Mutter taugt nix - was tun?

hallo.

das du dich auskotzen wolltest war mir schon klar und es geht
auch nicht um Steine werfen. Es ist aber mehr als hart über
einen Menschen zu sagen er taugt nichts.

daß „jemand taugt nix“ dermaßen negativ gewertet werden kann, ist mir in der tat neu.
wo ich herkomme, sagt man das nicht nur zu „asozialem gesinde“, sondern umgangssprachlich z.b. auch zu jugendlichen, die nix als unfug im kopf haben. oder eben zu leuten, die mit sich und der welt nix anzufangen wissen (wollen).

der titel „mutter verhält sich in weiten teilen nicht konform zu erziehungswissenschaftlichen erfahrungen und erkenntnissen“ hätte natürlich neutraler geklungen, drückt aber dasselbe aus.

gruß

michael

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Hallo nochmal,

also ich finde in dem, was du schreibst, durchaus parallelen

-)

und ich kann auch nur drüber reden, weil die Situation heute anders ist - damals hätte ich das nicht gekonnt. Sie wird es so auch nicht können.

Wahrlich keine schöne Zeit für meine Tochter und wir haben
später - und bis jetzt noch - viel Arbeit, um die Defizite
auszugleichen. Nun überlege ich, wie man von außen die
Situation für meine Tochter hätte verbessern können…

das war eigentlich meine motivation für die frage; nicht
später defizite ausgleichen zu müssen, sondern nach
möglichkeit JETZT was zu verbessern.

Verständlich. Aber DASS es Defizite geben wird, davon kannst Du jetzt schon ausgehen. Genau dieses JETZT was ändern ist das Problem. Es geht nicht so schnell, wenn es nachhaltig sein soll. Für Dich erscheinen die Dinge so klar auf der Hand und eher unproblematisch diese anzugehen, ich schätze, dass sie die Probleme nicht einmal sieht, nicht sehen will, weil sie sie überfordern. Und selbst wenn man sie erkennt, ist es verdammt schwer. Am schwersten ist es sich selbst zu ändern, das weiß eigentlich jeder.

daß man dafür derart verhauen wird (oder lag’s doch nur an
meiner nicht knigge-konformen sprache?) irritiert mich etwas.

Denke schon, dass es an der Sprache liegt.

naja, das ist hier schon etwas anders. finanziell wird sie
sowieso unterstützt. und wenn sie mal hilfe braucht, kriegt
sie die auch.

Das sind aber alles Äußerlichkeiten. Wie sieht es mit persönlicher Wertschätzung aus? Schon klar, dass das bei ihrem Verhalten eher schwieriger ist, sie zu schätzen, aber verhält sie sich eigentlich nicht so, wie es alle von ihr erwarten? Ich versuche es noch mal an einem Beispiel aus meinem Leben mit dem Thema Ordnung halten:

Wie gesagt konnte ich das nicht, weil ich es auch selbst nicht gelernt habe, meine Umwelt kritisierte, mäkelte, lästerte, natürlich kam nie jemand auf mich zu und erarbeitete mit mir „Ordnungskonzepte“. Alleine bis ich auf die Idee kam, dass man ein Konzept braucht, vergingen Jahre. Dir erscheint das selbstverständlich. Dann kommen zwei demotivierende Dinge: Erstens das Durchalten, Zweitens Rückschläge, weil das Konzept doch noch nicht so gut war. Sowas ist wirklich schwerer als Du denkst. Als ich meine Bude nach Jahren endlich im Griff hatte, war die Reaktion überwiegend gar keine. Ich habe da wirklich etwas geleistet, aber keiner erkennt das an - denn es ist ja selbstverständlich, dass man Ordnung hält. Wenn mal ein Kommentar kam, dann hieß es „Na wurde ja auch Zeit.“ Ich muss sagen, dass es wirklich einfacherer gewesen wäre, in meiner Rolle zu verbleiben - so wie es eben jeder von mir erwartete. Dann würde es sich auch heute nicht noch so demütigend anfühlen, dass meine Leistungen keine Leistungen sind.

wenn dann allerdings sowas rauskommt wie die
„babysitteraffäre“ geht’s eben nicht ohne „draufzeigen und
urteilen“.

