Hallo,
Nachdem ich den Anfang der Lektüre „Mundus Novus“ vom Klett-Verlag über die Entdeckungsfahrten Vespuccis gelesen habe, frage ich mich nun, in welchem Land genau Vespucci einige Tage oder Wochen nach dem 7. August 1501 gelandet ist (war es evtl. Brasilien?). Kann mir jemand helfen und weiß vielleicht sogar die genaue Stelle, wo Vespucci dort an Land ging?
Danke schonmal im vorraus!
Hallo,
deine Vermutung ist korrekt, er landete tatsächlich in Brasilien in der Nähe des 5° südlicher Breite. Man vermutet aber bei 5°29’ s.B. in Cabo San Roque.
Gruß
Dirk
Hallo !
Hier noch etwas mehr zu Vespucci.
Ob Vespucci wirklich das amerikanische Festland als erster entdeckt hat, ist fraglich.
Er hat vier Reisen unternommen und will, lt. eigenem Bericht, auf der ersten Reise 1497 vor Columbus das amerikanische Festland entdeckt haben. Es können nur zwei seiner Reisen überhaupt als gesichert gelten.
Vespucci war ein großer Schriftsteller und seine Schriften, die überall in Europa gelesen wurden, riefen die Vorstellung eines „mundus novus“ in Europa wach.
Vespucci (1451-1512) hat nach eigenm Bekenntnis vier Fahrten in die neue Welt unternommen, von denen die heutige Forschung aber nur die zweite und dritte (1499/1500 zur Nordostküste Südamerikas, 1501/1502 zur braislianischen Küste) als tatsächlich durchgeführt ansieht.
Während seine Teilnahme an der Reise des Ojeda 1499/1500 auf den Spuren der Kolumbus-Reise von 1498 entdeckungsgeschichtlich ohne weiterführende Ergebnisse blieb, gewann seine Teilnahme an der Fahrt Coelhos 1501/1502 große Bedeutung : Diese Expedition stieß beim Cabo Sao Roque auf die brasilianische Küste und folgte ihr nach Süden. Vepucci gibt in seinen Schriften an, dass sie bis zum 50 Grad südlicher Breite kamen., also fast bis Feuerland. Auch das gilt als nicht glaubwürdig.
Vespucci eigentliche Bedeutung liegt darin, dass er als einziger unter den frühen Brasilienfahrern eine detailierte Beschreibung der Landschaft und Bewohner gab.
Von Vespucci stammt der Begriff „mundus novus“. Insofern war die Benennung dieser Neuen Welt nach seinem Vornamen „Amerigo“ durch Ringmann und Waldseemüller im Jahr 1507 eine nicht unberechtigte Konsequenz.
QUELLE : „Die großen Entdeckungen“ aus der Reihe „Dokumente zur Geschichte der europ. Expansion“
C.H.Beck
Gruß max
Vielen Dank für die Antworten, ihr habt mir sehr geholfen!!!
Noch eine kurze Frage, vielleicht weiß darauf auch jemand eine Antwort:
In bereits erwähntem Text „Mundus Novus“ beschreibt Vespucci, dass er von der Stelle, wo er das erst mal an Land gegangen war (also „Cabo San Roque“)bis zu einer Stelle, wo die Küste einen Knick nach Süden macht, ca. 1800km an der Küste entlanggefahren ist. Ich verstehe unter diesem Knick die „Auswölbung“ der Küste zwischen dem 3. und 10. Breitengrad. Nur passt das meiner Meinung nach mit der Länge der zurückgelegten Strecke nicht so ganz, da "Cabo San Roque laut Atlas relativ nahe an dieser „Auswölbung“. Hat jemand genauere Informationen, welcher Knick gemeint sein könnte?
Hallo !
Vespucci behauptet, in Feuerland gewesen zu sein. Schreibt aber nichts über die riesen Bucht des Rio de la Plata. Wahrscheinlich hat er sie überquert und ist dann auf die Küste gestossen, die dort erstmal nach Süden läuft.
Ich habe hier den Text eines Briefes von Vespucci an Lorenzo di Pier Francesco de`Medici aus dem Jahr 1502. Geschrieben in Lissabon nach ihrer Rückkehr von dem neu entdeckten Land.
Er schreibt unter anderem : …bis wir am 64. Tag auf ein unbekanntes Land stießen, das wir aus vielen Gründen, die im folgenden sichtbar werden, für Festland hielten : dieses Land durchzogen wir über 800 Meilen (leghe) in einer Richtung, nämlich ein Viertel Südwest gegen West und wir fanden es dicht bewohnt.
… wir durchfuhren diese Meere, bis wir in die tropische Zone kamen und überschritten die Äquatorlinie nach Süden in der Richtung des Wendekreises des Steinbocks. Und wir fuhren so weit, bis der Mittagspunkt 50Grad über meinem Horizont stand und entsprechend lag meine Breite von der Äquatorlinie entfernt und wir segelten 9 Monate und 27 Tage. Wir sahen weder den Nordstern, noch den Großen oder Kleinen bären. Dafür nach Süden hin viele leuchtend klare und schöne Sterne.Die wichtigsten Dinge, die mir auf dieser Reise begegneten, habe ich in einem kleinen Werk gesammelt (gemeint ist "MundusNovus) , mit dem ich mich erst, wenn ich Muße habe, befassen kann.
Gruß Max