Saletti,
Insgesamt eine schöne Sache und genau das, was Du suchst. Es
sei denn, Du bist ein Drückeberger, aber das unterstelle ich
Dir nicht.
Danke, das bin ich auch wirklich nicht, ich will nur zeitig
mein Studium abschliessen, da es eine rein finanzielle Sache
ist. Gegen Dienste im sozialen Bereich habe ich grundsätzlich
nämlich nichts.
Okay, dann hab ich’s richtig verstanden. Gut - damit kann man konstruktiv arbeiten.
Falls Du noch Fragen dazu hast, immer raus damit.
Ist das psychisch nicht ziemlich hart? wenn man sich jetzt
beim THW verpflichten lässt und dann bei einem zB Zugunglück
wie in Eschede mithilft?
Belastende Einsätze können bei jeder der genannten Organisationen vorkommen, das ist korrekt. Es gibt diesbzgl. jedoch eine ganze Menge von „Abers“:
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Diese Einsätze sind gerade bei einer Arbeit im Katastrophenschutz sehr, sehr selten.
Der Kat-Schutz wird nur „aktiviert“, wenn wirklich was richtig dickes im Gange ist - sowas passiert nicht oft, und dann auch nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit dort, wo Du Dienst schiebst.
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Die Katastrophenschutz-Helfer sind - naturgemäß - notfallmedizinisch „nur“ Hilfs-Hilfs-Personal, nach den Ärzten und dem Rettungsfachpersonal - Du erhältst, wenn Du in einer medizinischen Einheit eingesetzt wirst, eine Sanitätshelfer-Ausbildung, mit der Du ohnehin eigentlich nur für leichtverletzte Patienten eingesetzt wirst. Die ganz schlimmen Fälle bleiben also mit Chance von Dir fern (ausgeschlossen ist eine Begegnung damit jedoch auch wieder nicht).
Desweiteren gibt es häufig genug auch technische Einheiten, die sich um Dinge wie Logistik, Stromversorgung, Helferverpflegung etc. pp. kümmern.
- Es gibt, wenn denn so etwas doch mal vorkommen sollte, Kriseninterventionsteam bzw. Notfallseelsorger, die sich um betroffene Helfer kümmern, hinzu kommt, daß der Zusammenhalt und die Stütze, die man durch die Gruppe erfährt meist recht gut ist.
Heisst: Wenn Du abstürzt, wirst Du aufgefangen.
Deine Befürchtung ist also nicht aus der Luft gegriffen, die wahrscheinliche tatsächliche Belastung jedoch kaum erwähnenswert. Im Gegenteil, wenn es nicht gerade eher etwas langweilig ist, wird die Freude, mit kleinen Mitteln großes zu bewirken überwiegen.
Bei „uns“ damals waren die meisten Einsätze erwähnte Sanitätsdienste bei Sportveranstaltungen oder sonstigen Events (Stadtfeste, Konzerte…), und ich habe sehr schöne Erinnerungen an diese Zeit, in der ich verdammt viel gelernt habe
Du wirst häufiger ein Kind wieder zum Lachen bringen, weil Du einen Insektenstich versorgt hast, als zu einem Zugunglück gerufen zu werden.
Ich habe erlebt, daß man in solchen Einheiten sehr freundlich und offen empfangen wird, wenn man Attitüden zu Hause lässt - dort ist es egal, ob jemand Hauptschulabschluß oder Abitur hat, aus reichem oder armem Hause kommt, alt oder jung ist. Es zählt, wie Du Dich in die Gruppe einfügst und die gemeinsamen Aufgaben mitbewältigst. Wenn das klappt, ist es z.B. - wenn Du das möchtest - durchaus auch möglich, daß Du vielleicht eigene Verantwortungsbereiche übernimmst, seien das Posten als Kleiderwart, Fahrzeugwart, Truppführer, Führungsgehilfe oder ähnliches. Bei uns gab es immer wieder Helfer, die nach ihrer Pflicht-Dienstzeit als Ehrenamtliche geblieben sind.
Normalerweise finden im Kat-Schutz regelmäßige Gruppenabende statt, auf denen Dienste vergeben und allerlei Dinge besprochen werden - wenn Du weisst, wo Du studieren wirst, schau Dir diese Abende doch einfach mal, das sollte immer möglich sein. Bei allen in Frage kommenden Organisationen. Dann wirst Du vermutlich schnell merken, wo Du Dich am ehesten wohlfühlen wirst.
Über die Links von mir kommst Du auch zu den einzelnen Ortsverbänden, die jeweiligen Geschäftsstellen nennen Dir sicher gerne Ansprechpartner für diese Abende, und dort kannst Du auch erfahren, welche Einsatzbereiche es konkret dort vor Ort gibt, das ist sehr unterschiedlich.
Gruß,
Malte.