Multiresistente Keime. Behandlung? Hygiene?

Hallo,

meine arme Mutter hat nach einem Krankenhausaufenthalt (mit 2 Tage Intensivstation) seit fast einem Jahr eine Blasenentzündung mit verschiedenen multiresistenten Keimen. E. colis und Staphylokokken, wenn ich das jetzt recht erinnere.

Sie nimmt seit Monaten Antibiotika, die natürlich nicht helfen, da ihre Untermieter dagegen resistent sind. Die Frage, ob sie die denn nun wirklich weiter nehmen soll, wenn’s doch nicht hilft, ihr aber heftige Nebenwirkungen (u.a. Verdauungsbeschwerden) verursacht, werden gar nicht oder mit albernen Phrasen abgetan. Ein Arzt hat ihr erst vor wenigen Tagen erklärt, dass die Keime, wenn sie die Antibiotika nur lange genug nimmt, mit ein wenig Glück in die Knie gehen und doch dran sterben werden. Mag sein, dass ein Körnchen Wahrheit in dieser Aussage liegt, aber meine Mutter kam sich bei der Art, wie das erklärt wurde, veralbert vor. Sie ist zwar 70, aber noch nicht verblödet.

Frage an Euch: Gibt es eine einleuchtende Erklärung, warum man bei multiresistenten (Blasen)Keinem monate- und vielleicht sogar jahrelang einfach so Antibiotika nehmen soll? Züchtet man sich so nicht noch mehr resistente Keime heran? Hat das wirklich einen tieferen Sinn oder ist das hilfloser Aktionismus?

Weiter macht ihr große Sorgen, dass sie wohlmöglich meinen Vater oder Besucher, die ebenfalls ihre Toilette benutzen, ansteckt, da sie ja mit jedem Urinieren ihre resistenten Keime ausschwemmt. Ich argumentiere dahin, dass sie bei üblicher und konsequent durchgeführter Toilettenhygiene (Hände waschen, Klobrille säubern, falls was daneben geht (was bei Mädels eher seltener der Fall sein wird)) keine Übertragungsgefahr besteht. Wenn sie nun als Rechtshänderin den Wasserhahn mit links öffnet und auch den Seifenspender mit links bedient, kommt auch nicht die möglicherweise kontaminierte Hand mit Gegenständen in Berührung, die andere anfassen. Meines Erachtens reicht das, weitere verschärfte Hygienemaßnahmen wie Desinfektionsmittel müssen nicht sein.

Habe ich Recht? Falls nein, was muss sie beachten? Auf diese Fragen hat man ihr bisher auch keine Antworten gegeben.

Ich danke euch, dass ihr euch bis hierher durchgekämpft habt. Tipps oder nützliche Links werden gerne entgegengenommen.

Liebe Grüße
Surnia

Hallo Surnie,

meine arme Mutter hat nach einem Krankenhausaufenthalt (mit 2
Tage Intensivstation) seit fast einem Jahr eine
Blasenentzündung mit verschiedenen multiresistenten Keimen. E.
colis und Staphylokokken, wenn ich das jetzt recht erinnere.

Sie nimmt seit Monaten Antibiotika, die natürlich nicht
helfen, da ihre Untermieter dagegen resistent sind.

wirklich konsequent?

Die Frage,
ob sie die denn nun wirklich weiter nehmen soll, wenn’s doch
nicht hilft, ihr aber heftige Nebenwirkungen (u.a.
Verdauungsbeschwerden) verursacht, werden gar nicht oder mit
albernen Phrasen abgetan. Ein Arzt hat ihr erst vor wenigen
Tagen erklärt, dass die Keime, wenn sie die Antibiotika nur
lange genug nimmt, mit ein wenig Glück in die Knie gehen und
doch dran sterben werden. Mag sein, dass ein Körnchen Wahrheit
in dieser Aussage liegt, aber meine Mutter kam sich bei der
Art, wie das erklärt wurde, veralbert vor. Sie ist zwar 70,
aber noch nicht verblödet.

genau diese Argumentation kenne ich von meiner Mutter. Sie ist auch über 70, nicht verblödet und genau wie Deine hat sie gegen ihre resistenten Blasenkeime zuletzt und mit viel gutem Zureden dann doch 100 Tabletten eines bestimmten Antibiotikums genommen. Trotz der Nebenwirkungen.

