Multiplikator

Hallo VWLer,

ich habe mal Fragen zum Multiplikator.

Der Multiplikator wird ja ausgelöst,wenn der Staat in die Wirtschaft investiert. Wie sieht das in der Realität aus? Gibt der Staat z.B. der Staat Unterstützungshilfe für Unternehmen oder sowas in der Art? Sind das nur Unternehmen wo der Staat investiert oder können es auch die HH sein?

Algemein verstehe ich den Multiplikator so. Da der Staat Geld investiert, ist automatisch mehr Geld im Umlauf in der Wirtschaft. Die Unternehmen geben diese „Unterstützung“ ja aus, indem sie Maschinen kaufen oder sonst was. Durch den Kauf vbar wenn jemand nur eine Frage beantwortet :smile:
on Maschinen,entstehen wieder neue Arbeitsplätze und der Maschinenhersteller hat zusätzlich mehr Geld. Was im Allgemeinen ja das Volkseinkommen erhöht.

Ist das so richtig?

Ich versuch mir das „real“ zu erklären,hat jemand ein gutes Beispiel dafür? :wink:

Zum Multiplikator gibt es eine Tabelle,ich zeige mal die erste Zeile:

Periode: 1
I: 100,00
Y: 100,00
C: 80,00
S: 20,00

Hier beträgt die Konsumquote 80% und die Sparquote 20%

Also ergibt das ja einen Multiplikator von 5, weil 1/(1-0,8)=5 ist (ist ja diese Formel dafür: (1/(1-Konsumquote)))

So, warum ist in der ersten Periode I=Y? Die 2. Periode sieht nämlich so aus:

Periode: 2
I: 100,00
Y: 180,00
C: 144,00
S: 36,00

Hier ist ja jetzt nicht mehr I=Y. Kann das sein, das hier nur Bezug auf die „Unterstützung“ bzw. Investition des Staates genommen wird?

Ich meine das so,ich würde es in 2. Bereichblöcke gliedern:

[Ca. das Geld was das Unternehmen pro Periode einnimmt] und jetzt zusätzlich [Unterstützung vom Staat]

Man betrachtet hier nur das [Unterstützung vom Staat],ist das so richtig oder gibs da eine andere Erklärung?

Bezug zur Tabelle, Weil der Multiplikator 5 ist, wird das Volkseinkommen auf längere Zeit auf 500,00 steigen.
So,ich habe jetzt aber mal gerechnet oder mir ist aufgefallen,dass der Einkommenszuwachs immer geringer wird von Periode zu Periode. Ich meine die Differenzen der Einkommen.

Z.B:

Periode 1: Y=100
Periode 2: Y=180
Periode 3: Y=244
Periode 4: Y=295

Periode 2- Periode 1= 80

Hab ich die Frage zu kompliziert gestellt? :wink: Ich kann sie auch nochmal formulieren!

Ich schreib mal die Tabelle auf.,vll fehlt da der Bezug

Periode 1
I=100,00
Y=100,00
C=80,00
S=20,00

Periode 2
I=100,00
Y=180,00
C=144,00
S=36,00

Periode 3
I=100,00
Y=244,00
C=195,20
S=48,80

Periode 4
I=100,00
Y=295,20
C=236,16
S=59,04

Periode 5
I=100,00
Y=336,16
C=268,93
S=67,23

Dann kommt

… (Also die überspringen einen langen Zeitraum)

Periode x
I=100,00
Y=500,00
C=400,00
S=100,00

Zudem kann ich noch sagen,wir beschäftigen uns mit dem Keynesianismus und dort wird der Multiplikator mit dem Akzelerator vorgestellt.

Kann mir denn keiner einen Hinweis geben? :confused:

Gruß

hi Thoni!

ich versuche dir das mal zu erklären. Hoffentloch wird es klarer.

Also in der ersten Periode müsste gelten I=S!
Also I=20 S=20! Deshalb heißt das ding auch IS-Kurve!

Also:stuck_out_tongue:eriode NULL: I=20
S=20
C=80
Y=100

In diesem einfachen Modell ist es egal, ob man I oder G erhöht. Formal
erhöhen wir die Staatausgaben, wenn der Staat investiert! Ich denke bei euch soll lediglich das Multiplikatorprinzip erklärt werden.

Wenn nun Y=C+I ist gilt: 100=80+20

Was passiert nun wenn der Staat exogen, also ohne das es durch das Modell erklärt wird, die Staatausgaben anhebt?

Naja: 100=80+(20+80)

Die Staatsausgabenerhöhung(Investitionserhöhung) sollen 80 sein!

100=80+(20+80)
Y = C+ (I+G)
s=20

Diese Gleichung passt nicht. Das Angebot links ist niedriger als die nachfrage auf der rechten Seite! Es wird mehr nachgefragt, also wird in der nächsten Periode mehr produziert!
Es wird soviel Produziert, wie in der Vorperiode nachgefragt wurde.

Angebot=Nachfrage

180=144+100

Y= C+(I+G)
S=36

Naja wir wissen, dass C immer 80% von Y sind!(Konsumquote)

Was passiert? Naja, der Staat fragt mehr nach, die Unternehmen
produzierten mehr, dazu stellen sie mehr Menschen ein, die wiederum
dadurch einen Einkommenszuwachs verzeichnen und ihrerseits mehr
nachfragen! Nämlich 80% des einkommens.

244=195,2+100
S=48,8

Auch hier übersteigt die Nachfrage das Angebot!

Also wird wieder angepasst!

295,2=236,16+100

S=59,04

So geht das nun immer weiter, immer wieder wird die Produktion
ausgeweitet. So lange, bis Angebot uns Nachfrage gleichgroß sind!

Am Ende ergibt sich:

500=400+100

Dies nennt man den Multiplikatoreffekt. 1/(1-Konsumquote) ist der
elementare Multiplikator! Das heißt es ist der einfachste Fall!

WICHTIG!!!

  1. Es kommt nicht mehr Geld in Umlauf! Das wäre der Fall,wenn die
    Geldmenge steigt! Die bleibt aber unbetrachtet in diesem Fall!

  2. Multiplikatoren gibt es viele! Wir betrachten hier den einfachen
    Staataausgabenmultiplikator, der in diesem Fall zum elemtaren Multiplikator wird! Es gibt sehr viele andere Multiplikatoren und
    somit viele Multiplikatoreffekte.

Allgemein ist ein Multiplikator: dA/dB
Also wie ändert sich A marginal, wenn B sich marginal ändert!

  1. Wie der Staat seine Ausgaben finanziert ist hier erstmal uninteressant.
    Später kommen dann noch Zinseffekte(crowding out) dazu!

ich hoffe ich konnte helfen!

Danke Modano,mehr wollte ich nicht wissen :smile: Vielen dank!