Hallo, auch meine Tochter (5 1/2 Jahre) ist hypoton. Ich möchte es eigentlich nicht unbedingt als Krankheit bezeichnen, eher als Störung.
Es dauert halt alles ein wenig länger, weil viele Dinge natürlich wesentlich anstrengender sind. Alice war ein absolutes Krabbelkind, hat aber erst mit 22 Monaten laufen gelernt. Sie läuft etwas nach innen und der Gang ist auch nicht ganz „flüssig“, aber vielen Leuten fällt es gar nicht auf. Ich muss allerdings dazu sagen, dass wir erst mit 20 Monaten begonnen haben, ihre motorische Förderung zu intensivieren (nach einem Wechsel der Krankengymnastin).
Mittlerweile machen wir relativ viel und sie hat ihre 6 Monate Entwicklungsverzögerung nahezu vollständig aufgeholt. Dass meine Tochter eine große Sportlerin wird, ist wohl nicht zu erwarten, aber ich denke, das muss ja nun nicht sein .
Meine Tochter macht folgendes: Schwimmen, Therap. Reiten (Heilvoltigieren), motopädagogisches Turnen, Ballett, Logopädie (betrifft ja auch die Zungenmuskulatur), viele Arbeiten mit Ton. Vor allem das Ballett macht ihr einen Riesenspaß und hilft enorm, da sie eine Tendenz zum Rundrücken hat.
Sicher ist deine Tochter für einige Dinge noch zu klein, aber du kannst schon viel zu Hause fördern: Mit Sand, Ton und Knete arbeiten (stärkt die Hand- und Fingermuskulatur), Pustespiele und Strohhalm benutzen (Zungen- und Lippenmuskulatur), Kletterparcours mit Kissen, Stühlen, Decken etc., Bewegung im Wasser, das alles kann man nebenbei machen, ohne das es einen Therapiecharakter hat.
Auf jeden Fall solltest Du regelmäßig ihre Augen überprüfen lassen. Hypotonie betrifft eben einfach alle Muskeln, auch die kleinsten.
Entschuldige, dass es so lang geworden ist, aber ich denke, dass ich nach mittlerweile fünf Jahren Ärztemarathon und diversem Ausprobieren das ganze recht objektiv sehen kann. Du kannst mir gerne mailen, wenn Du noch Fragen hast oder einfach noch Spielideen brauchst.
Viele Grüße
Kirsten
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