Muß man an Gott glauben damit er einen Menschen

liebt?

Gestern kam die Frage auf, ob Gott eher darauf Wert legt dass man an ihn glaubt oder ein „Guter Mensch“ ist.
Das war eine sehr interessante Diskussion, da ich als einzige
Nichtchristin - Nicht an einen Gott glaubende Mitarbeiterin bei einer katholischen Organisation arbeite.
Die Meinung war natürlich sehr geteilt, auch unter meinen Kollegen. Einige meinten Gottesglaube sei nicht nötig, andere daß eine eindeutige Ablehnung der Existenz Gottes nicht durch guten Lebenswandel „ausgeglichen“ werden kann.
Einer meinte sogar, daß wahre Nächstenliebe nur aus einer tief verwurzelten Religiosität heraus möglich sei. (Habe natürlich heftig widersprochen)

Also - liebe Wissenden und Belesenen - was meint ihr dazu??

GespanntaufAntwortwartend - Susanne

liebt?

Nein.
Gott liebt alle Menschen und will, dass sie die Wahrheit erkennen.

Gestern kam die Frage auf, ob Gott eher darauf Wert legt dass
man an ihn glaubt oder ein „Guter Mensch“ ist.

Gott möchte Gemeinschaft mit den Menschen haben. Er freut sich, uns zuzuhören und uns zu helfen, und freut sich, wenn wir uns an ihm freuen, und wenn wir seine wohlmeinenden Ratschläge befolgen.
Alle jene, die diese „Lebensgemeinschaft“ mit Gott zu Lebzeiten eingehen, dürfen sie dann nach dem Tod in Vollendung weiterführen.

Jene, die, obwohl sie von der Existenz Gottes erfahren haben, nicht diese Lebensgemeinschaft eingehen, werden von Gott auch nicht zwangsbeglückt, wenn sie gestorben sind.

Die Meinung war natürlich sehr geteilt, auch unter meinen
Kollegen. Einige meinten Gottesglaube sei nicht nötig, andere
daß eine eindeutige Ablehnung der Existenz Gottes nicht durch
guten Lebenswandel „ausgeglichen“ werden kann.

Gottes Liebe kann sich kein Mensch verdienen, weder durch guten Wandel noch durch strenge Gläubigkeit.
Gottes Liebe ist ein Geschenk an alle Menschen.
Die, die seine Liebe erwidern, profitieren davon: jetzt und im Jenseits.

Ich hoffe, mich verständlich ausgedrückt zu haben.

Hanna

‚Wo die Güte und die Liebe, da wohnt Gott…‘
Hallo Sue,
ich glaube: Wer aus Angst vor Strafe oder aus Hoffnung auf Lohn an einen Gott glaubt, glaubt nicht wirklich an Gott - und wird sich womöglich auch Menschen gegenüber berechnend verhalten. Auf solche Rechnungen lässt Gott sich nicht ein. Wenn er uns „richtet“, wird das (laut Jesus) für alle eine Überraschung sein.

Andererseits - wenn „Gott“ (wie ich glaube) Zusammenfassung und Zielperspektive aller menschlichen Sehnsucht ist, kann man dann endgültig und definitiv Nein zu dieser Sehnsucht sagen, ohne auch Nein zum Menschen zu sagen? Oder käme es nicht darauf an, dieses Wort besser, tiefer zu verstehen, damit es wieder leuchtet?

Schönen Sonntag,
Pietro

hallo Sue,
irgendwo in der Bibel steht: der an mich glaubt, wird das ewige Leben haben" (oder so ähnlich, bitte mich zu korrigieren). Wer von der christlichen Lehre hört und nicht dazu geht, hat keine Chance auf ein ewiges Leben.
Also: friss hund oder stirb.
Ich habe nicht gefressen, ich will lieber tot sein als ewig „hosianna“ schreien.
Alles was ich bisher über Religionen gelesen habe deutet darauf hin, dass diese von Menschen erfunden wurden. Aus den unterschiedlichsten Gründen. aber fast alle haben etwas gemeinsam: den Alleinvertretungsanspeuch. Mit der Starfandohung: nur wenn Du an mich glaubst, wirst Du ewig leben. Die Angst des Menschen vor dem endgültigem Aus wird hier ausgenützt. Die Gehirnwäsche funktioniert immer …bei allen Religionen. selbst hochingelligente Menschen haben Angst vor dem Tod. Dabei gibt es nichts tröstlicheres als nicht ewig leben zu müssen. Es wäre ein Fluch.
Aber diese Diskussion hatten wir schon mal.
Grüße
Raimund

