrigens für von eher zweifelhaftem Wert.

Die Multiple Persönlichkeitsstörung hat sogar eine ICD-Nummer (ICD-10 F44.8), ist somit also sozusagen „höchstrichterlich“ als Diagnose abgesegnet.

Gruß

Yoyi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Strubbel,
wieder ein spannendes Thema.
Ich habe auch den Verdacht, dass diese Diagnose zwar theoretisch (und vielleicht auch in wenigen Fällen tatsächlich) existiert, habe aber bei Hunderten oder Tausenden von Patienten, die ich in den letzten 20 - 30 Jahren in psychiatrischen Kliniken, im Sozialpsychiatrischen Dienst und in meiner Praxis gesehen habe, KEINEN EINZIGEN gefunden, dem man diese Diagnose hätte anheften können/dürfen.
Weil sie so spektakulär ist, und also „was hermacht“, ist sie natürlich beliebt bei Filmemachern und auch bei Patienten, also Menschen, die fühlen, dass sie psychisch nicht ganz gesund sind.
Als spezielle Unterform einer schizophrenen Psychose ist die „multiple Persönlichkeit“ natürlich gut vorstellbar und z.B. auch durch Anthony Perkins im legendären Hitchcock-Film „PSYCHO“ recht gut dargestellt worden. Perkins „ist“ sowohl er selbst als auch seine Mutter - das ist der Clou des Filmes.

Gruss, Branden

Hi,

oder andere mir ein paar gute Links nennen könnte! Auch über
Büchertitel (und Beurteilung) oder andere Informationen würde
ich mich freuen! Vielen Dank schonmal im Vorraus!

Buchtitel kann ich dir einen nenne. Das Buch „Aufschrei“ von Trudi Chase erzählt die Geschichte einer multiplen Persönlichkeit. ISBN: 3-404-61133-0 Buch anschauen.

Grüßle
Frank K.

PS: ich hoffe, das Buch gibt’s noch… hab gerade mal nachgesehen und festgestellt, das mein Exemplat schon 12 Jahre alt ist.

Dissoziative Identitätsstörung
Hi MissMelle

über die sog. Dissoziative Identitätsstörung (die Bezeichnung „multiple Persönlichkeitsstörung“ wird heute weitgehend gemieden, um Verwechslung mit „Persönlichkeitsstörungen“ zu vermeiden) ist hier schon zahlreich diskutiert worden. Zuletzt hier

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Zum unübersehbaren Schaden von Betroffenen wird in der nicht-sachkundigen Öffentlichkeit immer wieder dieses sonderbare (und für den psychologisch Unkundigen natürlich auch unbegreifliche) psychische Phänomen in Frage gestellt - nicht zuletzt durch die Aktivitäten einer inzwischen auch in Deutschland mächtigen internationalen Gesellschaft, die auf einer Initiative von Elternverbänden beruht, die sich gegen Mißbrauchs-Anklagen durch ihre eigenen Kinder dadurch teils erfolgreich zu wehren versuchen. Man kann diese Gesellschaft als Organisation zum Schutz von Tätern auffassen - Näheres dazu hier:

http://spiritsofsurvival.opfernetz.de/disinpresse.htm

Meine eigene Position, die auf jahrelangem Gespräch und Zusammenarbeit mit Betroffenen beruht, hatte ich hier einmal zusammengefaßt:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Vielfach wird dieses Phanomen von praktizierenden Therapeuten schlicht übersehen und darüber hinaus auch geleugnet - aus naheliegenden Gründen, weil zum Umgang damit Spezialkenntnisse und jahrelaneg Erfahrung gehört. Sie kommen auch aus einem anderen Grund selten damit in Berührung: Multiple outen sich extrem häufig nicht bei ihnen als solche (genaueres dazu gerne privatim per Mail). Es kommt dazu, daß diese Art der vollständigen Dissoziation als solche gar nicht das eigentlich Therapiebedürftige ist, sondern vielmehr die Entstehungs-Szenarien. Und mit ebendiesen sind viele Therapeuten schlicht überfordert. Die Dissoziation ist vielmehr eine unwillkürliche Bewältigungstrategie des Bewußtseins. Das wenige, was Therapie, sofern sie das Phänomen erkennt, erreichen kann, ist aktuelle Krisenintervention (flashbacks) und das Ziel, daß die Betroffenen Strategien erlernen, Konflikte mit ihrer Umwelt zu vermeiden oder zu bewältigen.

