Muttertag

Hallo zusammen,

wie ich ja schon in manchen Postings erwähnt habe, verbindet mich mit meiner Mutter ein sehr tiefgreifender Konflikt. Der einzige Mensch, der das nicht weiß, ist meine Mutter.

Ich dachte immer, ich hätte das Problem dadurch gelöst, daß ich von zuhause fortgegangen bin. Ich habe mein eigenes Leben aufgebaut. Ich sehe meine Mutter zwar regelmäßig, aber selten lange genug, um mich über sie aufzuregen. Es ist auch nicht so, daß sie mir körperliche Gewalt angetan hätte oder mich missbraucht: Der Konflikt zwischen uns ist subtiler. Sie hat mir ein gerütteltes Maß an Urmißtrauen und Ängsten mitgegeben, an denen ich immer wieder laboriere. Ich habe viel davon abgeschüttelt, seit ich von zuhause fortgegangen bin, aber einiges ist immer noch da.

Mir ist erst im letzten Jahr bewusst geworden, wie sehr sie immer noch wie ein Schatten über mir liegt. Ich streite, ich diskutiere, ich hadere mit meiner Frau, mit Freunden, mit Kollegen, mit Auftraggebern,
und mittendrin habe ich das Gefühl, daß ich eigentlich nur gegen den Schatten meiner Mutter kämpfe.

Der Gedanke, mal wirklich mit meiner Mutter zu streiten, steht im Raum; ich weiß aber noch nicht, ob ich es tun werde und ob es überhaupt die Lösung ist. Ich erzähle das nur, weil das hier sicher sonst auch jemand vorgeschagen hätte.

Am Sonntag ist Muttertag. Meine Schwestern werden dort sein und meine Nichten. Es wird sicher eine nette Familienfeier. Aber es widerstrebt mir, meine Mutter zu feiern. Es wäre kein Problem, wenn ich nicht hinfahre, aber ich müsste mir irgendeinen Grund aus den Fingern saugen - das ist aber letztendlich genau das, was ich von ihr gelernt habe, nämlich mich zu verstecken und zu verbergen. Es ist aber auch nicht der richtige Zeitpunkt, die Wahrheit zu sagen.

Ein richtiges Dilemma. Habt ihr Ideen, wie ich das umschiffen kann? Weggbleiben, ohne einen Streit anzufangen, aber auch ohne das Gefühl, mich schon wieder zu verstrecken?

„I’ll try to make it right,
No more hidin’ in the night.“
(Johnny Cash)

Gruß,
Max

Hallo!

Was Du beschreibst ist ein sehr nachvollziehbarer Konflikt, und ich kann deine Gedanken über die Situation gut verstehen.

Eine Aussprache ist sicherlich sinnvoll. Du schreibst selbst, dass die Gedanken über die Situationen einen nicht zu verachtenden Teil deines Lebens einnehmen. Wenn Du immer das Gespräch meidest, können diese Gedanken nie überprüft, nie widerlegt, nie modifiziert werden, Du bleibst auf dem Stand, dass sie wohl wahr sind, und so wirken sie weiter.

Es gibt Gründe, die gegen den Muttertag sprechen könnten. Wenn da Familienbesuch ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass sich Personen die nichts damit zu tun haben einmischen.

Was hälst Du davon mit ihr eine Verabredung, vielleicht einem neutralen Ort zu treffen, um das Gespräch zu führen?

Hi Max,

Der Gedanke, mal wirklich mit meiner Mutter zu streiten, steht
im Raum;

Am Sonntag ist Muttertag.
Es wäre kein
Problem, wenn ich nicht hinfahre, aber ich müsste mir
irgendeinen Grund aus den Fingern saugen - das ist aber
letztendlich genau das, was ich von ihr gelernt habe, nämlich
mich zu verstecken und zu verbergen. Es ist aber auch nicht
der richtige Zeitpunkt, die Wahrheit zu sagen.

Wann wäre denn der „richtige“ Zeitpunkt? So, wie Du das hier beschreibst, wirst Du immer einen Grund finden, den jeweiligen Zeitpunkt als „falsch“ zu betrachten.

Ein richtiges Dilemma. Habt ihr Ideen, wie ich das umschiffen
kann? Weggbleiben, ohne einen Streit anzufangen, aber auch
ohne das Gefühl, mich schon wieder zu verstrecken?

Mein Verhalten wäre folgendes: Absagen mit der Begründung, dass da etwas zwischen Euch steht und Du gerne mit ihr zu einem späteren Zeitpunkt allein mir ihr darüber reden möchtest.

Gruß,
Anja

Genau so!

