Mutter meines Partners dement - wie helfe ich ihm?

Hallo!

Mein Partner leidet unter der Demenz seiner Mutter. Sie hat die typischen Symptome, mal lichte, mal weniger lichte Phasen. Manchmal erkennt sie ihn, dann denkt sie wieder, er ist sein Bruder oder ihr Bruder. Er leidet darunter, weil er sie liebt, weil er ihr Hauptansprechpartner und ihre Hauptpflegeperson ist und sie aber immer nur von anderen Personen spricht und nie von ihm. Er hat lange nicht wahrhaben wollen, dass es mit ihr so ist, wie es ist, sieht es aber jetzt, wo sie durch einen Sturz (ohne größere Folgen, aber mit schwerem Schreck und so) in Kurzzeitpflege in einem Heim untergebracht ist, ein wenig mehr ein.
Seine Verwandtschaft macht ihm Vorwürfe weil sie „so viel schlechter aussieht als vor 2 Jahren“. Das tut sie. Aber ist das nicht normal bei alten Menschen, dass die irgendwann mal beginnen, abzubauen? Vor allem, wenn sie geistig immer stärker nachlassen?
Es ist für uns alle 3, die wir in einem Haushalt leben, eine schwierige Situation. Ich habe keine enge Bindung zu seiner Mutter, muss sogar zugeben, dass ich sie, obwohl sie eine sehr liebe Frau ist, nicht besonders mag. Ich habe sie halt nur als anstrengenden Pflegefall kennengelernt und ohne sie wäre unser Leben viel leichter. Dennoch verstehe und akzeptiere ich, dass es seine Mutter ist und er sie liebt. Und ich sehe, wie er leidet. Ich möchte ihm helfen, ihn unterstützen. Aber wie gehe ich am besten mit dieser Situation um?
Habt ihr Ideen? Buchtipps? Internetseiten, die ihr mir empfehlen könnt?
Das wär sehr lieb.
Danke
igel

Guten Morgen Igel,

da würde ich mich zuerst an die Ärzte und Pfleger in dem Heim halten, wo die Mutter in Kurzzeitpflege untergebracht ist bzw. war. Sie wissen, wie es um die Mutter steht und welche Möglichkeiten vor Ort bestehen, die Mutter gut zu pflegen. Gibt es Gesprächskreise oder Selbsthilfegruppen in eurer Nähe?

Um die Verwandten, die deinem Partner vorwerfen, die Mutter sehe nicht gut aus, würde ich mich erst gar nicht kümmern. Selber tun sie ja nichts und scheinen auch nicht bereit zu sein, auch mal Hand ans Fuder zu legen.

Liebe Grüße
Hagazussa

Hallo!

Kurz- oder mittelfristig wird die Mutter in ein Pflegeheim müssen. Ansonsten werdet Ihr verrückt (das ist kein Schwarzsehen - das ist Erfahrung).

Beachtet, wie sie sich jetzt nach dem Sturz/Schock erholt. Ich kenne einen Fall, da ging die Krankheit durch einen Schock so schnell voran, daß ein weiteres Leben zuhause nur sehr schwer möglich war.
Überhaupt lief in dem genannten Fall die Demenz „in Stufen“ ab. Das heißt: auf eine Phase mit relativ langer gleichbleibender geistiger Klarheit oder Verwirerung trat innerhalb sehr kurzer Zeit eine merkbare Verschlechterung des Zustands ein.
Die Einweisung ins Heim mußte dadurch auch sehr schnell erfolgen. Die Aggressionen und Verwirrungen der Kranken machten ein Weiterleben zuhause unmöglich.
Erkundigt Euch schonmal nach einem Heim mit Alzheimer-Station und seht Euch die Einrichtungen an.

Das Wichtigste für Dich und Deinen Mann (hier vor allem für den Mann): er braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn er die Mutter ins Heim bringt. Sie wird dort gesundheitlich versorgt und schließlich habt Ihr auch Euer eigenes Leben!

Wenn Ihr zuhause keine Vollzeitkraft habt, ist das Leben mit einer Alzheimerkranken nicht zu meistern.

