Musikalisches empfinden

Hallo,

hab mal ein Thema, das mich wirklich beschäftigt, und
ich hoffe das ich ernst genommen werde, und das sich
keiner lustig macht über mein Problem (-:

Es betrifft mein musikalisches empfinden. Ich kann problemlos
ein Musikstück hundertmal hintereinander hören ohne Pause;
und es macht mir unglaublich viel Spaß.
Ein ca. 5 Minütiges Musik-Stück habe ich mal 13 Stunden
ohne nennenswerte Pause gehört… es war wirklich extase;
total prickelnd und aufregend. Dann bin ich erschöpft ins
Bett gefallen, und die Musik hat (wie ein Hologramm) in
meinem Kopf weitergespielt ; war also durch das hören
vorrübergehend „eingebrannt“ ins Gedächnis. Das war dann IIRC
rein rechnerisch 228 mal dasselbe Musikstück in einer Linie.

Ich kaufe mir vorzugsweise Audio-Hardware (MD,MC,DAT,LD) mit
AB-Repeat Funktion damit der Player das Stück endlos
wiederholen kann („Endlosschleif“). Tia, bis heute (bin jetzt
35 Jahre alt) habe ich insgesamt nur 4 Menschen
kennengelernt, bei denen das auch so ist: 2 im Real Life und
zwei im Internet. (Jeweils einmal Mann und Frau). Die
fanden das aber normal , und haben das an sich selbst nicht
als Sonderlichkeit entdeckt.

Tia, dazu nun ein paar frei assoziierte Fragen:

  1. Haben das hier noch andere?
  2. Kennt jemand einen Fachausdruck dafür?
  3. Gibts Bücher, die von „Musikhören“ erzählen?
  4. Fühlt sich jemand angesprochen?

Nein, ich nehmen keine Drogen! Bin erstgeboren,linkshänder
und habe Blutgruppe AB+; wenns hilft.

(–:

Bin gespannt auf Antworten; bitte keine Scherze (–:

LG

Oliver

hi!

Tia, dazu nun ein paar frei assoziierte Fragen:

  1. Haben das hier noch andere?

also ich kann jetzt keine 13 stunden oder so aufweisen, aber wenn ich mir das selber erlauben würde, tät ich auch endlosschleife hören. ich machs nur nich, weil mir das lied dann nach 3 tagen auf den keks geht, obwohls immer noch schön ist. wenn ich dann dochmal in den wahn verfallen spielts auch in meinem kopf weiter in der nacht. als 10jährige hab ich mal solange „mmmbop“ von den hansons gesungen bis ich halsschmerzen bekam *G*.
heftiger is das bei mir mit bestimmten handlungen…wenn ich z.b. den ganzen tag stricke oder minesweeper spiele, dann tu ich das auch noch beim einschlafen.
und jedes jahr wieder nach unserem schulischen sportmarathon, der 18 stunden dauert und bei dem ich 18 stunden das mikro in der hand habe zum ansagen, komm ich nach hause und hör meine stimme mit nachhall.
gibt schon verrückte sachen.

LG

Oliver

gruß
yvi

Hier! Ich auch!
Hei Oliver,

also 13 Stunden habe ich noch nicht erreicht, aber mit einem Maximum von ca. 4 Stunden für ein 4-Minuten Lied fühle ich mich auch bereits als Außenseiter unter den Musikkonsumenten.

Ich habe ganz grundsätzlich die Neigung, einem Titel und einer sich daraus ergebenden Stimmung länger nachzuhängen, zuletzt vorgestern mit Massive Attack - Black Milk.

Ich kann mich an keinen anderen Menschen erinnern, der das nachvollziehen kann - Du bist der erste. Dieses Topic finde ich daher sehr interessant und ich bin gespannt zu hören, ob sich diese temporäre Monomanie auf bestimmte Musikrichtungen oder -stile konzentriert. Ich grüble noch über diesen Punkt und reiche mein Ergebnis dann hier nach.

Einen schönen zweiten Advent morgen wünscht :o)
-R o b.

Hmmm!!!
Hallo,

Also… Schon krass irgendwie, 13 Stunden ein Musikstück hören… Sowas habe ich bis jetzt noch nicht gemacht - is mir einfach zu langweilig.

Aber was den Rest angeht (dass du das dann noch Stunden später im Kopf hast, wie eingebrannt): Das kenne ich sehr wohl. So quasi ein extremer Ohrwurm. Ich spiele in nem Laien-Sinfonieorchester; und je nachdem, was wir da spielen, gehe ich zwei Stunden nach der Probe mit dem Hauptmotiv im Ohr ins Bett. Das habe ich regelmäßig nach den Proben. Ich würde deswegen auch nicht sagen, dass sich dass a) nur auf bestimmte Musikrichtungen beschränkt und b) etwas vollkommen abgedrehtes ist. Ist beim Mensch nunmal so, dass sich ständig wiederholende Events einprägen. So lernt man, nur mal nebenbei.

Deswegen… Macht euch kein’ Kopp, ich seh da nix besonderes. Aber ist nett, mal über sowas zu sprechen :smile:

Ciao, Lena

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Rockvieh,

Deswegen… Macht euch kein’ Kopp, ich seh da nix besonderes.

