Immer öfter kommt im Job die Situation auf, daß man mehrere wichtige Dinge (geistig) gleichzeitig erledigen muß und mich stresst das immer mehr, sodaß ich auf eure Hilfe hoffe, wie ich das handhaben kann.
Die am häufigsten vorkommene Situation als Beispiel:
Ich bin gerade dabei, einen wichtigen komplexen Sachverhalt zu notieren, der eigentlich meine volle Konzentration fordert, gleichzeitig sprechen mich teilweise zwei Personen gleichzeitig an (ja, die stehen nebeneinander und reden parallel auf mich ein, einer lauter als der andere um sich zu übertreffen! *augenroll*) und wollen wichtige Entscheidungen. Kaum sind sie weg mit entsprechenden Auskünften von mir, kommt schon der nächste, kaum dass ich zwei Worte weiter geschrieben hab. Also alles schön parallel *seufz*
Ich versuche schon, das organisatorisch zu regeln, aber hier sind natürlich Grenzen gesetzt. So versuche ich natürlich, mich zum schreiben zurückzuziehen an einen ruhigen Ort (den es praktisch aber nicht wirklich gibt…), sage den Kollegen/Schwestern, ich habe die nächste halbe Stunde das und jenes zu tun und bitte für die Zeit nicht gestört zu werden usw. Logischerweise werden unwichtige Sachen auch von mir auf später abgewiegelt.
Kommen solche Phasen parallelen Arbeitens häufiger an einem Tag vor, bin ich anschließend geistig zu kaum noch zu etwas zu gebrauchen. Ich bin dann froh, wenn ich noch meinen Namen halbwegs buchstabieren und eine Aspirintablette von einem Bürostuhl unterscheiden kann *seufz*
Ich komm sonst mit dem üblichen Stress gut klar, aber das gleichzeitige, parallele Denken macht mich zunehmend fertig.
Kurzum: ich suche nach Strategien, wie ich diese anschließende geistige Erschöpfung vermeiden oder bekämpfen kann. Eine anschließende Pause/Auszeit z.b. hilft schon sehr, ist aber auch nicht immer möglich im Arbeitsalltag, logisch. Ausreichend trinken ist mir auch heilig, sodaß es auch nicht immer daran liegen kann.
Einhalt gebieten. Und zwar klar, deutlich und unmissverständlich. "Also nicht: „Könnt ihr bitte …?“ Sondern. „Stopp! Ich muss das erst aufschreiben. So. Jetzt Du zuerst. Und jetzt Du.“
Als ich noch bei der Tageszeitung gearbeitet habe, hatte ich solche Situationen häufiger. Und auch, wenn man im ersten Moment Hemmungen hat, die Kollegen so „herumzukommandieren“: Es geht nicht anders. Und je klarer und selbstverständlicher Du es tust, um so merhr werden sie es akzeptieren.
NEIN ist sehr mächtig Und herumkommandieren ungewohnt, wird mit der Zeit
Mulitasking gibt es nicht, wohin das führt: Gib mal nem Patienten nen Bürostuhl…
Use Cases (neumodisch) Anwendungsfälle (altdeutsch): Warum fragen die dich und was wollen die Überhaupt von dir?! Sprich welche Entscheidungen. Sind das immer die gleichen? Was steckt dahinter?
Standardprozeduren rauskristallisieren, Antworten vorformulieren und in die Hand drücken. (Ok bei Patienten nicht so gut, dafür kenne ich mich nicht aus)
Eins nach dem anderen.
Checklisten (jaaaaaa, auch im Medizinbereich, falls du Englisch gut kannst: The Checklist-Manifesto: über Checklisten im Medizinsektor)
Sondern. „Stopp! Ich muss das erst aufschreiben. So. Jetzt Du
zuerst. Und jetzt Du.“
Wie gesagt, an den äußeren Umständen tue ich, was möglich ist. Aber diesen Satz kann ich nicht immer bringen, z.b. wenn der Chef selbst vor mir steht oder aber die Angelegenheiten wirklich dringlich sind
Diese extremen Situationen sind ja auch nicht die Regel, um Gottes Willen . Aber sie kommen in letzter Zeit eben immer häufiger vor und mich stört der anschließende totale Konzentrationsverlust, der leider auch über Stunden andauert. Ich hab danach einen dicken Kopf bzw. Brummschädel und krieg die einfachsten Dinge nur noch mit Mühe zustande. Quasi ein Burn-out oder so.
