Muttersprache - Vaterland

Moin Fremdgeher äh -sprecher,

im Deutschen gibt es bekanntlich die Ausdrücke Muttersprache und Vaterland.

Nun kam in unserer gelegentlich hochphilosophischen Mittagrunde die Frage auf, woher die Sprache gerade weiblich und das Land männlich ist und ob in anderen, speziell europäischen Sprachen die Sache ähnlich ist.

Eine Vermutung war, das die Mütter früher die Personen waren, die den Kindern das Sprechen beibrachten (eine andere Fraktion meinte, weil Frauen die fleißigeren Sprecher seien :wink: ), und das Land die Männern gehörte. Aber vielleicht ist das auch nur Volksetymologisch.

Im Englischen glaube ich mich an den Begriff ‚Mothertongue‘ zu erinnern.

Gandalf

Hallo.

im Deutschen gibt es bekanntlich die Ausdrücke Muttersprache
und Vaterland.

Ja…

Nun kam in unserer gelegentlich hochphilosophischen
Mittagrunde(*) die Frage auf, woher die Sprache gerade weiblich
und das Land männlich ist und ob in anderen, speziell
europäischen Sprachen die Sache ähnlich ist.

Im Russischen heisst es ‚Mütterchen Russland‘. Oder ‚Väterchen Frost‘…
(*)jaja, die debattieren auch Fragen wie ‚Wie wahrscheinlich sind 2 mal 6 Richtige im Lotto ?‘ :wink:

Eine Vermutung war, das die Mütter früher die Personen waren,
die den Kindern das Sprechen beibrachten (eine andere Fraktion
meinte, weil Frauen die fleißigeren Sprecher seien :wink: ), und
das Land die Männern gehörte. Aber vielleicht ist das auch nur
Volksetymologisch.

Im Englischen glaube ich mich an den Begriff ‚Mothertongue‘ zu
erinnern.

Das kann auch sein.

HTH
mfg M.L.

Hallo Markus,

(*)jaja, die debattieren auch Fragen wie ‚Wie wahrscheinlich
sind 2 mal 6 Richtige im Lotto ?‘ :wink:

selbstredend, da sitzen schließlich ettliche Wissenschaftler zusammen.
Übrigens ist die genaue Fragestellung sehr wichtig.

Gandalf

Hallo, Gandalf,

Eine Vermutung war, das die Mütter früher die Personen waren,
die den Kindern das Sprechen beibrachten (eine andere Fraktion
meinte, weil Frauen die fleißigeren Sprecher seien :wink: ), und
das Land die Männern gehörte. Aber vielleicht ist das auch nur
Volksetymologisch.

ein paar Informationen als weitere Diskussionsgrundlage zum Begriff „Muttersprache“:

…Das mittellateinische materna lingua, aus dem Muttersprache als Lehnübersetzung hervorging, bezeichnete die Sprache des nicht literarisch gebildeten Volkes im Gegensatz zur Gelehrtensprache Latein, der lingua latina. Dieser Ausdruck konkurriert im Mittelalter mit lingua nativa, lingua vernacula, lingua rustica oder lingua nostra. Seit dem 14. Jahrhundert gibt es Entsprechungen in den germanischen Sprachen, so im Deutschen neben deutsche Sprache, lantsprache und Stammessprache und deren Synonyma auch zuerst spärlich mütterliche Sprache und ihre Austauschbegriffe, dann im 15. Jahrhundert häufiger und auch als Kompositum Muttersprache. Ahlzweig findet heraus, daß der Begriff bezeichnenderweise bis ins 18. Jahrhundert gerade in solchen Kontexten fehlt, wo man ihn heute erwartet, wo nämlich der Sozialisationsvorgang direkt angesprochen wird…
http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/ahlzwei…

Grimm:

1) von der mutter her überkommene sprache, heimatliche sprache; in mittellateinischen quellen des 14. jh. als lingua materna gegeben: wulgarisari lingua materna…
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…

Aus unbekannten Quellen:

_Der Begriff Muttersprache „Materna lingua" ist erstmals überliefert aus dem Jahre 1112 aus Straßburg. (Quelle: Vesna Beric - „Zur Diachronie der deutschenBezeichnung Muttersprache").

