Muskelaufbau

hi www-ler

wie kann man einem Pferd das Jahrelang nur auf der Weide stand und nicht bewegt wurde, am besten die Muskeln, vorallem am Rücken, wieder aufbauen? Bei dem Pferd handelt es sich um ein ehemaliges Rennpferd, das nicht laufen wollte und bei den Jährlingen auf der Weide 5 Jahre auf der Weide auf einen neuen Besitzer gewartet hat. ER ist jetzt 9 Jahre alt.

Hallo,
dann steht also nix gesundheitliches im Wege?
„Nur auf Weide“ ist da doch schon eine ganze Menge wert und viel mehr als andere Pferde an Bewegung geniessen.

Ich würde mit dem genauso anfangen, wie ich es mit einem rohen Pferd auch machen würde. Langsam, auf Reaktionen achten. Longieren, Arbeit an der Hand, langsam steigern. Mit der Handarbeit kannst Du vielleicht auch schon ein wenig schneller gymnastizierende Elemente einbauen. Kann mir vorstellen, dass so ein „altes“ Pferd ein wenig steifer ist als ein Jungspund. Sobald es geht, auch viel ins Gelände, Schritt im hügeligen Gelände u.s.w.

Wir haben bei solchen Fragen auch einen guten Kontakt zum Tierarzt, der vor Ort noch mal so den ein oder andern Tipp hat.

VG
Monroe

das wird schon seit einem halben jahr gemacht, aber er baut keine auf, nicht mal die kleinste besserung ist zu bemerken, durch die kalten tagen im dezember hat er eher abgebaut. da dies aber nicht mein pferd ist, weiß ich nicht ob ein tierarzt hin zu gezogen wurde. es ist mir und dem rest der weidegemeinschaft auf gefallen. ich weiß das er zwei mal täglich aufbaufutter zusaätzlich erhält.

Hallo,

da sind so viele „kann“ dabei…

Alleine die Ausführung der Arbeit mit dem Pferd bewirkt eine große Menge. Auch Dinge, die auf dem ersten Blick korrekt wirken, können (für das Pferd) falsch sein. Ich habe schon viele Pferde gesehen, die erstmal abgebaut haben. Obwohl die Arbeit an sich stimmtig wirkte und sich das Reiten für einen Fremden auch gut anfühlte. Und erst im laufe der Zeit wurden die Pferde bei diesen Fällen auch „innerlich ruhig“. Und erst dann haben die auch wieder aufgebaut. Mein Pferd war auch so ein Kandidat. Als ständiger Reiter habe ich gemerkt, dass er nicht vollends los liess, konnte aber kein Rezept finden. Diverse Beobachter aller Ausbildungsklassen haben dies von aussen gar nicht so gesehen. Irgendwann bat ich meine Ausbilderin zum Proberitt und sie konnte dann erfühlen was ich meinte. Und erst als das Gefühl wirklich fast ständig weg war, hat mein Pferd auch aufgebaut.

Es gibt auch Pferde, die einfach nur extrem langsam und wenig Muskulatur ansetzen. Der im ersten Posting beschriebene Weg ist ein Vorgehen, wie es von den meisten mir bekannten Ausbildern gemacht wird und wie ich es auch schon getan hat. Wenn das nicht funktioniert und nicht selber der große Einfall kommt, muss man auch vielleicht mal nach fremder Hilfe suchen.

Neben den reiterlichen Faktoren müssten dann meiner Meinung nach auf jeden Fall Stichwörter wie Zähne, Sattel, Haltung und Gesundheit allgemein überprüft werden. Wobei ich dann wieder auf den Tierarzt zurückgreifen würde. Unser z.B. ist selbst Reiter und lässt sich die Pferde auch gern mal vorreiten, prüft zumindest grob den Sattel und gibt dann Empfehlungen.

Aber wenn es nicht Dein Pferd ist, gestaltet sich das Ganze oft recht schwierig. Viele Besitzer sehen gar nicht die Probleme, wie andere sie erkennen oder meinen zu erkennen und umgekehrt. Völlig ohne Wertung gemeint. Und ob und von wem sie dann Hilfe in Anspruch nehmen, steht noch auf einem völlig anderem Blatt.

VG’
Monroe

danke ich werde es an die besitzerin weiter leiten.

hi

Muskeln kann man in 3 Monaten aufbauen - Sehnen und Bänder in 3 Jahren … also schaut mehr auf die Bänder und Sehnen, die nichts gewöhnt sind!