Zusammenfassende Lektüre dazu:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3873874970/028…
kann dir aber noch manche andere ggf. schicken.

Ein sehr empfehlenswertes Buch mit Berichten von Mißbrauchsopfern:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3936544131/028…

Hier ein Forum, in dem du bei Interesse deinen Kenntnisstand erweitern kannst:

http://www.dissoid.de/

und als Beispiel eine Seite einer DIS-Betroffenen:
http://www.hoellen-trip.de/Hauptseite.htm

Gruß

Metapher

Hallo MissMelle

zwei ausgezeichnete Bücher die dir viel Einblick in diese Art des Überlebensmechanismus bietet sind:

Einführung in die Dissoziative Identitätstörung/ multiple Persönlichkeit … Therapeutische Begleitung von schwertraumatisierten Menschen
von Imke Deisler & Angelika Vogler

Multiple Persönlichkeiten
Überlebende extremer Gewalt
von Michaela Huber

es gibt viele Foren die sich mit dieser Problematik beschäftigen und es entstehen zur Zeit viele Bemühungen flächendeckende Selbsthilfegruppen ins Leben zu rufen.
Auch wenn hier sogenannte Experten immer wieder die False Memory Organisation unterstützen in dem sie die Diagnose ad absurdum führen, es ist nicht mehr zu leugnen das es solch eine Gewalt in Deutschland gibt die diese Überlebensstrategie hervorruft.

Wenn du mehr wissen möchtest kannst du mir gerne mailen.

schiwa

Hallo MissMelle

zwei ausgezeichnete Bücher die dir viel Einblick in diese Art
des Überlebensmechanismus bietet sind:

Einführung in die Dissoziative Identitätstörung/ multiple
Persönlichkeit … Therapeutische Begleitung von
schwertraumatisierten Menschen
von Imke Deisler & Angelika Vogler

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3873874970/qid…

Multiple Persönlichkeiten
Überlebende extremer Gewalt
von Michaela Huber

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3596121604/qid…

es gibt viele Foren die sich mit dieser Problematik
beschäftigen und es entstehen zur Zeit viele Bemühungen
flächendeckende Selbsthilfegruppen ins Leben zu rufen.
Auch wenn hier sogenannte Experten immer wieder die False
Memory Organisation unterstützen in dem sie die Diagnose ad
absurdum führen, es ist nicht mehr zu leugnen das es solch
eine Gewalt in Deutschland gibt die diese Überlebensstrategie
hervorruft.

Wenn du mehr wissen möchtest kannst du mir gerne mailen.

schiwa

1 „Gefällt mir“

zur Geschichte

der Entdeckung des Phänomens und seiner Interpretation hier noch das Standardwerk:

Ian Hacking: Multiple Persönlichkeit.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3446187456/qid…

Hi,

habe doch einige Anmerkungen dazu.

über die sog. Dissoziative Identitätsstörung (die Bezeichnung
„multiple Persönlichkeitsstörung“ wird heute weitgehend
gemieden, um Verwechslung mit „Persönlichkeitsstörungen“ zu
vermeiden) ist hier schon zahlreich diskutiert worden. Zuletzt
hier

Multiple Persönlichkeitsstörung ist aber nach wie vor die „offizielle“ Diagnose, sie gehört aber zur Gruppe der dissiziativen Störungen/ Konversionsstörungen.

