Hallo!
Nachdem mein Kater vom Balkon gefallen war (is nix weiter passiert), hatte er erstmal tagelang richtig fette Muskelschmerzen. Der Joke war:" Hihi, der Kater hat Muskelkater!" Lustiges Wortspiel, aber woher kommt das Wort Muskelkater? Das hat doch nicht wirklich war mit Mietzen zu tun? Vielleicht erinnert es an die unangenehmen Nachwirkungen von Alkohol, wenn man tags darauf auch einen „Kater“ hat? Aber woher kommt dieser Kater?
Dank im Voraus KATJALA
Hi KATJALA
Aber woher kommt dieser Kater?
evtl. Katarrh
hier noch einiges Wissenswertes:
Den Katzen auf der Spur
Das Verhältnis der Menschen zur Katze ist von Widersprüchlichkeit gezeichnet. In Mythen, Religion, Geschichte und Märchen begegnen wir Katzen, die vom Dämon bis zur Göttin schon alles gewesen sind. Annäherung an eine lange, wechselhafte Beziehung.
Eine Hoch-Zeit der besonderen Art erlebten die schnurrenden Vierbeiner etwa vor fünftausend Jahren. Die Ägypter verehrten die Katze als Göttin, Bastet genannt, Beschützerin und Hüterin von Haus, Mutter und Kind. Die katzenköpfige Bastet liebte die Musik, den Tanz und das süsse Leben. Starb in Ägypten eine Katze, wurde sie mumifiziert und in einem Tempel der Bastet beigesetzt. Die Verehrung ging so weit, dass Familienmitglieder ihre Augenbrauen nach dem Tod der Hauskatze rasieren mussten. So schrieb es das Gesetz vor. Eine Katze zu töten, galt als Kapitalverbrechen. Auch in Burma und in Siam waren Katzen hoch angesehen. Man glaubte, dass die Seele eines Heiligen nach seinem Tod in eine Katze fuhr. Wenn diese gestorben war, kam die Seele direkt ins Paradies.
Die schwarze Katze
Schwarze Katzen wurden und werden sehr unterschiedlich beurteilt. Während sie im alten Ägypten ein Glückssymbol waren, verkörperten sie im christlichen Mittelalter das Böse schlechthin. Ihnen wurde der Schwarze Peter zugeschoben und vielleicht hat das beliebte Kartenspiel seinen Ursprung von daher. Man hielt schwarze Katzen nicht nur für die Verbündeten der Hexen, sondern glaubte, dass sie sich nach sieben Jahren Dienst selber in Hexen verwandelten.
Der Aberglaube grassierte nicht nur im Mittelalter, auch heute werden Glück und Unglück in Beziehung mit schwarzen Katzen gebracht. Was passiert mir wo, wenn ich einer schwarzen Katze begegne? In Amerika bringt sie mir Unglück, wenn sie meinen Weg kreuzt. In England bringt sie mir Glück, wenn sie auf mich zuläuft und wenn ich einen Matrosen als Mann hätte, würde mein Gatte wohlbehalten zurückkommen, wenn ich eine schwarze Katze als Haustier hielte.
Katzenmagie
Wer an abergläubische Vorstellungen glaubt, achte auf folgende Zeichen: Wer eine Katze tritt, bekommt Rheuma. Leckt eine Katze ihren Schwanz, wird es regnen. Eine unruhige Katze bedeutet, dass Sturm aufkommt. Wirft man eine Katze über Bord, wird die See stürmisch. Schlafende Kinder und Kranke muss man von Katzen fernhalten, denn diese saugen ihnen den Atem aus. Katzen haben magische Symbolkraft und mehrere Leben. Je nach Region und Zeitalter ist diese Kraft böse oder gut und je nach Sagenkreis haben Katzen sieben oder neun Leben. Neben der teuflischen und der heiligen Katze gibt es eine dritte Kategorie, die erotische Katze: Ein streunender Kater steht für den Frauenheld, eine «heisse Katze» ist eine Frau mit erotischer Ausstrahlung.