Öh. Warum nicht?

man hat die wahl, sich ausnutzen zu lassen, oder sie eben
nicht mehr zu sehen. „wenn ich hier nix mehr krieg, geh ich
halt hin, wo ich was krieg“. ich glaub nichtmal, daß das bei
ihr mit bösen gedanken verbunden ist… es ist halt einfach
„normal“.

Vielleicht muss man dann auch einfach mal sagen, na gut, dann geh eben dahin, wo Du was kriegst.

Geändert hat sich die Situation als ich eine
(schulische)Ausbildung begonnen habe - vom Staat finanziert
(*duck*)

darf man fragen, was dich dazu bewogen hat? hast du dich aus
eigenem antrieb dafür entschieden, weil „so kann’s nicht
weitergehen“? oder gab’s ein schlüsselerlebnis? oder…?

Hm. Ich war an dem Punkt angelangt, dass ich niemanden mehr hatte (bestimmt auch wegen meiner Verhaltensweisen) - außer meinem Freund. Wir wohnten zusammen und ich war finanziell voll von ihm abhängig. Er selbst war psychisch krank und machte mir und meiner Tochter das Leben zur Hölle. Das ging so weit, dass ich Angst um unser Leben hatte, wenn er ausrastete. Da habe ich mir gesagt „Mücke, entweder fristest Du ein Leben in Angst und Duckmäusertum oder Du läufst!“ Ich bin gelaufen und habe mir geschworen nie wieder stehen zu bleiben. An meinem Freund habe ich gesehen, wie tief es noch gehen kann und eigentlich dachte ich bis dahin immer, tiefer ginge es nicht mehr. Und was waren die Kommentare meiner Umwelt, als ich mit der Ausbildung anfing? „Na hoffentlich hältst Du es diesmal auch durch.“ Sehr motivierend. Was passiert heute, wenn ich eine Bewerbung schreibe? „Warum haben Sie denn erst so spät mit der Ausbildung angefangen?“ Was soll ich sagen? Ich habe Aufräumen und mich lieben gelernt? Die Disziplin und Konsequenz, die ich dafür aufbringen musste sieht nach wie vor niemand, im Gegenteil, ich kriege Jobs nicht, weil ich laut Lebenslauf so lange „rumgegammelt“ habe. Auch hier muss ich sagen… einfacher wäre es gewesen, wäre ich die geblieben, die man von mir erwartete.

Das war eine tolle Erfahrung! Ich habe
mich in dieser Zeit ausprobiert - wer bin ich? Wie wirke ich
auf andere? Was will ich ausdrücken und was drücke ich
wirklich aus? Was oder wer will ich sein?

klingt toll, aber du warst da um einiges jünger als 28, oder?

Da war ich 24.

Ihre guten Seiten rauskitzeln,
ihre Talente, ihr Mut machen. Eben genau nicht sagen, dass sie
nichts taugt, sondern sagen, dass sie hierfür oder dafür ganz
besonders taugt.

puh. das ist wirklich ein schweres stück arbeit. denn momentan
hab ich den eindruck, sie taugt nur für sich selber. mir
kommt’s vor wie „ok, man muß irgendwie die kinder
durchkriegen, aber alles andere ist (bzw. alle anderen sind)
doch wurscht“.

