Muß es mal los werden

Hallöchen zusammen,

jetzt muß ich euch einfach mal was erzählen:

Bei uns war es die letzten paar Jahre nicht so leicht (Arbeitslosigkeit meines Mannes). Nach langem überlegen, wie wir unser Leben wieder in den Griff kriegen, habe ich mich entschlossen eine Weiterbildung neben meiner Arbeit anzufangen, um nachher nach bestandener Prüfung (hoffentlich) unsere Existenz darauf aufzubauen.

Gleichzeitig wurde meine Mann „Hausmann“ und kümmerte sich um alles häusliche und auch um unseren Sohn (2 1/2 Jahre).

Seitdem geht es eigentlich wieder bergauf. Wir verstehen uns auch meistens recht gut.

Mein einzigstens Problem sind immer die vielen glücklichen Mütter mit ihren Kleinkindern, die so viel Spaß an sonnigen Tagen haben, während ich über meine Bücher sitzte und büffel. Die Zeit die mir jetzt mit meinem Sohn verloren geht kann ich nie wieder einholen (Schluchz). Das fällt mir so verdammt schwer.

Eure traurige Soni

Hallo Soni

das ist aber eine sehr traurige Geschichte. Das haette ich auch sehr schlimm gefunden, wenn ich meine kleinen Kinder nicht so oft gesehen haette.

Ist euer Sohn denn auch traurig, dass du nicht immer da bist?

Viele Gruesse Thea

versuch Dir mal vorzustellen
Guten Morgen, soni,

versuch Dir doch mal vorzustellen, dass es auch sehr sehr vielen Vätern so geht. So ein paar Millionen, allein in Deutschland.
Die müssen jeden Morgen aus dem Haus und Geld ranschaffen
Sie sind nicht blind. Sie sehen die Kinder, welche morgends zur Schule gehen. Sie sehen die Kinder welche mit ihren Eltern unterwegs sind.
Sie sehen die Kinder miteinander spielen.
Ich will das nicht weiterführen.
Ich will Dich auch nicht massregeln und mein tiefstes Mitgefühl sei Dir gewiss.

Denk einfach mal darüber nach.

Danke

Schönen Tag noch
Ray

PS: Selbstmitleid ist mir gänzlich fremd.

Hi Du,
abgesehen von den schon erwähnten Vätern - wie sieht es denn mit den alleinerziehenden, Müttern sowie Vätern, aus?

Kann es sein, dass Du unbewusst nicht so sehr auf die sandkastenspielenden Mütter schaust, sondern auf die Tatsache, dass dein Mann die Zeit mit deinem Sohn verbringt, statt Du selbst, oder ihr alle zusammen?

Ich weiss, leichter für Dich wird es dadurch nicht.
Aber die anderen, noch nicht erwähnten, Mütter und Väter sind die, die nur eine Wochenendbeziehung zu ihren Kindern pflegen.

Es ist wohl der beginnende Frühling, der dich auch mal draussen im Freien, mit Familie, sehen will.

Nimm Dir doch einfach mal einen Tag pro Woche - wochenends - und sag, jetzt ist family time (obwohl, das tust Du wahrscheinlich sowieso).

Na, auf jeden Fall viel Glück für Eure Zukunft!

Gruss, Isabel

Hallo Soni,

jetzt muß ich euch einfach mal was erzählen:

Bei uns war es die letzten paar Jahre nicht so leicht
(Arbeitslosigkeit meines Mannes). Nach langem überlegen, wie
wir unser Leben wieder in den Griff kriegen, habe ich mich
entschlossen eine Weiterbildung neben meiner Arbeit
anzufangen, um nachher nach bestandener Prüfung (hoffentlich)
unsere Existenz darauf aufzubauen.

Toll, ich drück die Daumen. Unsere Situation ist ähnlich, mein Mann ist nach dem Erziehungsurlaub arbeitslos geworden, da die Arbeitszeiten als Kraftfahrer nun mal nicht in den Familienzeitplan passten. Damals sah alles noch so aus als wenn ich die Firma meines Stiefvaters übernehme, dann hätte er dort genug Arbeit gehabt und weiterhin Kinder und Haushalt versorgen können. Leider wurde daraus nichts. Also ist er jetzt arbeitslos und ausgesteuert, sprich über mich krankenversichert, und versorgt Kinder und Haushalt während ich die Brötchen verdiene.

Gleichzeitig wurde meine Mann „Hausmann“ und kümmerte sich um
alles häusliche und auch um unseren Sohn (2 1/2 Jahre).