Also was besonderes isses nicht; aber es ist selten, wenn es
einem Spaß macht, stundenlang das selbe zu hören , gelle.

Gruß

O.

Mal präziser?
Hallo Oliver-Michael!

Deswegen… Macht euch kein’ Kopp, ich seh da nix besonderes.

Also was besonderes isses nicht; aber es ist selten, wenn es
einem Spaß macht, stundenlang das selbe zu hören , gelle.

Es ist keinesfalls selten. Es ist normal, sogar bei Tieren kennen Psychologen solche Spiele mit Genuss.

Selten ist hier nicht die Neigung, sich einem Genuss zu widmen, so daß es bis zur einen Obsession steigert, sondern das Vorhandensein der Zeit dazu. :smile:

Gruß

Selten ist hier nicht die Neigung, sich einem Genuss zu
widmen, so daß es bis zur einen Obsession steigert, sondern
das Vorhandensein der Zeit dazu. :smile:

Leider Falsch. Wenn man Zeit braucht nimmt man sie sich.

Wenn es (nach deiner Ansage) nicht selten ist, warum habe ich
noch kaum jemanden getroffen, der a) genauso empfindet und
b) es versteht ? (–:

Hi,

ein einziges Stück? Schwierig. Ein Album - ja, das würde gehen. Ich weiß auch schon, welches ich dafür nehmen würde.
Ein einziges Stück? Krass. Äh, welches denn eigentlich, wenn ich mal fragen darf…!?

Gruß,
HOFee

Selten ist hier nicht die Neigung, sich einem Genuss zu
widmen, so daß es bis zur einen Obsession steigert, sondern
das Vorhandensein der Zeit dazu. :smile:

Leider Falsch. Wenn man Zeit braucht nimmt man sie sich.

Du Glücklicher! :smile:

Wenn es (nach deiner Ansage) nicht selten ist, warum habe ich
noch kaum jemanden getroffen, der a) genauso empfindet und
b) es versteht ? (–:

Ganz einfach: Weil du mit deiner Obsession beschäftigt bist. :smile: An einem Tag hast du in einem Forum mindestens zwei positive Äußerungen bekommen, und du meinst immer noch, du wärest eine Ausnahme?

Selten ist hier nicht die Neigung, sich einem Genuss zu
widmen, so daß es bis zur einen Obsession steigert, sondern
das Vorhandensein der Zeit dazu. :smile:

Leider Falsch. Wenn man Zeit braucht nimmt man sie sich.

Du Glücklicher! :smile:

Ohhh ja!! Naja obwohl es ja schon stimmt, dass man nie „keine Zeit“ hat, sondern nur andere Prioritäten.

Wenn es (nach deiner Ansage) nicht selten ist, warum habe ich
noch kaum jemanden getroffen, der a) genauso empfindet und
b) es versteht ? (–:

Ich denke, dass ganz schön viele so empfinden, nur dass es den meisten nicht bewusst ist.
und natürlich, weil:

Ganz einfach: Weil du mit deiner Obsession beschäftigt bist.

-) An einem Tag hast du in einem Forum mindestens zwei

positive Äußerungen bekommen, und du meinst immer noch, du
wärest eine Ausnahme?

Lieber Oliver,

zu Deiner ersten Frage:

ich denke ich hatte so ein Erlebnis auch zuweilen in meinem Leben erfahren dürfen.

Eine Zeit betraf es ein Stück von John Coltrane es mögen auch so 6 Stunden gewesen sein die ich in gleicher weise damit verbracht habe, oder auch weniger, aber auf jeden Fall, exzessiv lange.

Ein anderes Mal hatte ich das gleiche Erlebnis mit dem Köln Konzert von Keith Jarret. Auch so ungefähr 6 Stunden, oder 5, ich habe nicht auf die Uhr gekuckt, nur Nachts angefangen und bis in die Morgendämmerung gehört und dann erschöpf, erschöpf mich ins Bett legen müssen.

Zu Deiner zweiten Frage:

Ich glaube diesen Zustand nennt man flow, vielleicht der gleiche wie bei einer Technopartie. Nur mit ein und dem selben Stück.

Desweiteren kenne ich von den Schamanen, daß sie ebenfalls Stunden lang mittels trommeln einer Rahmentrommel sich in einen höheren Bewußtseinszustand versetzen und ihn mittels des Trommelrhythmus halten können um Geistige Arbeit zu vollrichten.

Aus religiösen Zeremonien kennt man das man durch das rezitieren bestimmter Mantren oder Lieder einen höheren Bewußtseinszustand erreichen und halten kann.

Zu Deiner 3. Frage:

vor wenigen Wochen habe ich im Fernsehen den studierten
Mediziener, Psychologen und Philosophen Prof. Dr.Dr. Manfred Spitzer in einem Wechselgespräch kennen gelernt. Er hat einen Lehrstuhl für Psychiatrie an der Universität Ulm inne. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Grenzbereich zwischen Neurobiologie, kognitiver Neurowissenschaft und Psychiatrie. Er bezeichnet sich selbst als Musikbegeisterten Neurowissenschaftler.
Er hat ein Buch geschrieben das heißt :

Musik im Kopf Hören, Musizieren,Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk

Verlag Schattauer

Ich glaube Du wirst in diesem Buch eine sehr große Fundgrube zur Beantwortung vieler Fragen finden.