Hallo Sue,

das meine ich nicht. Wir sind doch alle Kinder Gottes, und Gott hat es wirklich nicht nötig, sich von bestimmten Religionsdogmen abhängig zu machen.
Ein befreundeter Pfarrer und Religionslehrer betont immer, dass Religion helfen kann, ein Leben gut zu gestalten, dass es aber viele Wege zu Gott gibt, und Nichtgläubige genauso „in den Himmel“ kommen werden wie wir. In diesem Sinne halte ich das von dir angesprochene „Gutsein“ für den richtigen Weg.
Ich finde es tröstlich, dass Jesus sich in den Erzählungen des Neuen Testaments v. a. den Menschen (Sündern, Zöllnern, Heiden)zugewandt hat, die laut der Moral der damaligen Gesellschaft in „Gottesferne“ standen. Also sah er zuerst die Menschen, nicht ihre Werke und schon gar nicht ihre Religiösität. Wie anders sollte auch Religion für sich begeistern könen, als durch unbedingte Nächstenliebe? Jeder ist es wert, von Gott geliebt zu werden.
Herzliche Grüße, Allie.

Oh, mich wundert es eigentlich, daß die katholische Kirche Mitarbeiter beschäftigt, die nicht mal an Gott glauben. Ich hatte in letzter Zeit viel darüber gelesen, dass es gerade diese Mitarbeiter überhaupt nicht leicht haben und mehr oder weniger ausgestossen werden.

Da ich auch nicht an Gott glaube, sondern vielmehr daran, dass die Menschen in der Vergangenheit ein Gottesbild brauchten um die vielen wundersamen Dinge dieser Welt zu erklären und um damit ihre Angst, die durch Nichtwissen entstanden ist, zu bekämpfen.

Ferner brauchen viele Menschen einen Trost für den Tod. Der Glaube an einem Leben nach dem Tod, tröstet viele Menschen auch bei den Verlust von liebgewonnen Menschen.

Alles was ich über „Gott“ und den Glauben gehört und gelesen habe, deutet darauf hin, dass der Glaube Mittel zum Selbstzweck ist.

Gesetz dem, es gibt keinen Gott, so haben es die Menschen eigentlich von selbst geschafft, bis heute zu „überleben“. Auch Nächstenliebe und Toleranz, alles was den Menschen „gut“ macht, hat der Mensch ganz von selbst hervorgebracht, wenn es nicht schon immer vorhanden war.

Nein, nein, der Mensch ist von sich aus in der Lage „gut“ zu sein. Es ist klar, warum die Kirchen argumentieren, dass man nur „gut“ sein kann, wenn man tief an Gott glaubt und dass man nur in den Himmel kommt, wenn man daran glaubt und man es nicht durch guten Lebenswandel ausgleichen könnte. Die Kirchen wollen halt keine Anhänger verlieren und uns glauben machen, dass es ohne Religion nicht geht. Menschen die nicht glauben, werden halt in die Hölle abgeschoben und ihnen wird Leid wiederfahren. Ich denke, viele glauben aus Angst an Gott.

Aber in Wirklichkeit ist es doch sowieso so, dass es ein Leben nach den Tod nicht geben kann, genauso wenig wie es Himmel und Hölle gibt, geschweige denn einen Gott.

Ich bin überzeugt, dass es einfach nichts gibt nach dem Tod! Wir sterben und danach kommt… nichts! Diese Vorstellung ist für viele Menschen überhaupt nicht tragbar, aber man kann lernen damit zu leben. Man kann vielleicht sogar besser damit leben, weil man weiß, dass man jetzt lebt und es kein zweites Leben geben wird. So wie unser Gehirn aufgebaut ist, wird es nach dem Tod einfach ausgeschaltet, genau so, wie man einen Computer ausschaltet.

Ich glaube nicht an Gott, behaupte aber, dass ich einen starken Gerechtigkeitssinn habe, sehr wohl zur Nächstenliebe fähig bin und ich mein Leben toll finde. Ohne „Gott“! Und wenn ich nach einem hoffentlich langen, erfüllten Leben sterbe, so habe ich alles ohne einem „Gott“ geschafft.