Freu dich das er es tut, solche Männer gibts nicht oft, oder doch liebe www’ler?

Seitdem geht es eigentlich wieder bergauf. Wir verstehen uns
auch meistens recht gut.

Mein einzigstens Problem sind immer die vielen glücklichen
Mütter mit ihren Kleinkindern, die so viel Spaß an sonnigen
Tagen haben, während ich über meine Bücher sitzte und büffel.
Die Zeit die mir jetzt mit meinem Sohn verloren geht kann ich
nie wieder einholen (Schluchz). Das fällt mir so verdammt
schwer.

Eure traurige Soni

Sei nicht traurig, die Zusatzausbildung ist irgendwann auch zuende und dann bleibt wieder mehr Zeit. Während dieser Zeit geh bei und such Dir Zeiten die Du mit Deinem Kind verbringen kannst. Und sei es „nur“ das allabendliche Bett-geh-Ritual von einer halben Stunde. Meine Kinder lieben diese Zeiten in denen ich nur für sie da bin. Sie finden es zwar schön wenn ich auch mal den ganzen Tag da bin (im Urlaub z.B.) aber eigentlich vermissen Sie nichts. Und ehrlich, Ihre Beziehung zu mir ist entspannter als zum Papa der ja die ganze Zeit da ist und auch tagsüber den Stress hat *gg*.
Ich glaube bei Dir schlägt das schlechte Gewissen, weil Du nicht die sogenannte gesellschaftliche Norm erfüllst! Aber das brauch es nicht, wirklich.
Ich verstehe allerdings das der Druck momentan recht hoch ist bei Dir, schließlich hast Du jetzt die Verantwortung als Alleinversorger und die kann echt hart sein. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Gönn Dir und Deiner Familie einen kleinen Urlaub und genieß Ihn sobald Du die Zeit dazu einplanen kannst, und ansonsten sei gewiss es geht nicht nur Dir so und es ist nicht zum traurig sein. Nutze die Zeit die du hast intensiv und dir geht wirklich nichts verloren, im Gegenteil Du kannst eigentlich nur gewinnen.

Gruß Andrea

genießen was noch da ist
Hallo Soni,

vor deiner Entschlossenheit habe ich viel Respekt, weil es wirklich nicht einfach ist zwischen vielen Verpflichtungen einen Spagat mit guten Ergebnissen zu schaffen: in der Arbeit nicht nachlassen, den Lernstoff bewältigen, wozu auch gute Prüfungsergebnisse gehören sollen, und du bist dann noch Mutter und Partnerin, wo man auch nicht immer schlapp machen kann, auch wenn einem danach zumute ist.
Mir imponiert es, dass dein Mann mit dir an einem Strang zieht, denn ich kenne Männer, die in solchen Situationen verunsichert wären, und das Hausmanndasein demotivierend empfinden würden, statt als einen Part einer Familienverpflichtung zu sehen, den zu übernehmen ebenfalls wichtig ist.
Und trotzdem schüttelt man das Gefühl mit seinem Kleinen zusammensein zu wollen nicht so locker ab, auch wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Ich kann mir das gut vorstellen.

Doch vielleicht solltest du nicht so sehr dem Deffizit nachtrauern, als dir vorstellen, wie absehbar die Zeit ist, bis diese Dreifachbeanspruchung ein Ende hat. Denke daran, dass deine Beschäftigung für dein Kind und überhaupt für Eure Familie ziemlich wichtig ist. Und dann genieße ausgiebig die wenige Zeit, die du mit deinem Kind verbringen kannst, wenn Ihr das sowieso nicht schon tut!?

Und wenn du Mütter siehst, die mit ihren Kindern draußen spielen, kannst du damit rechnen, dass es einige darunter gibt, die dich um deine Möglichkeit beruflich etwas auf die Beine zu stellen beneiden, weil sie sich von dem Mutter- und Hausfrauendasein falsch beansprucht fühlen. Diese würden mit dir sofort tauschen, wenn sie könnten.
Doch diese Erkenntnis hilft niemanden weiter. Ich glaube daran, dass man aus seiner Situation immer das Beste machen kann, und dass dabei die Sehnsucht nach einem anderen Familienmodell manchmal eine unausgegorene Phantasie ist, die oft nicht zu einem paßt.
Meine Schwägerin ist nie etwas anderes gewesen als Mutter und Hausfrau, was ihr auch nicht immer gefallen hat. Doch heute weiß sie, dass sie in ihrem Beruf ziemlich unglücklich und unzufrieden gewesen wäre. So hat sie ihre Zeit mit ihren Kinder verbracht, und dafür darauf verzichtet ihren Horizont in der Arbeitswelt zu erweitern.

viele Grüße
claren

Mein einzigstens Problem sind immer die vielen glücklichen
Mütter mit ihren Kleinkindern,

Woher willst Du wissen, dass die alle so glücklich sind? Klar, an sonnigen Tagen draußen sitzen können ist schon verlockend, aber das können soooo viele Menschen nicht, nicht nur lernende Mütter. :wink:

Die Zeit die mir jetzt mit meinem Sohn verloren geht kann ich
nie wieder einholen (Schluchz). Das fällt mir so verdammt
schwer.