Und ich frage mich, ob man dagegen gezielt was tun kann. Konzentrationsübungen oder was weiß ich. Irgendetwas, was mich gegen den geistigen Stress stärkt, daß der mich nicht so ausknockt. Ich weiß leider nicht, wie ich das besser ausdrücken soll.
NEIN ist sehr mächtig Und herumkommandieren ungewohnt,
wird mit der Zeit
Keine Sorge, das behersche ich *g*
Allerdings kann ich de facto nur „Untergebene“ beherrschen, mehr oder minder gut Gleichgestellte und den Rest praktisch gar nicht. Mit denen muß ich mich arangieren.
Use Cases (neumodisch) Anwendungsfälle (altdeutsch): Warum
fragen die dich und was wollen die Überhaupt von dir?! Sprich
welche Entscheidungen. Sind das immer die gleichen? Was steckt
dahinter?
Wie gesagt, um die Routine gehts hier nicht. Die hab ich ganz gut im Griff. Und mein Team (also z.b. die Schwestern auf meiner Station) eigentlich auch, die sind schon recht fit und wissen üblicherweise, was wichtig ist und was paar Minuten warten kann. Wenn die mich doch mal mit Unwichtigem stören, werden die wie gesagt abgewimmelt auf später.
Momentan ist halt echt eine schwierige Situation und darum häufen sich gerade diese Extremen Fälle mit geistigem Multitasking. Wir haben akut einen Personalmangel und ich muß zwei Stationen versorgen, also doppelte Arbeit leisten. Das wäre noch irgendwie machbar, würde das Patientengut nicht aktuell bei >80-jährigen, teils schwerkranken, teils sterbenden Patienten bestehen (wobei teilweise meine „Sekunden“-Entscheidungen darin bestehen, ob jemand akut gerettet werden soll oder entschlafen „darf“…) *seufz*
Niemand ist ersetzbar, besonders du nicht
Ich hoffe, du meintest UNersetzbar *ggg*
Sonst hätt ich echt ein Problem
Aber diesen Satz kann ich nicht immer bringen, z.b. wenn der
Chef selbst vor mir steht oder aber die Angelegenheiten
wirklich dringlich sind
Gerade wenn die Sachen dringlich sind, solltest Du so agieren, damit du deine volle Konzentration hast. Du musst den Kollegen oder Chef ja auch nicht auf Stunden ausbremsen, sondern vielleicht nur bis zum Ende des Absatzes. Letztendlich ist das für alle positiv, weil Du jedem Deine volle Aufmerksamkeit schenken kannst. Wenn zwei Leute durcheinanderquatschen, ist das kontraproduktiv. Das muss auch ein Chef einsehen.
NEIN ist sehr mächtig Und herumkommandieren ungewohnt,
wird mit der Zeit
Keine Sorge, das behersche ich *g*
Allerdings kann ich de facto nur „Untergebene“ beherrschen,
mehr oder minder gut Gleichgestellte und den Rest praktisch
gar nicht. Mit denen muß ich mich arangieren.
Gut, dann solltest Du das „Nein“ als „Moment bitte“ tarnen.
Das geht. Gerade gegenüber dem Chef. Möglicherweise ist das dringend nötig. Denn solange Du für mehrere Personen arbeitest/funktionierst, wird der Mangel nie offenkundig. Manchmal muß eben ein Karren mal an die Wand fahren, damit etwas bemerkt wird.
Gruß
Jörg Zabel
PS: Die Frage „Und was soll ich jetzt liegen lassen, wenn ich …?“ funktioniert gegenüber Chefs auch gut.