Hallo!
Für manchen wird es bestimmt lächerlich anmuten, aber ich habe echt damit zu kämpfen, daß mein 20jähriger Ableger demnächst „das Nest“ verläßt. Da er im näheren Umfeld keine Arbeit gefunden hat, hat er sich quasi deutschlandweit beworben, und auch tatsächlich eine Stelle gefunden, wo er auch Kost und Logis dabei hat. Also eigentlich ideal, ich brauche mir keine Gedanken zu machen, daß am Ende vom Geld noch so viel Monat übrig ist,daß er Kohldampf schieben müßte, oder seine MIete nicht zahlen könnte! Muß ich noch erwähnen, daß er ein Einzelkind ist? Wahrscheinlich nicht! Jetzt laufen die Vorbereitungen für den „auszug“ auf Hochtouren, wir bringen ihn hin, und ich weiß jetzt schon, daß ich da unheimliche Probleme bekommen werde, mein „heulendes Elend“ für mich alleine abzuhandeln. Ich habe immer versucht,daß Glucken zu unterdrücken, oder es zumindest nicht so offensichtlich zu machen , aber jetzt…Bin eigentlich ein recht aktiver, offener Mensch, aber ich habe wenn so etwas ist auch sehr nah am Wasser gebaut. Wie bekomme ich den Abschied in den Griff, ohne es ihm auch noch unnötig schwer zu machen?
unserer ist auch bald soweit, und ich habe deine Zeilen gelesen und konnte das gut nachfühlen.
Mir gab das mal zum Überlegen, vielleicht hilft es dir auch:
KINDER
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Es sind die Töchter und Söhne der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, doch nicht von euch;
und sind sie auch bei euch, so gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, doch nicht eure Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihrem Leib ein Haus geben, doch nicht ihre Seele,
denn ihre Seele wohnt im Hause von morgen, das ihr nicht zu betreten vermöget,
selbst nicht in euren Träumen.
Ihr dürft euch bestreben, ihnen gleich zu werden,
doch suchet nicht, sie euch gleich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es beim Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile entsandt werden."
Khalil Gibran, „Der Prophet“
Loslassen ist auch eine Art von Reifung… es tut beiden Seiten gut, wir arbeiten daran…
du darfst beim abschied weinen und du musst deine gefühle nicht verbergen. wichtig hier nur - es sind deine gefühle und man sollte
nicht das gefühl vermitteln, der andere wäre schuld daran.
zu keiner zeit.
ansonsten würde ich an deiner stelle fix beginnen die nächsten wochen deinem lebens ohne den sohn zu planen. du musst die lücke füllen die er hinterlässt weil du es so gewollt hast. sonst rufste ihn ständig an und hinderst ihn am ende sein leben und seine erfahrungen zu leben und/oder
er ist genervt weil muttern schon wieder anruft oder meint der sohnemann muss muttern besuchen. er muss nun sein leben leben und du deines.
er hat eine menge zu lernen und du ebenfalls - loslassen z.b ist eine grosse aufgabe
da brauchst du dich nicht schämen. Das würde ich an deiner Stelle ganz gepflegt in die Sparte Abschiedsschmerz einordnen. Mal dramatisch formuliert hat dein Verstand dein Herz nicht erreicht. Denn du hast zwar festgestellt, dass er für sich sorgen kann, was beruhigt, aber er wird dir fehlen, weil er bisher ein Teil von deinem Leben war. Und dieser Lücke bist du dir wahrscheinlich vorab bewußt.
Wie bekomme ich den Abschied in den Griff, ohne es ihm auch noch unnötig schwer :zu machen?
Was genau willst du denn da in den Griff bekommen? Sag deinem Sohn, dass dir der Abschied schwer fallen wird (oder er weiß das schon). So wie du schreibst, bist du kein hysterischer Typ mit lautem Wehklagen und dergleichen, oder? )) Dann laß ruhig die Tränen fließen, weil du nun einmal traurig bist. Aber du bist nicht untröstlich, weil es deinem Sohn gut gehen wird, und weil du von dir weißt, dass du dich nicht langweilen wirst. Und irgendwann lebt es sich recht gut ohne Sohn, wobei seine Besuche trotzdem wichtig sind.
Ich bin davon überzeugt, dass Kinder gerne eine Mutterglucke haben, wenn die Glucke den Zeitpunkt des Flüggewerdens ihrer Küken nicht verpaßt.
hier mal die sicht eines kindes: ich weiß nicht, wie dein sohn reagiert, aber bitte bitte häng dich nich so von unten an ihn und bettel ihn an, er soll dir sagen, dass er dich lieb hat.
(nur aus eigner erfahrung, das vergrault jede wehmut von zuhause fort zu gehn)
Vielen lieben Dank für eure Antworten! Auch die Sicht „der anderen Seite“
@ finus: Ich glaube, das waren genau die Worte, die ich brauchte. Habe zwar beim Lesen prompt wieder angefangen zu heulen (sieht keiner, bin allein!), aber trotzdem hat mir das was gegeben.
Heute ist Tag X, alles ist gepackt und ich bin mir sicher, er wird seinen Weg machen.
Nochmal vielen Dank an alle )
LG
elviretta
Ich versteh Dich gut - ich würde sicher auch heulen…
Als meine Kinder das erste Mal alle im Kindergarten waren und ich allein daheim saß hatte ich auch die Krise - eigentlich total lächerlich aber ich denke dass das schon große Abschnitte für eine Mutter sind.
Und wenn ein Kind auszieht ist das sicher der größte von allen…
Ich finde Du brauchst Dich Deiner Tränen nicht zu schämen. Du hast ihn ja nicht zu einem unselbstständigen Muttersöhnchen erzogen der jetzt arbeitslos zu Hause sitzt und auf bessere Zeiten wartet sondern zu einem jungem Mann der das Leben anpackt.
Als meine Kinder das erste Mal alle im Kindergarten waren und
ich allein daheim saß hatte ich auch die Krise - eigentlich
total lächerlich aber ich denke dass das schon große
Abschnitte für eine Mutter sind.
Gar nicht lächerlich, da kann ichmich noch gut dran erinnern, war damals bei mir genauso…Die Trennungen werden halt im Lauf der Zeit größer, sie wachsen mit den Kindern, aber wir als Eltern wachsen da auch rein!
Ich finde Du brauchst Dich Deiner Tränen nicht zu schämen. Du
hast ihn ja nicht zu einem unselbstständigen Muttersöhnchen
erzogen der jetzt arbeitslos zu Hause sitzt und auf bessere
Zeiten wartet sondern zu einem jungem Mann der das Leben
anpackt.
Das hast du soo lieb formuliert!Danke!
Ich war aber auch wirklich tapfer, habe so richtig erst geheult, als wir wieder auf der Heimfahrt waren. Inzwischen geht es wieder besser, seine ersten SMS sind eingetrudelt, er fühlt sich recht wohl, obwohl er zugibt Heimweh zu haben. Aber das wäre ja auch seltsam, wenn es anders wäre!