Viele Grüße und viel Kraft!
HylTox

Hi Hyl,

Das Wichtigste für Dich und Deinen Mann (hier vor allem für
den Mann): er braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn
er die Mutter ins Heim bringt. Sie wird dort gesundheitlich
versorgt und schließlich habt Ihr auch Euer eigenes Leben!

Wünschst Du Dir das für Dich - ins Heim abgeschoben zu werden?

Wenn Ihr zuhause keine Vollzeitkraft habt, ist das Leben mit
einer Alzheimerkranken nicht zu meistern.

Es war von „Demenz“ die Rede, nicht von Alzheimer.

Gruß,

Anja

Hi,

m. E. hilfst Du Deinem Partner am meisten, indem Du ihn „moralisch“ unterstützt, wenn/dass er die Pflege der dementen Mutter in professionelle Hände (Pflegeeinrichtung) gibt.

Leider herrscht vielfach noch das Vorurteil, das sei lieblos oder Abschieben. Nach meiner Beobachtung und Erfahrung erlebe ich das Gegenteil: Meine Mutter ist durch die Rundum-Betreuung im Heim, die man zuhause gar nicht leisten KANN, wesentlich ruhiger geworden (NEIN - für alle Kritischen, sie wird nicht mit Medikamenten ruhiggestellt!). Da wir den Schritt nach intensiver Recherche und vielen Gesprächen (auch mit „lieben“ Verwandten, die meinten, sich dazu ungefragt äußern zu müssen und ALLE verstummten, als es konkret um Unterstützung und Entlastung bei der häuslichen Betreuung ging) rechtzeitig unternommen hatten, konnte meine Mutter sich (noch) in der Einrichtung orientieren und einleben und findet sich da gut zurecht.

Mein Tipp an Dich: Biete Deinem Partner Hilfe zur Selbsthilfe, indem Du ihn bei der Entscheidungsfindung im vorgenannten Sinne unterstützt. Schon bald dürfte er die Entlastung spüren und der Umgang mit der dementen Mutter wird auch für ihn „leichter“, weil er nicht mehr alle Verantwortung tragen muss.

Was soll das?
Mensch Anja,

Das Wichtigste für Dich und Deinen Mann (hier vor allem für
den Mann): er braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn
er die Mutter ins Heim bringt. Sie wird dort gesundheitlich
versorgt und schließlich habt Ihr auch Euer eigenes Leben!

Wünschst Du Dir das für Dich - ins Heim abgeschoben zu werden?

bist Du ernsthaft der Ansicht, dass dieser Beitrag zur Problemlösung hilft?

Es ging und geht nicht um Abschieben, sondern um die Suche nach einer sinn- und verantwortungsvollen und tragbaren Lösung für alle Betroffenen. Die x-te Wiederholung von Vorurteilen ist definitiv keine.

Im Übrigen: Wünscht Du Dir an Demenz zu erkranken?

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Hallo,

Wünschst Du Dir das für Dich - ins Heim abgeschoben zu werden?

Ich bin zwar nicht Hyltox, aber ich könnte dies bejahen, wenn es nicht mit der negativen Konnotation „abschieben“ verbunden wäre.
Ich hoffe jedenfalls, dass ich rechtzeitig den Absprung kriege und mich rechtzeitig selbst um ein gutes Heim kümmern kann, von Vorteil wäre eine Einrichtung, die mir zu Beginn maximale Freiheit bietet und später eben auch maximale Pflege (ich kenne solche Heime aus Südafrika: angelegt wie kleine Wohnsiedlungen, jeder lebt in seinem eigenen Haus mit den gleichen Freiheiten, wie jemand, der „außerhalb“ wohnt - bei zunehmender Pflegebedürftigkeit kann man mehr und mehr Hilfe in Anspruch nehmen bis hin zur stationären Pflege im Haupthause), gerade wenn man dem Alter als Paar entgegensieht, scheint mir das eine gute Option (zu oft ist nämlich der rüstigere Lebenspartner mit der Pflege des schwächeren total überfordert, gesteht es sich aber nicht ein, bis es zum Kollaps, im übertragenen wie wirklichen Sinn, kommt).