Muskelaufbau am Rücken sagt sich immer so nett, alle wollen Rückenmuskeln sehen … das ist gut und schön aber die eigentlichen Muskeln, die ein Pferd zum Tragen eines Reiters braucht sind die BAUCHmuskeln, und die bekommt man nur mit richtig GUTER und effizienter Arbeit aufgebaut

Das heisst viel Arbeit alleine nutzt noch garnichts (im Gegenteil - das schadet eher weil Stress und Schmerz Muskeln abbauen) solange es nicht die richtige Arbeit ist - und wenn dieBAUCHMuskeln aufgebaut werden, kommen irgendwann die Rückenmuskeln von allein, aber die können erst dazu kommen wenn der Bauch richtig arbeitet.

Ich würde mir deswegen an eurer Stelle einen Ausbilder suchen, der euch dabei untersützt sonst ist die Longenarbeit keine Gymnastizierung sondern gerät zum Schleudern und Kilometer machen und das Reiten ist dann auch nur zum Durchbewegen der Gelenke

Welchen Fehler man auch auf KEINEN Fall machen darf - einen Blüter muskulär mit einem Warmblut zu vergleichen !

Blüter haben eine ganz andere - flache (sogenannte weisse) Muskulatur, die dazu da ist viel Sauerstoff zu speichern und den gleichmässig über lang Strecken wieder abzugeben (Distanzritte, Flachrennnen etc.) - die einzige Muskulatur, die du wirklich richtig schnell siehst ist die an der Hinterhand - den Rest wirst du niemnals so bepackt bekommen, wie z.B. bei einem Warmblut

ein Kaltblüter z.B. hat fast nur „rote“ Muskulatur - also Tragemuskulatur, die mehr zur kurzfristigen explosionsartigen Kraftentfaltung gemacht ist (Anziehen eines Baumstammes) und weniger zum Sauerstoff speichern - diese Muskeln sind einfach runder und voluminöser aber eben für ganz andere Zwecke (wie z.B. die überdimensionalen Quarterhintern)

Warmblüter haben eine „gemischte“ Muskulatur- der Anteil zwischen roten und weissen Muskelfasern ist normalerweise einigermassen ausgeglichen, weswegen man die relativ einfach „umformen“ kann zu langstrecken ODER Tragemuskeln

meine Stute (Warmblut) z.B. ist im Winter ein einziges rundes Kraftpaket weil allein witterungsbedingt schon viel Dressurarbeit und Springen ansteht - im Sommer ist sie immer noch sehr muskulös aber durchweg alles etwas flacher, aber dafür ausdauernder weil sie da vor allem auf längeren strecken geht

Muskeln können aber also „lernen“ … auch ein Blüter kann bei entprechendem Training einen Teil seiner Muskelfasern zu „tragemuskeln“ machen aber es braucht viel mehr und konsequente Arbeit als bei einem Warmblut oder womöglich einem Kaltblut (das fast ausschliesslich „rote“ Muskeln hat) umgekehrt kann auch ein kaltblut eine gewisse Menge weisse Muskelfasern bauen, wenns regelmässig benötigt wird - aber eben auch nur im Rahmen

Gerade die Rückenmuskeln sind (auch beim Warmblut) recht flache, faserige Muskulatur der man Zuwachs noch weniger ansieht als z.B. denen an der Hinterhand oder dem Hals

wenn du also den Blüter mit Warmblütern (oder extremer mit Quartern vergleichst wird der NIE so leicht in Sachen Muskulatur aufbaubar sein wie ein Warmblut - zumal ein Blüter auch so gut wie kein Unterhautfettgewebe aufbaut und schon deswegen immer eher knöchern (trocken) aussieht als so ein Warmblut

noch was zum Training - für guten schonenden und trotzdem auch schnellen Muskelaufbau lohnt sich immer wieder Intervalltraining… und dasso abwechslungsreich wie möglich !

Die Muskeln wachsen nämlich in den Pausen, dann wenn sie sich erholen … solang die Pausen nicht zu lang sind - tägliches Training sorgt sogar eher dafür, dass die Muskeln auch wieder weniger werden

Einmal / Woche soll man auch mal um ca. 20 - 30% über das Maximum rausgehen um dem Muskel einen Anreiz zu geben … am Tag drauf dann z.B. nur leichte Bewegung an der Longe etc.