Die Katze im Sprachgebrauch
Die schnurrenden, miauenden Tiere haben ihre Spuren auch in der Sprache hinterlassen und zeigen ein widersprüchliches, schwierig zu fassendes Gesicht. Einige Beispiele: Mit jemandem Katz und Maus spielen (jemanden über eine Entscheidung im Unklaren lassen); Die Katze aus dem Sack lassen (eine bisher verschwiegene Absicht herausrücken); Die Katze lässt das Mausen nicht (alte Gewohnheiten kann man nicht ablegen); Katzenjammer, einen Kater haben, verkatert sein (Brummschädel nach einem Rausch); Katzenmusik (misstönende Musik); Muskelkater (Schmerzen nach übermässiger, körperlicher Anstrengung); Katzenauge (Rückstrahler am Fahrrad/
Auto); Die Katze im Sack kaufen (etwas ungeprüft übernehmen); Nur einen Katzensprung entfernt (nicht weit); In der Nacht sind alle Katzen grau (in der Dunkelheit fallen alle Besonderheiten weg); Wie eine Katze um den heissen Brei herum schleichen (reden, ohne auf den eigentlichen Kern der Sache zu sprechen kommen); Das ist für die Katz (vergeblich sein); Da beisst sich die Katze in den Schwanz (Ursache und Wirkung bedingen sich gegenseitig); Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse (wer es gewohnt ist, beaufsichtigt zu werden, nutzt es aus, wenn er einmal ohne Aufsicht ist); Katzenwäsche (sich nur flüchtig waschen); katzbuckeln (buhlen, kriechen); Kateridee (Marotte, Schnapsidee); Katerstimmung (Hang-over); katzenzüngig (aalglatt, falsch).
Katzen in Märchen
Auch in Märchen schlüpfen Katzen in unterschiedliche Rollen. Das zeigt eine kleine Recherche. Katzen agieren als Drohfinger, Helfer, David-gegen-Goliath-Figur, verzauberter Prinz oder als Symbolfigur für einen Entwicklungsschritt.
In «Katz und Maus in Gesellschaft» der Brüder Grimm beweist die Katze der Maus erbarmungslos, wer mächtiger ist. Die Moral der Geschichte: Trau nie einem Feind, egal, was er dir verspricht:
«‹Ach›, sagte die Maus, ‹jetzt merke ich, was geschehen ist, jetzt kommt’s an den Tag, du bist mir die wahre Freundin! Aufgefressen hast du alles, wie du zu Gevatter gestanden hast, erst Haut ab, dann halb aus, dann…› – ‹Willst du schweigen›, rief die Katze, ‹noch ein Wort, und ich fresse dich auf›. –
‹Ganz aus›, hatte die arme Maus schon auf der Zunge, kaum war es heraus, so tat die Katze einen Satz nach ihr, packte sie und schluckte sie hinunter. Siehst du, so geht’s in der Welt.»
In den Grimmschen Bremer Stadtmusikanten hilft die Katze mit, durch List und Mut den Stärkeren zu besiegen:
«Der Abgeschickte fand alles still, ging in die Küche, ein Licht anzuzünden, und weil er die glühenden, feurigen Augen der Katze für lebendige Kohlen ansah, hielt er ein Schwefelhölzchen daran, dass es Feuer fangen sollte. Aber die Katze verstand keinen Spass, sprang ihm ins Gesicht, spie und kratzte. Da erschrak er gewaltig…»
Im Märchen «Der Gestiefelte Kater» (Grimm) hilft die Katze der Hauptfigur, dem armen Müllersohn, zu schnellem sozialen Aufstieg. «‹Hör›, fing der Kater an, der alles verstanden hatte, was er gesagt, ‹du brauchst mich nicht zu töten um ein Paar schlechte Handschuhe, lass mir nur ein Paar Stiefel machen, dass ich ausgehen und mich unter den Leuten sehen lassen kann, dann soll dir bald geholfen sein›.»
In «Der Kater Johann», einem Märchen aus Pommern, tritt die (menschliche) Hauptfigur in Tiergestalt auf und wird dann erlöst: «Das Leben wollte der Bärritter nun auch nicht gerne verlieren, und weil er keinen andern Ausweg sah, zückte er sein Schwert und schwang es in der Luft, drückte die Augen zu und schlug zu, dass dem Kater der Kopf vom Rumpfe flog. Kaum lag er auf der Erde, so sprang aber auch schon der Kopf wieder auf seine alte Stelle zwischen die Schultern zurück und siehe da, aus dem Kater wurde ein wunderschöner Prinz.»
