Hi,
habe doch einige Anmerkungen dazu.
über die sog. Dissoziative Identitätsstörung (die Bezeichnung
„multiple Persönlichkeitsstörung“ wird heute weitgehend
gemieden, um Verwechslung mit „Persönlichkeitsstörungen“ zu
vermeiden) ist hier schon zahlreich diskutiert worden. Zuletzt
hier
Multiple Persönlichkeitsstörung ist aber nach wie vor die „offizielle“ Diagnose, sie gehört aber zur Gruppe der dissiziativen Störungen/ Konversionsstörungen.
Zum unübersehbaren Schaden von Betroffenen wird in der
nicht-sachkundigen Öffentlichkeit immer wieder dieses
sonderbare (und für den psychologisch Unkundigen natürlich
auch unbegreifliche) psychische Phänomen in Frage gestellt -
Nicht nur durch die nicht-sachkundige Öffentlichkeit, auch in der Fachöffentlichkeit wird dieses Phänomen in Frage gestellt. Ob eine wissenschaftliche Diskussion geeignet ist, zu schaden, möchte ich generell bezweifeln. Der durch die Auseinandersetzung beschleunigte Fortschritt der Wissenschaft und auch die verbesserte Aufklärung der psychiatischen Praktiker, die damit einhergeht, nützt natürlich zumindest langfristig auch den erkrankten.
nicht zuletzt durch die Aktivitäten einer inzwischen auch in
Deutschland mächtigen internationalen Gesellschaft, die auf
einer Initiative von Elternverbänden beruht, die sich gegen
Mißbrauchs-Anklagen durch ihre eigenen Kinder dadurch teils
erfolgreich zu wehren versuchen. Man kann diese Gesellschaft
als Organisation zum Schutz von Tätern auffassen - Näheres
dazu hier:
Es ist ein vermintes Feld, denn die Multiple Persönlichkeitsstörung ist eine Folge von frühkindlichen Schwersttraumatisierungen, sehr häufig Fälle von sexuellem Mißbrauch. Daher findet die Diskussion nicht rein im medizinischen Raum statt, sondern straf- und zivilrechtliche und natürlich moralische Fragen beeinflussen die Sicht, insbesondere auch auf konkrete Fälle. Dadurch wird alles nicht leichter.
Das die angesprochene Gesellschaft suspekte Züge trägt, sei dir aber zugestanden.
Vielfach wird dieses Phanomen von praktizierenden Therapeuten
schlicht übersehen und darüber hinaus auch geleugnet - aus
Seltene Diagnosen können natürlich gelegentlich von Praktikern übersehen werden, das betrifft aber nicht nur psychiatrische Diagnosen sondern auch bestimmte selten Erkrankungen in anderen Fächern. Das die Diagnose irgendwie „geleugnet“ wird, solltest du erklären. Stellst du Psychiater unter Verdacht, sie würden eine Allianz mit irgendwelchen Tätern eingehen? Ich bitte dich, bleib entweder auf dem Boden oder nenne wenigstens Beispiele, Hinweise, irgendwas.
naheliegenden Gründen, weil zum Umgang damit Spezialkenntnisse
und jahrelaneg Erfahrung gehört. Sie kommen auch aus einem
Der Umgang damit, das betrifft wohl eher den Bereich der Therapie. Wenn ein Psychiater in der Diagnose unsicher ist, kann er bei solchen Sachen immer eine konsiliarische Hilfe der klinischen bzw. der an den Universitäten tätigen Kollegen in Anspruch nehmen, diese wird bei solchen Fällen auch nach meiner Erfahrung immer bereitwillig gewährt. Es reicht, wenn der niedergelassene Kollege erkennt, daß es eventuell solch eine Diagnose sein könnte, zur genauen Abklärung kann er dann Hilfe anfordern.
anderen Grund selten damit in Berührung: Multiple outen sich
extrem häufig nicht bei ihnen als solche (genaueres dazu gerne
privatim per Mail). Es kommt dazu, daß diese Art der
vollständigen Dissoziation als solche gar nicht das eigentlich
Therapiebedürftige ist, sondern vielmehr die
Entstehungs-Szenarien. Und mit ebendiesen sind viele
Therapeuten schlicht überfordert. Die Dissoziation ist
Auch hierzu gilt, wenn ein Psychiater in der Therapie überfordert ist, kann er den Patienten natürlich an einen der auf diesem Gebiet tätigen Experten abgeben. Ob das immer die Frau Huber sein muß, ist eine andere Fragen, durch ihre Medienomnipräsenz macht sie sich in Fachkreisen nicht gerade einen guten Ruf.
vielmehr eine unwillkürliche Bewältigungstrategie des
Bewußtseins. Das wenige, was Therapie, sofern sie das Phänomen
erkennt, erreichen kann, ist aktuelle Krisenintervention
(flashbacks) und das Ziel, daß die Betroffenen Strategien
erlernen, Konflikte mit ihrer Umwelt zu vermeiden oder zu
bewältigen.
Kognitive Verhaltenstherapie eben, du beschreibst es, ohne das Kind beim Namen zu nennen.
Gruß
Yoyi