Sie hat die Keime zwar nicht los. Ist aber beschwerdefrei.
Dieser Punkt ist das Wesentliche.

Frage an Euch: Gibt es eine einleuchtende Erklärung, warum man
bei multiresistenten (Blasen)Keinem monate- und vielleicht
sogar jahrelang einfach so Antibiotika nehmen soll? Züchtet
man sich so nicht noch mehr resistente Keime heran? Hat das
wirklich einen tieferen Sinn oder ist das hilfloser
Aktionismus?

Nö! siehe oben

Weiter macht ihr große Sorgen, dass sie wohlmöglich meinen
Vater oder Besucher, die ebenfalls ihre Toilette benutzen,
ansteckt, da sie ja mit jedem Urinieren ihre resistenten Keime
ausschwemmt. Ich argumentiere dahin, dass sie bei üblicher und
konsequent durchgeführter Toilettenhygiene (Hände waschen,
Klobrille säubern, falls was daneben geht (was bei Mädels eher
seltener der Fall sein wird)) keine Übertragungsgefahr
besteht. Wenn sie nun als Rechtshänderin den Wasserhahn mit
links öffnet und auch den Seifenspender mit links bedient,
kommt auch nicht die möglicherweise kontaminierte Hand mit
Gegenständen in Berührung, die andere anfassen. Meines
Erachtens reicht das, weitere verschärfte Hygienemaßnahmen wie
Desinfektionsmittel müssen nicht sein.

wenn für Besucher oder Familie Gefahr bestünde, hättet ihr es längst.

Habe ich Recht? Falls nein, was muss sie beachten? Auf diese
Fragen hat man ihr bisher auch keine Antworten gegeben.

offensichtlich reicht es, wenn sich die Nicht-Betroffenen an die alte Regel halten:

Nach dem WC und vor dem Essen Hände waschen nicht vergessen

bisschen mehr Vertrauen (auch in den Arzt)
Dann klappts schon

viele grüße
Geli

Hi!

Sie nimmt seit Monaten Antibiotika, die natürlich nicht
helfen, da ihre Untermieter dagegen resistent sind.

Wirklich? Das wäre nämlich ziemlich sinnlos, außer da liegt ein Mißverständnis vor. Die Keime können gerne resistent sein gegen ein bestimmtes Antibiotikum, aber dann gibt man eben ein anderes, welches bei ihnen wirkt. Und welches wirkt, kann man ganz einfach mittels einer Kultur feststellen.
Das wird dann eingenommen und die Keime sind futsch. Vorraussetzung ist natürlich, daß man sie regelmäßig und auch wirklich einnimmt!! (Was man bei einer älteren Dame und deren Abneigung gegen das Antibiotika durchaus vermuten könnte - ich will nichts unterstellen, es ist nur so die Erfahrung…).

Schludert man hier bei der Einnahme, so werden die Keime auch gegen dieses Antibiotikum restistent und man muß erneut eine Kultur anlegen um zu schauen, welches Antibiotikum denn nun noch wirkt. Endlos kann man dies natürlich nicht machen, denn irgendwann hat man alle Medikamente durch…

Ein weiteres Problem bei Älteren:
Blasenentzündungen sind hier sehr häufig. Zum einen wegen oftmals geschwächtem Imunsystem (Krankheiten, Mangelernährung!!) usw. - aber auch wegen Blasenschwäche und dementsprechend oft Reduzierung der Trinkmenge!
Ältere Leute trinken weniger, weil sie befürchten, durch die Blasenschwäche noch mehr Wasser zu verlieren, was ja peinlich ist… Zudem ist auch das Durstemfinden meist vermindert.

Die geringe Trinkmenge sorgt aber dafür, daß die Blase nicht ausreichend gespült wird! Folge: Erreger fühlen sich pudelwohl und vermehren sich.

Fazit:

  1. Schauen, ob das Medikament akutell ein wirksames ist (Arzt fragen, ob Kultur und Antibiogramm gemacht worden ist), ansonsten Antibiotikum nach Resistenzprüfung wechseln
  2. auf regelmäßige Einnahme achten!
  3. die generellen Tipps bei Blasenentzündung befolgen, vor allem : viel Trinken!

Weiter macht ihr große Sorgen, dass sie wohlmöglich meinen
Vater oder Besucher, die ebenfalls ihre Toilette benutzen,
ansteckt, da sie ja mit jedem Urinieren ihre resistenten Keime
ausschwemmt.

