Muss für eine Krone die Wurzel noch intakt sein?

Hallo an alle,

Kurze Erklärung, ich war 12 Jahre nicht beim Zahnarzt.(Riesen Angst, hätte vor Anspannung heulen können als ich endlich den Termin ausgemacht hab.) Aber jetzt zieh ich´s durch und lass alles richten. Überraschenderweise ist sogar noch was zu machen, Gott sei Dank. auf jeden Fall werden jetzt erstmal die nötigsten Füllungen (auch wegen Schmerzen vorrangig) gemacht. Aber dann hab ich noch einen Zahn der bis zum Zahnfleisch abgebrochen ist. Da meinte mein Zahnarzt ein Implantat wäre gut. Hab ich mir auch überlegt, wär halt haltbarer(?) usw.,… Aber aus Kostengründen wohl leider nur im äußersten Notfall erwägbar.
Nun endlich meine Frage: Kann auf einem abgebrochenem Zahn (ich weiss auch im Moment nicht wie gut die Wurzel noch ist, evtl aber auch kariös)eine Krone setzen? Für eine Brücke müsste man ja links und rechts die Zähne abschleifen, oder?
Ich weiss ich könnte auch meinen Zahnarzt fragen, aber bei dem bin ich im Moment froh wenn meine Füllungen gemacht sind und ich wieder abhauen kann. ( Obwohl er ganz toll rücksichtsvoll arbeitet.)
Den abgebrochenen Zahn werden wir erst nächstes Jahr in Angriff nehmen, ich wollt einfach schon vorher mal Infos, Vielen Dank im Voraus!

Hallo,

Nun endlich meine Frage: Kann auf einem abgebrochenem Zahn
eine Krone setzen?

Kommt darauf an, wenn der Zahn noch so weit erhalten ist, dass der Zahnarzt ihn für eine Krone präparieren kann- JA. Ist die Wurzel entzündet und am Ende, macht er noch eine Wurzelbehandlung (Wurzelkanal wird vom fauligen Gewebe (Nerv) befreit), er füllt den Wurzelkanal und kann dann darüber eine Krone machen.

Ist der Zahn aber so fertig, dass nur ziehen hilft… dann muß die Lücke gefüllt werden. Mit einer Brücke muß man die zwei Zähne daneben anschleifen, beim Implantat nicht (ist aber teurer).

Gruß
juhe

P.S.: Ich hatte mich auch jahrelang gedrückt- nach einer Großsanierung habe ich mich aber jetzt im Griff. Wenn mann regelmäßig geht, kommt es doch tatsächlich vor, das es nichts zu tun gibt…auch sehr angenehm.

Hallo an alle,

Servus Dagmar,

… schnipp …

Aber dann hab ich noch einen Zahn der bis zum Zahnfleisch
abgebrochen ist. Da meinte mein Zahnarzt ein Implantat wäre
gut. Hab ich mir auch überlegt, wär halt haltbarer(?) usw.,…
Aber aus Kostengründen wohl leider nur im äußersten Notfall
erwägbar.

Was man immer auch erwägen kann ist , den Zahn einfach herausnunehmen, ohne ihn zu ersetzen. Natürlich ist das eine Funktionseinschränkung. Ja - es kann auch passieren, daß die Zähne daneben in die Lücke kippen. In unseren Urlaubsgebieten - selbst direkt hinter dem Rhein :smile: - kann man solche Leute springlebendig herumlaufen sehen.

Weiter: nachdem Du so lange nicht beim ZA warst -, nachdem Du ja auch einige Füllungen brauchst, wird es wohl kaum so sein, daß die beiden Zähne neben dem schlimmen Zahn völlig jungfräulich sind. Was ist dann (außer den Kosten) so schlimm daran, diese Zähne zu überkronen und dazwischen ein Brückenglied zum Ersatz zu machen?

Nun endlich meine Frage: Kann auf einem abgebrochenem Zahn
(ich weiss auch im Moment nicht wie gut die Wurzel noch ist,
evtl aber auch kariös)eine Krone setzen?

Man kann - aber die Krone ist halt nur so gut, wie der Zahn darunter. Ein Zahn, der schon so ausgehöhlt ist, daß es abbricht, hat unbedingt die beste Prognose. Eine gute Krone kann zwanzig Jahre halten. Wird dieser Zahn das auch tun?