Jedenfalls ist DAS auch eine Art der Selbstbestimmung, die ich dem Szenario vorziehe, dass ich meinen Kindern irgendwann nur noch zur Last falle (was fast unweigerlich passiert).

Gruß
Elke

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Hi Anja,

nachdem ich gerade meine demente Mutter - um Deine abwertenden Worte zu benutzen - ins Heim abgeschoben habe:

Wünschst Du Dir das für Dich - ins Heim abgeschoben zu werden?

Ja, denn ich zumindest fände es furchtbar, wenn aus moralinsauren Gründen oder Anregungen wie Deinen meine Nachkommen meinen würden, ihre Lebensfreude für mich opfern zu müssen. Dass die Pflege in der Regel auch deutlich professioneller in Pflegeheimen geschieht (ich also vermutlich sogar sicherer dort bin) mal ganz abgesehen.

Jeder kann das entscheiden wie er mag. Deine sozialen Kontrollhinweise braucht aber niemand in einer solchen Situation.

Grüße
Jürgen

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Hi Anja!

Es war von „Demenz“ die Rede, nicht von Alzheimer.

Du weisst aber schon, dass Alzheimer die häufigste Form der Demenz ist, oder?

schöne Grüße
igel

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Hi igel,

Es war von „Demenz“ die Rede, nicht von Alzheimer.

Du weisst aber schon, dass Alzheimer die häufigste Form der
Demenz ist, oder?

Ja, aber es war von „Demenz“ die Rede, und von manchen „lichten“ Momenten. Das kommt bei Alzheimerkranken so gut wie nicht mehr vor.

Gruß,

Anja

Hi

Wünschst Du Dir das für Dich - ins Heim abgeschoben zu werden?

ja - ich wünsche mir für mich rechtzeitig selber zu erkennen, ab wann ich eine BELASTUNG bin für meine Angehörigen, so dass soe garnicht in die Verlegenheit kommen einen Platz für mich suchen zu müssen.

So wie meine Eltern sich schon vor 10 Jahren umgeschaut haben und es noch tun um im Ernstfall einen guten Pflegeplatz zu haben der ihren Ansprüchen genügt.

NOCH können sie sich allein versorgen aber es wird zusehend schwieriger.

Meine Schwiegermutter lebt seit 4 Jahren in einem Stift in einer total schönen 2 Zimmerwohnung in dem sie bei Bedarf auch Pflege haben kann, aber nicht muss. Dort ist sie ganz von allein hingezogen, weil sie näher bei ihrem ältesten Sohn (meinem Ex-Mann) und mir wohnen wollte und die Wohnung so nicht teurer ist als ihre bisherige :smile:

Sie ist superglücklich dort - zwei Freundinnen von ihr wohnen auch in der Anlage - sie führt wie bisher auch ein total eigenständiges Leben und erzählt mir jedes Mal, wie froh sie ist diesen Schritt gegangen zu sein, weil es einfach beruhigt zu wissen, dass man Hilfe haben kann und trotzdem niemandem lästig wird - sie möchte lieber „mit Freuden“ von uns besucht werden als aus „Pflichtbewusstsein“

Gruß H.

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Hi Jürgen,

Jeder kann das entscheiden wie er mag.

Ja klar.

Deine sozialen
Kontrollhinweise braucht aber niemand in einer solchen
Situation.

Seltsame Formulierung, nunja.

Ich bin vielleicht einfach etwas altmodisch in solchen Dingen und sicher spielt mein eigener Horror vor einer Unterbringung in Institutionen jedweder Art eine Rolle.

Gruß,
Anja

Hallo Igel,

hier wurde ja schon viel über eine „Abschiebung“ ins Heim diskutiert, aber das war ja gar nicht deine Frage.
Würde dir diese Internetseite empfehlen…
http://www.deutsche-alzheimer.de/
http://www.alzheimerforum.de/

Hier bei uns, gibt es eine Einrichtung, die die Herrschaften abholen und einemal die Woche ein wenig Zeit mit ihnen verbringen. Das kostet meines Wissens, nur einen kleinen Umkostenbeitrag. Für die Angehörigen sind diese Stunden aber ganz wichtig, weil sie somit einen Tag die Woche für ca. 2 Std. einfach mal Ruhe und Zeit für sich haben.
Das würde ich euch auch empfehlen. Such euch jemanden, der die Mama gelegentich betreut. Eine " Mamasitterin". Es ist wichtig sich mal eine Auszeit zu nehmen und aufzutanken. Vielleicht eine Medizinstudentin oder eine Krankenschwester in Ausbildung. Die wissen die wissen dann auch im Notfall was zu tun wäre.