In Wilhelm Hauffs «Der kleine Muck» verkörpern die Katzen erst ein Glück, dann ein Unglück, das den Helden zwingt, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen: «Der kleine Muck, dem der Katzenbrei geschmeckt hatte, willigte ein und wurde also der Bediente der Frau Ahavzi. Er hatte einen leichten, aber sonderbaren Dienst. Frau Ahavzi hatte nämlich zwei Kater und vier Katzen, diesen musste der kleine Muck alle Morgen den Pelz kämmen und mit köstlichen Salben einreiben; wenn die Frau ausging, musste er auf die Katzen Achtung geben, wenn sie assen, musste er ihnen die Schüsseln vorlegen, und nachts musste er sie auf seidene Polster legen und sie mit samtenen Decken einhüllen.»
Katzenweisheit
Katzen sind zauberkundige, kluge Tiere und haben es weit gebracht. Zum Beispiel gehören sie heute zu den beliebtesten Haustieren. Mehr als eine Million lebt in der Schweiz, die sieben Millionen Einwohner/innen zählt. Noch viel mehr Katzen trifft man in (Bilder)Büchern, Comics und Trickfilmen an. Vielleicht taucht der einen oder anderen Grüblerin derselbe Gedanke auf wie Montaigne, als er mit seiner Katze spielte: Vielleicht vertreibe nicht ich, sondern die Katze sich mit mir die Zeit!
Cornelia Hausherr
Grüße McSofa
Wow
Hallo, McSofa
Danke für diesen ausführlichen Artikel. Ich hatte nicht mit so viel Aufwand gerechnet *glücklichsei*
Kurz offtopic: mein Kater hat mich auch prima im Griff. In unserem Zusammenleben haben wir mehr Kompromisse geschlossen, als ich mir vorgestellt hatte. Ich muß genauso seine Regeln befolgen, wie er meine…
Aaaaaber: ich bin immer noch sein Dosenöffner. Und solange er keine Daumen hat, werde ich es bleiben *gg*
Grüßli Katjala
Hi KATJALA,
McSofa hat mit seiner Vermutung recht. Muskelkater stammt vom Katarrh.
Das meint zumindestens mein Kluge (ein Herkunftwörterbuch)
Gandalf
hallo gandalf,
wie wird das denn begründet?
ein katarrh ist eine entzündung der atemwege, wenn ich micht nicht irre. eine muskelkater eine rissverletzung ebendort.
den zusammenhang verstehe ich nicht so ohne weiteres.
tschüß
strubbel
=:o)
Hi strubbel,
das ganze geht über den ordinären (alkohol)Kater. Das Unwohlsein scheint da ähnlich zu sein. Soweit mein Erklärungsversuch
Gandalf
ein katarrh ist eine entzündung der atemwege
hallo, strubbel
katarrh von griech. katarrhein (ausfließen)
Als Katarrh wird eine Entzündung von Schleimhäuten mit Flüssigkeitsausscheidung bezeichnet (Hippokrates) - überwiegend tritt dies im Bereich der Luftwege auf.
Nun ist halt im Volksmund bei jeglichem Zipperlein der gebüldet klingende Ausdruck übernomen worden. (Man spricht ja auch von einem „Haarwurzelkatarrh“ 
Grüße
Eckard.
Hallo Katjala und auch ihr anderen,
es soll in Leipzig gewesen sein, wo die Studenten, die tags zuvor ordentlich einen getrunken hatten, sich für das Fehlen im Kollegium entschuldigten, weil sie einen „Katarrh“ hätten, also eine „entzündliche Krankheit“ der Atemwege oder auch anderswo.
Beim Pedell der Uni - sächsisch, mit teuflisch vorgeschobenen Unterkiefer sprechend - klang dieses griechische Wort eben wie „Kaaaater“.
Daraus entstand, aber lassen wir das den Röhrich erzählen:
_ Kater
Einen Kater haben: unter den Nachwirkungen eines Rausches leiden, ‚Katzenjammer‘ haben. Das Wort ‚Kater‘ kommt in mehreren Redensarten vor. Es stammt aus der Leipziger Studentensprache und war dort besonders beliebt in der Wendung seinen Kater spazieren führen; einen Kater ausführen: an den Folgen eines Rausches leiden.
