Mutter geht nicht aus dem Haus!

Hallo Zusammen!

Ich bitte euch um Rat. Es geht um die Mutter einer guten Freundin von mir mir. Sie geht seit mehreren Jahren nicht mehr aus dem Haus. Sie hat körperliche Beschwerden mit den Jahren bekommen (Rheuma) und lässt sich auch sonst gehen. Wenn ihre Kinder sie drauf ansprechen, sagt sie, „Was soll ich mir die Geschäfte angucken? Ich hab ja eh kein Geld.“ Es stimmt, sie sind sehr knapp bei Kasse, aber das ist doch kein Grund, nicht aus dem Haus zu gehen. Ich habe meiner Freundin mehrmals meine Hilfe angeboten, aber sie resigniert schon nach all den Jahren. Sie musste mit ihrem Bruder zusammen schließlich alles machen: Wohnung, Wäsche, Einkaufen, Geld nach Hause bringen, etc. Zudem hat ihre Mutter viele wichtige Ereignisse ihrer Kinder verpasst.
Glücklicherweise ist meine Freundin vor kurzem zuhause ausgezogen, was auch nicht leicht war natürlich. Trotz alledem möchte ich meiner Freundin ersparen, dass sie ihre Mutter irgendwann tot in der Wohnung findet oder sie sie noch mehr leiden sieht.
Ihre Mutter kann doch nochmal von Neuem anfangen, oder nicht? Sie ist erst Mitte 50 und resigniert wegen ihrem Exmann, der sie verlassen hat (nicht aus dem Grund).

Was kann ich tun? Wie ist die Situation einzuschätzen?
Die Mutter hört sich eigentlich sehr nett (an der Freisprechanlage) an, aber ich stelle es mir sehr schwierig vor, mit ihr zu reden.

Liebe Grüsse*Diana

Was kann ich tun? Wie ist die Situation einzuschätzen?
Die Mutter hört sich eigentlich sehr nett (an der
Freisprechanlage) an, aber ich stelle es mir sehr schwierig
vor, mit ihr zu reden.

Liebe Grüsse*Diana

Ich sehe nicht was Du da tun könntest. Es ist einfach ein Prozess der Verinnerlichung, in diesem Alter natürlich und besonders nach der Trennung von einem geliebten Menschen.

mfg
rolf

Hallo Diana,

ich befürchte Du kannst nicht mehr tun als auf allen Seiten für Verständnis sorgen und so Ruhe reinbringen. Mit der Befürchtung, die Mutter würde irgendwann tot in der Wohnung aufgefunden erzeugst Du möglicherweise Ängste, mit denen Du bewirkst, daß sich Angehörige erneut in Abhängigkeit bringen, der Du jedoch gerade entgegen steuern möchtest. Meine Oma lebte jahrelang alleine und alle machten sich Sorgen um sie. Heute ist sie fast 94 und derart altersschwach, daß sie natürlich längst im Altersheim ist. Im Gegensatz dazu ist mein Vater zuhause am Herzinfarkt gestorben, während meine Mutter das Mittagessen machte. Man kann halt nicht immer dabei sein.

Es ist in der Tat so, daß eine Mittfünfzigerin den Kopf nicht hängen lassen muß, denn sie hat noch viel Leben vor sich. Es ist auch so, daß sie möglicherweise depressiv verstimmt ist (Wechseljahre, Altersdepression) und sich selber nicht zu helfen weiß.

Sie findet am besten Hilfe bei Gleichaltrigen, vielleicht findest Du eine Selbsthilfegruppe. Oft reicht es sogar, wenn man sich wieder sozial oder kulturell engagiert. Ein Theater- oder Opernabonnement oder Kirchenchor. Ich habe kürzlich einen Aushang „Junge Oma sucht Kinder zum Babysitten“ gesehen. Ich fand die Idee total süß und habe die Telefonnummer notiert.

Angehörige können helfen indem sie versuchen, ihr das zu ermöglichen, also einen zuverlässigen Fahrdienst einrichten und immer wieder ermuntern. Was diese Frau mit ihrer Freizeit anfangen will, kann sie nur selber entscheiden, Angehörige können aber immer wieder beraten. Vielleicht hat sie ja früher ein Hobby gehabt. Wenn sie sich entschieden hat sollten Angehörige nicht müde werden, ihr Mut zuzusprechen, aber bitte nicht jede Last abnehmen.

Ansonsten wird sie wie meine Oma jahrelang überleben. Man stirbt so schnell nicht, nur weil man sich hängen läßt. Insofern kann ruhig jeder seinen Weg gehen, und der Weg dieser Frau ist es im Moment sich gehen zu lassen. Das kann man ihr nach dem schmerzlichen Verlust ihres Ehemannes in so jungen Jahren ruhig ein oder zwei Jahre zugestehen.

Alles Liebe,

AndyM

Hallo Diana

Hallo Zusammen!