Mach euch einen Plan, wer was übernimmt. Das ist ganz wichitg, weil deine Schwiegermama einen festern Ablauf braucht. Wer übernimmt wann was, dadurch hat sie noch feste Strukturen die sie wieder erkennen kann.

Für dich und deinen Mann würde ich unbedingt eine Gesprächsrunde für Betroffen empfehlen. Musst du mal googeln, gibt es in jeder größeren Stadt! Einfach austauschen, schimpfen, weinen, hoffen, lachen…das tut gut mit Menschen die einen verstehen.

Und ganz wichtig: Mach nur Sachen die du auch wirklich willst. Wenn du die Körperpflege übernimmst und gar nicht willst, dann bist du unzufrieden und das wird dein Mann spüren. Darunter leidet die Beziehung. Du bist nich herzlos, wenn du an dich denktst!
Wenn ihr sie Zuhause betreuut, dann ist das sehr schön. Wenn sie in eine Einrichtung soll, ist es das Beste für euch. Und ihr seit in erster Linie für euch und eure Ehe zuständig.
Alo entscheidet als Paar was ihr zusammen tragen könnt.

Deine Schwiegermama wird sich noch weiter verändern. Auch körperlich. Sie wird dünn werden, abwesend wirken und „einfallen“.
Trotzdem kann sie noch Spaß haben. Nur ist sie nicht mehr wie vorher.

Ich wünsche Euch alles Gute…es ist ein schwerer Weg der noch vor euch liegt, aber ihr habt euch und man wächst an seinen Aufgaben. Dummer Spruch, aber er stimmt!

alle Gute,

Annna

Hi Anja,

Das Wichtigste für Dich und Deinen Mann (hier vor allem für
den Mann): er braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn
er die Mutter ins Heim bringt. Sie wird dort gesundheitlich
versorgt und schließlich habt Ihr auch Euer eigenes Leben!

Wünschst Du Dir das für Dich - ins Heim abgeschoben zu werden?

Es dreht sich hier nicht ums „Abschieben“, wie Du das bildlich und meiner Ansicht nach sehr negativ formulierst.
Aber wenn Du jemals mit dementen (oder Alzheimerkranken) Menschen zu tun hattest, dann würdest Du vielleicht einer „Abschiebung“ nicht so negativ entgegenstehen.
Die Frau in meinem Fall lebte mit ihrem körperlich sehr kranken Mann zusammen. Ihr Verhalten war anfangs durchaus noch „schrullig“ und etwas vergeßlich/verwechselnd.
Das heißt die Tagespost landete schonmal im Kühlschrank und ähnliches.
Mit der Zeit wurde sie immer verwirrter und aggressiver.
Der Mann mit dem sie schon goldene Hochzeit gefeiert hatte war nun plötzlich nicht mehr ihrer. Sie begann mehrfach in der Woche bei uns (wir wohnten gut 15 Autominuten von ihr weg) anzurufen und suchte ihren Mann.
Wenn meine Partnerin dann in großer Sorge, dem Mann könnte was passiert sein hinfuhr saß er meist im Wohnzimmer. Manchmal hörte man ihn auch schon am Telefon.
Aber das war ja nicht ihr Mann. Die Post riß sie ihm aus den Händen und versteckte sie vor ihm.
Letztendlich schloß sie ihn im Zimmer ein und sprang aus dem Fenster (ca 2m hoch). Passiert ist ihr dabei nichts.

Wenn Ihr zuhause keine Vollzeitkraft habt, ist das Leben mit
einer Alzheimerkranken nicht zu meistern.

Es war von „Demenz“ die Rede, nicht von Alzheimer.