Männer kriegen sowieso nicht so schnell Blasenentzündungen, weil die Harnröhre bei ihnen viel länger ist :wink:
Ansonsten reichen aber die normalen Hygienemaßnahmen, was ihr schon macht, völlig aus.

Gruß,
Sharon

Hallo Geli und Sharon,

erstmal danke für die Antworten. Was die Hygiene betrifft habt ihr mich ja bestätigt.

Also:
Ja, meine Mutter nimmt ihren Tablettencocktail (Antibiotika und die für die anderen Zipperlein) regelmäßig und eisern. Selten vergisst sie mal eine „Mahlzeit“.

Sie hat nicht nur multiresistente Keime, die Biester sind sogar gegen alle derzeit bekannten Antibiotika resistent. Es gibt zur Zeit kein Mittel, das helfen könnte! Habe ich vergessen zu erwähnen. Sie lag vor einigen Monaten wegen ihrer Blase sogar im Krankenhaus, weil ihr Hausurologe nicht mehr weiter wusste. Außer mehrtägigen Betaisodona-Spülungen, die extrem unangenehm gewesen sind, konnte man leider nichts für sie tun. Man hat sie zwar mit einem Rezept für irgendwelche Bomber entlassen, aber dass die nicht helfen würden, hatte man ihr auch gesagt. Nur nicht, warum sie die dann nehmen soll….

Meine Mutter säuft wie ein Kamel. Nicht Alkohol, bitte nicht falsch verstehen!!! Aber sie trinkt wirklich sehr viel, definitiv ausreichend.

Es bleibt die Frage, ob unter diesen Voraussetzungen wirklich und tatsächlich Antibiotika gefressen werden müssen. Ich bezweifle ja stark, dass ihre Keime plötzlich ihre Resistenz verlieren und das gerade aktuelle Antibiotikum dann wie durch ein Wunder wirksam ist.

Grüße
Surnia

PS: Beschwerdefrei ist meine Mutter schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Sie hat’s ziemlich schlimm erwischt.

Hallo!

Hat Deine Mutter es mal mit Homöopathie versucht? Das war für mich der Ausweg nach über zwei Jahren persistenter Blasenentzündung und Einnahme sämtlicher bekannter Antibiotika. Diese Spülungen (allerdings nicht mit Betaisodona, sondern mit Antibiotika) hat man mir am Ende auch nahegelegt; ich bin aus der Praxis geflohen, habe alle Medikamente abgesetzt und nur noch Blasentee getrunken. Schlimmer geworden ist es davon nicht, und besser erst, als ich wegen einer verlorenen Wette zum Homöopathen ging - damals dachte ich „alles Quatsch“ und wäre von mir aus nicht hingegangen.

Wenn die Antibiotika trotz gewissenhafter Anwedung nicht fruchten, gibt es keinen Grund, sie zu nehmen - es sind doch recht nebenwirkungsbehaftete Medikamente. Überdies ist Deine Mutter ja doch schon in fortgeschrittenem Alter und daher halte ich es für besonders gefährlich, resistente Keime zu züchten. Wer weiß, ob sie nicht in nächster Zeit mal wirksame AB zum Überleben braucht!

Meiner Ansicht nach macht Versuch hier kluch… wenn schulmedizinisch austherapiert ist, kann man der Homöopathie eine Chance geben. Ich
praktiziere es inzwischen bei mir übrigens andersrum (erst dann zur Schulmedizin, wenn die Homöopathie versagt)!
Aber ich spreche nicht von ein paar Kügelchen aus der Apotheke, sondern von einer wirklichen Behandlung bei einem Spezialisten…

Gute Besserung Deiner Mutter!

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Hallo,
was du ausführst klingt alles ziemlich ausweglos.
Ein Keim der gegen alle Antibiotika resistent ist wäre allerdings eine Sensation und vor allem würde da auch eine Strenge Hygiene zum Schutz der Umwelt notwendig sein. Ist es wirklich so, sind weitere Antibiotikagaben natürlich unmittelbar sinnlos und könnten nur als Prävention gegen Superinfektionen mit anderen Keimen begründet werden.
Tatsächlich ist es häufig so, dass die Keime die Blasenentzündungen erregen gar nicht besonders hart im Nehmen sind, soll heißen unter normalen Umständen schafft das Immunsystem die.
Welche Umstände verhindern dies nun hier?
Verminderte Immunkompetenz, Zucker im Urin (Diabetes), Katheterisierung, Entleerungsstörung (Restharn)?
Oft sind Blasenentzündungen auch psychosomatisch verursacht/verstärkt, gibt es dafür Anzeichen? (Vereinsamung, drastische Veränderung der Lebensumstände, (aktualisierte) Traumata?)

