Muskelprobleme nach Knochenumstellung

Liebe Experten!

Bei mir wurde vor 16 Monaten eine Umstellungs-Osteotomie vorgenomme am Hüftknochen, da ich in der linke Hüfte Arthrose hatte.

Die Arthroseschmerzen sind auch tatsächlich seit der OP weg.

Die Heilung zieht sich allerdings hin und bringt soviele andere Probleme.
Ich bin 8 Monate an 2 Krücken gegangen, danach noch fast 2 Monate an 1 Krücke = 10 Monate Krücken!

Es danach immer noch gedauert, bis ich das linke Bein schmerzfrei belasten konnte und auch heute noch geht das nicht immer völlig problemlos.

Die Probleme, die ich sonst noch habe, sind vor allem muskuläre, oft spüre ich die gesamte Oberschenkelmuskulatur im linken Bein, habe oft aber nach dem Sport in beiden Beinen Muskelschmerzen, außerdem auch im Rücken.

Wg. der Beinverkürzung nach der OP (0,5 cm) trage ich eine Erhöhung.
Zuletzt hatte ich von Oktober bis Januar Osteopathie-Behandlungen, weil ich damals nachts in der rechten Hüfte Schmerzen hatte, die sind zum Glück weg.

Wie auch immer: Wieso dauert die Genesung derart lange?
Ich ernähre mich gesund, bin nicht übergewichtig, 47 Jahre alt, biolog. Alter sicher unter 40, ich mache 2 - 5 mal die Woche Sport, bin aber nicht der Typ, der sich überanstrengt.

Ich hätte gedacht, dass die Heilungsbedingungen bei mir optimal sind, und keiner hat mir vorher gesagt, dass es solange dauern würde.

Der Professor, der mich operierte, hat vor einigen Monaten nur gesagt „Ich solle mich damit abfinden, dass ich eine schwerwiegende Grunderkrankung habe“, aber die Muskelschmerzen haben doch mit der Arthrose nix zu tun. Und die typischen Anlaufschmerzen habe ich kaum noch, höchsten, wenn ich mal ein ausgiebiges Training hinter mir habe.

Ist lang geworden, aber ich hätte trotzdem gern ein paar fachliche Meinungen dazu.

Kann da noch etwas anderes dahinterstecken?

Was ist das richtige für meine Muskeln?

Danke für eure Antworten!

Gruß, Fo

Hallo,

Bei mir wurde vor 16 Monaten eine Umstellungs-Osteotomie
vorgenomme…
Ich bin 8 Monate an 2 Krücken gegangen, danach noch fast 2
Monate an 1 Krücke = 10 Monate Krücken!

das ist schon einmal eine sehr lange Zeit.

Die Probleme, die ich sonst noch habe, sind vor allem
muskuläre, oft spüre ich die gesamte Oberschenkelmuskulatur im
linken Bein, habe oft aber nach dem Sport in beiden Beinen
Muskelschmerzen, außerdem auch im Rücken.

Durch die Umstellungsosteotomie des Femurs hat sich so einiges - auch für den „restlichen“ Bewegungsapparat des Körpers - geändert.
Es werden Muskeln, Bänder und Sehnen in einem anderen, ungewohnten Maß beansprucht und das kann eben zu den von dir geschilderten Problemen/Schmerze führen. Natürlich nicht nur durch die OP selbst -die Gelengschmerzen in der Hüfte sind ja weg - aber durch die extrem lange Zeit mit Gehstützen wird der Bewegungsapparat ganz anders genutzt/belastet. Mitunter ist es sogar so, dass auf der gegenüberliegenden Seite - durch die Schonhaltung verursacht und damit verbunden, hier eine Mehrbelastung - es plötzlich zu Schmerzen kommt.

Wie auch immer: Wieso dauert die Genesung derart lange?

Die Genesung im Sinne einer Beseitigung der ursprünglichen Beschwerden solltest du eigentlich als abgeschlossen betrachten können.

Ich hätte gedacht, dass die Heilungsbedingungen bei mir
optimal sind, und keiner hat mir vorher gesagt, dass es
solange dauern würde.

Ja, das hätte man machen können. Der Mensch ist aber ein Individuum und es kann manchmal wirklich lange dauern…

Kann da noch etwas anderes dahinterstecken?

„Kann“…ja. Aber ich glaube nicht…

Was ist das richtige für meine Muskeln?

Ich glaube, soweit man das von der Tastatur aus beurteilen kann, dass du auf einem richtigen Weg bist. Lass dich nicht dadurch entmutigen dass andere evtl. schon viel früher in die „Gänge“ gekommen sind.
Und bei der Mobilisation nichts übertreiben! :wink:
Muskel, Bänder und Sehnen gehören zu einem komplexen, voneinander abhängigen System!