Du hast es wohl schon recht erfasst. Nur hast Du bloß zwei Möglichkeiten: Akzeptieren oder helfen. Und Helfen ist dabei die weitaus schwierigere Variante. Eine grundlegende Hilfe ist für einen einzelnen Außenstehenden unmöglich, glaube ich. Wichtig wäre, dass sie Leute hat, die sie bewundert - Vorbilder sozusagen. Man kann sich selbst schwerlich zu einem Vorbild eines anderen machen, aber indem man jemanden fair behandelt, sich für ihn interessiert und von etwas Ahnung hat, was dem anderen gefällt, könnte man die Chancen ziemlich steigern.
Dazu auch ein Beispiel aus dem Nähkästchen:
Was meinst Du, wie stolz ich war, als ich einen Vortrag in der Ausbildungsklasse gehalten hatte und mein Dozent nachher zu mir sagte „Frau Mücke, sie sollten sich überlegen das Lehren zu ihrem Beruf zu machen. Das liegt ihnen. Ehrlich.“ Und das sagte der geschätzteste Dozent der ganzen Schule. Das waren die Dinge, die mir die Kraft gaben weiter zu machen, nicht mehr zurück zu wollen. Jemand, den ich bewunderte, traute mir etwas zu und genau DEN wollte ich nicht enttäuschen. Das gab Halt - und Selbstbewusstsein - und einen steigenden Anspruch an mich selbst.

Sorry, bin ein Vielschreiberling :smile:

Mücke

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sie akzeptieren - was mit den Kindern machen
Hallo Michael,

aufgabe eines paten/einer patin ist es schließlich nicht nur,
den kindern zum geburtstag un zu weihnachten geschenke zu
machen

ehrenwerte Einstellung!!

  1. Du bringst die Kinder/gehst mit ihnen (regelmäßig)
    zum Kinderturnen / zur musikalischen Früherziehung / in den
    Zoo / in die Bücherei / ins Puppentheater / …

ich würd’s lieber sehen, wenn die mutter sich dazu aufraffen
würde. aber dazu ist sie offenbar nicht fähig. oder nicht
willens. oder beides.
sie könnte ja zumindest angebote annehmen, daß man was mit den
kindern unternimmt, anstatt wochenlang einfach unerreichbar zu
sein.

Sicher ist es schöner, die Mutter würde solche Aktivitäten mit den Kindern selbst machen. Da sie es aber nicht tut (und sie wird es nie tun, wie ich mir die Sache vorstelle) solltet Ihr vielleicht doch in dieser Richtung was mit den Kindern machen, wenn es Euch wichtig ist.

Vielleicht kommt es auch auf die Art des Angebots an.
Wenn es nicht aussieht wie Hilfe oder „wir machen es, wenn Du’s nicht kannst“, läßt sie sich möglicherweise drauf ein. Etwa so: „Hast Du was dagegen, wenn wir mit unseren Patenkindern regelmäßig … machen würden?“ oder „Wir würden gern mehr mit den Kindern unternehmen. Was hältst Du davon, wenn…“

Letztlich hat besagte Mutter scheinbar nicht so recht das Gefühl für Verantwortung. Möglicherweise haben Ihre Eltern ihr immer viel abgenommen. Die Tragweite ihres Tuns kann sie nicht einschätzen.

Ich denke, es ist sehr gut, dass Ihr das Treiben beobachtet. Laßt Euch nicht abschütteln, wenn Ihr weiterhin vorhabt, mit den Kindern was zu machen.

Zum Schluss:
Allein läßt sie ihre Kinder doch nicht einfach, oder? Immerhin hatte sie schon Euch als Babysitter. Auch wenn’s ausgeufert ist. Sie kümmert sich also um Betreuung, wenn sie mal weg will… (Denke da an in der Wohnung zurückgelassene Kinder mit fatalen Folgen…)

Kommen Dir die Kinder vernachlässigt vor?

Was macht sie mit den Kindern zu Hause?

Kann man ihr den Kindergarten nicht doch schmackhaft machen. nach Art: dann hast Du mehr Zeit für Dich?

Bis dann
Claudia

Hallo,

anlehnend an meine Beiträge weiter oben, kann ich mich nicht zurückhalten, hier diese Beispiele hervorzuheben:

Da sie es aber nicht tut (und sie
wird es nie tun, wie ich mir die Sache vorstelle) …

Zum Thema: Wenn andere einem nichts zutrauen, wie soll man sich selbst etwas zutrauen oder auch zum Thema Motivation.

Ich denke, es ist sehr gut, dass Ihr das Treiben beobachtet.
Laßt Euch nicht abschütteln, wenn Ihr weiterhin vorhabt, mit
den Kindern was zu machen.

