Muß SD Adenom raus?Woher kommt es?

Liebe Leute,

mein Papi ist 67 Jahre alt (ich selbst 39, ich bin aber momentan unwichtig).

Er ernährt sich gesund, kein Rauchen, isst BIO. Er ist schlank, hat aber Bluthochdruck, den er
halbwegs im Griff hat. Er wurde Frühpensioniert, da er starke Gelichgewichtsstörungen hatte, die von irgendwas im Ohr herrührten.

So, nun wurde bei Untersuchen mit Ultraschall ein Knoten festgestellt.Mein Vater hustet alle ca 3 Minuten stark und trocken. Nachts ist Schlaf schwierig, er muss hoch liegen und speichelt Handtücher voll, hustet noch stärker.

Diagnose: echoreicher gut abgrenzbarer Knoten mit wenigen echoarmen Anteilen mit Saum von 13X14X10 mm Durchmesser, kräftige ringförmige Vaskularität des Knotens

SD-Adenom li

arthrotische Exostosen an der HWS mit Einschränkung des Schlucktakts

HWS- Überstreckung und arthrotische Einsteifung

Meine Frage: Kann denn nicht ein anderes Organ für diesen Husten und Schluckbeschwerden schuld sein? Vielleicht irgendwas in der Lunge oder die Schilddrüse, die angeblich nichts hat… Geröntgt wurde nicht

Momentan bekommt er eine Spritzenkur vom Heilpraktiker, was ich als falsch empfinde. Nun, es ist nur eine Empfindung, ich bin nur Laie.

Was meint ihr? Wo kann man noch Suchen, oder muss der Knoten raus? Kann er Krebs werden?

Ich weiss dass ihr hier keine Diagnosen stellen dürft, wäre aber über persönliche meinungen sehr dankbar!!

Allerliebste Grüße

Heike aus Worms

Hallo Heike,

das sind sehr viele Fragen auf einmal. Im Vordergrund stehen zunächst der ständige Husten, sowie das Schilddrüsen-Adenom.

Schilddrüsenknoten KÖNNEN je nach Lage beim Größerwerden verschiedene subjektive Empfindungen auslösen, darunter auch Schluckstörungen, aber eher kaum bei dieser geringen Größe.

Man wird wohl davon ausgehen können, dass z. B. der Hausarzt, nach diesem Befund bei Deinem Vater Blut entnimmt, wegen des SD-Status und ihn zum Endokrinologen überweist. Ein Szintigramm kann Aufschluss darüber geben, ob es sich um einen kalten oder warmen Knoten handelt.

Woher es kommt:
Die Ursache für eine gutartige Knotenbildung (Adenome, heiße oder kalte Knoten) ist meist eine unzureichende Jodversorgung. Die Fähigkeit der Schilddrüsenzellen zur Verwertung von Jod ist individuell unterschiedlich, daher variiert der Jodbedarf des einzelnen Menschen, sodass dies auch eine familiäre Veranlagung zur Erkrankung erklären kann.

Findet man eine endokrine Aktivität des Knotens (autonom - selbst Schilddrüsenhormon bildend), so wird es als „heißer Knoten“ oder autonomes Adenom bezeichnet. Therapie: OP oder Radio-Jod-Therapie.

Ist keine endokrine Aktivität nachweisbar, so nennt man ihn „kalter Knoten“.
Kalte Knoten sollte man entweder operativ entfernen oder punktieren und dann die gewonnenen Zellen histologisch (feingeweblich) untersuchen, denn ca. 5% der kalten Knoten können bösartig sein. Ist das Punktat ohne Befund, kann man mit einer SD-Hormonsubstitution versuchen, den Knoten zu verkleinern.
Wenn Dein Vater einen aufmerksamen Arzt hat, dann wird der die nötige Diagnostik durchführen lassen.

Nun zum Bluthochdruck, den er (durch welche Medikamente?) soweit im Griff hat:

Nimmt Dein Vater ACE-Hemmer oder ß-Blocker? Beide, ganz besonders ein ACE-Hemmer kann als Nebenwirkung hartnäckigen Husten verursachen, ebenso Atem- oder Schluckbeschwerden, besonders in den ersten Wochen und Monaten nach Einnahmebeginn. Nimm mal die Packungsbeilage diesbezüglich genau unter die Lupe.

