Bei Anmietung einer Wohnung wurden die wahrscheinlichen Nebenkosten (Heizung u.a.) genannt. Natürlich ohne Belege und ohne Energiepass o.ä.). Dummerweise haben sich die Mieter darauf verlassen und die Wohnung gemietet. Nun haben die Mieter eine Heizkostenabrechnung bekommen, die nach Umrechnung auf den qm rund 30 €/qm ergibt. Dem entsprechend eine riesige Nachzahlung.
Hätte der Vermieter daraufhinweisen müssen, dass die Heizkosten so hoch sein werden?
Hat der Mieter aufgrund der mündlich prognostizieren Nebenkosten eine Handhabe gegen den Vermieter?
Kann ggf. das Nichtvorhandenseins eines Energiepasses ein Mittel sein, um um die Zahlung herum zu kommen?
Hallo,
Mieter eine Heizkostenabrechnung bekommen, die nach Umrechnung
auf den qm rund 30 €/qm ergibt.
Dieser Wert ist so unwahrscheinlich, daß man da schon mal die Abrechnung prüfen (lassen) sollte, ob sich nicht irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat (sofern man nicht bei offenem Fenster und voll aufgedrehter Heizung schläft).
Kann ggf. das Nichtvorhandenseins eines Energiepasses ein
Mittel sein, um um die Zahlung herum zu kommen?
Darum hätte man sich selbst kümmern müssen, der Vermieter muß ihn nur auf Verlangen vorlegen.
Cu Rene
Kann ggf. das Nichtvorhandenseins eines Energiepasses ein
Mittel sein, um um die Zahlung herum zu kommen?Darum hätte man sich selbst kümmern müssen, der Vermieter muß
ihn nur auf Verlangen vorlegen.
Grammatikalisch muss der Satz: ‚… hätte ihn vorlegen müssen‘ lauten. Übrigens nur zur Einsicht, nicht zum Überlassen.
vnA
Hallo,
Bei Anmietung einer Wohnung wurden die wahrscheinlichen
Nebenkosten (Heizung u.a.) genannt. Natürlich ohne Belege und
ohne Energiepass o.ä.). Dummerweise haben sich die Mieter
darauf verlassen und die Wohnung gemietet. Nun haben die
Mieter eine Heizkostenabrechnung bekommen, die nach Umrechnung
auf den qm rund 30 €/qm ergibt. Dem entsprechend eine riesige
Nachzahlung.
Klingt erstmal ganz schön viel. Kann aber erst bei Kenntnis der konkreten Umstände bewertet werden. Schlecht/keine Isolation, undichte Fenster, uralte Heizungsanlage, schlecht oder nicht gewartet, langer kalter Winter usw. usf. können u.U. Gründe sein.
Hätte der Vermieter daraufhinweisen müssen, dass die
Heizkosten so hoch sein werden?
Na zumindest wird er wohl halbwegs realistische Angaben machen müssen. Allerdings darf sich der halbwegs vernünftige Bürger auch nicht blind auf solche Aussagen verlassen. Schließlich hat er die Wohnung gesehen und kann sich hinsichtlich Dämmung, Fenster, Lage der Wohnung im Haus usw. auch ein eigenes Urteil bilden.
Hat der Mieter aufgrund der mündlich prognostizieren
Nebenkosten eine Handhabe gegen den Vermieter?
Nur weil sie mündlich abgemacht wurden nicht. Mietverträge sind an keine Form gebunden.
Liegt denn einer in Schriftform vor? Ist dort etwas in bezug auf die Heizkosten festgehalten?
Kann ggf. das Nichtvorhandenseins eines Energiepasses ein
Mittel sein, um um die Zahlung herum zu kommen?
Nein. Wenn aber einer vorliegt und daraus hervorgeht, dass das Haus einen enorm hohen Wärmebedarf hat und der Vermieter trotzdem vollkommen unrelistische Werte angesetzt hat, dann könnte man u.U. mit einen guten Anwalt etwas machen.
Grüße
Hallo an Alle,
ihr habt mir geholfen und ich habe mir die entsprechenden BGH Urteile zu euren Ratschlägen aus dem Netz gezogen.
Wenn also der Vermieter wissendlich falsche Angaben, ob mündlich unter Zeugen oder schriftlich macht, mit dem Hintergrund die Wohnung vermietet zu bekommen, kann man tatsächlich etwas unternehmen.
Ansonsten können Nebenkosten hoch oder niedrig angesetzt werden (bei den Vorrauszahlungen).
Aussagen über prognostizierte Nebenkosten bei vergleichbaren Haushalten, gleicher Personenzahl u.a. müssen einigermaßen realistisch sein.
Ein eigenes Urteil über die möglichen Kosten kann man sich nur schwer machen, denn in die Isolierungsschicht zwischen Wand und Dach kann man schließlich nicht schauen.
Danke für eure Tipps