Ich vermute, dass genau da der Knackpunkt für den fehlenden Kindergarten liegt. Die Kindergärtnerinnen beobachten und lassen sich nicht abschütteln. Das bedeutet Konfrontation mit dem Problemen ohne die eigene Bereitschaft zur Konfrontation. Zumindest sollte es in ihr nicht das Gefühl von Beobachtung auslösen.

Allein läßt sie ihre Kinder doch nicht einfach, oder? Immerhin
hatte sie schon Euch als Babysitter. Auch wenn’s ausgeufert
ist. Sie kümmert sich also um Betreuung, wenn sie mal weg
will… (Denke da an in der Wohnung zurückgelassene Kinder mit
fatalen Folgen…)

Naja, wem man nichts zutrauen kann, dem kann man immernoch zutrauen, noch schlimmer zu sein.

Klarstellung: Ich will hiermit nicht ausdrücken, dass man wegsehen soll. Auf gar keinen Fall… dieser Beitrag soll wirklich nur unterstreichen, was ich weiter oben schrieb.

Mücke

Hallo Michael,

nachdem du nun einiges an Schelte hast einstecken müssen und auch schon einen guten Selbsterfahrungsbericht erhalten hast hätte ich da einen Vorschlag wie du dich Verhalten könntest.

Sicher wäre ein Gespräch schwer, aber wie Mücke schon sagte Vorwürfe und Verurteilungen bringen letztlich nur das Gegenteil von dem was du gerne erreichen möchtest.

Wenn du das Gespräch mit ihr suchst dann verwende nur die Ich - Form und rede nur von von deinen Gefühlen und den Dingen die du dir für sie wünscht.

Du hast leider sehr wenig darüber geschrieben was genau eigentlich das Problem ist, du hast es nur umschrieben ohne es eigentlich beim Namen zu nennen.
Ich denke nicht das sich nicht um ihre Kinder sorgt, eher denke ich an eine Überforderung und Depression. Was die Antriebslosigkeit und den Hang zur Abhängigkeit erklären würde.

Nur wenn du ihr das direkt sagst wird sie es dir nicht glauben, sie muss selbst drauf kommen und gewillt sein entsprechende Hilfe/Auswege sich dann zu suchen.

Aber du kannst ihr den Gedankenanstoß erleichtern indem du mit ihr über deine Gefühle bezüglich ihrer Situation sprichst.
Ein „Ich mache mir Sorgen um dich und die Kinder…“ wirkt halt anders als ein „Wieso bist du immer zu Hause und bringst die Kinder nicht in den Kindergarten?“ Bei ersterem hat sie die Möglichkeit nachzufragen und fühlt sich auch nicht angegriffen. Du musst ihr das Gefühl geben das sie und ihre Kinder dir etwas Wert sind im Sinne von Gefühlsmäßig und nicht im Sinne von Materiell.
Wenn du es Dir zutraust ein solches Gespräch zu führen und es dann auch noch schaffst, gewinnst du ihr Vertrauen. Denn das hat sie wohl gar zu niemanden mehr da alle an ihr rummäkeln.

Ich weiß das es schwer ist einen Menschen so zu nehmen wie er ist, wenn man sieht das sein Verhalten sich negativ auf ihn selbst und auf seine Umgebung wirkt nur ist dies die einzige Möglichkeit einen solchen Menschen aus seiner Lethargie herrauszuholen.

Hast du dir mal Gedanken darüber gemacht was sie denn gut kann oder macht? Nicht nur bezogen auf die Kinder… sondern ganz allgemein jeder Mensch hat Schwächen und Stärken, ihre Stärken sind es die sie besser werden lassen und die muss man fördern.

Ich hoffe ich habe dir jetzt ein paar positive Ansätze zum Nachdenken und Handeln gegeben, schön wär es wenn deine Freundin dabei auch mitmachen würde. Es gab doch sicher mal einen Grund warum sie Freundinnen geworden sind und sie zur Patin wurde, oder?

Nordische Grüße
Andrea

Hallo Michael,

für die Art und Weise Deines Postings hast Du die Prügel schon eingesteckt. Ich halte mich daher in dieser Hinsicht zurück.

