meine Mutter hat seit über 10 Jahren keinen Partner. Sie beklagt sich nicht explizit darüber, weil sie insgesamt recht stolz ist und wenig Schwächen zeigt. Das ändert aber nichts daran, dass sie einsam ist und es mit Sicherheit auch so empfindet. Sie geht engagiert ihrer Arbeit nach und hat auch freundschaftliche Kontakte zu Arbeitskollegen. Allerdings beschäftigt sie sich dann doch die längste Zeit ihrer Freizeit mit Arbeit, sitzt alleine auf der Couch rum oder liest. Wirkliche Hobbies hat sie nicht. Wobei, sie belegt einen Malkurs.
Ich bin die einzige wirkliche Bezugsperson für sie, auch wenn ich ihr mittlerweile abgewöhnen konnte sich öfters bei mir zu melden, weil sie sich mitteilen möchte. Ich denke auch nicht, dass es meine Aufgabe ist sie zu beschäftigen. Wenn wir mal telefonieren, dann schimmert aber immer wieder durch, dass sie eigentlich keinen Menschen hat, der wirklich etwas mit ihr teilt oder gemeinsamen Unternehmungen etc. mit ihr nachgeht. Das liegt aber bestimmt nicht daran, dass man nichts mit ihr unternehmen könnte. Sie ist sehr gebildet und geht z.B. gerne ins Theater, kocht gerne und unterhlät sich mit Vorliebe über anspruchsvolle Themen. Für ihr Alter sieht sie auch nicht schlecht aus. Sie könnte eine echt gute Partie sein. Da läuft aber Nichts.
Nach und nach wird der Zustand mit dieser Eigenbrödlerei immer schlimmer, weil sie sich einfach nicht selbst eingestehen kann, dass sie einsam ist. sie möchte immer stark und unabhängig dastehen, auch wenn es nur fassade ist. Wie gesagt, dafür ist sie zu stolz. Wobei sie auch wenig Kanten an anderen menschen in ihrem Umfld duldet, auch wenn sie es eigentlich nicht so meint. Womöglich nur, weil sie sich dann von sich selbst ablencken kann. Von meiner Seite hätte sie da alle Freiheit der Welt. Würde da keine Aufmerksamkeit ihrerseits vermissen. Ich fände es sogar spitze, wenn ich nicht wüsste, was sie gerade macht, aber einfach beschäftigt ist. Sie braucht einfach einen Typ, der sie mit auf achse nimmt und ihr etwas Paroli bietet.
Wie bekommt man sie dazu es wenigstens mal zu probieren sich wieder einen Partner für’s Alter zu suchen um mal etwas Abwechslung im Leben zu haben. Sie direkt darauf anzusprechen bringt nichts. letztlich soll sie sich ja auch selbst überwinden. Es wäre mir lieb, wenn sie aus diesem graduellen Verbittern in den eigenen vier Wänden rauskommt.
Hallo Hilmar,
gut dass du dich sorgst und gleichzeitig erkennst, dass es als Kind
nicht deine Aufgabe ist deiner Mutter ihren Lebensweg aufzulegen.
Das kann eine gratwanderung sein, die schwer zu bewältigen ist und
spontan fällt mir dazu ein, dass du ihr ihren Raum zugestehen musst
und dann versuchen der Schwere eine gewisse Leichtigkeit
„einzuhauchen“, ein bisschen Humor in die Situation bringen. Aktiv
werden muss letztlich deine Mutter werden und dazu kannst du sie
nicht zwingen, vielleicht nur ein bisschen auf den Weg schubsen. Mit
Verkupplungsversuchen, die man aus der Teenie und Twenphase kennt,
kommst du waahrscheinlich nicht sehr weit, da ist schon ein bisschen
mehr Rafinesse gefragt.
Holst du manchmal die Post mit rein, wenn du sie besuchst? Dann lass
doch unauffällig ein Werbebrief von einer bekannten und seriösen
Partnervermittlung dazwischen fallen. Die kannst du auch direkt dort
anfordern und ihr in den Briefkasten werfen. Das kann sie sich dann
in Ruhe alleine ansehen wenn du weg bist.
Es gibt organisierte Reisen für Singels (auch Aktivreisen, wie
Malurlaub in Italien) - auch hier: Prospektanfordern und ihr
unauffällig zukommen lassen.
Mach ein Essen und lade ein Paar Freunde ein, dazu ein Mann, der zu
ihr passen könnte. Es muss ja nicht gleich die große Liebe daraus
werden - aber wenn sie einen Abend lang die Aufmerksamkeit eines
netten Mannes genießen kann, der ihr Komplimente macht und sie ein
bisschen herausfordert, fängt sie vielleicht an zu spüren, dass sie
auch als Frau noch wahrgenommen wird.
Viel Glück und viel Spass!
Hilmar kümmerts, wie es seiner Mutter geht. Was hat das mit Abnabeln
zu tun?
Wenn er etwas Positives im Leben seiner Mutter anschubsen kann,
erspart er sich und ihr möglicherweise spätere Depressionen.
Von anderer Seite hat er wenigstens Tipps bekommen. Ob die wirklich
gut sind, können wir nicht beurteilen, da wir die Mutter nicht
kennen.
Wann lernen Kinder sich abzunabeln und die Eltern, ihr selbst
gewähltes Leben leben zu lassen?
Der Ideengang ist mir bekannt und ich mach wirklich alles alleine, außer wenn sie von amtswegen o.ä. gefragt ist sich einzubringen. Ich koch und bügel schon seit Jahren selbst. Sie füttert mich auch nicht durch.