Durch die langandauernde Entzündung ist das Gewebe der Blase so aufgelöst, evtl. die Durchblutung vernarbten Gewebes reduziert, dass die Keime eine gute „Unterlage“ haben und systemisch verabreichte Antibiotika gar nicht in ausreichender Konzentration ankommen.
Blasenspülungen, oder Medikamente die die Zusammensetzung des Harns verändern könnten Helfen. Eine stärkung der allgemeinen Konstitution natürlich auch, aber das bleibt unter solchen Bedingungen wohl eher ein frommer Wunsch.

Gruß
Werner

Hi,

wann wurde denn der Urin das letzte Mal getestet?
Also die Erreger auf ihre Empfindlichkeit gegen Antibiotika?

Die Aussage „da hilft nichts mehr“ kommt mir etwas seltsam vor - sind denn wirklich schon Versuche mit Reserveantibiotika wie zum Beispiel Vancomycin oder Linozelid gemacht worden?

Vielleicht hilft es ja was wenn ihr euch mit Prof. Daschner in Freiburg in Verbindung setzt. Er ist der führend auf dem Gebiet der „nosokomialen“ - also im KH erworbenen Infektionen.
[email protected]

Hier noch eine Liste von unterstützenden Massnahmen bei Blasenentzündung:

Ansäuern des Urins mit Methionin - aber bitte vorher den Urin ph testen denn wenn er schon sauer ist bringt das nichts mehr.

Blasen - und Nieren Tee trinken
Cranberry Saft

Gegen Blasenkrämpfe hilft Buscopan und warme Auflagen.

Viele Grüße und alles Gute für deine Mamma

Susanne

Hi!

Mir ist noch was eingefallen: Wurde denn mal eine Zystoskopie gemacht? Das wäre bei der älteren Dame und dem chronischen Verlauf schon wichtig. Chronische Entzündungen tun der Blase (und anderen Organen natürlich auch) nämlich gar nicht gut…

Es bleibt die Frage, ob unter diesen Voraussetzungen wirklich
und tatsächlich Antibiotika gefressen werden müssen. Ich
bezweifle ja stark, dass ihre Keime plötzlich ihre Resistenz
verlieren und das gerade aktuelle Antibiotikum dann wie durch
ein Wunder wirksam ist.

Ich hab grad noch mal in der Literatur nachgeschaut, ist zwar Stand 2003, daher eventuell veraltet, aber ich erwähns trotzdem mal:
da steht, daß bei häufigen Rezidiven (=erneutes Erkranken) und/oder bei Versagen der üblichen Therapie durchaus ein Versuch erfolgen soll mit einer Langzeitantibiose, d.h. Antibiotika über 3-6 Monate. Alternativ kann eine sog. Immunkonditionierung mit E.coli-Fragmenten erfolgen (Anm.: ob dies aber bei multiresistenten Keimen Sinn macht, weiß ich auch nicht…).

Also, versuchen kann man’s, aber parallel würd ich auch nach Alternativen schauen. Andere Poster haben ja dazu schon was geschrieben :wink:
Eine Möglichkeit, die noch nicht erwähnt wurde, ist in eine Uni-Klinik zu gehen (falls es zum nächsten Top-Spezialisten zu weit für euch ist :wink: ). Die haben mit seltenen und schwierigen Sachen mehr Erfahrung.

Gruß,
Sharon

Hi,

wann wurde denn der Urin das letzte Mal getestet?
Also die Erreger auf ihre Empfindlichkeit gegen Antibiotika?

Weiß ich jetzt nicht, da sie aber Stammgast bei ihrem Urologen ist, wird es in Abständen immer wieder gemacht. Kommende Woche ist wieder ein Antibiogramm angesetzt.

Die Aussage „da hilft nichts mehr“ kommt mir etwas seltsam vor

  • sind denn wirklich schon Versuche mit Reserveantibiotika
    wie zum Beispiel Vancomycin oder Linozelid gemacht worden?