Zu Deiner letzten Frage:

Mache aus Deiner Gabe und Fähigkeit kein Problem, nur weil es in unserem Kulturbereich nicht mehr verbreitet ist, so findest Du doch in anderen Gebieten der Erde Erfahrungen die Deiner vielleicht ähnlich sind.
Die erhöhung des Bewußtseins bzw induzierung von Extase durch Musik ist ein Global verbreitetes Phänomen.
Nur wir haben es verlernt damit umzugehen und saufen uns hacke zu, eine weit verbreitete Betäubungstechnik

Ich grüße Dich ganz herzlich

Cepheus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

Es betrifft mein musikalisches empfinden. Ich kann problemlos
ein Musikstück hundertmal hintereinander hören ohne Pause;
und es macht mir unglaublich viel Spaß.

Hundertmal bei mir vielleicht nicht, aber wenn ich von einem Song wirklich total begeistert bin, dann stelle ich den erstmal auf Repeat und lasse ihn laufen, 10x, 20x, vielleicht auch mehr. Vor allen Dingen bei wirklich ausgefeilter Musik und/oder sehr virtuosen Instrumentalisten hört man jedesmal wieder andere und mehr Details, zumal ich auch auf Feinheiten abfahre, z.B. wie setzt der Mensch an der Hammond Orgel die Leslie ein, wie spielt der Drummer die Breaks und Läufe usw.

Ein Beispiel für einen solchen Song: „There is a Dog“ von Mark King aus dem Album „Influences“.

Oder derzeit gerade von Cyrus Chestnut „Christmas Is Coming“ (Jazzy Christmas), siehe oben, Orgel und Leslie-Einsatz, da sind so ein paar Stellen … . Oder Candy Dulfer mit „Tommygun“.

Bei mir gibt es noch ein anderes Extrem: Ich lade einen Song in den Sound-Editor und lasse eine bestimmte Stelle (z.B. eine besonders unglaubliche Schlagzeug-Passage oder eine besonders berauschende Folge von Harmonien) zig-mal hintereinander ablaufen, bis ich wirklich alle Feinheiten raus habe bzw. vor meinem geistigen Auge sehen kann, wie der Drummer das gespielt hat.

Ich habe früher selbst Musik gemacht und auch etliche Zeit bei einer Band am Mischpult gesessen, daher vermutlich auch mein Interesse daran, wie die Musik gemacht wird bzw. wurde.

… und die Musik hat (wie ein Hologramm) in
meinem Kopf weitergespielt ; war also durch das hören
vorrübergehend „eingebrannt“ ins Gedächnis.

Klar, solche Songs gehen einem dann ständig im Kopf herum.

Ich kaufe mir vorzugsweise Audio-Hardware (MD,MC,DAT,LD) mit
AB-Repeat Funktion damit der Player das Stück endlos
wiederholen kann („Endlosschleif“).

Das ist das schöne an computergestützten Abspielgeräten, die können das alles.

  1. Haben das hier noch andere?

Siehe oben, wenn auch nicht so extrem.

  1. Kennt jemand einen Fachausdruck dafür?

Kann ich leider nicht damit dienen. Da das keine Krankheit ist, wird’s vielleicht keinen dafür geben.

  1. Gibts Bücher, die von „Musikhören“ erzählen?

Darauf hast Du ja schon einen Tipp bekommen.

  1. Fühlt sich jemand angesprochen?

Na klar.

Nein, ich nehmen keine Drogen! Bin erstgeboren,linkshänder
und habe Blutgruppe AB+; wenns hilft.

Ebenfalls keine Drogen. Erstgeboren, Rechtshänder, Blutgruppe 0+

Weiterhin viel Freude beim Musik-Hören!

Grüße
Sebastian

Hi,

Tolle schmissige Antwort (–:

Vor allen Dingen bei wirklich ausgefeilter Musik
und/oder sehr virtuosen Instrumentalisten hört man jedesmal
wieder andere und mehr Details, zumal ich auch auf Feinheiten
abfahre,

Japp! Da ist bei mir auch so; die geilheit auf Details und das
finden von immer mehr betörenden Feinheiten (–:

Ebenfalls keine Drogen. Erstgeboren, Rechtshänder, Blutgruppe
0+

Muhahaha!! Klasse, das macht Spaß. Ich glaube, du hast mich
verstanden (–:

Liebe Grüße

Oliver

Hi Freaks
ich finds cool, dass mal über dieses Thema diskutiert wird.
Ich habs auch noch nicht 13 Stunden gemacht, könnte mur das aber durchaus vorstellen, den von irgendwem erwähnten Flow gibts bei mir aber auch schon nach 3 oder 4 Durchläufen. Ich weiß nich mehr wirklich wie lange ichs gurchgezogenhab, aber könnte auch in den mehrere-Stunden-Bereich gehen.

Wiebke