Ich finde es höchstens sehr beschämend, dass viele Menschen ständig im Gebet einem Gott für alles danken, was eigentlich die Menschheit hervorgebracht hat.
Nur wer an sich und den Rest der Menschheit glaubt, die Selbstverwirklichung durch uns selbst, der wird lernen andere Menschen wirklich zu respektieren und das anerkennen, was er hervorgebracht hat um sich selbst weiter zu entwickeln.

Daran halte ich guten Gewissens fest!

Hyron

Hallo Sue

Ich sehe diese Frage ein wenig aus der Sicht eines Vaters. Wie kann man sein Kind nicht lieben, es ist das eigene Kind. Aber Einfluß nehmen, ihm helfen, ihm Orientierung geben, kann man nur, wenn das Kind auch bereit ist, mit dem Vater zusammen zu arbeiten und auf ihn wenigstens Ansatzweise zu hören.

Genauso sehe ich das auch mit Gott. Er liebt jeden Menschen - Bedingungslos. Aber das, was er für uns an Segen hat, in diesem Leben und im Jenseits, kann er uns nur geben, wenn wir uns ihm zuwenden, ihm vertrauen und uns nach ihm ausrichten. Wer ohne Gott auskommen will, der darf das.

Gruß
Thomas

Hallo Sue,

prinzipiell will dieser Gott immer helfen. Wer hineinpfuscht, ist der Mensch.

Der liebe Buddha sagt: Nicht der Glaube an ein höheres Wesen - noch desse Verneinung führt zur Vollendung, sondern NUR das ernsthafte Leben nach den richtig erkannten Prinzipien.

Somit brauchen wir keinen Glauben.

Doch der Glaube HILFT uns, denn ich kann diesem Gott ja meine Last (Probleme) in die Hände legen, und daran GLAUBEN, daß er hilft. Das kann sehr nützlich sein - sprich ENTLASTEND.

Dann hilft aber kein Gott, sondern der GLAUBE als solches!
Bibel: Wahrlich, wenn Ihr daran GLAUBT und keinen Zweifel hegt, wird es geschehen.
Ein Glaube ohne Zweifel ist eine innere ÜBERZEUGUNG. Wovon ich überzeugt bin, das kommt im Materiellen zum Entstehen.

Ist also - ganz EINFACH. :- ))))

Wer das verhindert, sind WIR, weil wir ZWEIFELN.

MfG,

Demetrius

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo sue,

das solltest du gott fragen *g*.

ich persönlich glaube nicht, daß es um das glauben geht. das glauben ist etwas persönliches und kann ohnehin von niemandem gesehen oder nachgewiesen werden, wahrscheinlich nichtmal von gott, weil er deine privatsphäre achtet.

es geht darum, wie du lebst, wie du dich verhältst, was du tust. wenn einer noch so sehr glaubt und gleichzeitig ein bösartiger mensch ist, wird das gott nicht gefallen. ein atheist, der ein menschenfreund ist (dazu gehört auch, daß er nicht öffentlich andere gläubige lächerlich macht!) hat meiner meinung nach einen besseren stand bei gott als der heuchlerische gläubige.

gruß!

liebt?

Hallo Susanne,

ich glaube nicht !

Gestern kam die Frage auf, ob Gott eher darauf Wert legt dass
man an ihn glaubt oder ein „Guter Mensch“ ist.

Luther hat die Rechtfertigungslehre entwickelt (und ein gelehrtes Traktat darüber geschrieben). Dort steht unter anderem, daß Menschen nur durch Gottes Gnade gerecht werden und nicht durch gute Taten. Gute Taten kann man tun, weil man von Gott angenommen wird.
Die Rechtfertigungslehre ist einer der Hauptunterschiede zwischen ev. und kath. Bei den Katholen ist es wohl so, dass gute Taten das Angenommensein von Gott beeinflussen.

Tschuess Marco.

Doch der Glaube HILFT uns, denn ich kann diesem Gott ja meine
Last (Probleme) in die Hände legen, und daran GLAUBEN, daß er
hilft. Das kann sehr nützlich sein - sprich ENTLASTEND.

Tja, bloß schade, daß sich Probleme meistens nicht auflösen, sondern selbst etwas tun muß! Man kann zwar seine Probleme in die Hand Gottes legen, aber da bleiben sie dann auch, bis man erkennt, daß es ja doch nichts hilft und man sie selbst lösen muß!