Ich weiß leider auch nicht, WELCHE Antibiotika sie bekommen hat, aber es waren die ganz schweren Geschütze.

Vielleicht hilft es ja was wenn ihr euch mit Prof. Daschner in
Freiburg in Verbindung setzt. Er ist der führend auf dem
Gebiet der „nosokomialen“ - also im KH erworbenen Infektionen.
[email protected]

Super, danke, ich werde sie auf den Herrn ansetzten.

Hier noch eine Liste von unterstützenden Massnahmen bei
Blasenentzündung:

Ansäuern des Urins mit Methionin - aber bitte vorher den Urin
ph testen denn wenn er schon sauer ist bringt das nichts mehr.

Wurde beim blasenbedingten Krankenhausaufenthalt vor einigen Monaten gemacht. Muss extrem schlimm schmerzhaft sein, denn das Blasenepithel ist eine Katastrophe. Ich glaube, derzeit wird da nichts unternommen, jedenfalls hat sie nichts davon erzählt.

Blasen - und Nieren Tee trinken
Cranberry Saft

Trinken tut sie, Cranberry werde ich mal empfehlen. Säuert der?

Gegen Blasenkrämpfe hilft Buscopan und warme Auflagen.

Viele Grüße und alles Gute für deine Mamma

Susanne

Danke!!!

Ist es
wirklich so, sind weitere Antibiotikagaben natürlich
unmittelbar sinnlos und könnten nur als Prävention gegen
Superinfektionen mit anderen Keimen begründet werden.

Wann bzw. bei welchen Patienten ist denn diese Prävention überhaupt sinnvoll?

Tatsächlich ist es häufig so, dass die Keime die
Blasenentzündungen erregen gar nicht besonders hart im Nehmen
sind, soll heißen unter normalen Umständen schafft das
Immunsystem die.

Welche Umstände verhindern dies nun hier?
Verminderte Immunkompetenz

Kann sein. Alter? Stress, zum Beispiel durch diese ewigen Qualen. Sie hat Herzprobleme.

Zucker im Urin (Diabetes),Katheterisierung,

nein

Entleerungsstörung (Restharn)

Sie hat nach 3 schweren Schwangerschaften (wir waren Riesenekinder), 2 Kaiserschnitten, einer Hysterektomie und einigen kleineren BauchOPs eine Senkblase (sagt man das?) und kann den HArn nciht immer zuverlässig halten.

Oft sind Blasenentzündungen auch psychosomatisch
verursacht/verstärkt, gibt es dafür Anzeichen? (Vereinsamung,
drastische Veränderung der Lebensumstände, (aktualisierte)
Traumata?)

Die Psyche spielt gewiss mit, wenn auch ganz: sie hat (meine Meinung jetzt) ein nicht immer kontrollierbares Helfersyndrom. Meine Mutter macht sich die Probleme anderer, die ihr nahe stehen, zu eigen und kann dann oft wochenlang nicht mehr abschalten. Damit macht sie sich manchmal sehr viel Stress und in solchen Zeiten ist ihr Allgemeinbefinden unten. Ich sehe da duchaus einen Zusammenhang zu, wenn auch nicht die alleinige Ursache für einige ihrer gesundheitlichen Probleme.

Durch die langandauernde Entzündung ist das Gewebe der Blase
so aufgelöst, evtl. die Durchblutung vernarbten Gewebes
reduziert, dass die Keime eine gute „Unterlage“ haben und
systemisch verabreichte Antibiotika gar nicht in ausreichender
Konzentration ankommen.
Blasenspülungen, oder Medikamente die die Zusammensetzung des
Harns verändern könnten Helfen.

Ja, die Blase und auch die HArnwege ehen schlimm aus nach Aussage der Ärzte, die einen Blick drauf werden durften. Blasenspülungen wurden gemacht, auch mit Antibiotika, aber ohne Erfolg.

Eine stärkung der allgemeinen
Konstitution natürlich auch, aber das bleibt unter solchen
Bedingungen wohl eher ein frommer Wunsch.

Neine Mutter meinte gestern am Telefon, in ihrer Kindheit hatte sie mehrmals vereiterte Ohren. Damals gab es noch keine Antibiotika, das Immunsystem musste auch alleine damit fertig werden. Kranke Kinder wurden halt fürchterlich betüddelt, man verabreichte Hausmittel. Irgendwann klang die Sache ab und sie war wieder gesund. Sie setzt jetzt ganz stark auf das aufflammen ihres Immunsystems. Ich auch.