Zum unübersehbaren Schaden von Betroffenen wird in der
nicht-sachkundigen Öffentlichkeit immer wieder dieses
sonderbare (und für den psychologisch Unkundigen natürlich
auch unbegreifliche) psychische Phänomen in Frage gestellt -

Nicht nur durch die nicht-sachkundige Öffentlichkeit, auch in der Fachöffentlichkeit wird dieses Phänomen in Frage gestellt. Ob eine wissenschaftliche Diskussion geeignet ist, zu schaden, möchte ich generell bezweifeln. Der durch die Auseinandersetzung beschleunigte Fortschritt der Wissenschaft und auch die verbesserte Aufklärung der psychiatischen Praktiker, die damit einhergeht, nützt natürlich zumindest langfristig auch den erkrankten.

nicht zuletzt durch die Aktivitäten einer inzwischen auch in
Deutschland mächtigen internationalen Gesellschaft, die auf
einer Initiative von Elternverbänden beruht, die sich gegen
Mißbrauchs-Anklagen durch ihre eigenen Kinder dadurch teils
erfolgreich zu wehren versuchen. Man kann diese Gesellschaft
als Organisation zum Schutz von Tätern auffassen - Näheres
dazu hier:

Es ist ein vermintes Feld, denn die Multiple Persönlichkeitsstörung ist eine Folge von frühkindlichen Schwersttraumatisierungen, sehr häufig Fälle von sexuellem Mißbrauch. Daher findet die Diskussion nicht rein im medizinischen Raum statt, sondern straf- und zivilrechtliche und natürlich moralische Fragen beeinflussen die Sicht, insbesondere auch auf konkrete Fälle. Dadurch wird alles nicht leichter.

Das die angesprochene Gesellschaft suspekte Züge trägt, sei dir aber zugestanden.

Vielfach wird dieses Phanomen von praktizierenden Therapeuten
schlicht übersehen und darüber hinaus auch geleugnet - aus

Seltene Diagnosen können natürlich gelegentlich von Praktikern übersehen werden, das betrifft aber nicht nur psychiatrische Diagnosen sondern auch bestimmte selten Erkrankungen in anderen Fächern. Das die Diagnose irgendwie „geleugnet“ wird, solltest du erklären. Stellst du Psychiater unter Verdacht, sie würden eine Allianz mit irgendwelchen Tätern eingehen? Ich bitte dich, bleib entweder auf dem Boden oder nenne wenigstens Beispiele, Hinweise, irgendwas.

naheliegenden Gründen, weil zum Umgang damit Spezialkenntnisse
und jahrelaneg Erfahrung gehört. Sie kommen auch aus einem

Der Umgang damit, das betrifft wohl eher den Bereich der Therapie. Wenn ein Psychiater in der Diagnose unsicher ist, kann er bei solchen Sachen immer eine konsiliarische Hilfe der klinischen bzw. der an den Universitäten tätigen Kollegen in Anspruch nehmen, diese wird bei solchen Fällen auch nach meiner Erfahrung immer bereitwillig gewährt. Es reicht, wenn der niedergelassene Kollege erkennt, daß es eventuell solch eine Diagnose sein könnte, zur genauen Abklärung kann er dann Hilfe anfordern.

anderen Grund selten damit in Berührung: Multiple outen sich
extrem häufig nicht bei ihnen als solche (genaueres dazu gerne
privatim per Mail). Es kommt dazu, daß diese Art der
vollständigen Dissoziation als solche gar nicht das eigentlich
Therapiebedürftige ist, sondern vielmehr die
Entstehungs-Szenarien. Und mit ebendiesen sind viele
Therapeuten schlicht überfordert. Die Dissoziation ist

Auch hierzu gilt, wenn ein Psychiater in der Therapie überfordert ist, kann er den Patienten natürlich an einen der auf diesem Gebiet tätigen Experten abgeben. Ob das immer die Frau Huber sein muß, ist eine andere Fragen, durch ihre Medienomnipräsenz macht sie sich in Fachkreisen nicht gerade einen guten Ruf.

vielmehr eine unwillkürliche Bewältigungstrategie des
Bewußtseins. Das wenige, was Therapie, sofern sie das Phänomen
erkennt, erreichen kann, ist aktuelle Krisenintervention
(flashbacks) und das Ziel, daß die Betroffenen Strategien
erlernen, Konflikte mit ihrer Umwelt zu vermeiden oder zu
bewältigen.