Beste Grüße
Aquilegia A.

Hallo Anja,
danke für die Antwort.

Wann wäre denn der „richtige“ Zeitpunkt?

Wie ich schon gesagt habe: Ich bin noch nicht einmal sicher, ob das überhaupt eine Lösung ist. Mir geht’s ja nicht um mein Verhältnis zu meiner Mutter, sondern um mein Verhältnis zu anderen Menschen, das von dem überschattet wird, was mir meine Mutter mitgegeben hat. Ich verstecke mich emotional vor anderen Menschen oft ebenso wie ich meine Gefühle immer vor meiner Mutter versteckt habe. Bei meiner Mutter ist mir das heute egal, bei anderen nicht.

Ich will eigentlich nur mit ihr streiten, weil ich hoffe, daß dann in mir ein Knoten platzt - wenn ich dem Konflikt mit meiner Mutter nicht mehr ausweiche, dann höre ich vielleicht auch damit auf, den Konflikten mit anderen Menschen auszuweichen. Ich weiß aber ehrlich nicht, ob das so funktioniert. Und ein bißchen Angst habe ich davor, daß ich versuchen werde, meine Mutter zu überzeugen. Das wäre völlig verkehrt. Es wäre nur eine neue Form von Abhängigkeit.

So, wie Du das hier
beschreibst, wirst Du immer einen Grund finden, den jeweiligen
Zeitpunkt als „falsch“ zu betrachten.

Solange denke ich da noch gar nicht darüber nach - etwas über ein Jahr, um genau zu sein. Dein Einwand ist durchaus berechtigt, aber es gibt durchaus einen richtigen Zeitpunkt. Zum einen, weil man sich seiner Sache sicher sein sollte. Zum anderen, weil man aus der Sonne kommen sollte, wenn man einen Angriff fliegt. :smile: Muttertag ist eine verdammt schlechte Ausgangsposition.

Gruß,
Max

Gruß,
Max

Hallo,
ich kenne Deine vorangegangenen Postings nicht. Ich kenne die Gründe des Konfliktes nicht.

Was ich gelesen habe ist, dass es einen kurzfristigen Anlass gibt, der Dir widerstrebt (den Muttertag). Du willst nicht hin. Notlügen für das Fernbleiben findest Du verlogen, die Wahrheit wühlt würde noch mehr aufwühlen und hingehen wäre ein Friede-Freude-Eierkuchen-Spiel.

Deiner Mutter ist der Konflikt nicht bewusst.

Der Konflikt beeinträchtigt sowohl Dein tägliches Leben als auch Deine Möglichkeiten Dich weiterzuentwickeln.

Soweit richtig?

Hast Du schon mal an eine Therapie gedacht? Das wird bis Sonntag zwar keine Lösung bringen, aber längerfristig für Deine Lebensqualität wahrscheinlich schon. Jaetzt kannst Du sagen, dass es eigentlich Deine Mutter ist, die in Therapie gehört. So ist es aber erstmal nicht, denn DU bist es, der ein Problem hat. Sie wird auch ein Problem haben und es ist nicht selten der Fall, dass die Therapie einer Person Wellen im Umfeld schlägt. Du musst Dir nur erstmal dafüber bewusst werden, dass Du selbst die Verantwortung für Dein Handeln und Deine Gefühle übernimmst. Die Ursachen werden dabei nicht ausgeblendet.

Fokusiere Deine Aufmerksamkeit auf Dich und nicht auf Deine Mutter. Lass es Dir gut gehen!

Eine Veränderung tut weh und setzt eine aktive Handlung voraus. Durch eine Therapie wird sich Deine Wahrnehmung ändern.
Du wirst, therapeutisch begleitet, das Gespräch zu Deiner Mutter suchen - und Du wirst es anders führen als bisher. Ziel ist es bei Dir zu bleiben und Dich nicht von ihr beeinflussen zu lassen und keine Erwartungen zu erheben. Am Ende steht die Vergebung, die von Dir eine zunächst unglaublich klingende Stärke voraussetzt.

Für den Sonntag kannst Du ganz entspannt einen Kompromiss eingehen: Rufe sie an und wünsche ihr alles Gute zum Muttertag und teile ihr mit, dass Du nicht kommen kannst. Wenn sie fragt warum, dann sagst Du, dass Du mit Deiner Familie etwas unternehmen möchtest.

Am Montag rufst Du den Lotse-Dienst der kassenärztlichen Vereinigung an und fragst nach freien Verhaltenstherapieplätzen in Deiner Nähe. Sollte das Problem sehr ernst sein, könnte eventuell eine Analyse in Frage kommen.

Viele Grüße

Hallo Chili!