Deine Situation bzw. die Deiner Freundin kann ich sehr gut nachvollziehen. Es geht mir ähnlich - nur, dass mein Patenkind mittlerweile 15 Jahre alt ist.

Ihr Mutter war mit ihren Kindern überfordert und konnte/wollte Ihnen nicht die in meinen Augen notwendige Förderung und Erziehung und ein gesundes Umfeld bieten. Sie liebt sie aber trotzdem!

Leider war ich damals auch noch viel zu jung, um entsprechend einzugreifen und Hilfe anzubieten. Die Spätfolgen sieht man heute. Die Kinder sind lieb, haben/hatten aber Schulprobleme und einen sehr beschränkte und enge Sicht des Lebens. Auch, weil nie finanzielle Mittel und Kontinuität da waren.

Ich selbst habe versucht, mit meinen wenigen Möglichkeiten zu helfen. Meinem Patenmädchen z.B. mehrfach gesagt, dass sie sich IMMER an mich wenden kann und ich ihr bei Sorgen helfen würde, soweit es mir möglich ist. Mir wurde mal gesagt, es sei wichtig, dass Kinder und Jugendliche diese Möglichkeit haben. Es geht nicht darum, dass sie es dann machen, sondern um den Rückhalt bei einer dritten Person.

Auch bin ich von Beginn an immer mal wieder mit ihr einkaufen gegangen. Nicht nur notwendige Dinge wie Schule, Ranzen usw. sondern auch bewusst „Luxusartikel“ damit sie wenigestns hin und wieder mit anedern mithalten kann. Auch heute noch wird sie zum Frühjahr und Winter auf Shoppingtour eingeladen. Außerdem zahle ich ein regelmäßiges Taschengeld.

Zuletzt habe ich ihr einen Woche Schulasuflug nach England gegönnt. Mmama und Stiefvater wäre das nie möglich gewesen und mir war es wichtig wegen schlechter Noten in Englisch und dem „Blick über den Tellerrand“.

Du könntest Deine Bekannte auch fragen, ob ihr bestimmte Dinge übernehmen könnt. Was spricht dagegen, die Kinder mit ihrer schriftlichen Zustimmung zur Frühförderung anzumelden und sie dorthin zu bringen (wenn möglich)?

Ich weiß, es ist alles nicht das Gelbe vom Ei und man könnte manchmal vor Zorn sonstwas machen … Mir ist auch unverständlich, warum manche Menschen Kinder bekommen und diese dann nicht auf dem Weg begleiten und voranbringen …

Tu was Konkretes! Biete ganz bestimmte Unterstützung an - je nachdem, was gut für die Kinder ist.

Gruß

Daisy

ist es nicht doch Unvermögen gar Ignoranz?
Hallo Mücke,
zuerst: ich habe Deine Antwort weiter oben gelesen (bevor ich vorhergehendes schrieb). Ich finde zwischen Dir/Deiner damaligen Situation und der hier beschriebenen gibt es große Unterschiede. Fand aber Deinen Blick auf diese Sache hier sehr interessant.

Zum Thema: Wenn andere einem nichts zutrauen, wie soll man
sich selbst etwas zutrauen oder auch zum Thema Motivation.

Der Mutter, um die es hier geht, wird sehr wohl einiges zugetraut. Wie sonst könnte man erwarten, dass sie die Kinder entsprechend fördert? Man würde ihr sonst ja sogleich das Zepter aus der Hand nehmen. Nur tut sie scheinbar das, was man allgemein von Kindererziehung / -förderung erwartet nicht.

Es gibt nun mal Menschen, die sind - entschuldige - Dumpfbacken.
Nach dem Motto: Was soll ich jetzt tun? Wer zahlt mir das? Wieso ich? Und warum mehr als notwendig tun? …
Es gibt ebenso Menschen (wenn es nicht sowieso dieselben sind), die leben bewußt/berechnend vom Staat.