Gruß
Werner

Auch dir DANKE!!!

Hi!

Mir ist noch was eingefallen: Wurde denn mal eine Zystoskopie
gemacht? Das wäre bei der älteren Dame und dem chronischen
Verlauf schon wichtig. Chronische Entzündungen tun der Blase
(und anderen Organen natürlich auch) nämlich gar nicht gut…

Keine Ahnung. Muss ich fragen. Obwohl…damals im Krankenhaus ist sie völlig umgekrempelt worden. Ich meine, da wurden auch Gewebeproben genommen.

Es bleibt die Frage, ob unter diesen Voraussetzungen wirklich
und tatsächlich Antibiotika gefressen werden müssen. Ich
bezweifle ja stark, dass ihre Keime plötzlich ihre Resistenz
verlieren und das gerade aktuelle Antibiotikum dann wie durch
ein Wunder wirksam ist.

Ich hab grad noch mal in der Literatur nachgeschaut, ist zwar
Stand 2003, daher eventuell veraltet, aber ich erwähns
trotzdem mal:
da steht, daß bei häufigen Rezidiven (=erneutes Erkranken)
und/oder bei Versagen der üblichen Therapie durchaus ein
Versuch erfolgen soll mit einer Langzeitantibiose, d.h.
Antibiotika über 3-6 Monate. Alternativ kann eine sog.
Immunkonditionierung mit E.coli-Fragmenten erfolgen (Anm.: ob
dies aber bei multiresistenten Keimen Sinn macht, weiß ich
auch nicht…).

Danke für die Mühe!! Wenn einer der Ärzte meiner Mutter erklärt hätte, „wir machen jetzt mal eine Langzeitantibiose, um ihre Keime unter Dauerbeschuß zu setzen. Ob’s hilft, können wir erst am Ende sagen. Es ist in ihrer Situation aber auf jeden Fall einen Versuch wert“ (SO muss man mit ihr reden!), dann würde sie mitmachen. Da aber jeder Arzt (verschiedene Urologen, Krankenhausärzte) was anderes erzählt und es aussieht wie das Hasenschießen im Nebel, verliert sie langsam die Lust, mitzuspielen. Kann ich auch verstehen.

Also, versuchen kann man’s, aber parallel würd ich auch nach
Alternativen schauen. Andere Poster haben ja dazu schon was
geschrieben :wink:
Eine Möglichkeit, die noch nicht erwähnt wurde, ist in eine
Uni-Klinik zu gehen (falls es zum nächsten Top-Spezialisten zu
weit für euch ist :wink: ). Die haben mit seltenen und
schwierigen Sachen mehr Erfahrung.

Meine Eltern wohnen in der Ecke Köln-Bonn. Da gibt es ja ein paar gar nicht so schlechte Krankenhäuser in erreichbarer Nähe. Aber in der Not fährt sie auch zum empfohlenen Top-Spezialisten ans andere Ende der Republik, der Leidensdruck ist wahrlcih groß genug.

Gruß,
Sharon

Danke!!

Hallo!

Hat Deine Mutter es mal mit Homöopathie versucht?

Meiner Ansicht nach macht Versuch hier kluch… wenn
schulmedizinisch austherapiert ist, kann man der Homöopathie
eine Chance geben. Ich
praktiziere es inzwischen bei mir übrigens andersrum (erst
dann zur Schulmedizin, wenn die Homöopathie versagt)!
Aber ich spreche nicht von ein paar Kügelchen aus der
Apotheke, sondern von einer wirklichen Behandlung bei einem
Spezialisten…

Meine Mutter erzählte mir gestern von einem Schulmediziner mit Zusatzausbildung als Heilpraktiker, chinesische Medizin kam im Gespräch auch vor. Sie will sich einen Termin holen, denn er wurde ihr sehr empfohlen. Glaub mir, ich werde sie solange drängeln, bis sie einen Termin hat.

Gute Besserung Deiner Mutter!

Danke!

Hallo Surnia,

das ist doch schon mal ein neuer Lichtblick!

Was ich noch erwähnen wollte: die applied Kinesiologie behandelt oft auch mit homöopathischen Mitteln, aber nicht angewendet,wie der klassische Homöopath, sondern eben kinesiologisch ausgetestet, weiterhin viel Glück für Deine Mutter!

Kathy