Soweit richtig?

Im sehr Groben und Ganzen. In meiner Antwort an Fr. Vogel habe ich es noch etwas detailierter beschrieben.

Mir widerstrebt momentan vor allen, daß „mit einer Notlüge absagen“, genau einem Aspekt des typischen Verhalten meiner Mutter entspricht, das ich von ihr übernommen habe und mit dem ich mich nicht wohlfühle. „Hingehen und nichts sagen“ aber auch.

Hast Du schon mal an eine Therapie gedacht?

*lächel* Verglichen mit meinem Zustand von 1998 bin ich heute schon beinahe psychisch gesund, auch dank der Hilfe eines Analytikers und verschiedener Psychologen, vor allem im Studium. Daß das mit meiner Mutter nicht so ad acta gelegt ist, wie ich dachte, darauf hat mich auch erst im vergangenen jahr ein befreundeter Psychologe und Coach gebracht. Der Gedanken, noch einmal eine Verhaltenstherapie anzuschließen, ist da und wird momentan intensiv geprüft. :smile:

Wenn sie fragt
warum, dann sagst Du, dass Du mit Deiner Familie etwas
unternehmen möchtest.

Meine Familie sind meine Frau und ich. :smile: Und letztendlich ist das auch nur eine Notlüge. Die Wahrheit ist, daß ich keine Lust habe.

Das Witzige ist ja: Meiner Mutter ist das vermutlich ziemlich egal, ob ich zum Muttertag da bin oder nicht. Sie freut sich, wenn ich komme, macht aber auch kein Drama, wenn ich nicht komme.

Irgendwie ist das schon eine ganz abstruse Situation.

Gruß,
Max

Hallo Max,

ist es wirklich so, das nur Frauen bei deiner Mutter zu Besuch sein werden? Wo sind die Väter deiner Nichten? Wo ist dein Vater?

Als einziger Mann in der Runde würde ich auch nicht hingehen.

Wie wäre es, wenn du und deine Frau am Sonntag deine Schwiegermutter besuchen?

Gruß Ralf E.

Hallo Denker,

bleib bloß weg am Muttertag. Erkläre dich Ihr so, dass Du Ihr sagst, sicher kein Verständnis dafür zu erwarten. Aber es geht eben nicht. Soll heißen, sie brauche es nicht nachzuvollziehen, zu respektieren also. Geht das nicht mal ohne dem? Reicht, wenn sie es akzeptiert. Auch Mütter müssen Verständnis aufbringen. Das Leben ist keine Einbahnstraße. Vielleicht veranlasst das dazu, die Bedeutung des Muttertags in Relation zu sehen. Hat der nicht bloß einfach nur einen netten Symbolikwert? Und wenn schon, es gibt wirklich wichtigeres. Das zofft.

Gruß mki

Hallo,
ok - wovor hast Du Angst?
Was passiert, wenn Du Deiner Mutter geradeaus sagst, dass Du keine Lust hast sie zum Muttertag zu feiern, weil… und dass Du zu einem für Dich richtigen Zeitpunkt mit ihr über eure Beziehung sprechen möchstest?

Viele Grüße

Hallo!

Was passiert, wenn Du Deiner Mutter geradeaus sagst, dass Du
keine Lust hast sie zum Muttertag zu feiern, weil… und dass
Du zu einem für Dich richtigen Zeitpunkt mit ihr über eure
Beziehung sprechen möchstest?

Dann käme ich mir unter Druck gesetzt vor, und zwar von mir selbst. Und ich hätte das Gefühl, mir selbst einen Teil meiner Entscheidungsfreiheit zu nehmen. Was auch bedeuten würde, daß ich schon wieder mal nicht auf meine eigenen Bedürfnisse achte, sondern mich von äußeren Umständen lenken lasse.

Ich weiß: Der Gedanke, daß das bloß eine Ausrede ist, um es nicht tun zu müssen, ist naheliegend. Das wäre auch das erste, wonach ich gefragt hätte. Und da ihr mich nicht kennt und auch keine USB-Schnittstelle zu meiner Seele habt, könnt ihr auch nicht wissen, ob das bloß ein Selbstbetrug ist oder etwas, was wirklich einer ernsten und reifen Überlegung entspringt.

Was passieren würde, wenn ich jetzt mit meiner Mutter streiten würde? Ich würde vermutlich nicht das sagen, was ich sagen will, mich verzetteln, vom hundertstens ins tausendste kommen und am Ende wie ein begossener Pudel von dannen schleichen. Momentan ist da in meinem Kopf noch ein großer, manchner wirrer Haufen, aus dem ich erst den klaren Faden spinnen muss. Ich glaube, momentan würde ich viel zu viel auf einmal sagen und am Ende gar nichts gesagt haben.