Soweit ich weiß ist Alzheimer eine spezielle Art der organischen Entstehung der Demenz (das Hirn löst sich mehr oder weniger auf). Für die Angehörigen isses weitgehend Wurscht! Oder glaubst Du, bei Juhnke überlegte man lange ob er Alzheimer oder Korsakow hat?
Ganz gleich auf welchem Weg die Krankheit entstand: ab einem gewissen Fortschritt der Krankheit wird das Zusammenleben mit dem Kranken zur Qual. Und zwar für alle, auch für den Kranken selbst!
Oder kannst Du Dir vorstellen, 24 Stunden auf jemanden aufzupassen? Das heißt, ohne Pause, da in dem Moment in dem Du wegsiehst dreht die Frau den Gashahn auf oder zündet irgendwas an…

Viele Grüße
HylTox

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Hallo Anja!

Es wird ein wenig offtopic, denn ich möchte eigentlich nicht wirklich auf deine ursprüngliche Aussage eingehen, die ich einerseits (aus der Sicht eines Erkrankten) verstehen kann, von der ich aber andererseits (aus der Sicht des Pflegenden) weiß, dass die in deinen Augen bessere Lösung des Daheim gepflegt werdens sehr oft nur unter schwersten Anstrengungen und unter Aufgabe von vielen persönlichen Bedürfnissen (wenn überhaupt) erzielt werden kann.

Ja, aber es war von „Demenz“ die Rede, und von manchen
„lichten“ Momenten. Das kommt bei Alzheimerkranken so gut wie
nicht mehr vor.

Wenn du auf Wikipedia unter Alzheimer-Krankheit liest (http://de.wikipedia.org/wiki/Alzheimer-Krankheit), dann werden dort verschiedene Phasen des Krankheitsverlaufs beschrieben, von leichten Wortfindungs- und Lernschwierigkeiten bis hin zum Endstadium mit Stuhl- und Harninkontinenz, Bettlägrigkeit, etc. Genau das Gleiche gilt auch für Demenz: Es ist eine fortschreitende Krankheit, die schleichend beginnt und sich im Laufe der Zeit bis zum Tod immer weiter verschlechtert.

LiGrü
igel

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Hi und Danke für die Antwort…

Wenn Ihr zuhause keine Vollzeitkraft habt, ist das Leben mit
einer Alzheimerkranken nicht zu meistern.

Wir kriegen jetzt wahrscheinlich erstmal eine Hilfe, die uns zuhause unterstützt. Sie ist auch eine Bekannte seiner Mutter, so dass das einigermaßen problemlos gehen sollte.

Die Schwestern im Krankenhaus besaßen ja die Unverschämtheit, mir vorzuwerfen, dass ich meinen Beruf nicht aufgeben will, um sie zu pflegen. Weil, das ginge ja nicht, dass man trotzdem arbeiten geht und Geld verdienen will, wenn da eine alte Frau zuhause ist. (Ja geht’s noch???)

Aber mit der Hilfe wird’s wohl eine Weile gehen. Mal sehen wie lange :-/

Viele Grüße und viel Kraft!

Danke. Die Kraft kann ich brauchen. Die Situation zehrt sehr.

igel

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Hallo!

m. E. hilfst Du Deinem Partner am meisten, indem Du ihn
„moralisch“ unterstützt, wenn/dass er die Pflege der dementen
Mutter in professionelle Hände (Pflegeeinrichtung) gibt.

Ja, vermutlich.
Ich versuche derzeit, im Haushalt mehr zu übernehmen, damit er die Hände und die Zeit frei für seine Mutter hat. Aber wir sind beide ganztags beschäftigt und geraten halt immer wieder an unsere Grenzen…

Meine Mutter ist durch die Rundum-Betreuung
im Heim, die man zuhause gar nicht leisten KANN, wesentlich
ruhiger geworden.

Den Eindruck hatte ich bei seiner Mutter auch. Außerdem ist sie mit einer recht lebhaften netten alten Dame in einem Zimmer und die zwei Mädls hecken täglich neue „Schandtaten“ aus.
Trotzdem möchte sie dort nicht bleiben, wünscht sich zurück und wird auch zu uns zurück kommen (was ich nicht unbedingt für die ideale Lösung halte, gerade wo sie sich jetzt scheinbar recht wohl fühlt dort, aber sie will es halt so). Jetzt kriegen wir auchUnterstützung durch eine Pflegekraft. Mal sehen, wie lange das so geht.