Wenn sie versucht mich für Aktivitäten einzuspannen oder, dass ich ihr ein Ohr zuschenke, weil sie sonst niemanden hat, dann bewegt sie sich jedoch in dem von mir gewälten Leben, nicht andersrum. Sie kann auch machen, was sie will, aber sie stört mich mit ihrer vermeindlichen Selbstständigkeit, weil sie tatsächlich nicht selbstständig ist, da sie bei Bedarf auf mich zurückgreift, was eine Forderung ihrerseits ist.
Klingt das für dich nach einer Ausrede, oder ist dir der unterschied klar?
Nicht nur „flapsig“, sondern auch noch oberflächlich und wenig
hilfreich! Kinder nabeln sich von ihren Eltern ab, wenn die Eltern sich
von ihren Kindern abnabeln. Das geschieht mal mehr mal weniger, mal gar
nicht, mal so rum, mal andersrum, mal so radikal, dass kein Kontakt
mehr besteht - ein nie endender Prozess…
es KANN etwas miut der abnabelung zu tun haben - muss aber nicht - und selbst wenn - ist damit nicht automatisch jede besorgnis eine falsche.
ansonsten fälöltm ir nur ein was mir jemand erzählt hat - sie hat für ihre beste freundin heimlich eine konmtaktanzeige im internet aufgegeben - bei einer seriösen versteht sich - dort offen - das sie für ihre freundin sucht und sie aus ihrer sicht beschrieben. es folgten div. anworten und die bekam jene freundin poer papier in die hand gedrückt.
die dritte war es dann - nach nichtmal 6 monaten lebten sie zusammen und sind bis heute ein glückliches paar.
sie war übrigens 57 und auch nicht auf der suche (nicht bewusst*g)
machmal muss man etwas für jemanden riskieren - wann, wie und ob es angebracht ist, kann einem nur das eigene gefühl sagen. und was kann passieren - im schlimmsten falle nichts. und ggfs. eien aussprache die mutter und kind einander näher bringt. der grad zwischen hinwegsetzen und fürsorge, distanz und sein lassen ist nunmal nicht zuletzt eine frage des gefühls.
LG
nina
PS: hätte jene freundin vorher von dem inserat gewusst - hätte sie einen mord begangen…*g - das soll nun kein freibrieb sein aber ein wenig von der vielfalt darstellen, nichts ist so einfach wie es scheint, vor allem nicht wenn es so einfach erscheint. - oder so*g
Wann lernen Kinder sich abzunabeln und die Eltern, ihr selbst
gewähltes Leben leben zu lassen?
fragend?
local
Hab ich es mir doch gedacht:
Bei jungen Leuten ist es chic und in als Single zu leben und tun und lassen zu können was man will.
Darf Mama das nicht?
die andere Fraktion regt isch auf, wenn Mama nach Papa sich nene neuen Kerl angelt.
Und was antwortet man: Lass sie doch selbst entscheiden, halt dich aus dem leben eines anderen Erwachsenen Menschen einfach raus, selbst wenn es dein Elternteil ist.
Und schon kommen sie alle an wie die Schmeissfliegen, die anderen mit ihren Helferleinsyndromen um den „Aufgeweckten“ in den Arm zu nehmen zu streicheln zu hegen und zu pflegen und ihm/ihr Recht zugeben:
Habt ihr alle nicht lange genug an der Brust genuckelt. Müsst ihr das nicht nur nachholen, sondern anderen auch noch aufdrängen?
Kümmert euch zuerst um euch und eure eigene Selbständigkeit udn shcaut, daß ihr zufrieden seid. Und dann nahc langer Zeit, könnt ihr mal fragen, wie es den anderen geht.
Nun hast Du Dich etwas ausführlicher geäussert und schon ist Dein
Artikel nicht mehr flapsig
Mir scheint, dass Hilmar sich tatsächlich von seiner Mutter
„losgerissen“ hat, indem er sie gebeten hat, nicht mehr so häufig
anzufrufen. Damit stösst er indirekt auch an, dass sich die Mutter
ev. auf eine weitere Bezugsperson konzentrieren sollte - so sie das
will.
Du hast Recht, wenn Du schreibst, dass jeder sich zuerst um sein
eigenes Leben und seine eigene Zufriedenheit kümmern muss, bevor „er
sich auf andere loslässt“. Ob das auf Hilmar zutrifft, können wir
nicht wissen.
nein, ganz so schlimm ist es nicht. Ich verstehe schon, was Du meinst. Allerdings denke ich trotzdem nicht, dass man diese beiden Positionen ohne Weiteres miteinander vergleichen kann.
Ich merke nur, dass meine Mutter mir eine Aufmersamkeit zukommen lässt, die eher meine Grenzen überschreitet, als dass ich ihre überschreite. Sie drängt mir Gespräche auf oder will mir über ihre Arbeitskollegen und Bekannten erzählen, die ich zum Großteil gar nicht kenne. Ich denke, dass sie das besser mit jemandem machen könnte, der in ihrem Alter ist.
Es besteht eben ein Unterschied zwischen der Beziehung zum eigenen Kind und einem Partner. Wenn meine Akzeptanz ihrer Lebenseinstellung so aussieht, dass sie mich anrufen kann, wenn sie niemanden zum Reden hat, dann halte ich das für keine Lösung mit der ich Leben kann. Ihre Einstellung „Wenn ich keinen Partner habe, dann erzähl ich’s halt meinem Sohn“ geht halt nicht. Deshalb bin ich dafür, dass sie sich jemanden sucht, dem sie es erzählen kann. Ich würde es sogar noch eher einsehen mich um sie zu kömmern, wenn sie im besagten kränkelnden Alter wäre. Da könnte sie ja auch nichts machen.