Für eine Brücke
müsste man ja links und rechts die Zähne abschleifen, oder?

s.o.

… Angriff nehmen, ich wollt einfach schon vorher mal Infos,
Vielen Dank im Voraus!

Immer wieder :wink:

Kai

Liebe Dagmar,

deine eigenlich Frage kann ich dir nicht beantworten, aber ich kann deine Angts sehr gut nachvollziehen, eine gute Freundin von mir hat da ähnliches Problem… sie hat sich einen Zahnarzt gesucht, der ser viel Ahnung im Umgang mit Angstpatienten hat und lässt viele Behandlung unter Hypnose machen. Sie hat den Arzt über die Deutsche Zahnarztauskunft gefunden (www.deutsche-zahnarztauskunft.de). Vielleicht hilft dir ja so was in Zukunft, öfter zum Zahnarzt zu gehen… Ansonsten viel glück!

Lg,
Netak

Hallo Dagmar,
ich kann deine Angst gut nachvollziehen; mir sind vor Jahren noch die Knie von selbst geschlottert, wenn ich auf dem Behandlungsstuhl saß. Inzwischen geht es. Sei stolz auf dich, dass du dich dazu durchgerungen hast! Im Prinzip tut es ja gar nicht richtig weh, die Zähne behandeln zu lassen, besonders die Wurzelbehandlung ist nicht schlimm. Es hört und fühlt sich nur blöd an. Zahnfleischbehandlungen können lästiger sein. Meine Zahnärztin hat mir sogar schon mal eine homöopathisches Beruhigungsmittel auf die Zunge geträufelt. Na ja, wenns schön macht… :wink: Hypnosebehandlungen werden, soweit ich weiß, nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt.
Ein Implantat ist sehr teuer, zumal du ja auch weniger Zuschuss von der Krankenkasse bekommst, weil du früher nicht regelmäßig beim Zahnarzt warst. Lass doch die Wurzel soweit behandeln, wie nötig, und dann eine Krone draufsetzen. Das Neueste ist übrigens Zirkon (seit 2004) statt Keramik. Dieses Material wurde seit den 80er Jahren nur für künstliche Hüftgelenke verwendet und soll echten Zähnen viel ähnlicher sehen als Keramik. Außerdem hat es den Vorteil, dass man vom Zahn weniger abschleifen muss und man vor allem darunter kein Metall braucht. Laut aktueller Auskunft einer Zahnarztfrau wurde früher für diesen Metallgrund kein Nickel verwendet, heutzutage schon eher, weils billiger ist - die Folgen, wenn man eine Nickelallergie hat, möchte ich mir lieber nicht vor Augen führen. Meine nächsten Kronen sind jedenfalls aus Zirkon!
Ich drück dir die Daumen,
Susanne

Servus Dagmar,

… schnipp …

Das Neueste ist übrigens Zirkon (seit 2004) statt Keramik.

>Besserwissermodus an:

Das Zeug heißt Zirkonoxidkeramik und IST auch eine Keramik

Dieses Material wurde seit den 80er Jahren nur für künstliche
Hüftgelenke verwendet und soll echten Zähnen viel ähnlicher
sehen als Keramik.

Zahnmedizinische Keramiken sahen auch bisher schon den Zähnen wahrhaftig ähnlich genug. Sie halten nur mechanisch nicht soviel aus, wie die ZOK. Eine Vollkeramik-Krone, von einem guten Zahntechniker gemacht, ist an Schönheit und ‚Echtheit‘ nicht zu übertreffen. Was - wegen wesentlich geringerer Transparenz - nicht so gut aussieht, ist die Metallkeramik, die aber stabiler und billiger ist.

