Hallo Wolpi,
Ich hab grad echt nen Hals und könnt mich aufregen. Folgendes
Problem:
Mein Klassenkamerad und ich sind dicke Kumpels. Er war bei mir
Trauzeuge und auch anders rum. Seit August hat der Kerl
Nachwuchs, eine völlig unkomplizierte Tochter.
Das ganze fing an, das die ersten 2 Monate kein Besuch erlaubt
war, auch nicht für Opi´s und Omi´s´. Begründung: Das Kind
braucht Ruhe und muss sich an die Außenwelt gewöhnen…
Was für ein Unsinn! Natürlich ist der Kontakt zu anderen Menschen wichtig. Natürlich in Maßen, nicht immer 10 Leute gleichzeitig, die auf das Kind runterstarren und „heiteitei“ machen. Das Kind hat (wenn/da es gestillt wird), naturgemäss zunächst den engsten Kontakt zur Mutter (da braucht sich diese mal keine Sorgen zu machen); aber der Vater sollte dann direkt die zweite Bezugsperson sein. Und auch Opa und Oma sind existent, zu ihnen darf auch eine Beziehung aufgebaut werden; und auch zum Patenonkel! Das Kind baut zu den einzelnen Personen eine Bindung auf, die (in dieser Phase) so stark ist, wie regelmässig (häufig) die Person in sein Erscheinungsbild tritt und für es „sorgt“.
Wenn das Kind Ruhe braucht, dann sicher vorallem in Hinsicht darauf, dass man es nicht den ganzen Tag mit TV oder Radio (Musik) berieselt.
Ich hab jetzt Anfang Nov. sehen dürfen, wow, 1 Stunde lang…
Es mag sein, dass das Kind, je nachdem, wie lange es schon vor Deinem Besuch wach war, nach der einen Stunde dann tatsächlich müde war /Hunger hatte (-> Schlafen). Was hattest du für einen Eindruck von ihr, asl Du Dich trennen musstest? oder war der Besuch für die Mutter zuviel?
und wurde zum Taufpaten erklärt. Mach ich ja gerne…
Mittlerweile ist das Kind nur noch auf Mami fixiert, d.h. im
Wachzustand muss es bei Mami sein, sonst wird gebrüllt. Kein
Kinderwagenfahren, kein Sitzen in der Wippe…
Das heisst, das Kind muss seine Mutter spüren? Es war noch nie in einem Kinderwagen? Das wäre nicht ganz normal.
Ansonsten kann es Fremdel-Brüllen sein.
Das Kind zeigt schon, wenn es sich langweilt, es gelangweilt wird; da muss man ein Gespür für entwickeln, wann etwas zuviel ist (im schlimmsten fall fängt das Kind an zu brüllen).
Als ich jetzt von der Taufe am 23.12. nähere Detals erfahren
habe, bin ich fast explodiert.
Das Kind nimmt am Gottesdienst nicht Teil, sondern wartet im
Gemeindehaus auf die Prozedur. Ist zu anstrengend.
Wer sagt denn das, wer hat das bestimmt? Es ist normal, dass die Kinder diese „Prozedur“ miterleben, von Anfang bis Ende. Sie dauert ja keine Stunden. Vielleicht schläft sie sogar ein… Und wenn jemand nur Angst hat, dass das Kind anfängt zu brüllen, dann ist daran gar nichts peinlich, sondern ganz normal, weil die Situation ungewohnt für das Kind ist. Aber man kann das Kind nicht immer vor allem, was unangenehm sein könnte, bewahren! Es lernt, mit unbekannten Situationen umzugehen.
Der Pfarrer wird wohl nicht auf diese Idee gekommen sein. – Für wen findet denn diese Taufefeier statt?!
Zu den Festivitäten geht es auch ncht mit, da das Kind ja 2
Stunden gestillt werden muss, dann an der „Quelle“ einschläft.
na gut. Ist die Frage, ob das Kind zufällig bei festivitäten-Beginn im Wach- oder Schlafrhythmus ist. wenn es wach ist, warum sollte es nicht daran teilnehmen dürfen (evtl. in einer ruhigeren Ecke); was sind da für Festivitäten geplant - eine Rockband, die aufspielt?
Ansonsten: wenn es dann nach dem Taufgottesdienst /Messe (?) seine Still- und Schlafphase hat, dann hat es die eben; Mama zieht sich mit dem Kind zurück,und wenn das Kind schlafen gelegt worden ist (es wird ja wohl nicht an der Brust der Mama schlafen müssen!?), geht die Feier mit Mama weiter. Das Kind kann doch in einem ruhigen Raum schlafen.
Beides, das währenmd des Gottesdienstes nicht anwesende Kind und das auf der Feier abwesende Kind wirft die Frage auf: wer kümmert sich in der Zeit um das Kind? Die Mutter?
Wenn nicht die Mutter: wer dann? fremdelt das Kind dann nicht? Will die Mutter ihre Ruhe haben?
Liebe Experten, ist solch ein Verhalten normal?
Ich wünsche Dir, dass Du noch Freude an Kindern haben wirst!
Kann ich der Dame mal näher treten und mal die Meinung sagen?
Ja. Als Pate und Freund hast Du ein gewisses Mitspracherecht. Keine (jetzt so beliebte) bedingungslose Solidarität. Ansonsten geht auf Dauer das Verhältnis zu dem Kind und zu Deinem Freund kaputt.
Oder ist das zu herb. Mein Kumpel geht bei der Sache ziemlich
unter…
Das ist schade für den Papa. Vielleicht fällt ja bei seiner Frau der Groschen, wenn ihr (auch) mal jemand, der nicht zur Familie gehört (und den Mut hat, etwas zu sagen) sagt, dass ihm da einige Dinge nicht gefallen.
Du scheinst ein gutes Gefühl entwickelt zu haben, was gut ist, und was Dich stört. Siehst Du, dafür braucht man nicht Vater oder Mutter zu sein
.
Im Zweifelsfall würde ich das Patenamt ablehnen.
Ich frage mich, was die Mutter und/oder der Vater des Kindes unter einem Taufpaten verstehen: wozu soll er da sein? Soll er nur Geld abdrücken, Geschenke mitbringen? Oder darf er auch eine Beziehung zu dem Kind aufbauen, mit ihm spielen, singen, erzählen, Hausaufgaben machen, in den zoo gehen, ins Kino, ein fahrrad reparieren, Probleme mit Mama oder Papa bereden, über Gott und die Welt diskutieren…?
Was möchtest du als Pate machen?
Man darf die Babies nicht in Watte packen. Sie müssen andere Menschen sehen, hören und spüren, damit sie sich selbst er-fühlen lernen und in der Welt zurecht finden. Wann will die Mutter damit anfangen, wenn nicht von Anfang an? Das Unbekannte/Fremde wird immer überwältigender, je länger sie wartet, dem Kind etwas davon zu zeigen.
Gegen „unkindliche“ Veranstaltungen, die die Eltern(teile) warnehmen (müssen/wollen), ist auch nichts zu sagen, solange das Kind eine Bezugsperson hat, die für das Kind da ist (also: Kind nicht einfach in der Disco „abstellen“ und mit Freunden tanzen gehen,) und solange es nicht jeden Tag hierhin und dahin gebracht wird.
Viele Grüsse,
Deborah (keine Expertin, aber Mutter)