Dann hilft aber kein Gott, sondern der GLAUBE als solches!
Bibel: Wahrlich, wenn Ihr daran GLAUBT und keinen Zweifel
hegt, wird es geschehen.
Ein Glaube ohne Zweifel ist eine innere ÜBERZEUGUNG. Wovon ich
überzeugt bin, das kommt im Materiellen zum Entstehen.

Nun, nenn mir ein Beispiel, wobei Gott geholfen hätte ein Problem zu lösen, wozu der Mensch nicht in der Lage wäre!

Cu

Hydron

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es geht darum, wie du lebst, wie du dich verhältst, was du
tust. wenn einer noch so sehr glaubt und gleichzeitig ein
bösartiger mensch ist, wird das gott nicht gefallen. ein
atheist, der ein menschenfreund ist (dazu gehört auch, daß er
nicht öffentlich andere gläubige lächerlich macht!) hat meiner
meinung nach einen besseren stand bei gott als der
heuchlerische gläubige.

Hi, lehitraot!

Ich muß dazu sagen, daß es einen Atheisten nicht interessiert, ob einige Menschen glauben, dass er einen guten Stand bei Gott hat. Denn sie glauben ja nicht an Gott.

Der Versuch die Atheisten dadurch zu überzeugen, daß wenn sie sich nicht über Gläubige lächerlich machen auch einen guten Stand bei Gott haben, mißlingt, weil sie ATHEISTEN sind.

Ich versuche ja tolerant zu sein, aber mich überkommt es trotzdem den Glauben ins Lächerliche zu ziehen. Für mich ist das nämlich so, als wenn ein erwachsener Mensch mir erzählen will, daß es den Weihnachtsmann gibt, der an einem Tag Millionen von Kindern besucht.

Aber warum soll ich auch schweigen und versuchen den Menschen klar zu machen, daß es keinen Gott gibt? Schließlich versuchen die Kirchen ja genau das Gleiche, nur umgekehrt. Da muß es auch gestattet sein dagegen zu reden.

Cu

Hydron

1 „Gefällt mir“

hi hydron,

Der Versuch die Atheisten dadurch zu überzeugen, daß wenn sie
sich nicht über Gläubige lächerlich machen auch einen guten
Stand bei Gott haben, mißlingt, weil sie ATHEISTEN sind.

es war auch nicht meine absicht, atheisten zu überzeugen. ich faßte die obige frage in einem religiösen kontext auf, und antwortete dementsprechend.

ich bin gegen jede art der missionierung. mir ist es prinzipiell jacke wie hose, was ein anderer glaubt. das lächerlichmachen von religion ist aber eine unhöflichkeit und gemeinheit, ganz unabhängig von jedem glauben. wenn sie zu weit geht, ist sie sogar strafbar (verspottung von religionsgemeinschaften).

Für mich ist
das nämlich so, als wenn ein erwachsener Mensch mir erzählen
will, daß es den Weihnachtsmann gibt, der an einem Tag
Millionen von Kindern besucht.

dann sage halt du glaubst nicht daran und willst nicht mehr belästigt werden. ist dein gutes recht!

Aber warum soll ich auch schweigen und versuchen den Menschen
klar zu machen, daß es keinen Gott gibt? Schließlich versuchen
die Kirchen ja genau das Gleiche, nur umgekehrt.

ehrlich gesagt wär mir das zu dumm, durch die weltgeschichte zu tuckern und mit meinem ganz persönlichen, nicht beweisbaren glauben hausieren zu gehen. (dazu rechne ich auch den atheismus.) wenn du belästigt wirst, mache das klar. missionierung ist geistiger hausfriedensbruch.

gruß!

Danke für die interessanten Antworten!
Danke an alle die sich die Mühe gemacht haben zu antworten.
Ja - es ist schon interessant wenn man als einziges „Heidenkind“ in einer katholischen Institution arbeitet. Wobei ich sagen muß,
daß meine Chefin die Sache eher locker sieht - vielleicht auch weil sie bis jetzt niemanden anderen für den Job gefunden hat (*g*)?
Was mir schon häufig aufgefallen ist, ist die Tatsache daß wahrhaft gläubige Menschen es nicht nötig haben andere zu missionieren und eher bereit sind mich zu akzeptieren, als solche
Christen die maximal an Weihnachten eine Kirche von innen sehen und ansonsten sich selbst der Nächste sind.

Grüße - Susanne

liebt?

Hi Sue!

Liebt „Gott“ die Tiere und Pflanzen nicht???

ciao Armin