Eine Bekannte hat sich über zwei Jahre auf die Auseinandersetzung mit ihrem Vater vorbereitet. Als es soweit war, war sie sehr klar, bestimmt, souverän. Das möchte ich auch.

„Über unsere Beziehung reden?“ Nein, das trifft es auch nicht. Ich möchte eigentlich ihr gegenüber nur endlich mal ich selbst sein und eine klare und eindeutige Position beziehen.

Gruß,
Max

Momentan ist da in meinem Kopf noch ein großer, manchner
wirrer Haufen, aus dem ich erst den klaren Faden spinnen muss.

Jou!

Allerdings frage ich mich, ob dieser Haufen wirklich so wirr ist, oder ob nicht deine Vorstellung des Haufens wesentlich wirrer ist :wink:

Du bist brillant darin, dir einige Fäden dieses Haufens anzugucken, so ganz kurz für einen Moment, berührst dann einen Faden mit der Spitze deines Zeigefingers und zuckst zurück, nur schon weil du denkst, dass sich da etwas bewegt haben könnte. Und sofort rasselt es in einer Vorstellung weiter und die ganzen Fäden, die du da siehst, führen ein höchst dynamisches Eigenleben, allerdings in deinem Kopf und nicht tatsächlich.

Dann käme ich mir unter Druck gesetzt vor, und zwar von mir
selbst. Und ich hätte das Gefühl, mir selbst einen Teil meiner
Entscheidungsfreiheit zu nehmen. Was auch bedeuten würde, daß
ich schon wieder mal nicht auf meine eigenen Bedürfnisse
achte, sondern mich von äußeren Umständen lenken lasse.

Das ist kindisch, was du dir da zurecht argumentierst! Es gibt einen äußeren Umstand: der Muttertag! Du kommst nicht drum rum irgendetwas zu tun, aber du kannst nicht nicht Sein, das ist das Leben. Und jetzt mach mal Übung:

Jeder Satz fängt an mit:

Ich habe die Freiheit… zum Muttertag hinzugehen - oder nicht.
Ich habe die Freiheit… vorher anzurufen - oder nicht.
Ich habe die Freiheit… ihr vorher (am Muttertag, nach dem Muttertag) zu sagen, was ich denke - oder nicht.
Ich habe die Freiheit…

Und das machst du mit all den Überlegungen, die du hier schon angestellt hast und mit denen, die da noch kommen. Wie ein Ochs. Mantra. Und dann guckst du mal, ob es dir geholfen hat. Es kann sein, dass dir vor lauter gefühlter Freiheit ganz schwindlig wird und dir das hilft - oder nicht… :wink:

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Hallo!

Du bist brillant darin, dir einige Fäden dieses Haufens
anzugucken, so ganz kurz für einen Moment, berührst dann einen
Faden mit der Spitze deines Zeigefingers und zuckst zurück,
nur schon weil du denkst, dass sich da etwas bewegt haben
könnte.

Hilft es, wenn ich Dir sagem, daß es nicht so ist? Eher wäre mein Bild gewesen: Ich stecke in dem Garnhaufen mitten drin und finden den Anfanhg des Fadens nicht.

Ich habe die Freiheit… zum Muttertag hinzugehen - oder
nicht.
Ich habe die Freiheit… vorher anzurufen - oder nicht.
Ich habe die Freiheit… ihr vorher (am Muttertag, nach dem
Muttertag) zu sagen, was ich denke - oder nicht.
Ich habe die Freiheit…

Das würde sich helfen, wenn daß das Problem wäre. Ich habe aber keinen Zweifel daran, daß ich diese Freiheit habe. Nicht einmal meine Mutter würde sich ärgern, wenn ich nicht käme. Es ist tatsächlch allein meine Entscheidung.

Ich Habe das Gefühl, die Frage wird von euch so interpretiert, als Läge das klassische „Sohn kommt niht, Mutter amcht Terror“-Problem vor. Aber darum geht es hier überhaupt nicht.

Gruß,
Max

Hallo Max,

ich denke, die Kombi mit dem anstehenden Muttertag ist ein wenig unglücklich. Ob du nun hingehst oder nicht wird nicht viel am Grundproblem ändern.

Klar ist dir ja selbst schon, dass der Muttertag sicherlich nicht der geeignete Anlass für klärende Gespräche ist. Klar ist dir auch, dass du dich selbst gut vorbereiten musst, um für dieses Gespräch gut gerüstet zu sein.

