Hallo! Ich bin inzwischen 22 Jahre alt und habe seit ca drei
Monaten einen verdammt guten Job in einer toller Firma! Bin
fest eingestellt, verdiene genug Geld zum Leben und habe auch
schon den Mietvertrag für eine Wohnung in Firmennähe
unterschrieben!
Herzlichen Glückwunsch dazu.
Jetzt auf ein mal kommt ein Brief vom Kreiswehrersatzamt an
und zwingt mich zur Musterung zu kommen welche erstes mal an
einem Tag ist wo ich arbeiten muss und obendrein muss ich
dafür noch einen richtig weiten weg fahren.
Deswegen hast du auch Anspruch auf Wegstreckenentschädigung und Ersetzung des Verdienstausfalls.
Mein Problem ist: Ich will das nicht! Ein Grundwehrdienst bei
der Bundeswehr verstößt gegen meine persönliche Einstellung
(Love&:stuck_out_tongue_winking_eye:eace) und für Zivildienst habe ich keine soziale Ader
(behinderte, alte leute -> nix für mich).
Nun, das ist aber ja völlig unerheblich. Und vor allem wurdest du zur Musterung gebeten und hast keinen Einberufungsbescheid bekommen, nicht gleich Panik schieben.
Und wie immer: Der Wehrdienst kommt nicht überraschend, sondern steht schon seit geraumer Zeit im Grundgesetz und wird mindestens mit Erreichen des 17. Lebensjahres auch noch mal durch die Wehrerfassung jedem in Erinnerung gerufen.
Und überhaupt: Warum soll ich meinen tollen gutbezahlten Job
für sowas aufgeben wo ich nicht mal das verdienen würde was
ich für meine Wohnung monatlich an Miete bezahlen muss?
Du musst deinen Job nicht aufgeben (wäre ziemlich blöd, wenn du das machen würdest), denn wenn du unbefristet eingestellt wurdest, dann bleibt er dir während des Wehrdienstes dank Arbeitsplatzschutzgesetz erhalten.
Was deine Wohnung angeht gibt es das Unterhaltssicherungsgesetz, was dazu führt, dass du Anspruch auf Leistungen der Unterhaltssicherungsbehörde deiner Kommune hast was deine Wohnung angeht.
Meine Frage an euch Experten: Was kann ich tun?
Nichts.
Kiffen tue ich schon mal regelmäßig, also ein Ausmusterungsgrund :wäre ohnehin schon mal gegeben.
Da hast du etwas missverstanden. Wenn du Drogen nimmst ist das kein Ausmusterungsgrund - wäre ja noch schöner. Du wirst nur während des Wehrdienstes zunächst keine Waffen in die Hand bekommen, dein Drogenkonsum wird dauerhaft amtlich dokumentiert (freut z.B. jede Versicherung, wenn sie deshalb Zahlungen verweigern oder verringern kann) und jeder Drogenkonsum während des Wehrdienstes führt zu erheblichen disziplinarrechtlichen Konsequenzen.
Aber gäbe es vielleicht auch ne Möglichkeit
dass ich mich ganz vor der Musterung drücken kann?
Du kannst eine Verschiebung des Termins beantragen. Nichterscheinen kann mit einer Geldbuße bis 1000€ geahndet werden, nach dem Dritten Nichterscheinen kann die Vorstellung durch die Polizei unter Zwang durchgeführt werden.
Gruß Andreas