Gruß, Fo

Gruß
rolli

hallo

interessant wäre: was machst du an sport? wer hat dir was empfohlen nach dieser grossen OP? nicht alles, was theoretisch durchführbar ist, ist praktisch sinnvoll (z.B. joggen)

zu muskulären problemen fällt mir spontan ein:

unangemessene sportart

durch schonhaltung nicht korrekt durchgeführte bewegungsabläufe

muskuläre defizite bestimmter muskelgruppen (durch den gebrauch von gehhilfe-n), die erst einmal gezielt angegangen werden sollten = nicht ausreichend muskuläre vorbereitung auf… -sport?-

wenn du in eigenregie sportelst solltest du vielleicht nochmal einen
„bewegungsfachmann“ (z.B. physiotherapeut mit schwerpunkt sport)zu rate ziehen.

gruß
dots

Sportarten
HI!
Danke erstmal für deine Antwort.

interessant wäre: was machst du an sport? wer hat dir was
empfohlen nach dieser grossen OP? nicht alles, was theoretisch
durchführbar ist, ist praktisch sinnvoll (z.B. joggen)

Naja, wenn ich ewig lange an Krücken gegangen bin dachte ich, dass das logisch ist, dass ich nicht joggen kann.
Das habe ich seit der OP nicht mehr getan und werde ich auch nicht mehr tun.

zu muskulären problemen fällt mir spontan ein:

unangemessene sportart

Anfangs - also in der Reha - habe ich Aquafitness gemacht, auch noch lange danach.
Ansonsten bin ich regelmäßig geschwommen - Kraul ohne Beine.
In der stationären und der ambulanten Reha: Gerätetraining unter Aufsicht.
Ab 3 Monaten nach der OP Radfahren (flache Strecken, Triathlonrad).

12 Monate nach der Op, also 2 Monate nach Weglassen der Krücken, habe ich mit Nordic Walking begonnen, mit Konzentration auf saubere Gehbewegungen.

durch schonhaltung nicht korrekt durchgeführte
bewegungsabläufe

Das ist durchaus möglich.
Ich war allerdings zu der Zeit nocheinmal beim Professer, der mich operierte. Der hat keine Vorschläge gemacht, dass ich das Laufen nochmal richtig lernen müsse ohne Krücken.

muskuläre defizite bestimmter muskelgruppen (durch den
gebrauch von gehhilfe-n), die erst einmal gezielt angegangen
werden sollten = nicht ausreichend muskuläre vorbereitung
auf… -sport?-

Da ich vor der OP sehr gut trainiert war und direkt danach in der stationären Reha war, wo ich den ganzen Tag Sport gemacht habe, kann es daran eigentlich nicht liegen.

wenn du in eigenregie sportelst solltest du vielleicht nochmal
einen
„bewegungsfachmann“ (z.B. physiotherapeut mit schwerpunkt
sport)zu rate ziehen.

Während der stationären und der ambulanten Reha (ging bis ca. 7 Monate nach der OP) hab ich mich immer mit den Physiotherapeuten besprochen.

Meine Krankenkasse will ja schon lange keine KG mehr bezahlen, weil die Grenze ja bei 20x liege.

Ich hab 10 Ostoepathie-Behandlungen selbst bezahlt (1000 €, von Okt bis Jan).

Die Sache kotzt mich langsam an. Was ist mit meinen Muskeln los?

Was habe ich denn da falsch gemacht? Ich hab doch immer Rücksprache gehalten mit den Physiotherapeuten, ich bin nicht der Typ, der sich beim Sport überanstrengt.
Ich bin in einer sehr guten körperlichen Verfassung.

Ich versteh das einfach nicht.

hallo

Anfangs - also in der Reha -

reha…alles ok…ambulant und stationär ca. 7 mon. lang.
danach?

12 Monate nach der Op, also 2 Monate nach Weglassen der
Krücken, habe ich mit Nordic Walking begonnen, mit
Konzentration auf saubere Gehbewegungen.

schon diese „konzentration“ kann zu verspannungen führen -> schmerzen durch u.U.fehlbelastung

Ich war allerdings zu der Zeit nocheinmal beim Professer, der
mich operierte. Der hat keine Vorschläge gemacht, dass ich das
Laufen nochmal richtig lernen müsse ohne Krücken.

das sieht er auch nicht als seine aufgabe an.

Während der stationären und der ambulanten Reha (ging bis ca.
7 Monate nach der OP) hab ich mich immer mit den
Physiotherapeuten besprochen.

das war vor 9 monaten…
inzwischen bist du von teil-zu vollbelastung gekommen.
eine ganz neue (belastungs-)situation

Meine Krankenkasse will ja schon lange keine KG mehr bezahlen,
weil die Grenze ja bei 20x liege.

wie lange ist die letzte verordnung her?
der weiterbehandelnde arzt kann eine „neue/andere diagnose“(wg. aktueller problematik) formulieren und eine verordnung für physiotherapie ausstellen…so hättest du die möglichkeit deine bewegungsabläufe unter der neuen belastungssituation (vollbelastung) kontrollieren zu lassen bzw. nochmals rat durch einen physio einzuholen.

Die Sache kotzt mich langsam an

glaub ich dir

alles gute!
dots