Letztlich werden deren Kinder natürlich auch groß. Sie werden durch’s Leben kommen, hätten aber möglicherweise mit mehr Förderung (im Sinne von üblicher Förderung, also keine Hochbegabten…) mehr Fähigkeiten (von sozialen bis zu individuell besonderen) entwickelt.

Bleiben die in ihrem Umfeld - scheinbar stört’s dann keinen?
Hier scheinen aber die Kinder beachtet zu werden von jemandem, der - wie es aussieht - in der Lage wäre, Kinder ihren Fähigkeiten entsprechend zu erziehen. Und jenem stellt sich ein Mangelzustand dar.

Es geht hier also nicht um Motivation sondern um Unvermögen. Und das gibt’s nunmal. Auch wenn viele, die hier in diesem Artikelbaum geantwortet (und Tritte verteilt) haben meinen, in jeder würde das Potential zur guten Erieherin stecken - und jemandem dieses Vermögen abzusprechen, wie es letztlich Michael getan hat, wäre unverschämt.
Es gibt Menschen, die können es eben nicht! Und hier scheint es mir um eine Frau zu gehen, die den nötigen Blick für die Förderung von Kindern nicht hat.

Ich vermute, dass genau da der Knackpunkt für den fehlenden
Kindergarten liegt. Die Kindergärtnerinnen beobachten und
lassen sich nicht abschütteln. Das bedeutet Konfrontation mit
dem Problemen ohne die eigene Bereitschaft zur Konfrontation.
Zumindest sollte es in ihr nicht das Gefühl von Beobachtung
auslösen.

Sicher meinte ich keine Beobachtung mit dem Fernglas.
Der Kindergarten fehlt hier auch nicht. Er wird nur sporadisch, scheinbar nach Laune genutzt/nicht genutzt. Die Kinder sind dem ausgeliefert. Heute gehn wir morgen nicht…

Naja, wem man nichts zutrauen kann, dem kann man immernoch
zutrauen, noch schlimmer zu sein.

Nicht dass ich unterstelle, das Schlimmeres bewußt passiert! Vielmehr könnte (nur könnte!) fehlendes Verantwortungsbewußtsein, vielleicht auch Leben in einer eigenen (kindlichen, egozentrischen) Welt zu Fehlhandlungen führen.

Ich denke weiterhin: in diesem Fall handelt es sich mitunter auch um Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen der Kinder. Nach dem Motto: ich leb mein Leben weiter, wie ich will. Ich reiße mir der Kinder wegen nicht den A… auf. Die kommen schon durch…

Und wenn dem so ist, wie ich denke, dann kann ich Michael sehr gut verstehen.

Viele Grüße
Claudia

respekt
ganz ehrlich:
Du bist zu bewundern.

beste Grüße
Claudia

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Hi!

Nur weil´s mir grad aufgefallen ist:

ich würd’s lieber sehen, wenn die mutter sich dazu aufraffen
würde. aber dazu ist sie offenbar nicht fähig. oder nicht
willens. oder beides.
sie könnte ja zumindest angebote annehmen, daß man was mit den
kindern unternimmt, anstatt wochenlang einfach unerreichbar zu
sein.

Hast Du schon versucht, die Mutter zu integrieren?
Sie also zu den Aktivitäten mitzunehmen? Damit sie sieht, wie gut das ihren Kindern tut?

Wenn Ihr es dann noch schafft, jede (auch vorsichtige) Kritik zu unterlassen, einfach einen schönen Tag mit ihr und den Kindern zu verbringen - ob dann nicht in ihr der Wunsch entsteht, sowas öfters zu erleben?

sie hatte uns mal gebeten, abends auf die kinder aufzupassen,
weil sie auf ein fest im ort wollte. ok, haben wir gern
gemacht. so bis kurz nach mitternacht war’s auch ganz witzig.
die kinder waren im bett, spannender film im fernsehen…
früh um fünf war’s nicht mehr so witzig. handy hatte sie zwar
dabei, aber aus irgendwelchen gründen war sie trotzdem nicht
zu erreichen. wir haben dann die freundin angerufen, mit der
sie weggegangen ist: „was? die ist doch schon um halb eins
gegangen!“
kurz vor sechs hat sie uns dann endlich erlöst mit der
entschuldigung „sorry, aber ich hab einen alten schulfreund
getroffen…“ aha!

