Muss X 3% mehr MwSt zahlen?

Hallo Leute,

hab Mal eine Frage zu einem rein fiktiven Fall:

X will am 25.10.2006 einen Ofen kaufen (1500 Euro, 16% MwSt). Der Ofen ist nicht auf Lager und muss beim Hersteller geordert werden. X wurde gesagt, der Ofen wird in 4 bis 6 Wochen geliefert (also zwischen Anfang und Mitte Dezember 2006). X erhält eine Auftragsbestätigung mit Preis und 16% MwSt, die X auch unterschreibt.
Aus den 4 bis 6 Wochen werden aber 3 Monate. Sprich: der Ofen wird erst Ende Januar geliefert, da der Hersteller mit der Produktion nicht nachkam.

Kann sich X auf den Preis von 1500 Euro berufen oder muss er jetzt knapp 45 Euro (3% mehr MwSt) zahlen, da 2007 ja die MwSt von 16% auf 19% gestiegen ist?

Danke für die Hilfe und beste Grüße

Bozi

X will am 25.10.2006 einen Ofen kaufen (1500 Euro, 16% MwSt).

Hi,

was hat er denn genau für einen Preis vereinbart. Nachforderung allerhöchstens möglich, wenn:

„1.293,10 Euro zzgl. gesetzlicher USt 16% = 1.500,- Euro“

bzw. eine Klausel vereinbart wurde (nicht in AGB), dass der Preis bei Lieferung angepasst wird, wenn Lieferung erst 2007 erfolgen kann.

Nicht möglich ist eine Nachforderung, wenn:

„1.500 Euro Brutto incl. USt“ vereinbart wurde.

Mfg vom

showbee

Hallo,

ich würde mal aus dem Bauch heraus sagen (bin kein Spezialist):

Es kommt darauf an, ob der Kaufpreis netto zzgl. Mwst genannt wurde (dann muss er die 19% zahlen) oder ob er den Ofen brutto zum Preise X erstanden hat. Dann müsste zwar auch die höhere Mwst bezahlt werden, aber nicht vom Käufer. Zunächst ist immer der Verkäufer derjenige, der die Mwst abführen muss.

Gruß Holger

Juhu!

Du hast bis dato schon zwei schlaue antworten bekommen, deswegen möchte ich nur ergänzen, dass diese Rechnung:

Kann sich X auf den Preis von 1500 Euro berufen oder muss er
jetzt knapp 45 Euro (3% mehr MwSt) zahlen, da 2007 ja die MwSt
von 16% auf 19% gestiegen ist?

Ausdruck eines sehr weit verbreiteten Irrtums ist. Es sind knapp 39 Euro, dei mehr zu berappen sind. Eine Erhöhung des Steueranteils um drei Prozentpunkte ist nicht mit einer Erhöhung des Bruttopreises um 3% identisch.

Dafür hast du dir ein Sternchen verdient! Nicht nur, weil diesen Unterschied so wenige Menschen begriffen, sondern weil doch gerade Juristen eigentlich nicht rechnen können … :wink:

Von wegen „iudex non calculat“.

Super findet das:
Levay

iudices et advocati
Hallo!

…nur die die iudices können nicht rechnen, advocati schon:wink:

Gruß
Tom

LOL

Ok, dann weiß ich jetzt ja Bescheid und ich schließe ab, indem ich deine Behauptung ergänze durch ein:

q.e.d.

Levay

*g*

quod erat demonstrandum…

Danke schonmal für die Antworten!

Zu deiner Frage (alles natürlich rein fiktiv!):

Der Schrieb heißt Auftragsbearbeitung und dort steht:

Auftragssumme: 1499 Euro
Die Auftragssumme enthält:
Mw Nettosumme: 1292,24 Euro
16% MwSt: 206,76 Euro

Zahlungsziel:
Bar bei Lieferung

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

noch schlimmer rechnet sichs so …

Eine Erhöhung des
Steueranteils um drei Prozentpunkte ist nicht mit einer
Erhöhung des Bruttopreises um 3% identisch.

Hi,

viel interessanter finde ich, dass viele nicht bedenken, dass der Steuersatz zwar „nur um 3%“ angehoben wurde, aber dass die effektive Steuerquote (und nur die kommt ja beim Staat an) um 18,75%* angehoben wurde! Immerhin erlangt der Staat aus vollen steuerpflichtigen Umsätzen nun 18,75% mehr an Einnahmen!

Mfg vom

showbee

*) 19 x 100 / 16 = 118,75!

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