Muss er zur Bundeswehr?

Hallo!

Mein Freund muss bald zur Bundeswehr zur Musterung und da er nicht sehr begeistert davon ist, hab ich ein paar Fragen die mir hoffentlich jemand beantworten kann^^ Wir sind nämlich völlig überfragt zum Thema „Bundeswehr“.

  • Er hat eine Entzündung am Knie, d.h. das Knie füllt sich immer wieder mit Wasser wenn er z.b. hinfallt.
  • Sein Handgelenk war gebrochen und weil dies anscheinen nicht richtig verheilt ist knackt das Gelenk bei vers. Bewegungen.
  • Spreitzfuß
  • Krummer Rücken

Können die oben genannten „Verletzungen“ dazu führen, dass er nicht zum Bund gehen muss? Wenn ja, welcher Punkt führt dazu?

Kann man auch verweigern? Wenn ja, wie läuft das ab?
Ich habe mal gehört, dass wenn man sagt man sei christlich man nicht zur Bundeswehr muss?

Gibt es noch andere Gründe oder Fakten um das Aufnehmen zur Bundeswehr zu vermeiden?

Er ist im Moment auf Arbeitssuche. Ist das relevant bei der Musterung?

Vielen Dank für die Antworten!!

Auch hallo

Wir sind nämlich
völlig überfragt zum Thema „Bundeswehr“.

Für die Infoseite http://www.zivildienst.de wird es wohl reichen.

(…)
Können die oben genannten „Verletzungen“ dazu führen, dass er
nicht zum Bund gehen muss? Wenn ja, welcher Punkt führt dazu?

Ausmusterung bei der Musterung oder der Antrag auf Verweigerung wird genehmigt

Kann man auch verweigern? Wenn ja, wie läuft das ab?

Anschreiben aufsetzen mit relevanten Gründen (nicht politischen) und Berufung auf Paragraphen und sonstigen überzeugenden Gründen, poliz. Führungszeugnis beilegen (steht aber nicht in dem Link eben…), Lebenslauf und den Musterungsbefund. Das Ganze dann zusammen beim zuständigen KWEA abgeben (mit Erhaltsschein)

Ich habe mal gehört, dass wenn man sagt man sei christlich man
nicht zur Bundeswehr muss?

Dazu müsste man z.B. Theologie studieren

Er ist im Moment auf Arbeitssuche. Ist das relevant bei der
Musterung?

Nein

mfg M.L.

Können die oben genannten „Verletzungen“ dazu führen, dass er
nicht zum Bund gehen muss?

Was würde dir irgendeine Antwort wie „ja“ oder „nein“ bringen, wenn das Musterungsergebnis ein völlig anderes ist? Um diese Frage zu klären wird er doch gemustert. Bei ersterem würde ich aber grundsätzlich mal einen Arztbesuch empfehlen, unbehandelte Knieverletzungen können einem ein Leben lang Probleme bereiten

Kann man auch verweigern? Wenn ja, wie läuft das ab?

Ja, kann man selbstverständlich, wenn man Gewissensgründe glaubhaft machen kann, die den Dienst an der Waffe unmöglich machen. Zum Thema Kriegsdienstverweigerung wird tante google dir einiges erzählen können.

Ich habe mal gehört, dass wenn man sagt man sei christlich man
nicht zur Bundeswehr muss?

Genau, und bei der Bundeswehr sind alle Agnostiker der Bundesrepublik zusammengefasst, weil Christen ja keinen Wehrdienst leisten. :wink:
Richtig ist, dass Geistliche, Theologiestudenten und Anwärter auf kirchliche Ämter vom Wehrdienst befreit sind oder zurückgestellt werden können (vgl. §§11/12 WehrPflG).

Gibt es noch andere Gründe oder Fakten um das Aufnehmen zur
Bundeswehr zu vermeiden?