Keine Frage: so ein Benehmen ist unverschämt. Sie wußte die Kinder gut betreut und hat es einfach ausgenützt… nicht grad die feine englische Art.
Wäre nicht allen geholfen, wenn Ihr das nächste Mal gleich die Kinder zu Euch mitnehmt, damit sie ohne schlechtes Gewissen „open end“ weggehen kann?
Klar, es ist eine Zumutung. Sie hat Euch ausgenützt - und Ihr sollt ihr wieder und wieder entgegenkommen. Aber Ihr tut es ja nicht für diese Frau - Ihr tut es für die Kinder.
Wie wichtig sind sie Euch wirklich?

Wirksame tatkräftige Hilfe ist eben aufwendiger als Einmischung und „gute Ratschläge“!

alien

P.S.: Es ist meines Erachtens okay, wenn Ihr der Meinung seid, daß Euch das zu viel ist. Aber dann haltet Euch auch mit Kritik zurück!

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Hallo, Michael,
mir kam gerade beim Lesen der vielen Ratschläge noch ein Gedanke.
Wenn sie sich z.B. weigert, die Kinder herzufahren bzw. herfahren zu lassen, dann könntest Du doch mal herausfinden, obs wirklich an dem möglicherweise kaputten Auto liegt - in dem Fall könntet Ihr ja einfach beide Wege übernehmen. Das ist dann zwar viel, aber wahre Liebe müßte doch auch bereit sein, solche Hindernisse zu überwinden.
Wenn sie sich dann immer noch weigert. liegt es an etwas anderem, und Du müßtest mal vorsichtig (!) nachbohren, woran es wirklich liegt - aber bitte in einer ganz höflichen Sprache; das, was Du geliefert hast, ist wirklich nicht geeignet, um jemandem mit mangelndem Selbstbewußtsein Hilfreiches zu bieten… :smile: Das erscheint solchen Leuten dann sofort, als säßest Du auf einem hohen Roß - und von da aus läßt sich keiner helfen, Du nicht und ich auch nicht.

Liebe Grüße
Heike

Hallo,

Mutter taugt nix - was tun?

Ihr helfen.

Eine Bekannte bei uns im Dorf,hatte auch mal ein tief!Erst Arbeitslos beide,dann starb ihr Vater.Tochter damals 4 Jahre völlig allein gelassen,Mutter konnte sich nicht mehr richtig kümmern.Habe ihr meine Hilfe angeboten.Kind hat eine zeitlang bei uns gewohnt,bis sie sich wieder gefangen hatte.Sie ging zur Erziehungsberatungsstelle,hat jetzt alles wieder im Griff,sie ist jetzt meine beste Freundin.

Denk mal drüber nach!

Irgendwann braucht jeder mal Hilfe,schön wenn dann jemand da ist und nicht nur ablästert.

‚sie sollten sich überlegen das Lehren…‘

Was meinst Du, wie stolz ich war, als ich einen Vortrag in der
Ausbildungsklasse gehalten hatte und mein Dozent nachher zu
mir sagte „Frau Mücke, sie sollten sich überlegen das Lehren
zu ihrem Beruf zu machen. Das liegt ihnen. Ehrlich.“ Und das
sagte der geschätzteste Dozent der ganzen Schule.

Ich kenne von dir nun nur diese beiden Texte hier. Aber ich bin mir sicher:
ER HAT RECHT! Sprachlich gut ausgedrückt, Thema auf den Punkt gebracht, überzeugende Argumentation; du hättest sicher das Zeug, Wissen oder Weisheit zu vermitteln.

Ich wünsche dir, dass es klappen wird!

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Hallo,

ehrlich gesagt : halte ich nicht viel von
kinderaufbewahrungsanstalten wenn es nicht zwingend notwendig
ist arbeiten zu gehen

Wieso Kinderaufbewahrung? Wenns so wäre, sollte man sie abschaffen, so ist es aber normalerweise nicht (auch wenns leider vielleicht auf einige Kindergärten doch zutrifft).

