Musike?

Guten Morgen!

Vor ein paar Tagen wars, ich schaltete versehentlich einen öffentlich rechtlichen Sender ein und da wurde es gespielt, dieses Instrument, dessen Klänge zur volkstümelnden Musik gehören, wie das Silber zum Eisen. Die Ziehharmonika.
Ich schaltete schnell wieder um und dachte darüber nach, dass das ja eigentlich ein sehr schönes Instrument ist, wenn man was Vernünftiges darauf spielt.
Und dann fiel mir der „richtige“ Name nicht ein. Ziehharmonika klar, Schifferklavier, Quetschkommode, alles mögliche, nur der eigentlich richtige nicht. Ich wusste nur noch, dass das kein deutsches Wort war.
Und dass ich es ganz bestimmt wusste.

Na ja, eigentlich kein Problem über das sich das Nachdenken lohnt, ich konnte ja die Hübsche fragen.

„Ich weiß, was du meinst“, sagte die Hübsche, „und es fällt mir bestimmt wieder ein, aber im Augenblick weiß ichs nicht.“

Das wunderte mich, weil sie doch immer behauptet, dass sie das bessere Hirn hat, weil sie es angeblich öfter benutzt. Ihr das vor haltend kamen wir in eine Diskussion über Hirnqualitäten und vergaßen das Ganze. Ich glaub, ich wollte bei Gelegenheit noch im Internet nachsehen, oder im Lexikon, aber irgendwie hab ich das auch vergessen.

Es war nicht ganz vergessen. Irgendwie tauchte die Frage bei den unmöglichsten Gelegenheiten wieder auf, wurde aber erfolgreich in den Untergrund verwiesen.

Nach drei Tagen wache ich morgens auf und da steht dieses verflixte Wort ganz klar vor meinen Augen. Na gut.

Ich rufe also die Hübsche an und sag: „Du, mir ist es grad wieder eingefallen.“ „Ja“, sagt die Hübsche, „mir auch.“ Und sagt es, bevor ichs aussprechen kann.

Und nun die Frage, was geht da eigentlich vor sich im Hirn? Ein Begriff, von dem man ganz sicher weiß, dass man ihn weiß und auf den man trotzdem nicht kommt? In welcher Schublade liegt der?

Diemal war es ja nicht schlimm, aber es ist mir schon mal passiert, dass ich in einem Gespräch, in dem ich mein Wissen beweisen sollte, einfach nicht auf die wissenschaftlichen Namen einiger Fische kam, die ich sonst im Schlaf runter rasseln kann. Das einzige was mir dauernd einfiel war „Drosophila melanogaster“ und das ist eine Fliege.

Alzheimer ist es jedenfalls nicht, denn Ähnliches ist mir vor Jahren schon passiert. Und der Hübschen ging es ja genauso und die ist noch weit entfernt von jedem Alzheimer-Verdacht.

Ach ja und wenn nun jemand wissen möchte, welches Wort das war: Keine Ahnung, ich hab’s vergessen.

Gruß, Nemo.

Hi,

zuerst mal ein Kompliment für die Betreffzeile, die so gar nichts mit dem Thema zu tun hat :wink:
Das Phänomen, dass Du beschreibst, ist das Zungenspitzenphänomen. Es ist der Psycholinguistik gut bekannt und trifft jeden von uns, so sagt Wikipedia, mind. einmal pro woche. Es ist auch in jedem Sprachraum bekannt. Nur woher es kommt, weiß keiner - die Neurolinguisten freuden sich allerdings darüber, denn es hilft ihnen bei der Erforschung des Aufbaus unseres Gedächtnisses.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zungenspitzenph%C3%A4nomen

die Franzi

Hallo Franzi.

zuerst mal ein Kompliment für die Betreffzeile, die so gar
nichts mit dem Thema zu tun hat :wink:

Nun ja, als psychologisch informierter Mensch, weißt du sicher, dass ein Titel neugierig machen, aber nichts verraten soll. :smile:

Das Phänomen, dass Du beschreibst, ist das
Zungenspitzenphänomen.

Schon klar, aber wie kann man sich dagegen schützen, bzw. gibt es Methoden, den Begriff doch noch abzurufen?

Und warum passiert mir das bei bestimmten Wörtern immer wieder?

Oder auch bei Personen?

Früher hatte ich mal ein Problem mit Roy Black und Rex Gildo. Stand der eine auf der Bühne, fiel mir garantiert der Name vom Anderen ein, nur nicht der richtige.

Wobei ich aber stets absolut wusste, dass der Name, der mir eingefallen war, falsch war.

Ich stelle mir manchmal vor, ich wäre Kandidat bei „Wer wird Millionär“ und so etwas würde mir passieren…

Gruß, Nemo.

Moin,

Oder auch bei Personen?

wenns Dir zur Beruhigung dient.

Ich hatte eine Kollegin (sehr nett und kollegial) mit der ich zwar nicht ständig, aber immer wieder zusammenarbeitete und zwar über mahr als 20 Jahre.
Es passierte mir trotzdem immer wieder, daß ich ihren Namen vergas und Du mich hättest schlagen können.
Minuten später erinnerte ich den Namen wieder, aber vorher wars wie zugenagelt.

Gandalf

hallo
ist dieses „mir fällt es ums verecken nicht ein–und dannach ist es glasklarSyndrom“ nicht das, was alle Schüler dieser Welt kennen, wenn sie in Klassenarbeiten&Klausuren&amp:stuck_out_tongue_winking_eye:rüfungen sind ?

Moin,

ist dieses „mir fällt es ums verecken nicht ein–und dannach
ist es glasklarSyndrom“ nicht das, was alle Schüler dieser
Welt kennen, wenn sie in Klassenarbeiten&Klausuren&amp:stuck_out_tongue_winking_eye:rüfungen
sind ?

witzigerweise hatte ich in Prüfungssitutionen nie solche Aussetzer.

Gandalf

Lernpsychologie
Moin, iq,

„mir fällt es ums verecken nicht ein–und dannach
ist es glasklarSyndrom“ nicht das, was alle Schüler dieser
Welt kennen, wenn sie in Klassenarbeiten&Klausuren&amp:stuck_out_tongue_winking_eye:rüfungen
sind ?

so lügen sich die Schnarchsäcke die Hucke voll. Die meisten sind vor Entsetzen gelähmt, weil sie in der Prüfung merken, dass sie den Stoff zwar gehört, aber nie verstanden haben - vor allem, wenn es an der Übung mangelt („Verständnis, Herrschaften, ist die Gewöhnung an das Unverständliche!“ gg. von Prof. Dr. Otto Meltzow zu Paderborn AD 1973).

Gruß Ralf

Eselsbrücke
Hallo Nemo

… wie kann man sich dagegen schützen, bzw. gibt
es Methoden, den Begriff doch noch abzurufen?

Vielleicht hilft es auch bei dir: Eselsbrücken bauen!

Wir hatten die gleiche groteske Situation kürzlich beim Namen der Wanderwege entlang der Bewässerungsgräben auf Madeira und kamen nicht drauf. Schließlich fiel uns beiden der Name „Levadas“ wieder ein. Seither habe ich das Wort mit einem Bild (Waschbecken= Lavabo, unnsinnig) verknüpt. Jetzt kannst du mich nachts wecken und mir fällt der Name ein :smile:

Gruß