Die Allgemeine Wehrpflicht ist seine staatsbürgerliche Pflicht, Ausnahmen regelt das Wehrpflichtgesetz (sollte dein Freund mal reinschauen). „Keine Lust“ oder „meine freundin will das nicht“ begründet in keinem Fall eine Ausnahme von der Wehrpflicht.

Er ist im Moment auf Arbeitssuche. Ist das relevant bei der
Musterung?

Nein, bei der Musterung wird sein Gesundheitszustand und seine körperliche Eignung zum Wehrdienst erfasst.
Aus eigenem Interesse sollte er dann aber zusehen, dass er, sofern er tauglich ist seinen Wehrdienst oder sofern er verweigert seinen Zivildienst zügig hinter sich bringt, denn es ist immer wieder für viele, die sich nicht kümmern „überraschend“, wenn sie dann zum für sie ungünstigsten Zeitpunkt (z.B. nachdem sie gerade eine neue Arbeitsstelle bekommen haben/ein Studium begonnen haben) gezogen werden.

Gruß Andreas

Hallo,

Können die oben genannten „Verletzungen“ dazu führen, dass er
nicht zum Bund gehen muss? Wenn ja, welcher Punkt führt dazu?

Darüber wurde ja schon geschrieben. Er soll sich aber darüber im klaren sein, dass, wenn er ausgemustert wurde, vielleicht andere Berufe auch nicht mehr möglich sind.

Cheers, Felix

Bei mir war es so, dass ich schon einen Einberufungsbescheid bekommen habe, aber mein Anwalt mich „heraus bringen“ konnte. Ich studiere nämlich zur Zeit und wollte das Studium nicht unterbrechen. Wenn es wirklich schwierig werden sollte, gebe ich dir gerne einen Kontakt.

MfG Markus

Moin,
aus meiner Erfahrung bei der Bundeswehr kann ich nur sagen, Musterung ist nicht gleich Einberufung. Bei der Musterung wird lediglich festgestellt, ob tauglich für den Dienst in diversen Abstufungen oder nicht. Zweckmäßig hierfür ist alle relevanten Arztberichte bezüglich der Vorerkrankungen (Knie, Handgelenk, Rücken) bereits zur Musterung mitzunehmen.
Sollte er nicht ausgemustert und doch einberufen werden, erfolgt in der ersten Woche noch die Einstellungsuntersuchung im Sanitätsbereich der Einheit. Der zuständige Arzt wird bei entsprechenden Vorbefunden den Soldaten dann noch bei Spezialisten (niedergelassen oder Bundeswehrkrankenhaus) vorstellen. Selbst zu diesem Zeitpunkt ist noch eine Entlassung im Rahmen der Einstellung aus gesundheitlichen Gründen möglich.
Dies hat keine Auswirkungen auf die spätere Berufswahl, da er es nicht in seinen Unterlagen genauer spezifizieren muß.
Vorsichtig wäre ich allerdings, wenn ich es auf der psychologischen Schiene versuche. Kann bis zum Verlust des Führerscheines oder schlimmer gehen.
Die KDV sollte eigentlich immer der letzte Weg sein, da manche Arbeitgeber noch immer eine konservative Einstellung zu „Drückebergern“ haben. Es sei denn, das Berufsziel liegt sowieso im christlichen oder sozialem Bereich.
Er sollte sich auch fragen, wie seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind. Hat er eine abgeschlossene Berufausbildung?
Es gibt bei der Bundeswehr die Möglichkeit eine Berufsausbildung bzw. Berufsweiterbildung zu machen. Das in Verbindung mit einer heimatnahen Stationierung ist auch nichts anderes als ein normaler Beruf (morgens hin, abends wieder nach Hause).
Nähere Auskünfte erteilt i.d.R. der Wehrdienstberater oder der Personaloffizier jeder Kaserne.
Auf jeden Fall sollte diese Sache relativ schnell geklärt werden, da Arbeitgeber ungern einstellen, wenn der Wehrdienst noch im Raum steht.
Ich hoffe damit geholfen zu haben.
Gruß
Helmut