Ich bitte euch um Rat. Es geht um die Mutter einer guten
Freundin von mir mir. Sie geht seit mehreren Jahren nicht mehr
aus dem Haus. Sie hat körperliche Beschwerden mit den Jahren
bekommen (Rheuma) und lässt sich auch sonst gehen.

Wenn sie seit mehreren Jahren, nicht mehr aus dem Haus ging und
dann kamen körperliche Beschwerden dazu, wer hat bei ihr
Rheuma festgestellt ?
Sie selbst ?

Ich habe meiner Freundin mehrmals meine

Hilfe angeboten, aber sie resigniert schon nach all den
Jahren. Sie musste mit ihrem Bruder zusammen schließlich alles
machen: Wohnung, Wäsche, Einkaufen, Geld nach Hause bringen,
etc. Zudem hat ihre Mutter viele wichtige Ereignisse ihrer
Kinder verpasst.

Das deutet daraufhin, das die Mutter, auch in jungen Jahren
schon so war.
Das klingt jetzt hart: Diese Frau leidet unter einer akuten
Arbeits-Allergie, ganz einfach, sie war und ist stinkend faul.
Mit zunehmenden Alter verschlimmert sich dieser Zustand, wie
selbst erwähnt, verläßt sie seit Jahren die Wohnung nicht mehr.

Glücklicherweise ist meine Freundin vor kurzem zuhause
ausgezogen, was auch nicht leicht war natürlich. Trotz alledem
möchte ich meiner Freundin ersparen, dass sie ihre Mutter
irgendwann tot in der Wohnung findet oder sie sie noch mehr
leiden sieht.

Deine Freundin sollte für einige Zeit, ihre Mutter sich selbst
überlassen.
Am Wochenende einmal vorbeischauen, Deine Freundin muß dann
feststellen, das ihre Mutter ein Pflegefall ist.
Von Ordnung und Sauberkeit, ist nichts zu sehen.
Die Wohnung stinkt und von Hygiene hält die Mutter nichts mehr.

Ihre Mutter kann doch nochmal von Neuem anfangen, oder nicht?
Sie ist erst Mitte 50 und resigniert wegen ihrem Exmann, der
sie verlassen hat (nicht aus dem Grund).

Von neuem anfangen ?
Wodurch soll das hervorgerufen werden ?
Ein Neuanfang ist mehr als unwahrscheinlich !
Hat die Mutter einen Internetanschluß ?
Verdacht auf Internetsucht ?

Was kann ich tun? Wie ist die Situation einzuschätzen?
Die Mutter hört sich eigentlich sehr nett (an der
Freisprechanlage) an, aber ich stelle es mir sehr schwierig
vor, mit ihr zu reden.

Liebe Grüsse*Diana

Du kannst da nicht viel tun, außer Deiner Freundin helfen,
einen guten Pflegedienst zu finden.

Gruß Iwan

Hallo!
Die Trennung ist schon fast 20 Jahre her! Ich finde es nicht normal, dass eine Frau über mehrere Jahre nicht mehr aus dem Haus geht- noch nicht mal zum Einkaufen oder abends, wenn keiner mehr auf der Strasse ist.
Ich kann eigentlich nicht glauben, dass es so etwas gibt. Ich habe meine Freundin noch nie besuchen dürfen und telefonieren war immer Terror.

Liebe Grüsse*Diana

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Hallo Andy!

Danke für deinen Rat. Es handelt sich jedoch nicht um 1- 2 Jahre, sondern um mindestens 6. Wenn sie alleine so leben möchte, hätte ich nichts gesagt, aber die beiden Kinder leiden sehr darunter, mussten schon früh erwachsem sein und sich Sorgen machen. Die Mutter meiner Freundin hat wohl auch schon echt körperliche Probleme und sieht nach Aussagen meiner Freundin auch nicht mehr so aus, dass sie mal eben auf die Strasse könnte.
Ich will meiner Freundin keine Angst machen, aber es wird irgendwann sehr schlimm enden und das weiß sie wohl auch.
Ich habe mal bei einer Stelle für Frauen in sozialen Schwierigkeiten angerufen und sie meinten, ich müsste mich ans Gesundheitsamt wenden.

Liebe Grüsse*Diana

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Hallo!
Die Trennung ist schon fast 20 Jahre her! Ich finde es nicht
normal, dass eine Frau über mehrere Jahre nicht mehr aus dem
Haus geht- noch nicht mal zum Einkaufen oder abends, wenn
keiner mehr auf der Strasse ist.
Ich kann eigentlich nicht glauben, dass es so etwas gibt. Ich
habe meine Freundin noch nie besuchen dürfen und telefonieren
war immer Terror.

