Hallo,
meine Mutter zeigt alle möglichen Symptome von Alzheimer: Sie vergisst Dinge, verlegt Dinge, kann Gesprächen nicht mehr folgen, verläuft sich in fremder Umgebung, will mit der Fernbedienung telefonieren, kriegt es nicht mehr auf der Reihe, einfachsten Gebrauchsanweisungen zu folgen (bei Rezepten tut sie Zutaten doppelt und dreifach ins Essen, weil sie immer wieder vergisst, an welcher Stelle sie war bzw. das Rezept sie völlig zu überfordern und zu verwirren scheint).
Vor einiger Zeit war sie für zwei Tage im Krankenhaus, Nervenwasser wurde entnommen, ein MRT gemacht, EEG und die üblichen Gespräche geführt + Tests („Malen Sie eine Uhr“).
das Ergebnis ist nun, dass körperlich keine Anzeichen festgestellt wurden. Weder auf dem MRT-Bild noch beim EEG noch im Nervenwasser. Auf eine Feinuntersuchung des Nervenwassers warten wir noch.
Laut der Gesprächstests habe sie allerdings Alzheimer.
Ist sowas möglich?
dazu muss ich sagen, dass meine Mutter a) erst 56 ist b) sehr wenig Wasser trinkt c) bereits seit über 20 Jahren nicht mehr arbeiten war, sich nie selbst sonderlich beansprucht hat, alle ihre Hobbys längst aufgegeben hat und seit einigen Jahren nur noch täglich fernsieht, sie ist antriebslos und ängstlich seit ich sie kenne, geht selten unter Menschen und fördert sich geistig überhaupt nicht
d) sich hauptsächlich von Schokolade und Joghurt ernährt. das ist keine Übertreibung. Vor dem Fernseher stopft sie tafel- und tütchenweise Süßkram in sich hinein, jeden Tag, quasi ihr Hauptnahrungsmittel.
Weil sie so ängstlich ist und extreme Minderwertigkeitskomplexe hat, ist sie auch Ärzten und"Prüfungssituationen" gegenüber misstrauisch und stellt gerne mal auf stur. Sie hat sich immer eher als Opfer verhalten, macht also bei direkter Konfrontation durch Gespräche usw. dicht und regt sich hintenrum furchtbar auf.
Leider ist sie auch durch eine Gesprächstherapie (das wurde angefangen) nicht erreichbar. Sie sagt, sie weiß nicht, was sie dort soll, sagt bei der Therapeutin kaum was und lästert dann später über deren Frisur/Nachnamen/was auch immer, um diese wieder kleinzumachen.
Für meine Mutter haben alle, die eine Therapie benötigen, unheilbar einen an der Klatsche, sind also sozusagen behindert und gesellschaftlicher Abschaum. So kann sie nicht begreifen, wie man depressionen haben kann und beschwert sich immer wieder, dass sich ja nicht jeder so anstellen könne (z.B.), also Verständnis = 0 und dementsprechend therapieresistent ist sie selbst.
Was um Himmels Willen kann man jetzt noch tun, damit meine Mutter nicht weiter abbaut? Wie kann man das angehen? Sie bekam eine Zeit lang Alzheimermedikamente der Zustand schien sich trotzdem zu verschlechtern.
die Neurologen waren bisher an der Vorgeschichte gar nicht interessiert und recht barsch und uneinfühlsam meiner Mutter gegenüber. Es ist bekannt, dass Menschen mit Alzheimersymptomen sich i.d.R. sträuben, zum Arzt zu gehen. Mein Vater hat meine Mutter in langer Kleinarbeit dazu gebracht und sie wurde dann vom Neurologen regelrecht abgekanzelt, obwohl dieser gebeten wurde, auf diese Problematik Rücksicht zu nehmen, dass sie aufspringt und um sich schlagend rausrannte und wochenlang weigerte, sich noch mal untersuchen zu lassen.
Was kann man tun? Wo könnte man Hilfe bekommen?
Und: Was kann das überhaupt sein?
Liebe Grüße,
Myrtana