Außerdem hat es den Vorteil, dass man vom Zahn weniger abschleifen muss

Dieser Unterschied hat keine praktische Bedeutung - auch die ZOK-Kronen brauchen eine Wandstärke, die sich nicht nennenswert von der der metallkeramischen unterscheidet

und man vor allem darunter kein
Metall braucht. Laut aktueller Auskunft einer Zahnarztfrau
wurde früher für diesen Metallgrund kein Nickel verwendet,
heutzutage schon eher, weils billiger ist

es es wahrlich nicht einfach, eine nickelhaltige Dentallegierung zu finden - auch bei den Nicht-Edelmetall-Legierungen. Der Zuschuß der Krankenkassen zu den Dentallegierungen war immer schon eher lausig. Das meiste mußten lange schon die Patienten selber zahlen. Trotzdem konnte ich meine Patienten immer davon überzeugen, bei den Legierungen nicht zu sparen.

  • die Folgen, wenn man eine Nickelallergie hat, möchte ich mir lieber nicht vor
    Augen führen.

erstaunlicherweise findet man - selbst bei erwiesenen Nickelallergikern - nur sehr selten entsprechende Reaktionen in der Mundschleimhaut. Das soll kein Freibrief sein, ist aber einfach so.

Meine nächsten Kronen sind jedenfalls aus Zirkon!

Das würde ich sehr vom Einsatzgebiet abhängig machen. In der Front z.B. (Eckzahn bis Eckzan) fährt man mit einer adhäsiv befestigten vollkeramischen Rekonstruktion OHNE Zirkon in aller Regel besser - sowohl was die Ästhetik-, als auch, was die Wandstärken betrifft. Bei kleinen Brücken spielt das Zirkon dann seine Stärken aus.

Es ist halt, wie immer, komplexer als man möchte.

Kai

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Hallo Kai!

Servus Dagmar,

Danke für Deine detaillierten Berichtigungen! Ich hab nur das wiederholt, was meine Zahnärztin mich wissen ließ, sie nannte das „neumodische Zeugs“ lediglich Zirkon!

Das Zeug heißt Zirkonoxidkeramik und IST auch eine Keramik

Zahnmedizinische Keramiken sahen auch bisher schon den Zähnen
wahrhaftig ähnlich genug. Sie halten nur mechanisch nicht
soviel aus, wie die ZOK. Eine Vollkeramik-Krone, von einem
guten Zahntechniker gemacht, ist an Schönheit und ‚Echtheit‘
nicht zu übertreffen. Was - wegen wesentlich geringerer
Transparenz - nicht so gut aussieht, ist die Metallkeramik,
die aber stabiler und billiger ist.

Außerdem hat es den Vorteil, dass man vom Zahn weniger abschleifen muss

Es wird viel Reklame diesbezüglich gemacht - gut, wenn man mal auch die andere Seite hört!

Dieser Unterschied hat keine praktische Bedeutung - auch die
ZOK-Kronen brauchen eine Wandstärke, die sich nicht
nennenswert von der der metallkeramischen unterscheidet

und man vor allem darunter kein
Metall braucht. Laut aktueller Auskunft einer Zahnarztfrau
wurde früher für diesen Metallgrund kein Nickel verwendet,
heutzutage schon eher, weils billiger ist

es es wahrlich nicht einfach, eine nickelhaltige
Dentallegierung zu finden - auch bei den
Nicht-Edelmetall-Legierungen.

Mich hat noch nie ein Zahnarzt darüber aufgeklärt, was da drin ist!

Es ist anscheinend leider so, dass Beratung von Zahnärzten ein Fremdwort ist!!! Es macht mich sehr wütend, wenn ich mir so vor Augen führe, dass im Grunde am Zustand meines Gebisses die Zahnärzte Schuld sind, weil sie nie etwas dazu gesagt haben, sondern nur Karies bekämpft haben! (Mir fehlen unten links schon lange zwei Zähne, die Brücke wurde wohl zu spät reingesetzt - Aufklärung bei den regelmäßigen Zahnarztbesuchen - Fehlanzeige!

In der :Front z.B. (Eckzahn bis Eckzan) fährt man mit einer adhäsiv
befestigten vollkeramischen Rekonstruktion OHNE Zirkon in
aller Regel besser - sowohl was die Ästhetik-, als auch, was
die Wandstärken betrifft. Bei kleinen Brücken spielt das
Zirkon dann seine Stärken aus.

Warum differenziert meine Zahnärztin nicht diesbezüglich?
Gruß, Susanne (und Danke nochmals für Deine Mühe!)