genießen was noch da ist
Hallo Soni,
vor deiner Entschlossenheit habe ich viel Respekt, weil es wirklich nicht einfach ist zwischen vielen Verpflichtungen einen Spagat mit guten Ergebnissen zu schaffen: in der Arbeit nicht nachlassen, den Lernstoff bewältigen, wozu auch gute Prüfungsergebnisse gehören sollen, und du bist dann noch Mutter und Partnerin, wo man auch nicht immer schlapp machen kann, auch wenn einem danach zumute ist.
Mir imponiert es, dass dein Mann mit dir an einem Strang zieht, denn ich kenne Männer, die in solchen Situationen verunsichert wären, und das Hausmanndasein demotivierend empfinden würden, statt als einen Part einer Familienverpflichtung zu sehen, den zu übernehmen ebenfalls wichtig ist.
Und trotzdem schüttelt man das Gefühl mit seinem Kleinen zusammensein zu wollen nicht so locker ab, auch wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Ich kann mir das gut vorstellen.
Doch vielleicht solltest du nicht so sehr dem Deffizit nachtrauern, als dir vorstellen, wie absehbar die Zeit ist, bis diese Dreifachbeanspruchung ein Ende hat. Denke daran, dass deine Beschäftigung für dein Kind und überhaupt für Eure Familie ziemlich wichtig ist. Und dann genieße ausgiebig die wenige Zeit, die du mit deinem Kind verbringen kannst, wenn Ihr das sowieso nicht schon tut!?
Und wenn du Mütter siehst, die mit ihren Kindern draußen spielen, kannst du damit rechnen, dass es einige darunter gibt, die dich um deine Möglichkeit beruflich etwas auf die Beine zu stellen beneiden, weil sie sich von dem Mutter- und Hausfrauendasein falsch beansprucht fühlen. Diese würden mit dir sofort tauschen, wenn sie könnten.
Doch diese Erkenntnis hilft niemanden weiter. Ich glaube daran, dass man aus seiner Situation immer das Beste machen kann, und dass dabei die Sehnsucht nach einem anderen Familienmodell manchmal eine unausgegorene Phantasie ist, die oft nicht zu einem paßt.
Meine Schwägerin ist nie etwas anderes gewesen als Mutter und Hausfrau, was ihr auch nicht immer gefallen hat. Doch heute weiß sie, dass sie in ihrem Beruf ziemlich unglücklich und unzufrieden gewesen wäre. So hat sie ihre Zeit mit ihren Kinder verbracht, und dafür darauf verzichtet ihren Horizont in der Arbeitswelt zu erweitern.
viele Grüße
claren