Eine niederdeutsche Chronik aus dem 13. Jahrhundert spricht von der
„Mödersprake".

Konrad von Megenberg (gest. 1374) überliefert uns in Mundart das Werk „Meine Müeterleichem Däutsch".

Augustinermönch K. Güthel, 1522, „rede deyner mutter sprach, mach gutt teutsch"

Marthin Luther, 1523: …„unnd solls alleyne aus seyner mutter sprach thun“ (dieseStelle handelt vom Anbeten der Sakramente).

Valentin Boltz (gest. 1560): „Das ist das alt gifft und ist pestlentzisch übel, das wir tütschen nie vil acht auff unser Muttersprach gehabt haben"._

Übrigens: Der „Internationale Tag der Muttersprache“ wird am 21. Februar begangen.

Gruß
Kreszenz

Hallo an den Alchemisten :smiley:

selbstredend, da sitzen schließlich ettliche Wissenschaftler
zusammen.
Übrigens ist die genaue Fragestellung sehr wichtig.

Aha, so eine Art akademische Teerunde also. Zugang nur für Leute mit Dr.-Titel im Namen, oder ?
Dann ein kleiner Themenvorschlag von mir: können Ergebnisse einer Debatte auf einem signifikant höheren Niveau ausfallen, wenn die Diskutanten Experten ihres Fachs sind ?
Im Schachspiel ist das durchaus möglich :wink:

mfg M.L.

Hallo Markus,

Aha, so eine Art akademische Teerunde also. Zugang nur für
Leute mit Dr.-Titel im Namen, oder ?

aber nein, es ist eine bunte Runde und es werden auch Ingenieure (oder wie schreibt man die?!) Techniker und anderes Volk zugelassen.
Dem ist wirklich so, wir haben hier eine erfreulich lockere Betriebsatmosphäre.

Gandalf

Nochmals Grimm:

http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…

Gruß
Kreszenz

Servus Gandalf,

keineswegs allgemeingültig oder repräsentativ, aber wie ich glaube eine schöne Illustration zur Frage „wer lernt wem was?“ eine Beobachtung aus dem Schnellzug Frankfurt-Paris:

Eine ursprünglich aus Frankreich stammende Mutter fährt mit der vielleicht sechs- oder siebenjährigen Tochter voraus zu den Großeltern nach Frankreich in Ferien, der deutsche Vater kommt dann später nach, er ist noch im Steinbruch.

Die Kleene hat keinen Sinn für die prächtige Champagne-Landschaft, ihr ist langweilig, sie ist hibbelig, Maman erzählt einen:

„Et tonton Matthieu, il sera bien content de te revoir - il m’a écrit qu’il a construit une balancoire super-belle à son jardin, faut que nous allons lui rendre visite - ah! et je lui avais promis de garder le secrèt etc. etc.“ - soweit die Muttersprache.

Und dann plötzlich, unvermittelt zum Deutschen übergehend:

„Lass das jetzt sein und setz dich ordentlich hin!!“

  • der Ruf des Vaterlandes!

In diesem Sinne

MM

Ganz off - wessen Fehler?
Hallo Martin,

faut que nous allons

Dein Fehler, oder nur das (sic!) vergessen?

(Ja, ich weiß ,ist nicht wichtig, aber gerade bei Dir fallen solche Kleinigkeiten auf, da Du sie normalerweise nicht machst.)

Gruß

Kubi

Schönen Dank für die hohe Messlatte,

es ist tatsächlich mein Fehler, Folge des „akustischen Schreibens“ mit dem Gehörten im Ohr, das dann einige Filter weniger durchläuft…

(Eigentlich liebe ich den Subjonctif heiß und innig, aber das ist keine gegenseitige Liebe)

Schöne Grüße

MM