Hallo, Gandalf,
Eine Vermutung war, das die Mütter früher die Personen waren,
die den Kindern das Sprechen beibrachten (eine andere Fraktion
meinte, weil Frauen die fleißigeren Sprecher seien
), und
das Land die Männern gehörte. Aber vielleicht ist das auch nur
Volksetymologisch.
ein paar Informationen als weitere Diskussionsgrundlage zum Begriff „Muttersprache“:
„…Das mittellateinische materna lingua, aus dem Muttersprache als Lehnübersetzung hervorging, bezeichnete die Sprache des nicht literarisch gebildeten Volkes im Gegensatz zur Gelehrtensprache Latein, der lingua latina. Dieser Ausdruck konkurriert im Mittelalter mit lingua nativa, lingua vernacula, lingua rustica oder lingua nostra. Seit dem 14. Jahrhundert gibt es Entsprechungen in den germanischen Sprachen, so im Deutschen neben deutsche Sprache, lantsprache und Stammessprache und deren Synonyma auch zuerst spärlich mütterliche Sprache und ihre Austauschbegriffe, dann im 15. Jahrhundert häufiger und auch als Kompositum Muttersprache. Ahlzweig findet heraus, daß der Begriff bezeichnenderweise bis ins 18. Jahrhundert gerade in solchen Kontexten fehlt, wo man ihn heute erwartet, wo nämlich der Sozialisationsvorgang direkt angesprochen wird…“
http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/ahlzwei…
Grimm:
„1) von der mutter her überkommene sprache, heimatliche sprache; in mittellateinischen quellen des 14. jh. als lingua materna gegeben: wulgarisari lingua materna…“
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
Aus unbekannten Quellen:
_Der Begriff Muttersprache „Materna lingua" ist erstmals überliefert aus dem Jahre 1112 aus Straßburg. (Quelle: Vesna Beric - „Zur Diachronie der deutschenBezeichnung Muttersprache").
Eine niederdeutsche Chronik aus dem 13. Jahrhundert spricht von der
„Mödersprake".
Konrad von Megenberg (gest. 1374) überliefert uns in Mundart das Werk „Meine Müeterleichem Däutsch".
Augustinermönch K. Güthel, 1522, „rede deyner mutter sprach, mach gutt teutsch"
Marthin Luther, 1523: …„unnd solls alleyne aus seyner mutter sprach thun“ (dieseStelle handelt vom Anbeten der Sakramente).
Valentin Boltz (gest. 1560): „Das ist das alt gifft und ist pestlentzisch übel, das wir tütschen nie vil acht auff unser Muttersprach gehabt haben"._
Übrigens: Der „Internationale Tag der Muttersprache“ wird am 21. Februar begangen.
Gruß
Kreszenz