Hallo Anwärter,
der Begriff „Kieferorthopäde“ ist etwas verwirrend. Der Kieferorthopäde hat nichts mit Orthopädie zu tun.
Eine kieferorthopädische Behandlung sollte eine der letzten Maßnahmen sein, die zur Behandlung einer Muskelfunktionsstörung ergriffen wird.
An erste Stelle gehört aus zahnärztlicher Sicht eine sogenannte „Knirscherschiene“ mit der man austesten kann, ob die Ursache überhaupt in einer Zahnfehlstellung liegt (was im übrigen viel seltener ist, als man gemeinhin annimmt. Einen perfekten Biß haben die wenigsten Menschen und dennoch haben nur wenige Patienten Muskelfunktionsstörungen).
Begleitend zu dieser Behandlung sollte eine physiotherapeutische Behandlung erfolgen (das Rezept hierfür stellt der behandelnde Zahnarzt oder Kieferorthopäde aus).
Verschwinden die Symptome nach dieser Behandlung kann man versuchen! die Zähne kieferorthopädisch so umzustellen, daß einem entspannten Zubeissen nichts im Wege steht.
Auf keinen Fall sollte die kieferorthopädische Behandlung in einer Phase erfolgen, in der die Muskelverspannungen noch nicht aufgelöst wurden.
Der behandelnde Physiotherapeut weiss am besten, welcher Zahnarzt oder Kieferorthopäde sich mit dieser Problematik auskennt.
Völlig losgelöst von einer eventuellen Zahnfehlstellung sollte man auch daran denken, dass die Muskelverspannungen in diesem Bereich auch durch die Narbenzüge nach der Schilddrüsen-OP kommen könnten. Das wiederum kann ein Physiotherapeut klären und behandeln.
Ich weiß aufgrund Deines Posings nicht, ob sich die Muskelverspannungen auf den oberen vorderen Halsbereich beschränken; wenn ja ist die Ursache eher nicht in der Zahnfehlstellung zu suchen, wenn nein sollte man eventuell auch zahnärztlich/kieferorthopädisch behandeln.
Eine physiotherapeutische Behandlung ist ausgesprochen sinnvoll, auch wenn die Ursache für die Verspannungen in der Zahnstellung liegt, denn der Physiotherapeut baut diese Verspannungen erst einmal ab und macht damit überhaupt erst weitergehende Behandlungen möglich.
Gruß
Gero