Danke
igel

Liebe Annna!

Deine Antwort enthält viele kleine Dinge, über die ich noch nachdenken muss, so dass ich dir jetzt nicht wirklich durchdacht antworten kann. Aber vielen Dank für die vielen Infos und Ideen. Ich glaub, die eine oder andere kann mir wirklich weiterhelfen.

igel

Hi,

Hi und Danke für die Antwort…

gerne!

Wir kriegen jetzt wahrscheinlich erstmal eine Hilfe, die uns
zuhause unterstützt. Sie ist auch eine Bekannte seiner Mutter,
so dass das einigermaßen problemlos gehen sollte.

Es mag gehen, so lange die Situation nicht zu schwierig wird. Wichtig ist auch, irgendwann mal einzusehen, daß es nicht mehr geht. Es war auch bei uns schwer, diese Entscheidung zu treffen, aber die Frau hat im POrinzip selbst „den Zeitpunkt bestimmt“ (siehe mein andferes Posting).

Die Schwestern im Krankenhaus besaßen ja die Unverschämtheit,
mir vorzuwerfen, dass ich meinen Beruf nicht aufgeben will, um
sie zu pflegen. Weil, das ginge ja nicht, dass man trotzdem
arbeiten geht und Geld verdienen will, wenn da eine alte Frau
zuhause ist. (Ja geht’s noch???)

Diese „Anflüge“ von Vorwürfen von Schwestern gegenüber Angehörigen kenne ich auch! Noch schlimmer sind allerdings Angehörige anderer Heimbewohner, die anscheinend nichts anderes zu tun haben als selber noch bei Muttern im Heim an 7 Tagen die Woche zu sitzen und meinen andere Angehörige müßten das auch tun!

Aber mit der Hilfe wird’s wohl eine Weile gehen. Mal sehen wie
lange :-/

Viele Grüße und viel Kraft!

Danke. Die Kraft kann ich brauchen. Die Situation zehrt sehr.

Das war bei uns nicht anders. Wichtig ist es irgendwann die Notbremse zu ziehen. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man kein Wochende mehr hat (Urlaub? Was issn das?), wo man bei jedem Anruf panisch ans Telefon rennt und Zusagen zu Einladungen, Kino, Essen gehen oder einfach nur „Zeit zu zweit“ komplett streicht.
Das ist (bei aller Liebe zu den Alten) wirklich nicht gut.

Nochmals viele Grüße
HylTox

Hi igel,

Trotzdem möchte sie dort nicht bleiben, wünscht sich zurück
und wird auch zu uns zurück kommen (was ich nicht unbedingt
für die ideale Lösung halte, gerade wo sie sich jetzt
scheinbar recht wohl fühlt dort, aber sie will es halt so).

Das war bei meiner Mutter genauso - die Angst vor Neuem ist offenbar riesengroß, obwohl das Neue (auch bei uns war es anfangs sog. Tagespflege) als spannend und unterhaltsam (eben nicht so langweilig wie allein zu Hause) empfunden und auch genannt wurde.

Die Frage wird sich schon bald stellen, ob es überhaupt noch zu verantworten ist, die Frau allein zu lassen - meine Mutter ist bisweilen „abgehauen“: also ohne Nachricht einfach aus dem Haus (auch nachts).

Da geht man nach kurzer Zeit selbst am Stock. Und denke nur, was passieren kann, wenn sie den Herd anstellt oder Wassr laufen lässt . . .

Aber dann kommen vllt. alle „Abschiebe-Schreihälse“ und helfen Euch aufräumen :wink:

Wenn Ihr die Chance habt, die Mutter zeitnah in einer GUTEN Einrichtung unterzubringen, macht das. Es ist keinesfalls sicher, dass Ihr sofort den Wunschplatz oder überhaupt einen Pflegeplatz bekommt, wenn es nicht mehr geht . . .

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