Heißt: Egal, ob du zum Muttertag gehst oder nicht - du wirst dich schlecht fühlen, weil das Grundproblem bis zum Sonntag nicht zu lösen ist. Deshalb würde ich dazu raten, dass du das tust, was dir am wenigstens Stress machst. Möglicherweise ist es das Hingehen, weil du das zumindest gut geübt hast.

Unabhängig davon könnte ein Coach helfen, dich ganz gezielt an die Vorbereitung des Gesprächs zu machen. Analysiert ist möglicherweise genug, vielleicht ist nun einfach der Moment des Handelns gekommen. Mag sein, dass dir im Verlauf der Vorbereitung klar wird, dass du das Gespräch gar nicht brauchst. Und wenn doch, dann hast du genau das, was dir im Moment fehlt: Eine gute Vorbereitung.

Vielleicht denke ich aber auch nur ein wenig zu einfach :smile:

Schöne Grüße
Jule

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Hilft es, wenn ich Dir sagem, daß es nicht so ist? Eher wäre
mein Bild gewesen: Ich stecke in dem Garnhaufen mitten drin
und finden den Anfanhg des Fadens nicht.

Für mich besteht zwischen beiden Bildern jetzt kein elementarer Unterschied.

Wenn du aber bei dem Bild mit dem Faden so bleiben willst: Hast du schon mal versucht, so einen Garnhaufen aufzuwickeln? Bei einem richtig verworrenen Haufen ist es nicht sinnvoll, erst mühsam den Anfang (oder war es das Ende? :wink:) des Fadens zu finden, sondern man sollte erst einmal probieren, den Haufen aufzulockern. Dann kann man mit irgendeinem Garnstück weitermachen. Das Ende taucht dann von ganz alleine irgendwann auf. Das ist zumindest eine pragmatische Lösung, die hilft, erst einmal vorwärts zu kommen.

Das würde sich helfen, wenn daß das Problem wäre. Ich habe
aber keinen Zweifel daran, daß ich diese Freiheit habe.

Wirklich? Du klingst nicht so. Freiheit wäre es doch nur dann, wenn du mit den Konsequenzen aus der Entscheidung leben könntest. Genau das kannst du aber nicht. Du machst dir, egal mit welcher Option, einen ungeheuren Druck. Druck ist aber alles als ein Ausdruck von Freiheit.

Nicht
einmal meine Mutter würde sich ärgern, wenn ich nicht käme. Es
ist tatsächlch allein meine Entscheidung.

Das hatte ich so verstanden.

Ich Habe das Gefühl, die Frage wird von euch so interpretiert,
als Läge das klassische „Sohn kommt niht, Mutter amcht
Terror“-Problem vor. Aber darum geht es hier überhaupt nicht.

Das ist mir klar. Das hast du an anderer Stelle ja sehr deutlich geschrieben.

Aber genau darum habe ich auch den Aspekt mit der Freiheit so betont.

Du wirst das Problem mit deiner Mutter bis Muttertag nicht gelöst bekommen. Also geht es im ersten Schritt nur um eine Positionierung, was du an dem Tag machst.

Hat der Tag für dich persönlich eine Bedeutung?
Angenommen, deine Mutter wäre an dem Tag in Australien in Urlaub. Was würdest du tun?
Angenommen, es wäre kein Muttertag, sondern nur ein Treffen mit der Familie, was würdest du tun?

Das wäre der erste Schritt. Gefolgt von der Entscheidung, was du gerne tun würdest am Sonntag.

Hallo Max,

auch ich kenne Deine früheren Postings zu dem Thema nicht, darum beziehe ich mich nur auf dieses Posting hier.

Ich glaube, was ich machen würde, wäre das folgende:

  • unter ner offensichtlich fadenscheinigen Ausrede meine Teilnahme absagen („muss die Ölsardinen wässern“, „Garage aufräumen“)
  • dann an einem der nächsten Wochenenden Deine Mutter besuchen und sagen, dass Du am Muttertag nicht nur der zu wässernden Ölsardinen wegen nicht gekommen bist, sondern auch

Zu diesem Gespräch solltest Du bevorzugt alleine kommen, also keine allfälligen Partnerinnen, Kinder oder Geschwister mitnehmen :wink:

Natürlich löst Du damit das grundlegende Problem nicht - dazu haben aber die anderen schon sehr viel schlaues geschrieben. Ob Du das machen willst, wirst Du aber unterm Strich selber entscheiden müssen, ich denke mal, dass da Konfuzius greift, denn der sprach „Versuch macht kluch“.

*wink* und ich drücke Dir alle Daumen, dass Du den Muttertag - so oder so - gut überstehst

Petzi