Gruß H.

P.S. das war jetzt mal alles stark vereinfacht dargestellt (!) die Profis mögen mir verzeihen :smile:

P.S. Wenn ein Pferd muskulär trotz regelmässigen Trainings im Winter sichtlich abbaut liegt das an fehlendem Futter (HEU !) UND fehlender Wärme

Pferde können zwar meisten mit guten Unterständen versehen draussen gehalten werden, aber wenn sie abbauen wirds trotzdem Zeit deutlich mehr heu zu füttern und sie notfalls aich mal einzudecken (hat auch was mit Tierliebe zu tun eine Ausnahme vom „der kann das, der muss da durch“ zu machen

hi hexerl kannst du noch ein paar tipps geben wie man die bauchmuskulatur von pferden trainiert, schließlich können die keine situps machen so wie wir.

wie verhält sich das mit den muskeln von halbblütern? ich habe einen araber-apaloosamix und möchte da dann später keine fehler machen wenn ich anfange ihn zu trainieren.

klar kann ich tipps geben :wink:

da kannst du einen Selbstversuch machen … beug dich mal runter - biege dich seitwärts wie ein Pferd und nimm dann eines deiner Beine hoch :wink:

das ist sehr gutes effizientes und gelenkschonendes Bauchmuskeltraining :smile: also z.B. auf gebogenen Linien in Dehnungshaltung über Bodenstangen zu longieren/reiten - anfangs erst im Schritt - dann auch im Trab … und wenn das gut und entspannt geht, also so, dass das Pferd nicht eilig wird oder sich verspannt die Cavaletti auch mal 10 cm höher legen … für schritt auch mal 20 cm … je enger die Wendung desto grösser der Effekt - aber dann natürlich wieder nur Schritt … das Pferd soll ja zeit haben sich zu koordinieren

wenn du merkst es tut sich schwer lieber einen stufe zurückfahren und etwas weniger machen (dafür mehr loben :wink: ) sie sollen schliesslich SPASS haben :smile:

Anspannung muss Entspannung folgen sonst gibts Krampf … also nach 2 - 3 x über die Stangen wieder ein paar Runden geradeaus und locker vorwärts … dann wieder über die Stangen …

Bauchmuskeln (und Kondition) bauen sich AUCH gut auf beim Klettern in Schritt im Gelände - also alles was dafür sorgt dass das Pferd die Beine vermehrt heben muss … im Gelände machts ihnen dann auch noch mehr Spass als an der Longe, weil sie einfach mehr sehen von der Welt :smile: und den Trainigseffekt hat man so nebenbei

das ist auch für die Sehnen und Bänder gut … viel Schritt auf gutem / hartem Boden :smile: die werden dadurch belastbarer

Ansonsten hilft auch viel Galopparbeit in etwas weicherem tiefen Boden beim Bauchmuskeltraining, aber wenn das Pferd sonst nicht im Training ist hätte ich da aktuell etwas Sorge um die Sehnen, deswegen das besser nicht machen - also lieber entspanntes Galoppieren auf gutem Boden (nicht heizen :wink: !)

Abwechselndes Rückwärtsrichten und wieder antreten lassen im Schritt (wenns wirklich richtig flüssig geht auch im Trab) hilft auch, aber nur wenns wirklich komplett entspannt, locker über den Rücken geht - ansonsten lieber lassen sonst gehts auf die Gelenke

mehr fällt mir auf die schnelle nicht ein und meine Mittagspause ist jetzt auch um :-\

Gruß H.

danke, trifft das jetzt mehr auf warmblüter oder vollblüter zu?

wie verhält sich das mit dem muskeln wenn es ein halblut ist? also halb araber halb apaloosa? hat er dann auch mehr weiße muskeln?

der Muskelaufbau an sich gilt für alle Pferde gleich - das ist eher Physik und Biochemie als „biologische Rassenmerkmale“.

Bei Mixen kann alles oder nichts sein - Ein Quarter/Arab kann muskulär absolut Arabertypisch werden oder Quarter/Äppitypisch - eigentlich solltest du deinem Pferd schon ansehen können was es letztendlich für ein Typ ist …

und wie ich schon sagte: Muskelfaser können (bedingt) „lernen“

die Quarabs die ich bisher kenne, waren übrigens ausnahmslos eher Quartertypisch bemuskelt - die hatten nur ein bisschen feinere Gesichter