In einem guten Kindergarten werden die Kinder nicht aufbewahrt. Sie lernen eine Unmenge, von Basteln (kann man natürlich auch bei Mama lernen) bis zum Zurechtfinden in der Gesellschaft mit anderen Kindern (kann man, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt zu Hause lernen). Kindergärten sind kein Schrank, in den man ein Kind morgens stellt und abends wieder rausholt.

Es gibt viele gute Gründe für eine öffentliche (natürlich gute) Betreuung von Kindern. Dazu zählt die Möglichkeit für die Eltern, arbeiten zu können aber auch die Bildung der Kinder. Letzteres ist vor allem für Kinder wichtig, die zu Hause kaum Anregung erhalten, deren Eltern überfordert sind. Schon früh werden die Weichen für einen erfolgreichen Bildungsweg gestellt. Chancengleichheit bedeutet auch, dass bereits vor der Schule alle Kinder etwas lernen, nicht nur die von engagierten Eltern.

Ich möchte meinen Kindergartenplatz nicht missen. Meine Tochter lernt dort Dinge, die ich ihr nie beibringen könnte, und ich würde sie nie vor dem Fernseher parken (wir haben gar keinen). Und meine Tochter ist noch nicht einmal drei!

Ich habe mal gehört, dass gestörte Bindungen zu den Eltern sich sogar verbessern können, wenn Erzieherinnen gezielt darauf hin arbeiten, auch wenn weniger Zeit mit den Eltern verbracht wird.

Viele Grüße

Bianca

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Oh, lieben Dank Hardy, aber ich möchte das gar nicht beruflich machen. Man könnte zwar sagen, dass ich mich gesellschaftlich rehabilitiert habe, aber mein Verhältnis zu Menschen hat sich nicht „normalisiert“. Bin jetzt lieber freiwilliger Eigenbrödler. :wink:

Mücke

Liebe Mücke,

freilich sollst du dein Leben so führen wie du es gerne möchtest. Vielleicht ist die Eigenbrötlerei jetzt genau das richtige für dich, vor allem mit Kind, dem man vielleicht viel schuldig geblieben ist.

Aber ich müsste mich schwer täuschen, wenn es dir nicht gegeben wäre, andern aus dem Sumpf helfen zu können, so wie du es selbst geschafft hast. Vielleicht in ein paar Jahren.

Hai, Michael,

Du hast das Ganze ja schon aus der Sicht einer „betroffenen“ Mutter von Muecke gelesen - nun auch noch die Sicht eines „betroffenen“ Kindes: meine.

Mein Vater war nach dem Tod meiner Mutter nicht in der Lage (willens - fähig - was weiß ich), sich vernünftig um mich zu kümmern. Da ich aber die letzte Verbindung zu seiner geliebten Frau war, hat er sich mit Zähnen und Krallen gegen jeden Versuch gewehrt, mich „da raus zu holen“…

Mir hat es unglaublich geholfen, zu Ostern, zu Weihnachten und auch so mal das eine oder andere Wochenende bei meiner Tante zu verbringen. Mein Onkel hat mich immer abgeholt und auch zurück gebracht - die Wohnung meines Vaters hat er nicht betreten, auch nicht mit ihm gesprochen. Allein, daß ich mehr oder minder regelmäßig andere Verhältnisse erlebt habe, hat mir geholfen, zu verstehen, daß das, was Zuhause ablief eben nicht normal war, daß man auch anders leben kann.

Daraus folgt mein Rat: versuch nicht, an der Mutter herumzuerziehen - die ist erwachsen, die muß selber rausfinden, was schief läuft. Mach mit ihr aus, daß Du eben die Kinder als Gäste gerne zu Dir holst und tu das dann - ohne Vorwürfe an sie, ohne noch so getarntes „Weil Du das nicht kannst…“, einfach, weil Du eben gerne Zeit mit den Kindern verbringen möchtest.

Die Kinder werden davon profitieren…

Gruß
Sibylle