Dann könnte oder sollte Dein Vater seinen Arzt auf die evt. Nebenwirkung (Husten, Schluckbeschwerden) ansprechen, sodass evt. die Medikation ausgetauscht werden kann, gegen ein Mittel, dass diese Nebenwirkung nicht oder weniger hat.
Es gibt aber noch andere Medikamente, z. B. manche Psychopharmaka, die ebenfalls Reizhusten auslösen können, je nach dem, was Dein Vater so einnimmt.

Was soll die „Spritzenkur“ mit welchen Wirkstoffen, bezwecken?

Gruß, Renate

Hallo, liebe Expertin,

ich bin ganz hin und weg von den ausführlichen kompetenten Ratschlägen.

Also, mein Papa weiss also NICHT, was er von dem Heilpraktiker gspritzt bekommt und was es GENAU bewirken soll. Die Kur geht über 10 Mal…schon komisch…nun ja, mit biologischen sachen kann man nicht viel falsch machen…
glaub ich…

Mein Papa wird aber die Ratschläge beherzigen und alles mitmachen. Geht einfach er ist ja privatversichert…

Melde mich noch mal.

Herzliche Grüße

Heike

Guten Tag,

Hallo Heike,

Also, mein Papa weiss also NICHT, was er von dem Heilpraktiker
gspritzt bekommt und was es GENAU bewirken soll. Die Kur geht
über 10 Mal…schon komisch…nun ja, mit biologischen
sachen kann man nicht viel falsch machen…
glaub ich…

Mein Papa wird aber die Ratschläge beherzigen und alles
mitmachen. Geht einfach er ist ja privatversichert…

dein Papa weiß also nicht, was er 10 x gespritzt bekommt und wofür das gut sein soll. Es wird schon nicht falsch sein.
Und ist ja auch egal. Die Privatkasse zahlt doch.

Kein Wunder, dass die Privatversicherungen Jahr für Jahr ihre Prämien erhöhen müssen.

Gruß
Montanus

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Hallo Heike,

Ss etwas sollte nie passieren, dass ein Patient nicht verstanden hat, bzw. nicht weiß, was ihm wiederholt gespritzt wird. Besser wäre es, Dein Vater würde sich schon frühzeitig Deine Mithilfe einholen. Man darf nicht seine Kompetenz und Eigenverantwortung an der Praxistür abgeben!

Nur auf einen unklaren „Verdacht“ hin, muss auch ein „Mitbehandelnder“ (HP) bei einem Patienten, mit bestehender Grunderkrankung sehr vorsichtig sein und ihm nicht irgendetwas, für diesen Unbekanntes, injizieren. Denn alle Arzneimittel, auch pflanzliche, haben Nebenwirkungen und gerade durch diese kommt es häufig zu „Wechselwirkungen“ mit den bereits vom Hausarzt verschriebenen, z. B. Blutdruckmedikamenten, usw., sodass deren Wirkung abgeschwächt, verhindert oder anderweitig verändert werden kann!

Wenigstens einer sollte den Überblick behalten, z. B. der Hausarzt:
Hilf Deinem Vater, falls dieser das wünscht! Erkundige Dich, welchen Wirkstoff er vom HP erhält, dies sollte dann auch dem behandelnden Hausarzt mitgeteilt werden.

Kläre, ob der Husten mit dem RR-Senker in Verbindung steht. Am Ende geht der Vater wegen des Hustens, der eine Medikamentennebenwirkung sein könnte, zu einem Heiler, der ein gutes Geschäft für sich wittert, der den Vater dann seinerseits mit Medikamenten versieht, die hier mehr Schaden anrichten können, als dass sie helfen.

Priv.-Patienten wissen in der Regel schnell, dass sie höllisch aufpassen müssen, dass sie nicht den primär rein wirtschaftlich orientierten Gesundheitsaposteln auf den Leim gehen. Hilf Deinem Vater, das zu verstehen und sich besser VORHER schon mitzuteilen.

Gruß, Renate