Daher auch der Scherz unter Studenten: ‚Immer wieder ein (zoologisches) Wunder, wie sich ein Affe über Nacht in einen Kater verwandelt‘.
Wie ‚Kneipe‘ und ‚kneipen‘ hat das Wort Kater, das in Sachsen schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt war, aus der Studentensprache den Weg ins bürgerliche Leben gefunden.
Das Wort selbst gilt als die vulgäre sächsische Ausspracheform des Wortes Katarrh, das in der Volkssprache soviel wie Schnupfen, allgemein Unwohlsein und Kopfweh bedeutet. Anfänglich sollte also dieser Kater mit der männlichen Katze oder mit Katzenjammer in der übertragenen Bedeutung nicht den mindesten Zusammenhang haben, sondern dürfte erst später als eine scherzhafte Verwendung des Tiernamens aufgefaßt worden sein, was in den Gegenden besonders nahe lag, wo die erwähnte volkstümliche Aussprache nicht gebräuchlich oder verständlich war.
Aber diese Erklärung, die von Friedrich Kluge herrührt, überzeugt nicht vollkommen. Denn schon in Laukhards Lebensbeschreibung, also in den Jahren zwischen 1780 und 1790 kommt der redensartliche Vergleich Besoffen wie ein Kater vor; offenkundig bedeutet Kater in dieser Wendung das Katzenmännchen.
Die Ausdrucksweise selbst erinnert an die schwedische Redensart: ‚full som en kaja‘, ‚full som en alika‘ = betrunken wie eine Dohle. Nun kann man sich gewiß über den Vergleich wundern: warum gerade wie ein Kater? Aber dieselbe Frage gilt für die erwähnten schwedischen Ausdrücke: sie gilt ebenso für die Redensart ‚Besoffen wie ein Besenstiel‘ und viele andere dieser Art, z.B. ‚Saufen wie ein Bürstenbinder‘. Tatsächlich gebrauchen wir in der Rede derartige Vergleiche mit Vorliebe rein mechanisch und in Zusammenhängen, wo sie eigentlich sinnlos sind und wo sie einzig der Verstärkung und Auslösung unseres Gefühls dienen.
Die Redensart ‚besoffen wie ein Kater‘ kann daher durch mechanische Nachbildung des Ausdruck ‚verliebt‘ oder ‚Geil wie ein Kater‘ zustande gekommen sein. Sobald es einmal die Redensart ‚besoffen wie ein Kater‘ gab, begünstigte das den Gebraucht von Kater = Katarrh in der Bedeutung ‚Katzenjammer‘. Katzenjammer tauchte seinerseits zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den akademischen Kreisen Heidelbergs mit dieser Bedeutung auf. Zuerst ist es aus der Sprache der baltischen Studenten bekannt. Görres, Brentano, Eichendorff u.a. gleichzeitige Romantiker haben den Ausdruck ins Schrifttum eingeführt.
[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Kater, S. 3. Digitale Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 3234 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 3, S. 816) © Verlag Herder]_
Gruß Fritz
Hallo Strubbel !
Ein Muskelkater ist auch keine Rissverletzung !
Soweit ich mich erinnern kann, entsteht ein Muskelkater wenn sich zuviel Milchsäure in den Muskelzellen ansammelt weil die Zellen zuwenig Sauerstoff zur Energieerzeugung mittels Verbrennung zur Verfügung hatten und daher auf anaerobe Energiegewinnung umgeschaltet haben. Dabei ensteht dann die Milchsäure und das macht sich dann als Muskelkater bemerkbar.
mfg
Christof
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hi christof,
der muskelkaster ist ein mikrofaserriss im muskelgewebe. dein wissensstand ist der der siebziger jahre.
manche dinge halten sich eben länger im volksgedächtnis.
tschüß
strubbel
Danke
He, Strubbel,
danke! Das hat mein Wissen wieder einmal erweitert - es war auf dem Stand von Christopf 
Für alle, die auch schlauer werdn wollen, hier ein Link (PDF-Reader erforderlich) http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/images/heft02…
Grüße!
Eckard.
Ebenfalls Danke !
Hallo Strubbel !
Danke, dass du mich auf den Irrtum aufmerksam gemacht hast.
Habe sofort im Internet recherchiert und meinen Wissensstand auf den neuseten Stand gebracht
.
Schöne Grüsse
Christof
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