Das ist natürlich richtig. Genaugenommen kann man aber nichts auf der Welt wirklich nachholen. Jeden Tag, jede Stunde versäumt man viele Dinge, weil man sich für eine Sache entschieden hat. Klar, auch das tröstet nicht wirklich. Die Frage ist, ob Du denn eine Alternative hättest. Wenn Dir das nächste Mal verständlicherweise traurige Gedanken kommen, dann überlege Dir, wie traurig Du erst in ein paar Jahren sein könntest, weil Du Deinem Sohn ständig Wünsche abschlagen musst, weil kein Einkommen da ist und das Geld hinten und vorne nicht reicht. Geld ist nicht alles, sicher, aber ganz ohne Geld ist alles nichts.

Also Kopf hoch, es regnet ja schon wieder da draußen. :wink:

Gruß Maid

Hallo,

Ist euer Sohn denn auch traurig, dass du nicht immer da bist?

Er hat sich schon daran gewöhnt. Für ihn ist es völlig normal, dass ich oft nicht da bin. Er lacht immer, winkt und ruft: „Tschüß Mama“

Soni

Vielen Dank für eure Antworten
Hallo,

wenn ich eure vielen Antworten lese, bin ich froh, dass ihr mich versteht. Es ist nun mal oft im Leben, dass der Verstand weiß wo´s lang geht und dem Herzen fällt´s einfach schwer.

Meine Fortbildung geht jetzt dem Ende zu (Prüfung Oktober 2005) und der Streß steigt.

Danke für eure offenen Ohren (?)

Soni

Hallo Claren,

Mir imponiert es, dass dein Mann mit dir an einem Strang
zieht, denn ich kenne Männer, die in solchen Situationen
verunsichert wären, und das Hausmanndasein demotivierend
empfinden würden, statt als einen Part einer
Familienverpflichtung zu sehen, den zu übernehmen ebenfalls
wichtig ist.

Eigentlich wollte ich auch eine Lobeshymne für meinen Mann schreiben, aber irgendwie, wollten meine Finger gestern nicht so…
Ohne meinen Mann würde ich das alles auch gar nicht schaffen!!
Wenn ich mir vorstelle, wir hätten jetzt noch Krach wegen irgendeiner Kleinigkeit, oder weil er als Hausmann nicht klarkommt…
Horror!

Grüßle Soni (heut nicht mehr so traurig)

Hallo Andrea,

Ich glaube bei Dir schlägt das schlechte Gewissen, weil Du
nicht die sogenannte gesellschaftliche Norm erfüllst! Aber das
brauch es nicht, wirklich.

Voll auf den Punkt getroffen. Bin auch so aufgewachsen und habe mir schon immer ausgemalt wie toll das mal ist, wenn ich „nur“ noch Hausfrau und Mutter bin (zumindest bis zum Kindergartenalter und dann wieder halbtags arbeiten). Tja das war mein Traum…

Grüßle Soni

Guten Morgen, soni,

versuch Dir doch mal vorzustellen, dass es auch sehr sehr
vielen Vätern so geht. So ein paar Millionen, allein in
Deutschland.
Die müssen jeden Morgen aus dem Haus und Geld ranschaffen
Sie sind nicht blind. Sie sehen die Kinder, welche morgends
zur Schule gehen. Sie sehen die Kinder welche mit ihren Eltern
unterwegs sind.
Sie sehen die Kinder miteinander spielen.
Ich will das nicht weiterführen.
Ich will Dich auch nicht massregeln und mein tiefstes
Mitgefühl sei Dir gewiss.

Denk einfach mal darüber nach.

Ich weiß. Ich wollte es mir nur einmal von der Seele reden. Der Druck durch die bevorstehende Prüfung wächst fast täglich. Ich muß ja bestehen, sonst muß ich den Sch… noch mal machen.

Schönen Tag noch

Wünsch ich Dir auch.

Danke für die Antwort