Kognitive Verhaltenstherapie eben, du beschreibst es, ohne das Kind beim Namen zu nennen.

Gruß

Yoyi

3 „Gefällt mir“

Hallo,

vielleicht verwundert Dich der Streit über die Existenz der Multiplen Persönlichkeitsstörung / Dissoziativen Identitätsstörung. Die Existenz dieser Störung ist hoch umstritten. Selbst die Weltgesundheitsorganisation hat dies bei der Beschreibung der Störung erwähnt. Bei psychischen Störungen ist eine solche Umstrittenheit der Existenz nichts Ungewöhnliches. Im Bereich der Persönlichkeitsstörungen, zu denen die Multiple Persönlichkeitsstörung trotz ihres Namens verwirrenderweise nicht gehört, gibt es bei jeder Neufassung von international verwendeten Katalogen, in denen die psychischen Störungen beschrieben werden, Änderungen. Manche Störungen verschwinden vollständig, manche neue tauchen auf, manche werden in einen Bereich „zur weiteren Erforschung“ gestellt. Davon solltest Du nicht verwirren lassen.

Hinsichtlich Deines Schulreferats kannst Du gern auf meinen Text, den ich hier abgelegt habe

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

zurückgreifen. Bedenke aber, daß Du ihn nicht abschreibst und vorträgst! Das würden Deine Lehrer mit Sicherheit merken und ich fände es auch nicht gut. Wenn Du ihn durcharbeitest, dann hast Du mehr davon. :wink:

Viel Erfolg!

Oliver Walter
Diplom-Psychologe

Vorläufiges Fazit
Liebe:MissMelle
Nun weißt Du ja, warum Du so viele unterschiedliche und leidenschaftliche Antworten bekommen hast: Du bist von lauter MULTIPLEN PERS…äh…TALENTEN umgeben!
Mach was draus!
Es grüßt Dich Branden

One brain, two selves

im Spiegel war kürzlich ein Artikel darüber

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,281…

und hier das abstract der Originalpublikation von Reinders et al.

http://www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&…

Gruß

Metapher

Hi!

Seltsam ist: alle Links welche dieses umstrittene Phänomen kritisch benennen - leider sehr oft in die Pädo Ecke abdriften.

z.B

Der Klassiker „Sybil“

False memory syndrome etc

Ich persönlich glaube nicht an Multiple Persönlichkeiten.

LG

Siân

Hallo,

Ein sehr guter Film zum Thema ist auch der Film „A Beautiful Mind“
mit Russell Crowe. Da geht es um einen Mathematiker der schizophren
wird ohne es zu merken.

Gruß, Tobias

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

ich kann auch das bereits mehrfach genannte
Buch von Michaela Huber „Multiple Persönlichkeiten-
Überlebende extremer Gewalt“ empfehlen (ich hatte
jedoch Albträume davon). Jetzt werde ich „Jenny“
von Judith Spencer (Fischer-Verlag)
lesen…ist aber wohl eher ein Roman.
In diesem Buch stehen hinten Literatur-
empfehlungen. Die zu Diagnose und Therapie sind
leider alt und auf englisch und diese hier sind
auch nicht die neuesten:

Casey, Joan Frances und Lynn Wilson: „Ich bin viele“

Chase, Truddi: „Aufschrei“

Schreiber, Flora Rheta: „Sybil. Die Persönlichkeits-
spaltung einer Frau“

Liebe Grüße und viel Erfolg beim Referat

Kerstin