Liebe Grüsse*Diana

Hallo Diana,

es ist auch nicht normal, wenn jemand über Jahre nicht mehr die Wohnung verläßt. Aber so etwas gibt es tatsächlich. Es gibt Menschen, die unter Panikattacken mit Agoraphobie leiden und die mit der Zeit ihren Aktionsradius immer mehr einschränken und schließlich die Wohnung nicht mehr verlassen, und immer mehr Ängste bekommen, z.B. auch nicht mehr telefonieren. Diese Leute sind auch immer gut im Ausreden erfinden, warum sie nicht mehr aus dem Haus gehen, weil es ihnen ´peinlich ist, zuzugeben, daß sie unter Ängsten leiden und wenn es dann noch jemanden gibt (Ehepartner, Kinder, Freunde), die so Dinge wie Einkaufen für sie erledigen, dann entsteht für sie kein Druck gegen ihre Ängste anzugehen, weil sie ihren Alltag mit Hilfe von anderen immer noch geregelt bekommen. Von daher war die Idee sich an das Gesundheitsamt zu wenden gar nicht so schlecht oder wenn die Kinder das Thema mal direkt beim Hausarzt ansprechen: „Unsere Mutter geht nicht mehr aus dem Haus, sie bekommt ihren Alltag alleine nicht geregelt und wir vermuten, daß sie unter einer Angststörung mit Agoraphobie leiden könnte.“ Ich kann natürlich keine Ferndiagnose stellen und das ist nur eine Möglichkeit von vielen aber wenn ihr mit so einer konkreten Vermutung kommt, dann muß das Gesundheitsamt oder der Hausarzt eigentlich etwas unternehmen. Oder ruft bei der Krankenkasse an und fragt da um Rat nach. Es gibt in den Städten auch psychologische und soziale Dienste, wenn Euch der eine nicht hilft, wendet euch an den anderen, laßt Euch jedenfalls nicht einfach so abwimmeln, die Frau braucht Hilfe.

Liebe Grüße
soneji

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Hallo Diana,

genau den gleichen Gedanken wie Soneji hatte ich auch.

Dir wünsche ich weiterhin die Kraft und Stärke Deiner Freundin zur Seite zu stehen und Deiner Freundin den Mut ihrer Mutter zu helfen - auch gegen ihren Willen.

Liebe Grüsse
Katrin

Danke!
Es wird nicht einfach sein, meine Freundin zu überzeugen, so dass sie wirklich was macht. Aber es tut gut zu wissen, dass es richtig ist, auch, wenn nötig, gegen den Willen der Mutter was zu machen.

Liebe Grüsse und schönen Tag!
*Diana

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Diana, Du hast eine Email.

Liebe Grüsse
Katrin

Du auch. :smile:

Liebe Grüsse zurück.
*Diana

Diana, Du hast eine Email.

Liebe Grüsse
Katrin

Hallo Diana,

das ist natürlich ziemlich lange. Könnt ihr nicht mit ihr mal ernsthaft besprechen, welche Dinge sie konkret selber in die Hand nehmen soll und sie dabei auch etwas unterstützen? Vielleicht fehlt ihr etwas Halt, den sich möglicherweise bekommt, indem man ihr klare, einfach verständliche Vorschriften macht.

Daß die kinder früh erwachsen werden mußten läßt sich ja nun im Nachhinein nicht ändern, es hilft jedoch wenn sie aufhören, sich Sorgen zu machen sondern die Situation hinnehmen.

Vielleicht hälst Du mich für spitzfindig, aber ich finde schon, daß du mit der Formulierung „Ich will meiner Freundin keine Angst machen, aber es wird irgendwann sehr schlimm enden“ Ängste schüren könntest, auch wenn Du es nicht willst. Etwas milder klingt schon „Ich will meiner Freundin keine Angst machen, aber ich befürchte es könnte irgendwann sehr schlimm enden“.

Was befürchtest Du denn, was kann denn passieren und ist es wirklich schlimm oder ist es ein Schicksal, das viele andere auch ereilt hat?

Ich habe leider viel negatives über unsere lieben Ämter gehört. Sie werden nicht kontrolliert und können ohne Konsequenzen Fehlentscheidungen über Menschenschicksale treffen. Da würde ich schon eher zum Pfarrer gehen. Beratungsstellen gibt es ja auch wie Sand am Meer, hilft Dir die eine nicht gehst Du eben zur anderen. Man sollte auch hartnäckig bleiben, nachfragen. Was kann das Gesundheitsamt denn tun? Ok, das habe ich verstanden, können Sie nicht auch etwas für uns tun? Wenn Sie das Gesundheitsamt beauftragen würde, wie sähe so ein Auftrag aus? Können Sie das nicht auch ohne Auftrag machen, ich meine wenn ich Ihnen einen Auftrag erteile?

Hausarzt ist, finde ich, eine gute Idee von Soneji. Vielleicht sprichst Du auch mal mit einer Schwester im Altenheim.

Allerdings: Am Besten ist wenn Du diese Empfehlungen weiter gibst und Deine Freundin all diese Gespräche führt. Du kannst eigentlich nicht mehr machen als sie immer wieder liebevoll darauf hinzuweisen, daß das ganze Gejammer niemandem hilft, solange sie keine Beratung aufsucht und annimmt.

Gruß, AndyM